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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-03-04 · Heft 10 (4.3.1892) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 10 (4.3.1892)
Date
1892-03-04
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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; Jahrgang, ttr. 10. <ßCr'h'’ Mn Wertage gttr „Attgemetnen Zeitung des IuöenLHurns". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. Berlin, 29. Februar. Der neue Vertrag des Deutsch- > laelitisehen Genieindebundes mit der allgemeinen Versicherungs-! ieugesellschaft „Viktoria" zu Berlin tritt am 1. April 1892 in . ift und dauert bis zunr 1. Januar 1903. Durch dieses neue "Abluuen hat sich die „Viktoria" bereit erklärt, die Vergünstigungen, welche bisher den Mitgliedern der Bundesgemeiuden gewährt hat, auf alle n Deutschen Reiche wohnhaften israelitischen Personen auszudehnen, ie dem Gemeindebund einen Gewiniiantheil von den bei der „Vittoria" i> geschlossenen Todesfallversicheruugen alter dieser Personen zu bewilligen. Eien Gewinnantheil bei Lebensfallversichernngen hat der Gemeinde- . id, trotzdem die „Viktoria" einen solchen gleichfalls gewähren wollte,! gelehnt, da diese Leistung mit einer Schmälerung der Provision für Vertreter der „Viktoria" verbunden gewesen ist. Hiernach genießen i ,euigen jüdischen Personen in Deutschland, welche sich bei der „Viktoria" - den Todesfall versichern, nachfolgende Vergünstigungen: 1. für die i -sfertigung der Police sind mit Ausnahme des gesetzlichen Stempels viertel Nebenkosten zu tragen. 2. Die „Viktoria" trägt das an die > rtranensärzte für die Untersuchung, sowie das an die Hausärzte zu lende Honorar. 3. Das durch den Tod füllig werdende Versicherungs- £ ätal wird scholl innerhalb der ersten vierzehn Tage an die Empfangsechtigten ausgezahlt. Der Ausschuß des Deutsch - Israelitischen ' meindebundes ist der Ueberzeugung, durch Abschlllß dieses Vertrages l der „Viktoria" ein Werk vollbracht zu haben, welches nach mehr - einer Richtung hin der delltschen Judenheit zu Gute kommen wird, lnächst ist es seine Absicht dahin zu wirken, daß immer weitere - hichten unserer Glaubensgenossen den hohen sittlichell Werth erkennen, lcher in der Lebensversicherung liegt. Sodalln aber kommt es ihnl! auf an, für die Beamten der jüdischell Genieinden Sorge zu tragell, 'oiu er ihilen die Nt o glicht eit der Versicherung eröffnet. Die von ihm Jahre 1883 begründete Friedrich-Wilhelm-Viktoria-Stiftung, Eentral-? rsichcruugs- und Pensiouskasse für jüdische Gemeindebeamten in ' 'utschland, hat in neunjähriger Thätigkeit den Erfolg zu verzeichnen, n zur Zeit nicht weniger als 455 Beamte mit einen! Betrage von oo,000 Mark versichert sind, deren Prämie zu eben einem Viertel die Eiftung bezahlt, während Beamter und Gemeindevorstände den Rest der 1 ämien aufbringen. Der Ausschuß hat bereits vor zehn Jahren bei "Auswahl einer Versicherungsgesellschaft für die Versicherung der üschen Gemeindebeamten feine Blicke auf die „Viktoria" gelenkt, weil sowohl in ihren Versichervngsarten, als in der Billigkeit ihrer! ämiensätze und in dem entgegenkommenden und liberalen Geschäftsrfahr.'n ihrer Verwaltungsorgane die beste Sicherheit für das Zustandemmeu seines humanen Werkes erblickte. Der Erfolg hat gelehrt, '.ß beide Theile daran gut gethan haben. Ganz Deutschland und nicht m mindesten die deutsche Judenheit hat der „Viktoria" ein von Jahr Jahr wachsendes Vertrauen entgegengebracht, sodaß sie dadurch in e Reihe der ersten Versicherungsanstalten getreten ist. Die Ab-!bisse, welche allein in dem zum Bunde gehörigen Genwinden statt- Rmden haben, setzten die Gesellschaft in den Stand, dem Gemeindemde in den letzten 0 Jahren die Summe von 141,177.02 Mark an Revisionen zu zahlen, welche fast vollständig der genannten Friedrich- 'ilhelm-Viktoria-Stiftung zugewiesen worden sind. Die Thatsache, daß r neue Vertrag, statt wie bisher nur die Bundesgemeinden, jetzt mnntliche Gemeinden des Reiches oder vielmehr die gesannnte deutsche mdenheit umfaßt, ist nicht blos von finanzieller, sondern auch von Zeller Bedeutung. Wie der Bund bei seiner Begründullg im Jahre js,W seine erziehlichen Absichten auf alle deutschen Glaubensgenossen erweckte, so ist nun die Sorge um die Hilfe für unsere