Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-03-11 · Heft 11 (11.3.1892) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 11 (11.3.1892)
Date
1892-03-11
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3227931-3227943--48680-3269328
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

anderen lerfehleii Mlng zi! ol>. Lnljrgang. Nr. 1! Der Gemelnöelrote. "• “ 1 gefasste ii. iiinilmig st. lll': WeiLage zur „Atkgemeinen Zeitung öes JuöenLHums". nier ein- Ulf diese ad oiK- [ bei der emeinde. -rer der ohn Jl., iildlichste endiener Heu der nd nicht > daher l ist zur 'schlüsseu zruuAeu, en eines rden ist. nichtigen eilen die Kufe sieb il ihren l.!). 1\ trotz der es keine issen an vielleicht wo über eben Sie mng für rlin >V.. äne und en und Berlin. gewesen^ bekannt och nur peziellen werden, oeifellos einde in er Ab ich Post- - Judeui iberg — ne Rllt Korrespondenzen und Nachrichten, j Deutschland.! Berlin, s. März. In aller Stille hat eines der verdientesten! Mitglieder unserer jüdischen (Gemeindebehörden einen Ehrentag gefeiert.! Hr. M. S. Me per, der schon im Juli 1890 sein 25jähriges Jubiläum! als Mitgliedder ')lrmen-.Konnuifsion gefeiert Hatz konnte am 5. Februar dieses Jahres auf eine gleichfalls 25 jährige Thätigkeit im Vorstände des jüd Krankenhauses zurückblicken: doch mutzte eine beabsichtigte größere Feier wegen eines Todesfalls in der Familie des Jubilars unterbleiben. Vor Beginn der lebten Sitzung des genannten Vorstandes, an: Dienstag! den 1. Mürz, nahmen nun die Kollegen des Jubilars Veranlassung, dem-! selben in würdiger Form ihre Glückwünsche darzubringeu. Im festlich j geschmückten Sitzungssaale wurde er feierlich empfangen, der .Kommissar j des Vorstandes, Herr Sanitätsrath Dr. Wiesenthal, sprach Worte der! Begrüßung, worauf namens des Kranken Hausvorstandes dessen Vorsitzender, ' Herr Stadtverordneter 2. Sachs, in längerer 'Ansprache die Vorzüge, die! Arbeitskraft und den Wohllhütigkeitssinn des Gefeierten hervorhob und! demselben ein kostbares Album überreichte, welches die Photographien! der dirigirenden Aerzte, der Vorstandsmitglieder und Ehrendamen der Anstalt enthielt In bewegten Worten sprach der Jubilar für die Svation seinen Dank aus. Erwähnt sei noch, daß Herr M. S. Meyer in dem Vorstande des Krankenhauses neun Jahre das Amt eines Rendanten und fünfzehn Jahre das des Vorsitzenden bekleidete, bis er im Mai 1891 dieses Amt aus Gesundheitsrücksichten niederlegte. O Berlin, <>. März. Zum vierten Male versammelten sich am j zweiten d. Bits, die Mitglieder des „Vereins der Hörer der Lehrj anstatt für die Wissenschaft des Judenthums" im Saale des j ..Hotels zum 5töuig von Portugal" zur Feier ihres Stiftungsfestes: i der Einladung zum Feste hatten die Dozenten, Männer der Wissenschaft! und Vertreter der Kanzel, Herr Justizrath Matower, sowie eine'Anzahl anderer Ehrengäste Folge geleistet. Nach einem donnernden .Kaisersalamander gab der Vorsitzende, Herr S. Smnuel, ein Bild der Entwicklung des Vereins und der „Tarlehnskasse" im verflossenen Vereinsjahre. Im Verlaufe des Festes wechselten Lieder mit Toasten itnb Erj -viderungen von Seiten der Gäste. Namens des Lehrerkollegiums sprach Herr Prof. Dr. Steinthal über die Freiheit der Forschung als Grundlage der Wahrhaftigkeit. Hierauf dankt Herr Dr. Blumenthal dem an- '.vesenden Herrn Justizrath Matower für sein Erscheinen und beleuchtet >u kernigen und mannhaften Worten die Vorzüge der Lehranstalt vor gewissen Schwesteransralten besonders mit Rücksicht auf die Eingriffe, ivelche in letzter Zeit gegen dieselbe gerichtet wurden. Herr Justizrath Makvwer, von der Versammlung als warmer Fürsprecher für eine umj -erielle Sicherstellung der Lehranstalt durch Uebernahme in Gemeindej Verwaltung lebhaft begrüßt, führt in geistreicher Rede die Pflichten des modernen Rabbiners den Hörern vor Augen. Auch die Herren Dozenten TDr. Cassel und Müller ergreifen das Wort zu kernigen Ansprachen. Nachdem noch Herr Dr. Kalischer auf die anwesenden Männer der Wissenschaft und Kanzel getoastet, dankt Herr Rabbiner Dr. Stier in! oeren Namen. Die Fidelitas hielt die Versanunlung noch bis gegen drei Uhr zusammen. Am Schluffe des Festes hatten alle Theilnehmer einen lebendigen Eindruck gewonnen von deni regen Geiste, der die Hörer eurchdringt, sowie von dem warmen und wohlwollenden Interesse, das eer Lehranstalt von Seiten der weitesten und besten Kreise der jüdischen Gemeinde entgegengebracht wird. g/a