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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-02-12 · Heft 7 (12.2.1892) · p. Seite 83

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 7 (12.2.1892)
Date
1892-02-12
Page
Seite 83 (sequence 11)
Language
German
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83 — citschuft. -ützer tu r Du \ii: „Deiiu um bi chtsbest, mg, biu: sich i! »anto, i i für cii?;' ei rühm eu. Du ich mei?! beit, um t zwische.? beit ein ^elavign lisch tut ' Thaten, lche noti :: „Eiu iott;- abe; uirbe ir Unglücl ) die bf: aus bei:? 'legen he?! ich Fra:: t Mm ’ibiit, bi matt ii? tun, ge zu b. i* „Cid*- d)tct, in: go uidu m ums ettisagei r Dicht, ch Präs ich sage matt sic: >as 187; t Alarm »ir 187"? Baiei tb, Alle so ha!? larbilde tun da: die tutee r uuebei ran Der 'ses tut beilbofle Battd uutd)t jede neue Verbindung ttuntoglich. Rebekka sd)eibet van Klaube, van bem einzigen Mann, den sie wirklich ihrer selbst würdig gefunden hat; wie A. Dumas sagt, „sie opfert sich in ihrer Jugend in ihrer Liebe und ihrer Schönheit." Aber der Dichter verwendet die Juditt zugleich, um uns zu zeigen, daß es nach über unsere kleinlichett Interessen, über unsere vergänglichen Beziehungen und über diesent irdischen Lebett etwas gebe. Mit einem mäd)tigen Flügelschlag erhebt sich das junge Mädchen in die Regionen des Uneudlid)en; sie findet ihre Kraft und ihreit Trost dort, wohin das Gemeine nicht reiä)t, und sie ruft dem, der ihr Gatte nid)t werbett kann, ein vielleicht merkwürdiges, jedenfalls aber ungewöhnliches Abschiedswort zu: „Wenn der Tod uns Beide befreien wird, Sie ans Ihren Banden, mid) von der irdischen Last, so werben Sie mich als treue und geistige Braut finden, die Sie an der Schwelte des Landes, das man das unbekannte nennt, erwarten wird, und wir werden uns im Unendlichen vereinigen; id) bin Ihre Gattitt im Jenseits!" Was ist bas für ein Kontrast zwischett Rebekka, dieser reinen Jungfrau voll von göttlichen Hoffnungen, nnd Cesarine, der Gattin Elmide's, einer sittenlosen Ehebrecherin, die es sogar wagt, ihr Vaterland zu verrathen! Erlauben Sie mir hier eine kleine Bemerkung: Sie wissett wohl, daß es Völker und Verhältnisse giebt, die ntehr als die andern sid) eignen für die Entwickelung gewisser Leidenschaften, für die Blüthe gewisser Gefühle; will matt die starke Eifersucht barstelten, so bringt man einen Afrikaner wie Othello auf die Bühne. Weld)e Frauengestalten verkörpern die große Liebe ans der Bühne? Es hat seinen Grund, daß Julie und Mignon aus bem Lande, wo die Citronen blühen, stammen, statt aus London oder aus New-Aork. Und wenn es sich um eine Heldin handelt, die wahre Seelettstärke zeigt, die Tugenden entfaltet, die höher stehen als die, welche matt im Alltagsleben findet, wo suä)t man dieselbe? Man wendet sid) an diejenigen, die die ruhmreick)ste Vergangenheit in heldenhaft ertragetten Leiden, muthig überstandenen Prüfungen und nie verleugneten Tugenden aufzuweisett haben; man wendet sid) an diese Jüdin, die inmitten von Gefahren aller Art, die über ihre Nation hereingebrochen, ihre Keuschheit, ihre Reittheit inib ihre Ehre zu retten gewußt hat. Ein Mann non der Bedeutung Alex. Dumas' mit seiner großen Betrachtungsgabe und seinem feinen dramatischen Instinkt konnte nick)t fehl gehet!, und er wählte rid)tig diejenige aus, die er so schön die Tochter des ewig verfolgten Stammes nennt! Niemals wurde der jüdisd)en Rasse eine größere Huldigung dargebrad)t. i Schluß folgt.) 