Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1892)
- Date
- 1892-02-12
- Page
- Seite 84 (sequence 12)
- Language
- German
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84 erinnerte ihn (Sun mt dcn Abgrund, der zwischen ihm und ihr sich ausdehnte. „Aber Eva," sprach Stanislaus. „Wir leben in einer furchtbaren Zeit, in welcher nichts Bestand hat, in welcher Neues mit Altem kämpft und alle Jrrthümer in Riesengröße emporstrcben. Alter Aberglaube und neuer Unglaube wetteifern mit einander, die Menschen irre zu führen. Deinen Fehltritt kann ich Dir verzeihen. Allein und ohne Rathgeber tvurdest Du bethört von einem Wahnglauben, der Tausende ergrifs. Koinm, kehre zurück zu der reinen Liebe Deiner Jugend. Eine neue Zeit bricht an mit edleren, lichteren Anschauungen. Komm, vergessen wir das, was zwischen uns liegt, gründen wir uns ein Heim in der neuen Welt, erschaffen wir uns dort selbst eine neue Welt und ein neues Glück." „Stanislaus, Du schwärmst!" „Wie, Du begreifst mich nicht?" „Nein." „Du kannst Dir keine Liebe denken, die zu verzeihen vermag?,, „Nein, wenigstens keine Liebe, die mir zu verzeihen vermag." Stanislaus schwieg. „Stanislaus," sprach Eva, „ich liebe Dich. Ich liebe Dich — so wahr ein Gott lebt — heute noch wie damals, als tvir in Warschau unserer ersten reinen Liebe uns freuten, aber weil ich Dich liebe, sage ich Dir, daß das, was Du beginnen willst, reine Thorheit ist." „Aber sage mir, was willst Du thun?" sprach Stanislaus. „Nichts." „Wie?" „Ich bleibe und warte, bis meine Stunde gekommen ist." „Wie, Du willst hier bleiben, im fremden Land, wo keine liebende Hand sich Deiner annimmt, wo Dir Niemand Hilfe bietet, wo Du Allen nur eine Fremde bist?" „Ja!" „Unmöglich!" „Warum?" „Wenn Du mir die Hand nicht reichen kannst, so folge mir als Freundin, damit ich Dir ein Asyl, eine Ruhestätte schaffen kann." „Nein!" „Du willst nicht?" „Nein. Höre mich an, Stanislaus. Erinnerst Du Dich vielleicht, als wir in Dresden uns noch an den Knnsischätzen der schönen Stadt freuten? Wir standen einst vor Bibera's wunderbaren: Gemälde, das die heilige Maria von Aegypten betend vor ihrem Grabe darstellte?" „Ja, ich erinnere mich," antwortete Stanislaus, „doch was soll das?" „Damals hätte ich auch nicht gedacht, das; sich zwischen dem Bilde und mir eine Beziehung finden wird. Wisse, Maria war eine Königstochter, die tief in Sünde gefallen war. Da regte sich ihr Gewissen, sie ging in die Wüste, nährte sich von Wurzeln, bis alle Kleider von ihr abfielen; und als ihre Sterbestunde kam, breitete ein Engel das Tuch der Barmherzigkeit über sie aus. Ich will hier den Engel erwarten." Stanislaus war tief ergriffen. „Aber jene Maria von Aegypten lebte in Glanz und Pracht," sprach er endlich. „Du wurdest verstoßen von Deiner Mutter unter die Ungläubigen und standest hilflos und verlassen." „Dennoch bin ich nicht besser," sprach Eva. Stanislaus konnte seine Bewegung kaum bemeistern. Er fühlte, wie Recht Eva hatte, und wie alle Hoffnung für ihn vergebens war. Es drängte ihn fort, denn je länger er mit Eva zusammen war, um so stärker wurde sein Gemüth erregt. „ So leb denn wohl, Eva, Gott