Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1892)
- Date
- 1892-01-29
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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3 i'-isenbnhn-Direktion (linksrhein.;, Köln. I. Rudenberg, Mitglied der nandelskauuner, Crefeld. Tr. v. Sandt, Landrath, Bonn. Tr. Schaueuinrg, Direktor des Realgymnasiums, Crefeld. .Kornmerzienrath Ernst schieß, Diisseldorf. F. Schmalbein, Fabrikant nnd Stadtverordneter, Avln. Schmidt, Superintendent, Crefeld. H. Sehmithals, Stadtverord- : eter, Bonn. Dr. Schmitz, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums, Avln. Oswald Schmitz, königlich Spanischer .Konsul, Köln. Philipp Schüller, Fabrikbesitzer, Türen. Rud. Schüller, Fabrikbesitzer, Düren. Bros. Tr. Schorn, Direktor des Realgvmnasiums, Köln. Bankdirektor Schröder, Ober-Regierungsrath a. D., Köln. Tr. Schroers, Professor toi* katholischen Theologie, Bonn. Richard Schütt, Fabrikbesitzer und «rster Beigeordneter, Düren. L. F. Seiffardt, Beigeordneter und Mitlied des Abgeordnetenhauses, Crefeld. Geheimer Justizrath Professor Ir. Seuffert, Bonn. Prof. Dr. Siessert, Bonn. Bürgermeister Spiritus- Bonn. Jos. Stelzmann, Kaufmann und Stadtverordneter, Köln. Geh. --iegiernngsrath Prof. Dr. L. Straßburger, Bonn. Wirkt. Geh. Oberglstizrath Dr. Struckmann, Oberlandesgerichts-Prnsident, Köln. Prof. Ir. Thome, Rektor der städtischen höhern Bürgerschule, 5lüln Justiznth Wassermeyer, Stadtverordneter, Bonn. Wendmann, Pfarrer der ^ennvniten-Gemeinde, Crefeld. Dr. Wollseiffen, Direktor des Gpmi asiluns und Stadtverordneter, Crefeld. I. van der Zypen, Fabrikant; nt» Stadtverordneter, Köln. QD ftödt a. Rh., 10. Januar. Das Fest der goldenen Hochzeit egingen heute die Eheleute Jacob und Jeanette Brünell, eb. Robens. Ein Komitee, ausschließlich ans Christen bestehend, leitete as Ganze und hat sich seiner Aufgabe in glänzendster Weise entledigt. Reicher Ftaggenschnnlck und Guirlanden zierten die Wey er st raste und esonders das Haus des Jubelpaares war in schönster Weise geschmückt, "as Fest begann schon am Vorabend, indem eine Kapelle ihre Weisen;t einem Ständchen ertönen ließ. Nach dem Abbrennen von Feuerwerk egab sich das Paar im Kreise seiner.Kinder und Enkel in das beachbarte Restaurant zu den „vier Heymouskiuder", wo die eigentliche leier ihren Anfang nahm. Am Festtage selbst erschienen der Rabbiner wrr Dr. Frank, die Mitglieder des Synagogenvorstandes, sowie Deputationen israelitischer Wohlthätigkeitsvercine, wovon einer, ben >err Brünett mitgründen hals, einen silbernen Pokal mit Widmung berreichen liest. Zun; Schluß liest das Komitee das Wohnhaus des Jubelpaares mit diesem photographisch aufnehmen. j*. B. 'Ans Württemberg, 15. Januar. Dem Verein zur Unrer- ' Atzung für arme Lehrerswittweu wurde aus Anlaß der Ueberreichung es jährlichen Rechenschaftsberichts sowohl von Ihrer Majestät der Königin als auch der Königin Wittwe eine Unterstützung gnädigst erwilligt. — Bei den im Monat Dezember vorgenommenen Wahlen mrden in Stuttgart sowohl wie in Heilbronn Israeliten als Mitlieder des Bürgerausschusses gewählt, in Stuttgart Rechtsnwalt Dr. Max Kaulla und in Heilbronn AN. W. Wolf und Rechts- - nwalt Dr. Schloft, Letzterer wurde einstimmig zum Olnnann ernannt. Auch auf dem Lande wurden Israeliten gewählt. Trotzdem ist das konfessionelle Verhältnis; besonders auf dein Lande Tank der Aufeizungen der „Schnellpost", die von Geistlichen und Lehrern auf dem ande gelesen und empfohlen wird, ein getrübtes, und das Rechtsgefühl Des Rechtlichdenkenden must sich empören, wie in einem Lande, wo bisher der schönste Friede herrschte und das eine jüdische Landesbehörde at, Judenthum und Juden öffentlich geschmäht und verleumdet werden Uirfen, ohne daß die Justiz solchem Treiben Einhalt thut. Den Veretern einer größeren jüdischen Gemeinde, die mit den: evangelischem Geistlichen ob seiner antisemitischen Gesinnung Berathuug pflegte, erdrtc dieser offen, er sei Antisemit, besonders wegen des Güterhandels nd des Talmuds, den er nach den Leitartikeln der „Schnellpost" und er „Reichspost" beurtheilt. Sollte es unsere;; jüdischen Gelehrten nicht Ringen, eine Belehrung und Entgegnung auf diese Anklagen in einem konservativen Organ zu veröffentlichen? Der Jude steht meist schutzlos a, denn selbst freisinnige Organe fürchten, wenn sie den "Antisemiten entgegnen, von diesen als Judenblatt denunzirt zu werden und an Abonnenten zu verlieren, und verweigern; deshalb die Vertheidigungsoorte des Angegriffenen. Möchte doch der deutsch-israelitische Gemeindemnd