Beamten allen Zutschen Glaubensgenossen als eine gemeinsame "Aufgabe hingestellt und edern zur Lösung derselben die Gelegenheit eröffnet. Tie jüdischen Gej meinden des ganzen deutschen Vaterlandes werden durch die Bestinnuuug! des neuen Vertrages zu einem wichtigen Liebeswerke vereint, und jedem j jüdischen Bürger wird cs von nun ab möglich werden, durch Ver sicheruugsnahme bei der „Viktoria" zu deru Gedeihen des Bundes und! seiner Stiftungen beizutragen. Berlin, 28. Februar. Der Vorstand des „Vereins für jiidische (beschichte und Litteratur" hat sich in folgender Weife konstituirt: Erster Vorsitzender Tr. Gustav Karpeles, zweiter "Vorsitzender Julius Jsaac, erster Schriftführer Dr. Nt. Levin, zweiter Schriftführer A. Katz, 5kassirer Dr. Heinrich Nt euer Eohu, Revisor Landgerichtsrath Dr. Marcus, Beisitzer Dr. H. Hildesheimer, Rabbiner Dr. A. Rosenzweig, W. Bambus. — Die Mitgliedcrzahl verlnehrt sich in erfreulicher Weise, und das erste Hundert diirfte sehr bald voll sein. "Auch immerwährende Mitglieder mit Jahresbeiträgen von 150—300 Ntart hat der Verein erfreulicher Weise bereits aufzuweisen. Möge die Theilnahme in gleicher Weise andauern und wachsen! — Der erste Diskusfionsabend wird am Mittwoch den 9. März stattfiudeu. Alles "Nähere wird durch Inserate ini „Berliner Tageblatt", in der „"Nationalzeitnug" und in der „Vossischen Zeitung", sowie in den jüdischen Blättern bekannt gegeben werden. Atlch ein großer öffentlicher "Vortrag wird noch im Laufe des Monats abgehalten werden. Meldungen zum Beitritt nimmt jedes Vorstandsmitglied entgegen. Berlin, 1. März. Herr Professor Dr. Martin Philippsou sprach gestern Abend zu Gunsten des Stipendieufonds der Hochschule über „Preußens Erhebung im Jahre 1813". In dem interessanten und lehrreichen Vortrage des berühmten Historikers machten besonders die jenigen Stellen, in welchen er von der opferfreudigen Betheiligung der preußischen Juden an dem nationalen Werke erzählte, auf die Hörer einen tiefen Eindruck, ebenso wie die in Töne freudiger Hoffnung aus klingenden Schlußworte über den unausbleibliche Sieg des Rechts und der Toleranz in den schweren Kämpfen der Jetztzeit. Berlin, 1. März. Ein von Begeisterung getragenes Test feierte der „"Akademische "Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" am Dienstag den 23. Februar in dein Fest aal des Augustgarteus. Hatte der Verein auch beschlossen, sein IX. Stiftungsfest mit Rücksicht auf die!lächstjährige Jubelfeier nur im eugsien Rahmen zu begehen, so hatten sich doch neben zahlreichen Männern der Wissenschaft eine größere Zahl von Studenten eingefunden, die im "Verein mit den Tarnen der "Vereinsangehörigeu den Saal fast vollends fiillteu. Der Vorsitzende des "Vereins Herr cnn.1. ummI. Zinken stein eeöfsnete die Feier durch einen Kaiser-Salamander, worauf das Ehreurnitglied des Vereins, Herr Dozent Dr. D. Cassel, den in liebenswürdiger Weise für diesen "Abend übernommenen Festvortrag hielt, der von den Anwesenden mit lebhaften! Beifall ausgenommen wurde. "Nachdem der Vorsitzende Herrn Tr. Cassel gedankt hatte, begriffne er die Gaste, indem er zugleich ein Bild von der Thätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre gab. Im Namen der Gäste ergriff zunächst Herr Professor Dr. Philippsou das Wort, um für die Ehre der Einladung zu danken. Hierauf zollte Herr Dozent Dr. I. Müller den Erschienenen warme "Anerkennung dafür, daß sie so wacker au den Bestrebungen des Vereins Theil nähmen. Nach ihm sprach Herr Rabbiner Dr. A. R osenzweig. Er trat warm für die Verbreitung der Geschichte des Judeuthmns ein, da sie das Einzige sei, was das Judenthum, unbekümmert um die äußeren Formen, so lebenskräftig erhalten habe und auch in Zukunft erhalten werde. Nach einen! allgemeinen Liede erhielt Herr sind. pbil. Warschauer das Wort z!l einer Rede auf die „alten Herren" und gedachte besonders de-5 voni „alten Herrn" Zahnarzt Lipschitz im letzten Jahre begründeten "Verbandes „alter Herren" des akademischen Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur, der sich voll idealen Strebens zur Pflege der Geselligkeit und Förderung der Vereinsbestrebungen konstituirt hätte. Im "Nennen der zahlreich erschienenen „alten Herren" und des Verbandes „alter'

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