Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1892)
- Date
- 1892-02-19
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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3 Entwurf e e r u;; g nehmen: Wlenge iiig baar ittsteller erreicht, «ncht betz erren 4ig, die len, das; hr ls<M) 5,172.33 )ou dem ckgestellt cde. ründuug z in der die, so zu'ihrer das; die n Senat die die die soegründet erziehen.;e einen das; sie lern an; ertheilt. et, das; die der elitische" sei; des mch hier -Fonds" en Freiwaltung an konbesuchte 'eskursen Militär- Talinudneu; ans r Ober klasfigen die von dern den statt fiir en „eine Wissens" wbräisch aller erwähn ll >en wird Lei tune ie, päda mes, den;u Ocbcn en. strengen während tt finden er dieser tschulen" »wo) die christliche »ründung einer Töchterschule als uvthwendig ergeben. Der größte Theil der hiesigen jüdische;; Jugend;vächst ohne Religionsunterricht auf und lernt non der Geschichte des jüdischen Bottes, von seiner Mission in; Leben nur wenig kennen, und dieses Wenige durch die gefärbte Brille eines christlichen Lehrers. Hamburg ist bekanntlich ein Ort, an den; die Orthodoxie unter den Juden noch weit verbreitet ist, und das; diese auf strenge Ausübung aller „Ceremonien" bedacht ist, braucht nicht erst erwähnt zu werden, aber die eigentliche „Religionslehre", die Herz, Geist und Gemüth bewegt, die den Juden erst zun; „Inden" macht, läßt;nan hier unbeachtet. Dagegen darf nicht bestritten werden, das; die hiesigen stnden in dem, was man „Praktisches Judenthum" nennt, ihren Glaubensgenossen in anderen Städten „über" sind. Doch davon, wenn es der Redaktion dieses Blattes genehm ist, ein anderes Mal. X. Altona, 11. Februar. Meine Bermuthung, das; Dr. R osenselb hier den Sieg davontragen werde, hat sich bestätigt. Derselbe ist gestern mit 138 Stimmen zum Oberrabbiner der hiesigen „Hochdeutschen Israelitischen Genwinde" gewählt worden. Die beiden anderen Kandidaten, ivelche hier zur Probe gepredigt haben, haben nur 4 resp. 2 Stimmen rhalten. (Dr. Stiebet 4, Dr. Baer 2). Der Antritt des neuen Seelsorgers soll zum 1. April er. erfolgen. A Gleiwitz, 12. Februar. Ten; zweiten Jahresbericht über die Israelitische Kinderheilstätte im Soolbade ftönigsdorst-Iaslrzemb entnehmen wir die nachfolgenden erfreulichen Daten: „Jnsgesammt hat oie Anstalt in der zurückgelegten Saison 43 .Kinder, und zwar 14 Knaben und 24 Mädchen, aus den verschiedensten Ortschaften in drei aufeinander iolgenden Serien beherbergt. Von denselben wurden 22 ganz unentgeltlich, l l gegen einen, je nach den Verhältnissen bemessenen sehr mäßigen Zu- , ichuß, 10 gegen Zahlung eines Satzes, der den Selbstkosten nahe ka;n,! anfgenonnnen. Die fturzeit der Pfleglinge betrug in der Regel 4 volle Wochen, wobei der Tag da' "Ankunft und der Abreise nicht mitgezählt wurde; bei Einzelnen wurde dieselbe bis zu 0 Wochen verlängert. Zedem Kinde ist Wohnung, volle Verpflegung, erziehliche "Aufsicht, ärztliche Behandlung, Bäder und andere.Kurmittel bezw. Arzneien zu Theil! geworden. Die Zahl sänuntlicher Verpslegungstage in der "Anstalt be- I lies sich auf 1423. Die "Aufnahme der Kinder geschah serienweise. "An i eint';;; Tag zog der eine Trupp ein und wurde nach Ablauf seiner ftitu | >eit