Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 10 (4.3.1892)
- Date
- 1892-03-04
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
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2 Herren" dankte Herr Direkter I. Steinfd)nciber. Redner suchte des anders ans die Grundprinzipien des Vereins hinzuweisen, welcher unbekümmert mit die religiösen Meinuugsanschaunngen seiner Mitglieder, stets als seine 'Aufgabe betrachtet habe, die Wissenschaft des Judenthums zu pflegen. Dem hierauf non dem dritten Ehargirten Herrn süul. meil. Lipsch itz in poetischer Form auf die anwesenden Damen gehaltenen Toast folgte ain Schluß des offiziellen Theiles ein voll den Mitgliedern ansgesührtes Singspiel, nach dessen Beendigung eine frohe „Fidelitas" die Mitglieder und viele Gäste noch lange zusammenhielt. * Berlin, 2d-. Februar. Die Gesellschaft zur Verbreitung der Handwerke itltd des Ackerbaues unter den Juden im! preußischen Staate versendet einen Aufruf, dem wir Folgendes entnehmen:; „Tie Zahl der voll uns ultterstützten Lehrlinge erreichte fast die Höhe von Hundert. Unsere Inspektoren sind mit atlfopsernder Thätigkeit bemüht gewesen, die ihnen unterstellten Lehrlinge zu beaufsichtigen und zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft heranzubilden. Insbesondere Habelt sie unter Beseitigung aller Schwierigkeiten, welche ihnelt von! vielen Lehrmeistern eutgegengestellt wurden, mit Strenge darauf gehalten,! daß die Lehrlinge Fach- und Fortbildungsschulen regelmäßig besltehen j Sie wurdeil hierbei voll deill Gedankeu geleitet, daß nur diejenigen! Lehrlinge tüchtige Rteu scher r werden, welche ihre freie Zeit zum Besuche j der erwähnten Schulen benutzen ltnd so sich bestreben, sich auch geistig zu vervollkommnen. Mit Freude können wir berichten, daß wir einigen; unserer früheren Lehrlinge dazu verholfen haben, selbständig ein Geschäft! zu begründen: wir hoffen, daß dieselben der ihnen hierdurch erwiesenen! Wohlthat stets eingedenk bleiben werden. Alis der Bodenstein-Fraenkel- I Stiftung haben wir die Zillselt pro 1.891 in Folge Bestimmung der j Stifter einem Bild Haller, llaehdeln derselbe die Lehrzeit beendet, zugetheilt. j Seit langer Zeit beschäftigen wir uns darnit, wie es angesichts der! wachsenden Gefahren, lvclchen der Lehrling in der Weltstadt aufgesetzt ist, zu ermöglichen wäre, daß unsere Pflegebefohlenelt auch nach vollendeter Tagesarbeit wirksam beaufsichtigt werden. Im Oftober 181)1 ist die Frage eitler glücklicheu Lösung entgegengeführt. Wir haben zu > Pankow, LAühleustr. 1, eilt Lehrlingsheim errichtet, welches unter Leittmg eitles Mannes steht, der sich zu dem ihm übertragenen Amte sowohl in praktischer wie in pädagogischer Beziehung pualifizirt. In dem Heiln sind gegenwärtig sechs Lehrlinge untergebracht; int Laufe dieses Quartals erfolgt voraussichtlich die 'Aufnahme von weiteren vier Lehrlingen Herr Wilinski, der Leiter des Heims, ist mit Eifer darauf bedacht, das leibliche wie das geistige Wohl seiner Zöglinge nach Kräften zu fördern, und die Letzteren fiub sich der ihnen erwiesenen Wohlthat voll bewußt. Es erwachsen uns rum aber durch lmsere ausgedehnte Wirksamkeit bedeutende kosten, und wir luüssen Bedacht daraus nehmen, unsere Einuahluelt zu vergrößern, sei es durch Schaffung eines eisernen Fonds, sei es durch jährliche Beiträge." Wir zweifeln nicht, daß sowohl bei den Mitgliedern unserer jüdischell