Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 12 (18.3.1892)
- Date
- 1892-03-18
- Page
- Seite 137 (sequence 5)
- Language
- German
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137 'fl)eij5»iii;;r zweit, mein fid.i esdienstl lins di, k scheinen alten um gerühnn der jede» der Wel, bedeute», sei Goti Maiiliif, c, der j, icke liebt u-3 gleich s Kindegleichsn» Stelle in; erftövnnn eshänsern ns Hnupi nder ver s Laterlang umx erküren technisch1 in jenen teil, dies n deshalb ge» wi>, ngen vv>l »g wenig litteratm, -s Ai"! -lle — , (Gattesl, dein hü :i "-nr" inerndei lenken ij: es bei» gepriesen, Sch riß Uitb tu» Sprnckc ist des zesprochce :rde», nn> b Gotten verkünd, > is klein» llem He» s, diesele, eeitei» ,,?rrn rs •Den) uni' eer Ewige hat hcnlc dich erwählt (erhoben), siPxmKBTlSl LiLP NvNll^ BW daß er dich iJsraelj wacht z„w Höchsten über alle Völker, zuin Ruhm, zum Namen und zum Schmuck. Onkelos übersetzt das Wort!"Pn?P mit r<N2V1?I^ zum Ruhme. Diese Erhebung Israels über alle Völker gereichte Israel nicht nur Uli» Ruhme, sondern in Tagen des Unglücks auch zum Tröste, lind wenn die Last des Geschickes Israel »och so niedergedrückt, es richtete sich immer wieder auf an dem Gedanken "Qvn Gott hat dich erhoben über alle Völker in der W.e'lt"! Der Chaldäer hat bekanntlich als Extensidform anstatt der hebräische» Hiphil die Asel-Form, anstatt TBK!“! — TfiK und SI2£?1,2 p^iO beißt, daß Er (Gott) uns sin der Welt erhoben erkoren hat. Wir übersetzen also ganz korrekt: „xsPrn p’iatn KnartJi snrerin" Cs ist der Ruhm und öer Trost Israels, daß Er (Gott) uns in der Welt erhoben, erkoren bat... Diese Wohlthat und Gnade Gottes ist n&erxns-Cp stmtir hocherhaben über jedes Lob und jeden Preis, d. h. wir können Gott für diese Gnade nicht genug danken. Die Uebersetznng des ganzen Satzes wlirde also lauten: „Hoch erhaben über jedes Lob, über jeden Preis (Gottes) ist der Ruhm und der Trost (Israels), oaß Er uns erhoben, erkoren hat unter allen Völkern in der Welt." Das sind die „Tröstungen", denen sich das Gebet um des Lebens und des Friedens Fülle ergänzend anschließt. ... In der Gebetordnnng des R. Amrani steht vor "pj p xPiP„ das Wort px tien' - „und sprechet Amen" (S. Tur. C. Ch. .'»«>), ist eine Lesart, j die uns in unserer Ansicht »nr zu bestärken vermag. d Autobiographische Blätter von Leopold Vukes. Herausgegeben und mit Anmerkungen begleitet von Prof. Tr. David K a u fm ci n n. Bon Berlin ging ich nach Hamburg. Ich lernte dort viele Personen kennen. Dr. RießeB) uud Dr. Jsler, der spater Biograph des Ersten. Heimann Michael,-) den Besitzer der großen Bibliothek, welche spater nach Oxford kam. Dr. Salomon, den berühmten Prediger, Dr. Kley?) seinen Amtsgenossen. MeirBreßi au?) ein talentvoller Mann, der ein großer Hebräer lvar. Er war Aotar und ist dann Sekretär der jüdischen Gemeinde geworden, irr starb, während ich dort war. Haarbleicher, der der Nachfolger > des Erstgenannten als Sekretär war. Ein Mann von Talent, der auch nicht mit beut Erstgenannten zu vergleichen war. Und Andere > mehr, deren Namen ich vergaß. Die Hamburger Bibliothek hat! ichützbare hebräische Sammlungen, sowohl Manuskripte als Druckwerke' di) habe die Bibliothek viel benützt.-') Bom Prediger D r. S a l o m o n in H a m b n r g läßt sich Positive s lagen. Er war einer der ersten Redner seiner Zeit. Damals hat man in Deutschland angefangen, etwas für praktische Aufklärung zu i Uun. Man wollte deutsche Gebete, Orgel re. einführen. Diese M Gabriel Nießer, gestorben in Hamburg, den 22. April 1868. “) Heimann Joseph Michael, gestorben in Hamburg beit 10. Juni '«46. 