Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 10 (4.3.1892)
- Date
- 1892-03-04
- Page
- Seite 120 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3227931-3227942--48662-3269309- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
120 AiomimuioInbflaOcn. Diesen Punkt will ich mir merken und mit Onkel darüber sprechen!. Er soll erkennen, daß mir auch das nicht glcichgiltig ist, was die jüdische Zeitung bringt. Weiter, Hugo!" „Hier, Mama, ist etwas für Dich, etwas ans München. Tu bist ja ans dieser Stadt, und Großmama lebt ja noch dort." „Ah!" meint Frau Grasmann froh. „Es ist mir im höchsten Grade angenehm, etwas von meiner Baterstadt zu hören." Hugo liest! „Am 19. des vorigen Monats verschied hier eine nicht btos hier hochgeachtete, sondern auch weithin wegen ihrer Verdienste gekannte Persönlichkeit, Oberkantor Herr Maper Cohn, der seit 50 Jahren in hiesiger Gemeinde wirkte." „Ei, wie ist denn das möglich?" ruft Frau Grasmann in der vollsten lleberraschnng und Verwunderung ans. „Herr Kantor Mayer Eohn, bei dem ich Religionsunterricht hatte, ist ja schon lange todt. Er starb, wie ich ganz genau weiß, wahrend der Zeit, wo ich noch zu Hanse war, es müssen wenigstens schon 13—14 Jahre her sein." „Vielleicht ist er jetzt noch einmal gestorben," meinte ihr Gatte mit einen! gewissen Sarkasmus. „Es steht hier so," sagt Hugo. „Jetzt besinne ich mich, er starb zwei Jahre vor unserer Verheirathung, Engen." „Aber was willst Du denn, Kind?" erwiederte dieser seiner Gattin. „Du siehst ja, daß es die Zeitung bringt, die jüdische Zeitung" fügte er mit spöttelnden! Tone hinzu. „Was vor fünfzehn Jahren geschehen, erzählt sie uns heute, Leute die schon fünfzehn Jahre todt sind, läßt sie heute in neuer Auflage sterben. Onkel, Onkel, wie wirst Du mir Rede stehen können, wenn ich Dir die Albernheiten Deines Lieblings Vorhalte. Indes; inöge es heute des grausennen Spieles genug sein, Hugo, ninnn die Zeitung und trage sie wieder nach der Stelle, von welcher Du sie hinloeggenonnneu hast." Und er erhob sich, der Herr Grasmann, mit der vollen Ueberzengnng, daß die jüdischen Blätter nichts werth seien und die Apathie, die er ihnen bis jetzt bewahrt, eine durchaus gerechtfertigte gewesen. „Guten Morgen, lieber Engen! Kann ich mir vielleicht die Zeitung des Jndenthnms wieder mitliehmen, die ich Dir jüngst hergebracht?" Mit diesen Worten trat Markus Himmelsstern arn andern Tage bei seinen! Neffen ein, der sich eben im Komptoir und am Schreibpnlt befand. „C ja, Onkel, Du kannst sie Dir mitnehlnen. Schon Dank dafür. Aber komme zuvor noch her und setze Dich neben mich. Ich habe mit Dir zu Plaudern." „Zn Plaudern, — vielleicht aus der jüdischen Zeitung, — von derselben?" „To ist es. Weiß ich doch, daß es Dir Vergnügen lnacht." „Ganz gewiß, viel Vergnügen, Du hast die Allgemeine Zeitung des Jndenthiuns durchgelesen; ich freue lnieh nngelnein darüber." „Hugo hat sie mir vorgelesen, ich hatte mein Pincenez nicht zur Hand. Ich habe in erster Reihe daraus etwas erfahren, was mir wirklich gefällt, wenn auch dabei nur dein Rechte Rechnung getragen wird. Nämlich die Einrichtung, daß die jüdische Gemeinde nicht mehr nothig hat, Spezialärzte für ihre Annen zu halten, sondern daß dieselben bei eintretenden Krankheitsfällen sich an die städtischen Arinen-Aerzte zu wenden haben." „Aber mein Lieber, das ist ja gar keine neue Einrichtung; das Recht, sich an die städtischen Armenärzte zu wenden, genießen unsere jüdischen Arnren schon seit vielen Jahren. Man lacht Dich ja blos aus, wenn Du dieses als eine Schöpfung der Jetztzeit zmn Bon geben willst." „Aber diese Zeitung, Deine Zeitung bringt es ja!" m Grasmann ärgerlich über das, was er