schütze Dich!" sprach Stanislaus, und zum letzten Male umarmte er die Geliebte und küßte sie. Eva vergoß Thränen und sank auf dem Sopha zusammen, al- Stanislaus ihr den Rücken gekehrt hatte. Stanislaus Lubomirski wandte sich nach Polen, da damal-) Koscinsko zum letzten großen Kampf aufrief. Am 10. Oktober 179; erlag das polnische Heer bei Maciejowice der dreifachen, russischen Uebermacht. Unter de» Todten, die die Wahlstatt deckten, befand sich Graf Stanislaus Lubomirski. d An einen Prediger z. Z. in Amerika. Von Ludwig August Frankl. egeistert hörten Dir die Hörer zu, O Freund! seit vielen, vielen Jahren; Das heil'ge Wort Jehovas predigst Du, Aus dem des Sinai Helle Blitze fahren. Und wie sein Wort auch glorienhaft erscheine. Das himmelan der Menschen Seelen reißt. Mir, theurer Freund, gefällt auch gut das Deine, Gezeugt, geboren in dem eigenen Geist. Doch weil Dir Rednerruhm vollauf schon hast. Denk' an ben deutschen Pred'ger Ulrich Huttell, Des Wortes müd', hat er das Schwert gefaßt, — Auch in Jehovas Haus giebt's dunkle Kutten. Sie dreschen allzulang schon leere Halme, Der Staub beengt den Gläubigen Brust und Blick. Rull auch als Kämpfer zeige Dich, zermalme Dell knochenstarken Eselll das Genick. Du weißt, wie Simsvn Füchsen einst gethan. Die Schwänze band er ihnen fest zusammen. Dazwischen zündet' er die Fackelll an — Und der Philister Saat stand hoch in Flammen. Das Wort, die Rede thut es nicht allein In all dem alten Schutt, in der Verwüstung. „Ich werde!" und „Ich will!" macht uns schon Pein, Schnall' erldlich llm;u muth'ger That die Rüstung. U Fitterarische Mitthrilungen. * Ein historischer Fund. Sie wissen, daß 1345 König Johann von Böhmen dem Rathe der Stadt Breslau die Grabsteine unseres da maligell Friedhofes geschenkt hat, der vor dem Ohlanerthor lag llnd fick in der Gegend des jetzigen Ohlauerstadtgrabens von der Klosterstraße bis an das Ende des jetzigen Hygienischen Jnstitllts und bis an die Feld straße erstreckte. Die Zahl der Steine muß eine große gewesen sein unt läßt auf die Stärke der Gemeinde schließen. 50 Arbeiter llnd 2 Fuhr leute haben 0 Tage lang ben Transport zum Rath hause bewerkstelligt Dort haben sie auch Berwendullg gefunden zur Unterkellerung des damals im Bau begriffenen Rathhauses, später auch zur Pflasterung desselben und der Straßen. Ein solcher Grabstein, der im Rathhaushofe all Pflasterstein gelegen, ist jetzt der Gemeinde zurückerstattet worden. Ick habe die Grabschrift gelesen und kopirt und bemerke vorläufig, daß der selbe aus dein Jahre 1332 stammt und dem R. Chajim b. Asser angehörl Dr. Louis Neustadt. Truck und Verlag von Rudolf MoUe in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Mar Bauchwitz in Berlin. 56. Ja! Ko X Gemeü am 5. d ms 11 zroßen bereits * %!v e h r d Zahl de Deutsch! jenigen Bewegu breitet: semitenj Außerd Titel u verschie' von ein« Flugbll Zeitunc gegeben Pestalo Geistlic fügmlg Lic. G Mal in rilhe, i acht O die Re besucht wöchen zur A Leistun kurzen glieder 3 bereits des Lc folgen! Magis willig! tätisch Soziet das 2 Seite: (in w Komn 30 ju der G jüdisck fügte genon Lehre: verori gegen aus einen Stun damit