Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1892)
- Date
- 1892-02-19
- Page
- Seite 91 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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tn — ekelhafte! :» furch! i andern, cher En.!rblnt hu mit Ar Ikenschei! Livi»: imen iln klier, ein. boariun! Stelle re früher wann aften dr" Zoldaten itlich auf Perugi ltare deten.'h mit dein und de. ie borgecte initc erwähnt s;e Histo ilich no> ften »» s Julia Zukinif Aureli.u w, fchali >en Tem d gefau >e. „S' bekehrt. >r wilde-, i chaufpi- > >ei ihne olytheie- Widei sie mi! wurd. - lerkauu wurd... vergöttert. Elf Städte Kleinasiens stritten um die Ehre, dem Tiberius einen Tempel zu erbauen, und die Stadt Cyzieus wurde von diesem Kaiser ihrer Privilegien beraubt, weil sie den Gottesdienst des Augustus vernachlässigte"?) Als aber Caligula die Aufstellung seiner Statne im Tempel zu Jerusalem verlangte, war die Haltung des Volks eine so bedenkliche, das; der Statthalter den Befehl nicht auszuführen wagte. Drusilla, Caligulas Schwester, ivurde feierlich als Göttin installirt, ihre goldene Bildsäule in der Kurie, eine andere im Benus- Tempel ausgestellt, der Bau eines eigenen Tempels für sie dekretirt, Der Senator Livins Geminus hatte es mit eigenen Augen gesehen — er schwur es bei allen Göttern — wie sie gen Himmel aufgefahren. Ein Mann, der an ihrem Feiertage etwas verkaufte, wurde als Gottesschänder hingerichtet?) Es galt als Verbrechen, vor dem Bilde Augusts einen Sklaven zu schlagen oder die Kleider zu wechseln, einen Ring mit dem Bilde des Kaisers an einem unanständigen Orte zu tragen?) Unter den Klagepunkten gegen Thrasea Pätus wurde auch aufgeführt, daß er Neros Gattin Poppäa nicht als Göttin anerkennen nwllte. Als das vier Monate alte Kind dieses Kaisers starb, beeilte sich der Senat, ihm göttliche Ehren, einen Tempel und Priester zu dekretiren?) Unter Commodus standen bereits sechzehn Statuen von vergötterten Kaisern und Kaiserinnen — darunter Poppäa und die beiden Fanstinen — im Kaisertempel der Arvalen, unter Alexander Severns schon zwanzig?) In Zeiten großer Noth wendete man sich von Staats wegen auch an fremde Götter. Als'im Jahre 261 v. CH. eine furchtbare Pest in Rom herrschte, wurde eine Gesandtschaft nach Epidaurns geschickt und von dort der Gott Aeskulap in Gestalt einer Schlange nach Rom gebracht, wo er seinen Tempel auf der Tiber-Insel bekam. Während des zweiten Plinischen Krieges ließ man die Göttermntter — einen schwarzen Stein — von Pessinus kommen und brachte sie mit großem Gepränge in die Stadt?) Als Camillus Beji eroberte, ließ er unter vielen Cereinonien von Jünglingen in weißen Kleideril das Bildniß der Juno aus dem Tempel holen und nach Rom überführen, wo es in einem Tempel auf dem Aventiir ausgestellt lvurde. Es wird auch erzählt, Caniillus habe unter vielen Entschuldigungen die Göttin befragt, ob sie in die Uebersiedelung einwillige, und sie hätte mit Ja geantwortet?) Ging es bei der Belagerung einer feindlichen Stadt etwas schwierig, so wendete man sich an die Götter dieser Stadt und suchte sie durch die glänzendsten Versprechungen ins römische Lager hinüberzulocken. Man versprach ihnen als Lohn für das Ueberlaufen zu Rom die schönsten Tempel und Festspiele. Macrobius theilt in einem besonderen Kapitel die Zauberformeln und Beschwörungen mit, deren sich die Römer gegen Karthago und andere Städte in Gallien, Spanien und Afrika bedienten?) Die moderne europäische Kriegführung hat diesen Theil der Belagerungsknnst ganz vernachlässigt; nur bei den Wilden in Neuseeland soll nach den Berichten von Reisenden der römische Brauch des Verführens der Feindesgötter noch in Hebung sein?) i) Taeitns Aun. IV. 36. 