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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-03-11 · Heft 11 (11.3.1892) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 11 (11.3.1892)
Date
1892-03-11
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 ) AnsprtUt > sind, he. r bedürfte, e anbers m Berich: lchtigkeite, tb die an , ein^e()en. Tie zw rr Super n Friede, l und bocl; nid)t ()od: \ in hohen tzter Sah. involviren soll ltlld e r n t i n dieselbe, lter CtU machte a i) in bei über de, igan bau, namhafte, ■ctgcfdjäfi. x\\ lies; di> mit de, in nur am Börsen Ersparnisse dann amt gen, bimi gewinnen freudloser Neste des tsch, zur ilsburg in Studium tsikalische,!3 Jahre, angestelll vollte die aber war rüsibeuten am eiusl i erreichte Aus de, -erstorbene >elegenhei Rabbineiesbienstee ihn felbf udeu, bei öte Herze, ler seiner darum z, aber zu Lattfe de s- Zwar der tber sein, treten auterschule" Breslauer aus ver >em seiner Leitung unterstellten Chor erhalten haben, singen heute in Israels Ge- , meindeu seine Weisen. Die Liebe und 2lchtung, deren sich der Beri blichene erfreute und die bei der vor 4 Jahren erfolgten Feier seines! 70. Geburtstages zullt Ausdruck gelallgten, spricht sich auch in deln - herrlicheit Nachruf aus, welche die Vertreter der hiesigen Synagogenj Gemeinde dem „erstell Kantor und lnusikalischelt Dirigenten an der neuen! Synagoge" widmen. „Hat doch der Verewigte fast ein halbes Jahr-! hillldert seine ungewöhnlichen künstlerischen Gaben mit seltener Pflichtj trette in den Dienst seines Amtes gestellt ltnd durch sein Wirkelt nt hohem : Maße dazll beigetragen, unserem Gottesdienste einen würdigen und : weihevollen Charakter zu verleihen, der vielfach anderwärts zum Vorbild geworden ist. Eine ideal angelegte Natur, von wahrer Herzenssrömmigkeit, eine anspruchslose, liebenswürdige Persönlichkeit, erfreute er sich stets unb überall nngetheilter Hochschätzung und Verehrung, und sein "Andenken wird in unserer Gemeinde nicht erlöschen." Auch die hiesige „Gesellschaft der Freunde", „Gesellschaft der Brüder" und das Chorpersonal der Neuen Synagoge" widmen dem Verstorbenen überaus ehreltde Nachrufe. — Die für hellte Nachmittag V.43 Uhr angesetzten Trauerfeierlichkeiten gestalteten sich zll einer überaus ehrenvollen Kundgebltng für den Verblichenelt. Nachdem zur bestimmten Stunde der schwarzverhüllte Sarg auf die Empore gestellt worden, an die Stättewo Kantor Deutsch so viele Jahre deul Herrn gesungen, begann die Drgel zu spielen und auch der Synagogenchor mischte seine wehmüthigen Melodien darein. Ein dichtgedrängtes, weihevoll gestilumtes Publikum - wir bemerkten u. v. A. auch Herrn Nabbiner Tr. Guttnrann, nesselt Installation Eltde dieser Woche erfolgen soll, sowie Herrn Kantor Birnbaum, welcher auf die schmerzliche Ktlude aus Königsberg hergeeilt war, um dem lieben Freunde die letzte Ehre zu erweisen — harrte iln Gotteshause. Beide Nabbiner der hiesigen Syuagogen-Gemeinde die Herren Dr. Rvsenthal und Tr. Kn oller, waren erschienen. Nachdeln die Mlisik verklungelt, bestieg Letzterer die Kaltzel, um angesichts der, Bahre den Meister zu feiern, welcher nahezu ein halbes Jahrhundert dltrch feinen Gesang die Herzen der andächtigell Beter zll Gott geführt und den Worten des Psalmisten gleich, feinen Wunsch habe erfüllen gesehen, der in den Worten gipfelte: „Ich will singen dem Einzigell, so lange ich lebe, Loblieder Ihm singen, so