9 Der heilige Herr. Historischer Roman von Ferdinand Dieffenbach. (Fortsetzung.) Fünfundzwanzigstes Kapitel. Scheiden auf ewig. Das Begräbnis; Frauks hatte noch einmal in blendender Weise die Augen der Bevölkerung der kleinen Stadt ans die fremde Gemeinde geleitkt. Wenn sich auch das Leben der einzelnen Angehörigen derselben der kleinstädtischen Kontrole entzog, so war doch das Treiben der Gesammtheit um so mehr ein Gegenstand der öffentlichen Kritik, nnd die Fama war stets geschäftig, Neues von den „Polen in Offenbach" zn erzählen. Diese ans die fremde Gemeinde gerichtete Aufmerksamkeit war jedoch ohne Nachtheil für den Einzelnen. Unbemerkt tonnte sich derselbe der allgeineinen Neugierde entziehen und ein anspruchsloses nnd bescheidenes Leben genügte, um auch in der kleinen Stadt am Main ein Verborgener zu bleiben. So blieb auch die Veränderung in dem Verhalten Evas für die große Mehrzahl der Bewohner Offenbachs unbemerkt. Es erregte kaum Aufsehen, als sie ein elegantes, dem Fürsten gehöriges Haus, Marktstraße <»4, bezog. Da lebte sie in bescheidener Zurückgezogenheit und nur geheininißvolle Gereichte liefen zuweilen um über Eva Romanowna, die russische Prinzessin, die in dem Hanse Marktstraße über den verlorenen Geliebten trauerte. Graf Lnbomirski >var nach jener Unterredung mit Eva von dannen gezogen nnd hatte seine Schritte nach Frankreich gewandt. Voll Begeisterung für die Monarchie, honte er mitznwirken, das Königthnin in Frankreich wieder zn befestigen. Alle Anhänger der Legitimität waren damals von den besten Hoffnungen beseelt. Mancher tapfere, ritterlich gesinnte junge Edelmann griff damals gleich Graf Lnbomirski für die Sache derLegitimität zu den Waffen. Allein Alke sollten enttäuscht werden. Der Hof Ludwigs XV!. war klüglich und würdelos und anstatt zu energischer That sich ansznschwingen, vergeudete er die kostbare Zeit in kleinlichen Kabalen nnd Jntrignen, welche die Anhänger nicht ermnthigten, während sie den Unwillen der Gegner täglich steigerten. Für ritterliche Naturen waren diese Erscheinungen lies entmuthigende. Auch Stanislaus Lnbomirski wurde von einem tiefen Widerwillen ergriffen. Enttäuscht kehrte er Frankreich den Rücken, ohne daß er gewußt hätte, wohin er die Schritte hätte lenken sollen. Vater und Mutter waren todt. Er war nicht allein ohne Eltern, er war auch ohne Vaterland, denn Polen >var untergegangen. Rußland, Preußen und Oesterreich hatten sich in die Beute geth ilt. Was sollte er thun, wohin sollte er gehe»? Da wurde die Erinnerung an seine Jugend wieder mächtig in ihm. Von Allem, was ihn; damals lieb nnd theuer war, war nur Eva noch übrig. Stanislaus wandte sich nach Deutschland und beschloß, Eva in Offenbach aufznsnchen. Eva war sichtlich freudig bewegt, als der weltergebräunte Mann bei ihr cintrat. „Eva," sprach Stanislaus, „ich stehe wieder vor Dir. Vielleicht treffe ich Dich heute anders gestimmt als damals, wo ich Dich hier fern von der Heimath wiederfand?" „Glaubst Du?" erwiederte Eva. „Tu Stanislaus bist wohl derselbe geblieben. Du bist Deinem Ideal, das Du Dir für Tein Leben als Ziel vorgesetzt hast, treu geblieben. Aber nicht so ich!" „Eva," erwiederte der Graf. „Du brauchst Dich bei mir nicht selbst anzuklagen. Ich kenne Deine Schuld, aber ich weiß auch, ein wie großer Antheil daran denjenigen zusällt, die Dich ohne Schuß und Hilfe in die Welt gestoßen. Ich stehe heute allein. Alles, was mir lieb und werth war, ist nrir entrissen. Vater nnd Mutter sind todt, König Stanislaus August lebt in Grodno in der Verbannung, mein ruhmreiches Vaterland ist ausgetilgt ans der Reihe der Staaten, was mir lieb nnd werth war, ist nntergegange». Nur Du bist noch vorhanden als letzte Erinnerung an mein entschwundenes, ungetrübtes reines Glück." „Aber ich selbst," sprach Eva, „bin eine Verlorene, eine Verirrte. Was wiüst Du von mir? Glaubst Du, das Band, daß wir einst in Warschau geknüpft, ließe sich wieder schlingen? Glaubst Du, ich könnte Dir jemals wieder so offen nnd zutraulich wie früher entgegen kommen. Würdest Du nicht selbst den Blick bald wieder wegwenden? Was willst Du mit mir? Ueberlege! Willst Du mich vielleicht heirathen? Mich, die bei ihrer Geburt verstoßene Tochter der Kaiserin Katharina, mich, die Priesterin der jüdischen Sektirer?" Eva lachte. Staiiislans fuhr zusammen. Bis zn diesem Augenblick hatte ersieh über sein Thun keine Rechenschaft gegeben. Und zum ersten Mat

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