55, Dio Casflus T,VII. 21. -) Dio Cnssius L1X 11, Seueca, Apokolokynlosi* I. 3) SiieUm, Tiberius, 58, Seueca De beneiiciis III 20. 4) Tacitus Ami. XV 25, XVI 22. 5) Friedläuder, I. e. 111 15f>. 6) Livius XXIX 11, epit. libri XI. 7) Livius V 22, Plutarch, Leben des Caunllus. 8) Saturnalia, III 9. ö.) Liebrecht „Zur Volkskunde", S. 401. Eine Bestechung des Inden - Gottes scheinen die Römer nicht versucht zu haben. Bielleicht, weil im Heere des Titus die Sage ging, daß Jerusalem uneinnehmbar sei?i) * * 4 * * * 8) oder weil die Römer glaubten, daß die Gottheit schon freiwillig die Stadt verlassen habe? Fuhren doch Tacitus (Rist Xr 13) und Josephus (Jüd. Krieg VI5,3) unter den Borzeichen, welche die Zerstörung des Tempels den verstockten Juden ankündigten, auch an, daß man im Borhofe ein Getümmel und Geräusch und den Ruf der Götter: „Lasset uns von hinnen ziehen!" gehört habe. Kluge und fromme Römer hätten in ähnlichem Falle gewiß einige feindliche Gefangene zu Ehren der Götter abgeschlachtet, aber das Juden - Bolk, wie Tacitus sagt: superstitioni obnoxia, religionibus adversa kümmerte sich darum nicht. Oder hat vielleicht Josephus das ganze Geschichtchen seinen römischen Gönnern zu Gefallen erfunden? (Schluß folgt.) ♦ FEUILLETON Nie jüdische Frau im Uommr und auf dem Theater. Ein Bortrag von M. Bloch. II. Nicht immer hat man Gelegenheit, große Tugenden zu entfalten. Es ist nicht immer am Platze, große Aufopferung und glanzvolle Thaten zu zeigen. Aber wenn z. B. Hadaska bei Sacher-Masoch uns nicht große Ausrufe der Bewunderung entlockt, so erweckt sie doch unsere volle Sympathie, da sie sehr liebenswürdig und geradezu rührend in ihrer Liebe zu dem anuen Maler Plutin ist. Wie merkwürdig! Dieser Plutin war ein Feind der Juden und spielte ihnen verschiedene schlechte Streiche. Er glaubte es wahrhastig nicht, daß er sich in eine Jüdin verlieben werde, als er eines Abends am Purimfeste zu dem frommen Gerson Chefez ging, um sich auf seine und auf Kosten der Rabbiner zu amüsiren. Er stellt sich selbst als ein Rabbiner aus Jerusalem vor, der über verschiedene ernste Fragen mit ihnen diskutireu will. Urtheilen Sie selbst! Er fragt, wie viel Katzenschwänze man braucht, um die Entfernung zwischen der Erde und dem Mond festzustellen? Und er antwortet feinem erstaunten Auditorium: „Einen einzigen, wenn er lang genug ist." Hat der König Salomo eine Frau oder einen guten Schalet vorgezogen? Salomo hätte eines Tages gesagt: „Ach, das Weib ist bitter!" Und da er dies nie vom Schalet behauptete, so kann die Antwort nicht zweifelhaft sein. Wahrend dieser abgeschmackten Fragen erscheint die schöne Hadaska. Plutin empfindet das, was mir einen „coup de foudre" nennen. — Nicht nur, daß er eine starke Leidenschaft für diese Jüdin empfindet, sondern in kurzer Zeit hat er auch Beranlassung, die tiefste Dankbarkeit gegen sie zu hegen. Denn dieses junge Mädchen, eine feine Beobachteriu, erräth sofort, daß in der That in diesem noch umvissenden Maler ein großes Talent steckt und dieser erbarmungslose Spötter eine große Empfindsamkeit verberge. Er findet Gefallen daran, diesem jungen Mädchen zu lauschen, wenn sie ihr Bolk und ihren Glauben vertheidigt; er ist entzückt von den freien und warmen Worten, die sie für diese findet, und mehr als einmal werden seine Freunde, die er gegen die Juden aufgehetzt hat, durch ihn selbst davon zurückgehalten, und sie sind ganz erstaunt, ihn ausrufen zu hören: „Ich sage Euch, daß die Juden besser sind als ihr Ruf, da sie auch eine Jüdin ist!" \> Dio Cassius DXVI 5.