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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-03-04 · Heft 10 (4.3.1892) · p. Seite 118

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 10 (4.3.1892)
Date
1892-03-04
Page
Seite 118 (sequence 10)
Language
German
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- ns bis diese Wahrheit überall Eingang findet, erinnert Ench, das;, sobald es sich »ni die jiidische Fra» handelt, zwei Wahrworte feststehc» »nd so eng verbunden sind, das; sie fast schon als Sprichwörter gelten. Sie sind es, meine Damen, die der Weisheit der Nationen den doppelten Ausdruck der „biblischen Schönheit" »nd der „starken Frau" der heiligen Schrift angefügt haben. U Me Allgemeine Zeitung des Judenthums. Humoreske von Moritz Scherbel. „O, es waren goldene, süße, köstliche Worte, die heute der Herr Nabbiner in der Predigt gesprochen!" rief ein kleines, rundes Männchen noch in vollster Ekstase der empfangenen Erbauung seinem Neffen Engen Grasinan», einem Berliner Kaufmann, zn, dem er eben seinen Besuch abstattete. Onkel Markus war das »on plus ultra eines geinüthlichen; Menschen. Immer bei guter Laune, immer im Besitze des besten Humors, kam er niemals in Verlegenheit, wo es galt, einen guten Witz an den Mann zu bringen. Onkel Markus, der mit einem gewissen Stolz den Stammnamen j Himmelsstern trug, mochte wohl sechzig Jahre zählen. Früher Kaufmann, lebte er jetzt, wo er alle seine Kinder bereits versorgt, mit seiner Fra», Lärchen, die er noch so vergötterte, als wie zur Zeit, wo er sich noch in den Flitterwochen mit ihr befand, still und ruhig von dem kleinen Vermögen, das er sich erspart hatte. Ta ihm auch sonst nichts fehlte, die Rüstigkeit des Körpers ihm nicht abging, Sorgen ihn nicht plagten, jeder häusliche Aerger ihm fern blieb, so war die gute Laune im merbei ihm zn Hanse. Er gehörte zu jenem Schlage von Juden, die, obwohl orthodox nichtsdestoweniger viel Wohlgefallen haben an den Einrichtungen des fortgeschrittene» Judenthums; so an dem geregelten Gottesdienst, an dem schönen Ehorgesaug, an der waltenden Ruhe im Gotteshause und Inst mit lens! an der Predigt gebildeter Rabbiner. Darum sah man ihn oft, wenn es galt, eine solche z» hören, die Synagoge aussuchen, in welcher eine Orgel sich befand, wiewohl er ans innern Gründen ein abgesagter Feind dieser Musik war. „Es waren goldene, köstliche, süße Worte, die heute der Rabbiner gesprochen," halte er seinem Neffen zugerufen. „O, über Dich, Onkelchen," erwiedcrte dieser darauf, „süß, köstlich weist D», wenn mau Dich so spreche» hört, so läuft einem das Wasser im Munde zusammen." „Ganz gewiß, köstliche Worte, die besonders Dich und Deinesgleichen von Juden angingen. O, Ihr hättet nur Alle da sein müssen." „So, — das ist wirklich schade," meinte der nnreligiös lebende Engen Grasmann. Er achtete und liebte seinen Onkel als den Bruder seiner verstorbenen Mutter, wiewohl er von demselben oft Strafpredigten seines unjüdischen Lebens halber anhören mußte. „Nun, was hat er denn gesagt, der Herr Rabbiner, der es, wenn's um« Sagen sich handelt, gar nicht knapp hat?" erwiederte er seinem Onkel. „Nun, er rügte, daß Ihr nicht in das Gotteshaus kommt, daß Ihr Euch demselben immer mehr entfremdet." „Aber wie kann der Mann das sagen? — War ich ja erst nur Versöhnnngstage mit meiner Frau dort!" „Daß sich« Gott erbarme! Am Versöhnnngstage wäret Ihr dort und heute — haben wir bald Tisch heaw. Dann sprach er! viel darüber, das; Ihr nichts für das religiöse Wissen Eurer Kinder l thut, die immer recht gut inne haben, wie hoch die Papiere stehe!!,! niemals aber, welche Sidra in der Woche verlesen wird." j „Er irrt, der