Gemeinde, als auch bei auswärtigen Glaltbeusgenoffen der Aufruf den wohlverdienten günstigen Erfolg haben wird. * Berlin, 20,. Februar. Ter B orfchuß- Berein für hilfsbedürftige Mitglieder der jüdischen Gemeinde ztl Berlin hält am Sonntag, den 0. März er., Vormittags 11 Uhr im Lokale des Brüdervereins, Unter dett Linden -tu, seine diesjährige ordentliche General-Versammlung ab. Der Bericht des Vereins nveist eine erfreuliche Thätigkeit im verflossenen Jahre auf. Tie Zahl der eingereichten Gesuche stieg auf 750. Bon dieser! wurden nicht weniger als (>21 in einer Gesammthöhe von 15PO55 Mt. bewilligt. Tie geringste Bewilligung betrug 50 Mt., die höchste 5oo Mt. 'Au Mitgliedern zählt der Verein zur Zeit 702, darunter 185 immerwährende und 228 lebenslängliche. Berlin, 20. Februar. Bei der fortgesetzten Kommissionsberathung über den B o l k ssch u l g e s etz eu t rv u r f ist der £ 17 der Vorlage in folgender Fassung angenommen worden: 17. Dhrre den Religionsunterricht nach der Lehre ,Vorlage: durch einen Lehrer» seines Bekenntnisses soll grundsätzlich kein Kind bleiben, welches einer vom Staate anerkannten Religionsgesellschaft angehört. Zur Theilnahme an einem arrdereu Religionsunterricht dürfen .Binder, welche einer vom Staate anerkannten Religionsgesellsehaft angehören, nur auf Antrag der Etterrr oder deren Stellvertreter zugelassen werden. Sind .Binder verschiedener vom Staate anerkannter Religionsgesellschaften in einer Volksschule vereinigt, so ist möglichst für die Angehörigen einer jeden von ihnen ein besonderer Neligiorrsunterricht einzurichten, wenn ihre Zahl fünszcur übersteigt. Kinder, welche einer voru Staate anerkannt>, i Relig ionsge sellschaft augehöreu, neh rueuandem R eligious unterricht der Schule Theil, sofern ilicht die Eltern ode, deren Stellvertreter das Gegentheil verlangen." (Tr Gesperrte ist neu.) X Berlin, 21. Februar. In eurer Revisionsentscheidung hat Or Reichs - Versicherungsamt gegenüber dem Rentenanspruch ein - jüdischeil Kultusbeamten. der zugleich das Vorbeten in der Suna goge besorgte, den Bindern der Gemeindemitglieder Religionsunterrr 7 crtheilte urrd als Schächter fungirte, einen bereits in einen: früher: Falle ausgesprochenen Grundsatz wiederholt als maßgebend anerkaun.r Danach sind, nach 'Analogie eines Bnndesraths- Beschlusses vcn 27. November 181)0, Personen, die gleichzeitig versicherungspflichtige um uichtversicherungspflichtige 'Arbeiten verrichten, der Bersicherungspfli lz darin nicht rruterliegend zu erachten, wenn ihre an sich verstchermn) pflichtige Thätigkeit entweder nur gelegentlich, insbesondere zur Ar -) Hilfe, oder gar in regelmäßigem Verkehr, jedoch nur nebenher und gegor ein geringfügiges Entgelt, das zum Lebensunterhalt nicht ausrercht u ii zu den Versicheruugsbeiträgerr nicht in entsprechendem Verhältnis; steh n würde, verrichtet wird. Im vorliegenden Falle war das Vorbeten rns Vorsingen vorn Schiedsgericht als eine versichcrungspflichtige Thätigkeit <7 . die Ertheilung des Unterrichts aber als eine über den Kreis der d c Versicheruttgspflicht begründenden Beschäftigungen hinansreiehende Berru. leistung, und die Stellung des Klägers als Schächter ohne nähere Vs gründung als die eines selbständigen Gewerbetreibenden angeseb u worden. Bei der zur weiteren 'Aufklärung der obwaltenden Berhältni L erfolgten Zurnckverwcisung der Sache in die Berusurrgsinstanz ist d,) Schiedsgericht