8. Zunz, Vorwort zu nriXlX Hamburg 1848 und T!K Hmnburg 1891. Eduard Israel Kley, gestorben in Hamburg, den 4. Oktober 1867. 4) Meir Breslau, gestorben in Hamburg, den 28. Dezember 1889. -') Vgl. M. Steinschneider, Katalog der hebräischen Handschriften in der Stadtbibliothek zu Hamburg p. XII. Sachen brachten große Aufregung unter die frommen Gemeinden. Man schrieb von allen Seiten dagegen unb es ist eine Sammlung von Briefen gedruckt worden von den meisten Rabbinern in Deutschland und Elsaß.') Die Bewegung, welche durch Aron E ho rin J) in Oesterreich entstand, war ungefähr in dieser Zeit. In Hamburg hat eine Anzahl von Privatbeamten ein Bethaus errichtet, wo die Orgel spielte und wo man auch einige deutsch Gebete sagte. Dieses Bethaus hieß der Tempel und dort war Dr. SalomonPrediger. Dr. Salomon war ein alter Mnschlam, der hebräisch genug wußte für gewöhnliche Zwecke, mehr wußten damals Wenige. Er hat auch in jüngern Jahren die Seliemonu perakinrj übersetzt und später einen Theil der Bibel. Sein eigentlicher Ruf aber beruht auf seinen Predigten, die elegant, einfach und gefühlvoll sind. Er war der erste deutsche Prediger von Bedeutung unter den Inden. Er diente auch Mannheimer als Muster. Sein Umgang war angesehen, er lvar ein Weltruann. Sein Bortrag als Prediger lvar schlnncklos, ohne theatralische Gestikulation, gefühlvoll, zum Herzen sprechend. Er lvar vielleicht überhallpt der beste Prediger in Hamburg. Ich habe nichts von großen christlichen Predigerm gehört. Dr. Salonwn schrieb auch hie und da über andere Gegenstände. So schrieb er ein Büchlein über Helgoland, wo er die Seebäder brauchte.') Er gab mir eins mit dem Wunsche, ich nlöchte einige Worte darüber schreiben, was ich auch that. Er war als unpraktisch betrachtet. Haarbleicher, Sekretär der Hamburger israelitischen Gemeinde, mit dem ich sehr gut bekannt war, sagte bei einer Gelegenheit zu mir: „Sie sind doch unpraktisch, Dr. Salonwn ist noch unpraktischer." Dr. Kley, der langjährige Alntsgenosse von Tr. Salomon, hat damals seine Stelle als Prediger niedergelegt. Sein Nachfolger lvar Tr. Frankfurter') ans Wnrtemberg. Er lvar schon Prediger in einer Gemeinde daselbst. Beide waren gute Prediger und wußten nur so viel hebräisch, als nothwendig lvar. Beide standen hierin von Dr. Salomon sehr weit. Bor vielen Jahren hörte ich, daß Salomon in seinem hohen Alter ganz kindisch geworden ist. Bernays") wurde berühmt, weil er Rabbiner in Hamburg lvar; die Tenlpelgemeinde in Hamburg tvurde berühmt, weil Dr. Salvnlvn dort Prediger war. Bon Hamburg, wo ich über zwei Jahre blieb, wo ich den Moses Len Ezra (in Altona) heransgegeben hatte, sowie anonym über die wohlthatigen Anstalten der jüdischen Gemeinde daselbst j schrieb?) ging ich nach Frankfurt über Hannover. Dort war | Dr. Frensdorf Lehrer an der Schule, ich kannte ihn schon von lneinem ersten Aufenthalt in Frankfurt. Er hat später einige 1) Graetz, Geschichte XI, 855, n. 2. 2) Gestorben in Arad, den 24. August 1844. 3> ppPIÄ npSn Dessan 1809. 4) Erinnerungen au das Seebad auf Helgoland im Jahre 1884, Hamburg [ 1835 j 12°. 5) Dr.NaphtaliF-raukfurter, gestorben iuHamburg, den 18.April 1866. (:) Graetz XI, 427 ff. ') Uebersicht aller wohlthätigen Anstalten und Vereine, sowie auch i aller milden Stiftungen der deutsch- und der portugiesisch - israelitischen! Gemeinde in Hamburg, Hamburg 1641, 8".