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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-03-04 · Heft 10 (4.3.1892) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 10 (4.3.1892)
Date
1892-03-04
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 l fimfacm rfaunti i elißiouv ern oboi r." (X.v lg hat d>. lch ein - der Svro lsunterri 4 n frühen?! anerkan-i tsses um ichtige uui ungspfli!:,;fi cfyenuu. ■?= zur Ai n und gco u sreicht w tu ist stel, '.! rbeten um ’itigfeit i7 , ns der da lde Berui enähere Vc nngeseb u .lerhältni 7 iz ist d.c?i Prüsv? überwic k;e einzeln i!?il an dm: oder ^a h wenn irtheil ei : nkte, de l! betroffc ■? tzende V lngerdiei a den M ann, da: >eu: „Heu ein Hist? reute um 'chaftlich:i :nt Dpfr? tlt. Friee cktztigsbe? lisehen %.\ stlissentli l> Bein Ve? zu lebe. t war u? eden auzu helfe >as einza Amerit?. .ach sein e lseitig b? Dageg n idian d?? Juden n rsten A: ähren, n ou in der t jüngeren abnehm cn md, nahm er selbst die ganze Verwaltung auf seine Schultern. Er lieft eitlen lampfer bauen, um seine Kolonie mit Lebensmitteln zu versorgen, nahm Schiffsmannschaft und andere Hilfskräfte an und begab sich selbst Nils das Arbeitsfeld. Wer den zartgebauten, nervösen und viel verwohnten Mann kannte, mußte diesen Opfermuth, sich in der Wildniß > ilzusctzeu, aufrichtig bewundern. Die Befürchtung, daß Friedmann einer solchen Kraftleistung nicht gewachsen sein wurde, lag nahe genug, allerdings fürchtete man mehr ein Nachlassen der körperlichen als der mistigen Kräfte. Die hierher gelangten Nachrichten lassen die letztere poentualität befürchten." In gleichem Sinne schreibt uns ein langjähriger bekannter und Hausgenosse Friedmanns. Derselbe spricht gleichfalls die Termuthung aus, dast F. geisteskrank geworden sei, und fährt dann ' rt: „Die geschilderten Szenen halte ich nur dann für möglich, denn F. in ein hochherziger, edler, hochgebildeter und selten, liebenswürdiger Herr m wesen, der allerdings, im Luxus und Komfort ausgewachsen, sehr verwöhnt war, seinen eigenen Koch aus Paris für sich allein hielt <denn w? war unverheirathet), sehr viel Dienerschaft und vornehmen Verkehr 1 alte! F. zeichnete sich ganz besonders durch große Höflichkeit und Zu-? orkommeuheit gegen meine Damen, Frau und Töchter, aus und war i ns ein sehr lieber Mitbewohner, von dein wir, zumal er ja als Christ wir durch die edelste und uneigennützigste Gesinnung «denn er setzte sein mos;es Vermögen für die Stammesgenossen seiner Vorfahren ans eigener ..nitiative auf's Spiel und scheint es ja auch einzubüßen!) zu dem . osten Werke der Kolonisation armer russischer Juden veranlaßt wurde, ' lche Thaten, wie die gemeldeten, nur glauben können, wenn F. seinen -erstand eingebüßt hat, was um so leichter erklärlich scheint, als F. hier t den glücklichsten Verhältnissen sich befand, die sein sehr ruhiges, zu-? ickgezogenes Leben in jeder Beziehung begünstigtet!. Es würde mich : eiten, wenn Sie sich seiner Vertheidignng anschließen würden, die jetzt reu mehreren Seiten zu beginnen scheint! — Der Mann verdient eine " roue, aber freilich nicht eine solche, wie er sich aufgesetzt haben soll!" * Breslau, 28. Februar. Immer mehr lichtet sich die Schaar;!lerer großen Gelehrten — am 27. d. Mts. ist auch Herr Rabbiner? r. Jacob Levp sanft und gottergeben, wie er gelebt, entschlafen. ' v. Jacob Levu hat ein Atter von 73 Jahren erreicht. Er war früher mbbiner in Rosenberg i. Schl., dann kaiu er als Rabbinats-Assessor i die hiesige jüdische Gemeinde nach Breslau. Bald wurde ihm auch ' is Amt als Leiter am Bet-.tzamidrasch übertragen. In Breslau schrieb -?ui) seine bahnbrechenden Werke, die ihm einen großen Neunen auf biographischem Gebiete erworben haben, und zwar sein „Ehaldäisches Wörterbuch über die Targumim" (Leipzig 1874—77. II. Ausl. 2 Bde.» ab sein „Neuhebräisches und chaldäisches Wörterbuch über die Talwudim und Midraschim" (Leipzig 1879. 