lange ich bin!" Mit dem tiefeiupfundellelt Taltke siir die Verherrlichttug des Gottesdienstes, welche der Verblichene alle Feit im Auge gehabt und zu erreichet! gesucht, schloß die Rede. "Nachdem nnntnehr der ergebungsvolle Gesang des C'ftn > Deutsch; unter Drgelbegleitung verklungett, bewegte sich der Ing nach dem Friedhofs mit einem unabsehbaren Gefolge. In der Leichenhalle, wo den Anordnungen der Chewra-Kadistha gemäß, die zahlreichen Kränze niedergelegt waren, widmete nochmals Herr Nabbiner Dr. N ose nt hat dem Verstorbenen einen tiefempfundenen, weihevollen Nachruf. Dann ward der Erde übergeben, was sterblich war an Moritz Deutsch! -M- BreSlau, 1. März. Ein neuer Grabhiigel wölbte sich heut auf dem Friedhofe der hiesigen jüdischen Gemeinde! — Am verflossenen Sonnabend hauchte nach längerem, schwerem Leiden Professor Dr. Jako b Levy seine reine Seele aus. Allüberall da, wo auf dem weiten Erdenrund das Studium der talmudisch-midraschischen Werke Gegenstand wissenschaftlicher Forschung geworden, war des Verblichenen klangvoller 'Name gekannt und gefeiert. Verdankt ihln doch die litterarische Welt die Schöpfung zweier großer lexikalischer Werke, des zweibändigen W ö rterbuches ztt den Dargum im, nach dessen Vollendung er den Titel eines königlichen Professors erhielt, und das große vierbäudige ueuhebrä isch-chaldäische. Für die Bedeutung beider Werke und ihres Schöpfers mag es bezeichnend sein, daß der hochberühmte, vor wenigen Jahren verstorbene Geheimrath Professor Dr. Fleischer (Leipzig) beiden Lerikas seine "Anmerkungen beifügte. Der Verstorbene, ein Schüler des berühmten N. Akiba Eger, war anfangs Nabbiner in Rosenberg in "Dberschlesien, gab jedoch, ohne weitere "Aussichten die Stellung auf, um nach Breslau überzusiedelu, wo er seinem wissenschaftlichen Streben -Rechnung tragen zu können glaubte. Mit 1857 war er Nabbinatsassessor der hiesigen Syuagogen-Gemeinde und übernahm im Jahre 1864 die Stellung eines Admonenten am hiesigen Gerichtshof, als welchem ihm die Verwarnung der zum „Judeneide" zugelassenen Glaubensgenossen oblag. <Für jede Abnahme eines solchen Eides erhielt er 2 Mark, sodaß sich seine jährliche Einnahme hieraus auf etwa 1200 Mark belief.) Als 'nun 3 Jahre spater der Judeneid abgeschafft wurde, sah sich L. in eiue sehr peinliche Lage versetzt; aber er harrte muthig aus. So war es denn für ihn ein großer Gewinn, als ihm 1878 die Stellung eines Dozenten an der Lehranstalt der „Mora-Salomon Leipziger Stiftung" übertragen wurd', wo er bis zu seinem Tode wirkte. — Bei der heut stattge fundenen Beerdigung gab der Rabbiner der hiesigen Synagogengemeinde, Herr Dr. Rosenthal, dem großen Verluste Ausdruck, den die ganze litterarische Welt erlitten. Den Verstorbenen mit unserem Stammvater Jakob vergleichend, mit dessen Scheiden der Glanz der Stadt, in der er gelebt, schwinde, wies der Nedner darauf, wie sich der Verstorbene einem durchaus reinen Thorastudium gewidmet, so daß sich ans ihn die Worte beziehen ließen, die von Jakob die heilige Schrift uns mittheile: „Und es trafen ihn die Engel Gottes." — Ja, so schien es auch. Als man die irdische Hülle dieses großen Mannes in Israel heraustrug, um sie zirr ewigen Ruhe zu betten, da rieselten zarte Schneeflocken vom Firmament hernieder, und es war, als sandte der Himmel das Leichentuch herunter, um selbst den Todten zu betten. Sanft ruht er nun, gebettet neben bent großen Professor Dr. Grätz. s. "A.! „Er