diesen Zuständen sein Augenmerk zuwenden! Frankfurt a. M., L5. Januar. In einen; Artikel über das liesige Volksschulwesen behauptet die „Kreuzzeitung", die jüdischen Gemeinden haben ihre Schulen in voller Selbstständigkeit und Unabhängigkeck von der städtischen Verwaltung erhalte;; und damit vor Simultanisirnug bewahrt. Das ist durchaus nicht zutreffend. Die älteste und weit über das Weichbild Frankfurts hinaus bekannte jüdische Schule, dasPbilanthropiu, ist von Anfang an eine Simultanschule gewesen, an welcher Lehrer verschiedener Bekenntnisse Unterricht ertheilten und Schüler verschiedener Bekenntnisse Unterricht erhielten. Auch nach der Einverleibung Frankfurts in den preußischen Staatsverband hat sich grundsätzlich an den; Charakter der genannten Unterrichtsanstalt nichts geändert. Daneben eristirt hier freilich eine orthodoxe jüdische Schule, die von der „israelitischen Religionsgesellschaft" halten wird. Oesterreich-Angarn. * Pest, 22. Januar. Die letzten Wahlkrawalle in der Provinz sind sehr ernster "Art. In Kascha;;, wo Justizminister Szilagvi seine Wahlrede hielt, kau; es zu autifemitischeu Schlägereien. Es wurde;; einzelne Häuser angegriffen, in der jüdischen Volksschule und der Synagoge die Fenster eingeschlagen nnd mit Revolvern auf die Gegner geschossen. Militär inusite ausrückeu und die Ruhe Herstellen. Kultusminister Graf Esakv erklärte h; Temesvar gegenüber der israelitischen Abordnung, das; er die Gleichberechtigungsforderuug der Inden berechtigt halte, und als Liberaler im eignen Wirkungskreise unterstützen werde. ^rnnlr reich. * Paris, 20. Januar. Baron Hirsch hat in einen; Jnlerwiev entschieden in Abrede gestellt, das; der Plan, jüdische Kolonien in der argentinischen Republik zu gründen, fallen gelassen worden sei. Wohl wurden die Unterhandlungen;;;it derselben abgebrochen, aber nur bis zur "Ankunft des Obersttieuteuauts Goldschmid, welcher an Stelle des Dr. Lüwenthal, welcher sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlte, dazu bestiuuut wurde, die Oberaufsicht über die Kolonien in Argentinien zu führen. Die argentinische Regierung ist von den; besten Willen beseelt, fuhr Barm; Hirsch fort, sie hat bereits 5 Millionen von den verlangten 7 Millionen Stores bewilligt und die jüdische Kolonisations-Gesellschaft ist in voller Dhätigkeit. Drei Kolonien in der Provinz Buenos-Apres, welche B->o,üih; Aeres umfassen, sind bereits vollständig bevölkert, und da die Ge sellschaft dieses Jahr noch 2(>,0()(> Juden unterzubringen gedenkt, wird es nothwendig sein, neues Kolonisations-Gebiet zu erwerben. <D Paris, 20. Januar. In; Alter von 78 Jahren ist hier eine der angesehensten Persönlichkeiten unserer Finanzwelt, Baron D. von Weisweiller, gestorben. Er zeichnete sich besonders durch seine Wohl hätigkeit, welche er jedoch ohne Ostentation zu üben pflegte, aus. Seine Beerdigung fand jüngsten Sonntag von seinen; Hause in der Aveune Friedland aus statt und gestaltete sich zu einer Kundgebung ganz besonderer "Art. Die Spitzen der Pariser Gesellschaft, das diplomatische Korps trafen bei dieser ernsten Feier zusaunneu. "Aach einen; Gebet des Grandrabbin setzte sich der Trauerzug nach den; Bäl-o-t/wIinir-e-Friedhof in Bewegung. Hier hielt Baron Alphous von Rothschild, mit den; der Verstorbene durch innige Freundschaft verbunden war, die Leichenrede, in welcher er den Verdiensten Weisweillers Gerechtigkeit widerfahren liest. (fnüfUintamiinu London, 14. Januar. Jüngst wurde hier durch Herrn Marens N. "Adler M. A. eine freie Lesebibliothek für russische Juden eröffnet. Dieselbe ist von einem russischen Glaubensgenossen, Herrn Dr D vorkoviez, errichtet worden, und ist verbunden mit einer dreiklassigcn Fortbildungsschule, wo der Unterricht an erwachsene Ausländer unenlgAtlich ertheilt wird; außerdem erhält jeder Schüler resp. Leser des Instituts drei Mal täglich kostenlos Theo. Ausmöblirung der Leseräunie, der Theeküche und der Klassenzinnner geschieht aus Rechnung des Herrn Dvorkoviez, welcher Beantter lChemiker; einer Gasgesellschaft ist. In seiner schwungvollen Eröffnungsrede betonte Herr "Adler einerseits, wie nothwendig es für die russischen Juden, die sich in London niederlassen, sei, sich hier einzulebeu, englische Kultur und Sitten anzunehmen, andererseits pries er auch die Fähigkeiten der russischen Juden, auf allen Gebieten des Lebens besonders glänzend zu wirken, wenn ihnen nur die Möglich teil zur Erreichung eines Zweckes nicht abgeschlossen wird. Redner be -trachtet die jetzige Auswanderung der russischen Inden nicht als eine