3 Bde.) Zu seinem siebzigsten Geburtstage erhielt er den Ehrentitel eines k. Professors. Wir behalten wis vor, einen ausführlichen Nachruf über den gelehrten und vortreffcheu Mann zu bringen.—Kaum 12 Stunden später erlag der allseitig wehrte Oberkantor Herr M. Deutsch, im 74. Lebensjahre stehend, seinen eiden. Fast 50 Jahre hat er hier gewirkt und das große reformaerische Werk Geigers, den jüdischen Gottesdienst von veralteten und clotischen Ueberkommenheiten zu säubern und ihn zu erhebend it und weihevollen zu gestalten, an seinem Theil unterstützt und gefördert. "Aus wllzers Schule hervorgegangen, begabt mit einem herrlichen, bis ins älter kraftvollen Organ und ausgestattet mit feinem musikalischen Sinn nd Empfinden, hat der Verstorbene ''Anerkennung und Ansehen weit der die Grenzen seines lokalen Wirkens gefunden. Die von ihm gelassene Gestaltung des Gottesdienstes galt vielen großen nnb kleinen Gemeinden als Vorbild, und seine Kompositionen für die Orgel, wie cine „Schule für Vorbeter" sind werthwolle und hochgeschätzte Werke. 5er Heimgang dieses Mannes wird nicht nur in der Breslauer Gewände, in der er auch als Mensch reiche Liebe und Verehrung genoß, andern auch in vielen und weiten Kreisen auf das Schmerzlichste mpfunden werden. Bon der Oder, im Februar. Als ich vor mehreren Tagen le abfällige Aeußerung des "Abgeordneten Herrn Obertribunalsrath 5r. Peter Reiehensperger über die „jüdische Presse" las, schrieb ich 'mn ungefähr Folgendes: Sehr schmerzlich hat es mich und gewiß alle c-ieine Glaubensgenossen berührt, den gerechten, humanen, hochherzigen Alaun, der vor beinahe 4 Dezennien den engherzigenKlee'schen Eintrag llrch seine ausschlaggebende Rede zu Falle gebracht, jetzt in der Gesell-! schaff der Stöcker und Hammerstein zu finden. Er wird doch wohl in! den Briefen, die ich Ende 1880 und später mit seinem hochverehrten j Bruder, Herrn August Reichensperger gewechselt, gelesen haben, wie wir! Israeliten und die Rabbiner ganz besonders darüber entrüstet waren,! daß einige, wenn auch verhältnißmäßig verschwindend wenige jüdische j Publizisten sich ungeziemend, ungebührlich in den sogenannten Kultur- - kainpf eingemengt; warum, wenn auch manche Staturen ihres Herzens! Tücke hinter und unter dem vorgeschobenen Mantel der Religion ver-! bergen, auch er, ein Mann von so edlem Charakter den "Ausspruch der; Schrift (4 M. 10,22) desavouier, „dast man, wenn ein Mann sich oem! geht, nicht der ganzen Gemeinde zür en solle." Jene Publizisten seien meistentheils "Apostaten, sie haben als Inden im Staate tmd in der i Gesellschaft keine ihren Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechende! Stellung finden können, haben ihrer ererbten, angestammten sileligion den Rücken zugewendet und ein Bekenntnis;, das sie in ihrem Innersten; desavvnirten, zum Schein erheuchelt. Gestern haben sie die göttlicche i Existenz vielleicht überhaupt negirt und bei der Taufe simulirtelt sie sogar eine göttliche Trinität. Rlit sich selbst zerfallen, wollen sie au der Retigioll im Großen und Ganzen sich rächen, die sie in diese verzweifelte Lage gebracht. Ganz korrekt und durchaus