war ein sattster, reiner und wahrhaft frommer Mann und ein edler Priester der "Wissenschaft, der die reichen Gaben seines Geistes und alle feine Kräfte mit großem Fleiße und seltener "Aufopferung in ihren Dienst stellte." Das sind die Worte ehrenden "Nachrufes, welche die „Mora-Salomon Leipziger Bethamidrasch-Stifung" nachsendet ihrem nach langem, schwerem Leiden verblichenen Professor Dr. Jakob Levy s. A.! Thorn im März. Der in unserer polnischen Nach bar stad t "Wloclawek seit länger als 30 Jahre amtireltde Nabbiner Josef Chaim Caro feiert am 17. März d. I. das gewiß äußerst seltene Fest des 70jährigen Ehejubiläums mit seiner Ehegattin zugleich mit seinem Mjährigen Rabbinerjubiläum. Der durch seine homiletischen Werke .,.VJinchat Srhabal“ und „Kol ome km“, sowie durch seine große Talmudgelehrsamkeit berühmte "Rabbi und seine ehrwürdige Gattin erfreuen sich trotz ihres hoher; Alters ltoch verhältnißmäßiger Rüstigkeit und der Jubilar hat noch nicht ausgehört, geistig zu produziren. Von den Söhnen des Jubelpaares ftttb Tr. Jakob Caro Professor der Geschichte an der Universität Breslau und Tr. Jecheskel Caro, Rabbiner in Lemberg, auch weiteren Kreisen bekannt X HildeSheim, o. März. Dem nach Breslau in ehrenvollster Weise berufenen Landrabbiner Herrn Dr. Guttmann und seiner Gemahlin veranstaltete Donnerstag Abend int Konzertsaale der Union die hiesige israelitische Gemeinde unter reger Betheiligung ihrer Gemeindemitglieder eilt Abschiedssest, das einen äußerst günstigelt Verlattf ltahm. Der Vorsteher der Genteinde, Herr "August Dur, gedachte in seiner "Ansprache zunächst unseres glorreichen Kaisers, Sr. Majestät "Wilhelm 11., der, wie ausgeführt wurde, Schutz und Schirm allen seinen Unterthaltelt, ohne Unterschied des Glaubens altgedeihen ließ. Die Versammelten stimmten begeistert in das Hoch auf Se. Majestät ein. Der Redner feierte dann in schlvungvottelt Worten die Amtsthätigkeit des Herrn Tr. Gutt mann, dessett Scheiden die Getneinde so schmerzlich berührt nnb in tiefe Trauer versetzt. Es wllrde demselben ein künstlerisch altsgestattetes Prachtalbum mit Widmung und mit "Ansichten der hervorragendett Gebäude unserer lieben Stadt Hildesheim überreicht, außerdem ein geschmackvoll aitsgeführtes Ehrendiptont der hier bestehendelt uon Herrn Dr. Guttmann nlitbegründeten Wohlthätigkeitsanstalten. Herr Tr. Guttmann, der am folgenden Sabbath seine Abschiedsrede hielt, dankte tief bewegt für die Liebe und Anerkennung, die er während seilter 18jährigen Wirksamkeit, in der frischesten Zeit seines Lebens in der hiesigen Gelneinde genossett habe, bat um Bewahrung eiltes gulett Altdenkens nnb versicherte, daß ihm ultd seiner Gattilt die hier so glücklich verlebte Feil stets unvergeßlich bletbeit werde. Nach "Aufhebung der noch durch viele Toaste gewürzten Tafel ergötzte sich die zahlreich erschienene junge "Well bis spät in die "Nacht durch Tanz. Oesterreich - tlugarn. * Prag, 1. Marz. Die im Landesgesetzblatt verösselttlichle Ver ordnnng des Ministers für Kultus nnb Unterricht vom 27. Dezember 1801, betreffend das für das Antt eines Rabbiners in Bö hnten ersord erli che Blaß allgemeiner Bildung, enthält folgende Bestimmungen: £ k Die Kandidaten für das Amt eines Rabbiners in Böhmen Ijabcn in Beziehung auf ihre allgemeine Bildung ltachzuweisen, daß sie zum mindesten das Obcrgymnasium vollständig mit gutetn Erfolge

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