Berlin, 9. März. Der „Deutsch-israelitische Gemeindebund" hat das 32. Heft seiner „Mittheilungen" herausgegeben, dasselbe bietet eine Reihe interessanter Notizen und Berichte. Den | Anfang bildet die Mittheilung von dein bevorstehenden Gemeindetage, | auf dessen Bedeutung noch besonders hiugewieseu wird. Es folgt der Bericht über den neuen Vertrag mit der Gesellschaft „Viktoria", von welchem unsere Lesern scholl in der vorigen Nummer Kennlniß erhalten haben. Ein Aufsatz „Ueber Religionslehrbücher" giebt zunächst'Aufschluß über die vom Gerrieindebuud veranlaßte Neubearbeitung der Herrheimer'schen „Glaubens- und Pflichtenlehre" und behandelt daun die Frage nach der Zweckmäßigkeit neuer Lehrbücher. Ein weiterer Bericht macht über die Fortschritte der „Handarbeitschule in Köln" interessante Mittheiluug. Sodann wird unter dem Titel „Folgen des 'Austrittsgesetzes" ein zur Warnung dienender Fall erzählt, der die mit Genehmigung der Regierung erfolgte Schließung ulld Versiegelung von Synagogen in solchen Filialaten einer jüdischen Gemeinde behandelt, in welchen sänuntliche Mitglieder aus den bekannten „religiösen Bedenken" ihren Austritt aus der Hauptgemeinde erklärt hatten. Die weiteren Notizen handeln von dem erfreulichen. Wachstlpun des Gemeiudebundes in Bezug auf Mitgliederzahl und Bibliothek. Berlin, 8. März. In der gestrigen Sitzung des 'Abgeordnetenhauses brachte Herr 'Abgeordneter Rictert den unfern Lesern bereits bekannten Fall der Hörder paritätischen Schule zur Sprache und kritisirte denselben mit folgenden Worten: „Das ist ein unerhörter Gewalt-Akt, wenn man gegen den Willen der Eltern, gegen den Willen der Korporationen die jüdischen Kinder einfach hinausweisen will. «Sehr richtig! links.) Wenn das Volksschulgesetz in Kraft tritt, was werden wir dann erst an Uebereifer erleben! Wo jetzt friedlich die Konfessionen sich vertragen, da wird der Streit selbst in die zarte Jugend gepflanzt werden. Ich bedanre, daß dieses Schulgesetz gekommen ist, aber in einer Beziehung halte ich es für gut, es hat die Gewissen in hohem Grade wachgerufen, es hat die Staatsbürger an ihre Pflicht erinnert, darüber zu wachen, daß der Jugend, der Zukunft des ganzen Staates, kein Schade geschieht. Wir werden bis zum letztes! Augenblick unsere Pflicht erfüllen und alle unsere Kräfte daran setzen, daß diese Vorlage nicht Gesetz wird." .Leb Hafter Beifall links. — Zischen rechts.) Der Kultusminister Graf Zedlitz- Trützschler gab darauf die folgende Erklärung ab: „Die Simnltanschule in Hörde ist eine Simultauschule für Juden und Protestanten. (Aha! rechts.) Die Katholiken haben sich geweigert, daran theilzunehmen, zahlen aber trotzdem ihren Beitrag an die Schule. Es bestand nun die'Absicht, die 28 oder 80 jüdischen Kinder in eine besondere Klasse zu verweisen, sobald ich von dieser Absicht der Regierung Kenntnis; bekam, habe ich sofort die Sache inhibirt. Immerhin wirft dieser Vorgang ein interessantes Licht auf die Nützlichkeit der Simultau-Einrichtungen. 'Aber in diesem Falle ist die Regierung in 'Arensberg nicht der schwarze 'Alaun gewesen, sondern die Anregung kam von Hörde selbst und war in merkwürdiger Weise damit mvtivirt, daß der Verkehr im Lehrer-Kollegium in einer Klasse namentlich bei der Erörterung gewisser Fragen im Geschichtsunterricht in Gegenwart des jüdischen Lehrers eine gewisse bedenkliche Beengung habe. (Hört! Hört! im Ceutrum.) Nach meiner 'Auffassung war es nicht glücklich von der Regierung, auf diese 'Anregung einzugehen." Im weiteren Verlauf der Debatte erklärte sich der 'Abgeordnete Rictert von dieser Antwort durchaus zufriedengestellt. * Berlin, 23. Februar. Der Zweigvereiu Berlin des „Esra, Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien", hielt am 22. Febr. seine Generalversammlung ab, deren starker Besuch für das lebhafte Interesse der Mitglieder zeugte. Dem glänzenden Bericht des Vorstandes entnehmen wir nur das Eine, daß der Zweig verein am 1. Januar 1891 ca. 300 Mitglieder zählte, am 1. Jan. 1892 schon 450 und am Berichtstage, 22. Febr., beinahe <100 Mitglieder. Bei den Wahlen wurde dann der folgende Vorstand gewählt; Herr N. Silberstein erster, Herr M. Dorn zweiter Vorsitzender, Herr I. Gutmaun erster, Herr C. Lichtenstein zweiter Kassirer, Herr I. Lesser erster, Herr G. Sotolowsky zweiter Schriftführer und zu Beisitzern die Herren Tr. Deutschlander, Dr. Herzberg, L. Stein tlnd S. Zoegall.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.