insbesondere daraus hiugewiesen worden, daß bei Prüft: der Frage, welcher Zweig der Gesamurtthätigkeit des Klägers übenuu u und den Eharakter der letzteren bestimnre, nicht nur der auf die einzeln w Thätigkeiterr entfallende Zeitaufwand, sondern auch der Autheil an bui: Gesammtlohn in Betracht kommen werde, der für die eine oder i;e andere jener Thätigkeiten unter gewöhnlichen Verhältnissen, d. h wem: sic allein gelohnt wird, bewilligt zu werden pflegt. — Das Urtheil e»: spricht im Wesentlichen dem von uns vertretenen Standpunkte, dc 1 würden wir es gern sehen, wenn vorkomnrenden Falls der betroffe n. Beamte auch gegen die die Würde unseres Kultus herabsetzende B stimmung Widerspruch erheben wollte, daß geade der Borsängerdier u unter die versicherungspflichtigen Beschäftigungen falte. 22 Berlin, 29. Februar. In theilweisem Gegensatz zu den M theilungeu, welche andere Blätter über Herrn Paul Friedmann, dm „5iönig von Midian" brachten, wird der „Rat. Z " geschrieben: „Heu Paul Friedmann, der seit einigen Jahren in Berlin lebt, ist ein Histriter, der sich einer angesehenen gesellschaftlichen Stellung erfreute n;e als Verfasser eines Werkes über 'Anna Bolepn einen wissenschaftlich r Ruf hat. Sein großes Vermögen hat er seither mit größtem Qpsiu muth in den Dienst menschenfreundlicher Unternehmungen gestellt. Frier nrann ist ein Mann von etwa fünfundvierzig Jahren, aus Köuigsbe in Preußen gebürtig, von mütterlicher Seite mit den alten jüdischen Fm milien Berlins verwandt, selber aber als Ehrist geboren und gefliffentlr 1> fernab von allen Beziehungen zum Judenthum erzogen. Sein Vc. mögen benutzte er, um ungestört feinen historischen Studien zu lebe u welche ihn zumeist in London und in Paris festhielten, jetzt war m meist auf Reisen. 'Als der Nothstand unter den russischen Juden arm brach, erwachte irr ihm ein tiefer Unwille und das Bedürfnis; zu helfe ) Tie Auswanderung und .Kolonisation erschien auch ihm als das eiuz u mögliche Mittel, er meinte, daß man diese Kolonisten nicht Amerit ) sondern den alten Stammsitzen des Volkes Zufuhren müsse. Rach sein r Ueberzeuguug war aber Palästina mit seinen vielen, sich gegenseitig l kämpfenden Religionsgemeinschaften hierfür wenig geeignet. Dageg u schien es ihm möglich, am Rothen Meere, in dem Lande Midian dm Bibel, Fuß zu fassen. Friedmann erklärte, daß die russischen Juden n entkräftet und verkommen seien, um die schwere Arbeit der ersten 'Ansiedelung zu vollziehen, und wollte zuerst fünfzig Galizier hinführen, nur Fischfang, vor Allem Perlenfischerei zu betreiben, die dort schon in der primitivsten Form gewinnbringend wäre. Er suchte nach einem jüngeren kräftigen Mann, der ihm die Sorge für seine Kolonisten abnehmcrr sollte, da er aber keine hinreichend zuverlässige Persönlichkeit fand, nah:» er selbst 7 ampfer uuhm Sc auf das wohnten ' Azusctze' eurer soll n Herd in g > geistigen o oentual bekannte Vermuthr „T ein hr r rvesen, wohnt n e war i; Ute!? i nloiuiu . us ein J; iir durö . eoßes , nitiatir osten Ä d lche Tl umstand r den g : ickgezog : eiten, u i oit meh 7 rorle, ci * B; it fever g v. Ja ' r. Jaei iabbinei i die h : rs Alnt - ein) feit rikogra sörterbr ud sein mudim u uieburtst US vor, ucheu M erehrte i erden, u rische! elotische weihevol nrlzers Ulter krc urd Em der die uhaffene Gemeind oite 7 er Hei uerude, umdern nr pfund Oe abfä 7r. Per iMl ung Uiierne G Atann, " urd) se