nicht ungerecht wäre es,! wenn der christliche Staat um der Gleißnerei, dem Spiele mit dem j Heiligsten, dem Eide, nicht Vorschub zu leisten, nicht den treugebliebeuei:! Israeliten, sondern den Apostaten die "Anstellung im Staatsdienste ver! weigerte. Denn haben diese das Trinitätsbekenntnist, wie es bei hundert! Konversionen '99 mal der Fall ist, erheuchelt, so kann der ^taat ihrer! Treue und Gewissenhaftigkeit nicht Glauben und Vertrauen schenken. | Sollte aber wirklich einmal im seltenen "Ansnahmefalle ein Israelit ans! Ueberzeugung übertreten, so sollte er die Lauterkeit seiner Gesinnung dadurch konstatiren, daß er aus jedweden Vortheil, der ihm aus der Dause j erwächst, freiwillig verzichten. Haben doch so viele Israeliten und Christen! um ihrer Religioit willen nicht blos alle irdischen Vortheile und Ehren- I stellen, sondern auch ihr Leben mtd sogar unter unaussprechlichen Oualen > preisgegeben, so können doch die heutigen Proseluten sich freuen und glücklich preisen, daß sie tind zwar ohne jedes Ntarturium, ohne auch wir irgend welchen "Nachrheil und Schädigtmg zu erleiden, statt Finsternis; und Jrrthum in den Besitz von Licht und Wahrheit gelangt sind, der Staat brauchte ihnen nicht zu seelischer, zeitlicher und jenseitiger Glückseligkeit noch inaterielle irdische Vortheile znzuwenden, ja diese , müßten von den also "Aeugeborenen ncn Beseeligten aus freien Stücken! zurückgewieseit, verschmäht werden." Die "Antivort Dr.sit's. — sie ist mnmü I Bleifeder, und wie nicht zu verkennen, mit stark zitternder Hand und darum; etwas unleserlich geschrieben — lautet kurz: „Ew. . .. danke ich für freund i liche Zuschrift, meine aber, Ihren eigenen "Anschauutigen entsprochen ztt haben, , da ich mich nur gegen eine gewisse Kategorie von jüdischer Presse gewendet." Dr. P. R. hat, wie ich sehe, mich doch nicht recht verstandeit, da er auch etwas von einer Reformpresse unterlaufen läßt. Sein Bruder war in feiner Korrespondenz mit mir viel ausführlicher und letitseliger. Lernen sollen wir aber auch aus dieser Korrespondenz, daß wir Juden in bcn Streit der andern Konfessionen uns nicht einmischen sollen: selbst i die Partei, für die wir etwa Partei nehmen, hat oft statt des Dantes i nur Hohn für uns.! 5*L Hildes heim, 21. Februar. Heute überreichte eine Deputation der Lehrer im Landesrabbinerbezirk Hildesheim dem von hier scheidenden Landesrabbiner Dr. Gttttmann eine "Adresse, in welcher die segensi reiche Wirksamkeit desselben hervorgehoben und betont wurde, wie der-! selbe den Lehrern seirres Bezirkes stets ein ebenso htnuaner und gerechter - Vorgesetzter wie ein treuer fürsorglicher Freund und Berather gewesen, an i den sie sich zit jeder Zeit und in jeder Lage veKratitiugsvoll wenden konnten. Auf "Ansprache des Lehrers Blumenfeld-Adelebsen erwiederte Herr Tr. Guttmaull, dast ihm die Kundgebung der Lehrer eine große Freude und Befriedigung gewähre. Er habe auch mit allen Lehrern seines Bezirks | gut aus kommen können, und sie alle hätten sich als treue Rtitarbeiter in ' seiner Wirksamkeit erwiesen. Er gab der Hoffnung "Ausdrttck, daß das friedliche und segenbringende Verhältnis; zwischen dem Landesrabbiner und den Lehrern auch nntcv seinem Nachfolger gewahrt bleibe.!>. iiumüttirn.! Bnkarest, 12. Februar. Int D o m ä n e n;n i ui st e r i tt m liegt ein Prospekt behufs Reorganisation der Professionalschnlen vor, die wieder! einmal eine gegerl die rmnänische Judenheit gerichtete, von der eiusichtS'

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