vernimmt. Und greift nach dem Blatte auf der Pnltecke. „Hier lies es selbst, Onk.i „Warte noch damit, und berichte mir vorerst noch Weiteres - ' dem Inhalte des Blattes. Was Du mir jetzt erzählt, ist baarer Unsin „Dann ist das, was Du jetzt noch vernehmen wirst, der Um r in der höheren, vielleicht in der höchsten Potenz." Ein schalkhaftes Lächeln legte sich um die Lippen des Oni i worauf er sprach: „So erzähle." „Höre nur; diese Zeitung, Deine Zeitung, berichtet von ein-- Mann, der bereits seit fünf'ehn Jahren in der Erde liegt, -- er im vorigen Monat gestorben sei. Was meinst Du dazu?" Himmelsstern stand auf md schüttelte sich vor Lachen. „A; gezeichnet, prächtig!" rief er. „Ich verstehe nicht, was Du willst, Onkel. Wenn Du, der 7 mir diese Zeitung so sehr ernpfohlen, Dich lustig über sie inad-i was bleibt mir, der ich niemals von den jüdischen Blättern ein gehalten, zu thun noch übrig." „Das Blatt ist gut, vortrefflich, verlaß Dich darauf, Eng Aber der Leser — ja, der Leser." „Wie, willst Du etwas Anderes herauslesen?" Und der gute Mann entfaltete die Zeitung und suchte nach i. inkriminirten Stellen. „Mit Verlaub, lieber Neffe, so liest!nan keine Zeitung, sonda man sieht vor allen! Andern nach dein Datum, das sie an --- Spitze tragt. Lies es." „Nun gut. Leipzig, den 23. November 1875, — was ist du Onkel, Du hast mich inystifizirt." „Ja, das habe ich, zu Deiner Besserung. Allein es wäre in nimmermehr gelungen, wenn ich in Dir einen regelmäßigen, au merksamen Leser des Blattes vor mir gehabt hätte. Schon i >( äußere Form desselben hätte Dich belehrt, daß das die „Allgeinei Zeitung des Judenthums" nicht ist, wie sie heute erscheint; hier h Du sie. Lies darin und Tu wirst finden, daß sie das bringt, w jedem Inden zu wissen nothig ist, wenn er irgendwie Interesse! für die Religion, der er angehört." Ial>r> Kor Be l a e t i t i iengesell irt und .tuten hr bisher i Deutse •ne dem' ^'schlosst >eu Gei w, trotz gelehnt, Vertret ienigen; - den T -sfertigu aerlei A r trauen*!lende H >ital wi echtigtei nwindeb l der - einer wächst l)teilten : leher in rauf an, ^ew er i Enhre r siehe rm mtschlan n zur * I)(1,000 üstnng ( amten t Fitterarische Mittheilimgen. * Ehajim Joseph David Asulai. Wann ist Asnlai gestorben'! Earmolv, der als Einleitttng zum „Schettt Ha-Gedolim" eine kurze Bir graphie Asnlai'S geschrieben hat, giebt das Jahr 5007—1607 an; ihi: folgen Znnz (Zltr Geschichte und Literatur,, Fürst (Bibliotheca Judaier, D. Eassel «Lehrbuch zur jüdischen Geschichte), it. a. 9lach Znnz „• -ie Monatstage des Kalenderjahres" ist Asulai, der über fünfzig Schrift oerfaßt hat, am 21. Ackirz 1807 gestorben. Der 21. März 1807 er! sprieht dem 11. We-Adar 5507, der auf einen Samstag fiel; aber at.el, diese Artgabe ist nicht richtig. Asulai verschied irt Livorno Samslrr, den 11. Adar — nicht We-Adar —, aber nicht 5507 sondern 5500, d > dert 1. Mürz 180<>, wie sich aus der Ueberschrifi der Elegie ergie r welche Jesains Samuel Jedidja Norzi auf Asulai versüßt hat. Di5 Imitet: TH S]DV “iHHiaS SWISiTn " " *' ‘ urs Dt' *3 irrrrw' b« rrs nnann ws Ss rrSr hm? sx na is tix annS rr' Tan t mSrnS "p n'?>2 n-a' ch Die Elegie, ans ‘flTT rjD1’ na'T nJS'S HUP1? N'N2 HT1T" acht Versen bestehend «l Blatt fol.,, wurde unrnittelbar nach der G' dachtnißrede geschrieben, welche der Triester Rabbiner Abraham Eliier Levi über Asulai gehalten hat. Kayserling. Drtick unü Verlag von Ändolsi MoNe m Berlin. Beraniwvrtltch für die Nedaktio.r-. Banäiwitz in Berlin. r 2lusn Zischen ( sorvoh! ämiensi r fahren imneu s iß beide nt mirü - Jahr r r Reihe iliiffe, v ütnden ■mbe in ro vision -- ilhelmr neue mimtlich -udenheit reeller B •soo sein! reckte, s - rutschen .edem zu