zur selben Zeit entlassen. Das Haus und sgmmtliche Einrichtung l wurde dann in ein bis zwei Ruhetagen von Grund aus gereinigt und > ul Stand gesetzt, worauf die neue Serie in die gesunden Räume ihren! Einzug hielt. Die ausgenvunnenen 43 Kinder «19 .Knaben und -4 Mädchen) waren mit folgenden Krankheiten behaftet: 19 litten an; Lymphgefäßerkrankungen iSkrophulose), 5 an Blutarmuth, «s an Bleich-; Ulcht, 4 an K n o ch en tuberknlo s e, 2 an Kontraktur des Elleubogeugelenks, I > an Rheumatismus;;ud 2 an tzerzklappenfehler. Von den beiden j letzteren Erkrankungen, mit deren Badebesuch nur eine Stärkung des! Körpers ohne Benutzung der Bäder beabsichtigt war, konnte in dem - -inen Falle dieser Zweck erreicht;verdeu, in dem anderen nicht. Tie i rheumatisch Erkrankten hatten am Orte eine entschiedene Besserung erj 'ahren; ob letztere von Dauer gewesen und schließlich in Heilung über- > «eg an ge;; ist, werden erst die späteren Berichte ergeben. Bon den Kon- > «raktureu wurde der eine Fall ganz geheilt, der andere als gebessert entlassen. Dagegen hatten die blutarmen, bleichsüchtigen und skrophulösen Linder durchweg gute Erfolge aufzuweisen." -I- Kattowitz, 4. Februar. Das rege Bereinsleben an; hiesigen Erte hat einen neuen Wohlthätigkeitsvere in gezeitigt. "Am Montag, ren 18. Januar, versauunelten sich in; Saale des hiesigen „Stadtgartens" nahe an hundert Damen, um einen „Israelitischen Jung frauenfrei;;" zu gründen. Die geschäftliche Leitung der Bersanunlung lag u; den Händen des Herrn Rabbiners Dr. Eohn. Nachdem zunächst ne Gründung des Vereins beschlossen worden, stimmten die Anwesenden daflir, demselben die Statuten des gleichnamigen Vereins in Beuthen O.-S.;ait den gebotenen Abänderungen zu Grunde zu legen. Der Zweck des Vereins ist. Hilfsbedürftigen durch Gewährung von Unterstützungen, Enweisung von Arbeit n. s. w. zur Seite zu stehen, besonders aber für Ene würdige "Ausstattung unbemittelter Bräute in der Weise Sorge zu Lagen, daß ihnen von den Vereinsmitgliedern selbstgefertigte Gebranchsgegenstände übermittelt werden sollen. Auch wurde beschlossen, das; einer jeden Bereinsdame bei ihren; Eintritt in den Ehestand von Vereir;s;vegen der Brautkranz und ein Gebetbuch mit entsprechender Widmung als dauerndes Andenken au den Verein überreicht werden sollen. — Seit mehreren Monaten ist der Sitz des Oberschlesischen Greuzkonütees zur Beförderung der russischen "Auswanderer nach Myslowitz verlegt. Gestern wurden wiederum 200 unserer Glaubensgenossen befördert. Herr M. Simmenauer begleitete den Zug nach Hamburg. Gießen, in; Februar. "Auf die Anfrage des Herrn Regiments- Kormnandeurs Oberst Perthes hier, ob ich beabsichtige, zur Feier des Geburtstages Seiner Majestät des Kaise7rs an; 2 Januar besonderen Militärgottesdienst abzuhalten, erwiederte ich das Folgende: „"Aus das verehrt. Schreiben Ew. Hochwohlgeboren von; 11. d. M. beehre ich auch ganz ergebenst zu erwiedern, das; ich glaube, bei meiner bisherigen Gepflogenheit, den Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers, gleich den; Sr. Königlichen Hoheit unseres Grosiherzogs am Samstag vorher zu celebriren, verbleiben zu sollen, und zwar aus folgende;;;, ich hoffe Ihnen einleuchtendem Grunde- Den; lnilitärischeu