Herr Rabbiner, unsere Kinder wissen Alles, ße i haben Religionsstunden und hebräischen Unterricht. Du hättest eini mal hören sollen, wie mein Hugo am letzten Pfingstfeste mah ui sch tarn!,; gesagt hat." j „Was sagst Du da, Eugen? wie, am Pfingstfeste hat er man! uischtnuetrgesagt?" fuhr Onkel Markus mit komischem Erstaunen tut?. | „Ei, stimmt das nicht, Onkel?" j „Bei Gott, nein, es stimmt nicht. Wir sind noch weit entfern,! davon, bis wir am Pfingsten mah nischtaneh sagen werden. Eins, lveilen geschieht es noch an Ostern." „Ja, ganz recht, Ostern; aber der Junge hat es doch gesagt, uv,i was will der Herr Rabbiner noch mehr?" „Er klagte darüber, daß nichts von speziell jüdischen Büchern!,, Eurem Hanse sei, daß Eure Bibliothek vollgepfropft mit allea möglichen Schriften, nur nicht mit solchen, die Euch an Eure Religion an Euer Judenthnm erinnern könnten." „Da hat er wieder Unrecht, der Herr Rabbiner. Ich habe oir: meinem Komptoir ein durchaus speziell jüdisches Buch, ich Hab dort einen jüdischen Kalender. — Ist das nicht auch etwas Onkelchen?" „Wohl, Du hast ihn dort, den Kalender, aber hältst Du, was I: ihm steht? Feierst Du die Tage, die daselbst als Feste verzeichne, sind? Enthältst Du Dich der Nahrung an den Fasttagen, die T„ da angegeben findest?" „Ach es steht gar zu viel davon im Kalender, wer vermöchi wohl alles das zu halten," klagte der Neffe ans die Strafred des Onkels. „Dann," fuhr dieser fort, „kam der Herr Rabbiner darauf zu reden, daß Ihr besonders dadurch jede Fühlung mit dem Judenthuu, verlieren müsset, daß keine Zeitung, keine Zeitschrift, wwdurch dajüdische Interesse bei Ench geweckt und rege gehalten werden könnte kein Organ des Judenthnms bei Euch vorzufinden ist, von Eue!, gehalten wird." „Das ist wahr. Allein der Herr Rabbiner täuscht sich, wenn e meint, daß einem noch Zeit zur jüdischen Lektüre bleibt, wenn man sich durch den Wust politischer Tagesberichte und lokaler Ereignisse durchgerungen hat. Und außerdem, was bringen denn wohl di Blätter, von denen der Herr Rabbiner spricht, Wichtiges, was können sie lvohl bringen? Es ist doch immer nur der alte Kohl de- Gezänkes zwischen den Orthodoxen und den Reformirten. Nichts is mir so sehr zuwider, als der Federkrieg." „So — und in den politischen Blättern fehlen wohl di Zänkereien der verschiedenen Parteien? Man bekommt sie bis zuin Ueberdruß zu lesen. Lies doch einmal die „Allgemeine Zeitung des Judenthnms . . ." „Aha, Dein Steckenpferd!" „Na, wie Du willst. Ich wüßte nicht, wie ich ohne sie wirth schäften könnte. Ich lese das Blatt jetzt länger denn dreißig Jahre und ich muß sagen, daß es nicht wenig dazu beigetragen hat, mir da- Judenthum lieb und Werth zu machen. Ihr aber, die Ihr dasselb nur taxirt nach dem jüdischen Schnorrer, der Euch heimsucht, wa-- könnt Ihr für eine Anschauung von ihm erlangen? Aus der Zeitung habe ich den Juden der Weltgeschichte kennen gelernt, habe idi von den reichen Schätzen sittlicher und humaner Lehren Kenntnis erhalte», welche das Judenthum als Religion in sich trügt. „Ich glaube, lieber Onkel, daß Du mir schon das Blatt einmal hergebracht hattest." „Nich!!!! das o ui »c Dir ngige Ni „Oho „Den eine Mal >g Du es »legte es rllcs ni> UK legte rußte, w lege dare gelegt „Wie r-lerii, ick v.li bethei mv das ' i v Einig „Gut Uhr, , >■ -chäftigv ith' sich. Obig! itagsstu l? »nnelssl; niit er; ir Alles Ren ga ' :d) die umenqe Jetzt . .band. „Wa uie Gatl „Jan;o haben „Abe „Ein l n Leim „Ich „Ich adenthu :v solche rochen, t igen lui „Uni Kmt Hin „Ich merkt d l -selbe ge!K an di rznisse, di - nd ich h ung' ich „Abt h üte in u grünst „Pa

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