Gottesdienste an; Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers in der evangelischen und katholischen Kirche wohnen neben den vielen Hunderten von Gemeinen alle nülitärischen Chargen vom Regiments- Kounuandeur bis zun; Unteroffizier herab, saunnt ihren Frauen und Familien und viele andere Staatsbedieustete bei. Die resp. Geistlichen sprechen da zu diesen, nicht minder wie zu dern gemeinen Soldaten; und das gestaltet sich zu allgemein erhebender Feier. Der militärische Gottesdienst dagegen, den der geh. Unterzeichnete an den; Allerhöchsten Geburtstage für die wenigen jüdischen Soldaten anordnete, und dem nur diese wenigen beiwohnen, verdient kaum diesen 9tamen, er wäre aller Solennität, aller Erhebung und Andacht bar. Wohingegen die Verbindung der Geburtstagsfeier mit dein vorangehenden Sabbathgvttesdienst, den; die ganze Gemeinde anwohnt, ihr die rechte Weihe giebt- Ich bitte darun; verehrt. Regiments-Kommando ergebenst, die jüdischen Soldaten der Garnison ans Samstag den 23. Morgens 9 Uhr zur Synagoge befehlen zu wollen." — Hierauf erhielt ich folgendes Schreiben: „Ew. Hochwürde;; beehrt sich das Regirnent auf das gefällige Schreiben vom 12. d. Mts. ergebenst mitzutheilen, das es dem Wunsche Ew. Hochwürdeu gernäs; an; Samstag den 23. d. Bits. Morgens 9 Uhr sämmtliche ji'ldische Soldaten des Regirnents zur Synagoge schicken wird." — Und so geschah es auch und so gedenke ich es auch weiter zu halten. Rabbiner l)r. Levi. Oesterreich- Ungarn. $ Budapest, in; Februar. Dir israelitische Landeskanzlei hat im Einvernehmen mit den Distriktpräsidenten die Reukonstitnirung der israelitischen Gerneiudedistrikte beschlossen. Das Präsidiun; der Landeskanzlei hat in seiner Eigenschaft als Präsidium des IV. israelitischen Gemeindebezirkes an die israelitischen Kultusgemeinden eine Denkschrift gerichtet, in welcher die Geschehnisse seit dem Kongreß in ihren Hauptmomenten in Erinnerung gebracht werden und schließt mit der Bitte, die Konstituiruug der Distrikte veranlassen zu wollen, damit einestheils der gegenwärtige Zustand der unzulänglichen Organisation nicht ein Hindernis; für die Gleichberechtigung der jüdischen Religion sei, damit anderntheils aber in; Schooße der Konfession keine neue Unruhe durch die Furcht davon erzeugt werde, als würde die Gleichberechtigung der jüdischen Religion unbedingt die nachträgliche Ina rtikulirung des Kongresses nach sich zielen. Tie jüngste 90;mmer des „Egyenlöstg" zählt sechzig Abgeordnete auf, die theils als Kandidaten, zum größten Theile jedoch schon nach ihrer Erwählung sich für die Rezeption ausgesprochen und ihre Unterstützung der Sache in; Abgeordnetenhause in Aussicht gestellt haben. Während dem letzten Evklus des Landtages nur 7 "Abgeordnete jüdischer Konfession angehört haben, sind jetzt 10 Abgeordnete gewählt worden, und zwar Tr. Franz Chorin, Dr. Arthur Jetlinek, Paul Mandel, "Ambr. Renn'-mn, Dr. "A. Reumann, Tr. Alexander Ragy, Baron "Armir; Popper, Dr. Julius Rosenberg, Dr. Eornel Bisontai und schließlich Moritz Wahrmann, Präses der Pester israelitischen Knltusgemeinde. GrolUiritarulirtt. London, 9. Februar. Der berühmte Geistliche E. H. Sp urge ou dessen Tod allseitig tief beklagt wird, war nicht allein als der genialste