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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-01-22 · Heft 4 (22.1.1892) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 4 (22.1.1892)
Date
1892-01-22
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 nicht vereinzelt da. Tie Besoldung der jüdischen Lehrer in kleinen < Städten ist noch immer eine derartig geringe, daß das Einkommen manches Lehrers geringer als das eines gewöhnlichen Arbeiters ist. Und was wird nicht alles für 5—800 Mk. Jahrescinkomuwn vom Lehrer geordert. Im Jnseratentheil einer jüdischen Zeitung suchte jüngst eine Gemeinde „einen seminaristisch gebildeten Lehrer, der auch Kantor, Bat köre, tüchtiger Schochet, Bai tokea, Menaker und ärztl. geprüfter Mohel" sein sollte Mus; man sich beim Lesen dieser Zeilen nicht unwillkürlich fragen: Wo soll der junge Mann, der mit 20 Zähren das Seminar verläßt, während seiner dreijährigen Seminarzeit die Zeit hernehmen, um sich für diese sechs Nebenämter genügend vorzubereiten^ Blau übersehe nicht, das; der jüdische Seminarist, von dem die „Allgem. Bestimmungen" dasselbe wie vom christlichen verlangen, einen großen Theil seiner Zeit dem Hebräischen — auch dem Ertheilen von Privatunterricht, um sich seine Eristenzmittel zu beschaffen — widmen muß. Solche -Aussichten sind leider nicht geeignet, den jüdischen Lehrerstand mit Liebe, Freude und Hingebung zu seinen; Berufe zu erfüllen: noch welliger werden sie Eltern bestimmen, ihre Söhne Lehrer werden zu lassen, so lange hier nicht bessere Berhältnisse eintrelcn, besonders so lange nicht auch die an Privat- und R.ligionsschnlen angestellteu geprüften Lehrer ebenso wie ihre an öffentlichen Schulen amtirenden Kollegen definitive -Anstellungen erhalten. M. H. * (tHchuitt, 18. Januar. Sie haben die Nachricht von der zum 25. Male erfolgten Wiederwahl des Herrn Sauitätsrath Tr. Freull.d zum Stadtverordnetenvorsteher, sowie dessen Ernennung 511m Ehrenbürger unserer S tadt bereits Ihrer; Lesern initgetheilt. Zu Ehren dicstr festlichen Gelegenheit fand gestern seitens der Behörden ei;; Festesser; statt. Hatte schon bei der Eil;fiihr;u;g der l;eubezw. wiederge;vählten Stadtverordneten Herr Oberbürgermeister Kreidet in einer längerer; -Ansprache einen hochinteressanten Ausblick über die Zukm;flspläne der Stadt gegeben, tlnd der stellv. Vorsitzende Hr. Tr. Kontnp in eingehender Weise die hohen Verdienste des Vorsitzender; Kgl. Sarritätsrath Herrn Tr. Freund, seine aufopfernde Thätigkeit in;Ehrendienste der Stadt, seine großer; Erfahrungen, seine Unparteilichkeit hervorgehoben, so fände;; in der Rachsitznng in de;; Troptowitz'schen Weinstuben die Ovationen für den Jubilar in einer für alle Theilnehmer sehr anregerrden Weise ihre Fortsetzung. -Zuerst ergriff daselbst Herr Oberbürgermeister 5kreidel das Wort und führte aus, das; es die höchste -Auszeichnung sei, rvelche die Stadt zu vergeben habe, das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Von diesem Rechte habe die Stadt auch nur ganz hervorrage;;den Personen gegenüber Gebrauch gelnacht. Gegenwärtig seien m;r der Herr Geheiinrath Rieberdiug und Se. Durchlaucht der Herzog von Ratibor die einzigen, welche;; diese Ehre zu Theil geworden. Und wenn nun die Stadt Herrn Sanitätsrath Tr. Freund als Tritten hinzugeselle, so habe sie damit bewiesen, wie hoch sie die Thätigkeit desselben schütze. Seine Verdienste seien bereits an offizieller Stelle gewürdigt worden und es erübrige nur noch der Wunsch, cs möge ihn; vergönnt sein, noch viele, viele Jahre zu Nutz und Frominen der Stadt und ihrer Bürgerschaft zu wirken. Sichtlich ergriffe;;, dankte der Gefeierte, inden; er in allzugroßer Bescheidenheit den größten Theil seiner Verdienste der mit ihn; im Amte wütenden Stadtverordneten und dem Magistrat zuwies, und versprach, bis z;; seinen; letzten Athemzuge bestrebt sein zu wollen, den hohen, ihm zu Theil gewordenen -Auszeichnung sich würdig zu zeigen. Terselbe schloß mit einen; dreifachen Hoch auf die Vertreter der Stadt. — Diesen beiden offiziellen Toasten folgten eine große Zalst kerniger Trinksprüche, die allesannnt die Interessen der Stadt und ihrer Vertreter zun; Gegenstand hatten. Zun; Schluß dankte namens der Familie des Jubilars Herr Direktor Zuckerkandl für das den Angehörigen ausgebrachte Hoch. -Allen FesttHeilnehmern wird der schöne -Abend noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Eine allgemeine Feier des Jubiläums des Herrn Stadtverordneten-Vorslehers Sauitätsrath Dr. Freund soll stattfinden bei lleberreichung des Ehrenbürgerbriefes.!<p. Samter, 1*. Januar. Das S i tz u;; g s z i n; n; e r der hiesigen israelitischen Gemeindevertretung ist uenwrdings auf Gemeindekosten mit einen; kostbar eingerahmten, in großen; Format gehaltenen Bildnisse des;;;;; die vertriebenen russischen Juden hochverdienten Barons Morii; Hirsch als bleibendes Denkzeichen ausgestattet worden. Um die dnrch Berinung des Kantors S. Dubowski als erster Kantor nach Krotofchin Hierselbst eingel,etene Vakanz haben sich 12 Bewerber eingefnuden. Von diesen sind bereits zwei zum Probevortrag hier gewesen. Demnächst sollen;;o l, weitere Berufungen erfolgen. Definitiv besetzt soll die Stelle zu.n Peßnchfeste werden. * Hörde, 15. Januar. Magistrat und Stadtverordneten hatten beschlossen, für 1891—02 von den Evangelischen und Israeliten 2h Prozent Kommuualsteuer zu erheben. Die Katholiken bringen ihre Schulbedürfnisse selbst auf. Ter Bezirksausschuß genehmigte jedoch nur 175 Prozent. Die Negierung hatte die städtischen Behörden angewiesen, die 28 israelitischen Kinder aus der hiesigen bisher simultanen Ko; muual-Votksschule auszuweisen und eine b esv n d e r e i s r ae l i t i s cl e 8 d) nie einzurichten. Die Stadtverordneten haben die -Ausweisung a gelehnt, da die Komnmnal-Volksschule in ihrer jetzigen Verfassung grach ein Werk der Negierung sei, die kein Recht habe, eine solche Ansicht hinweg zu beschließen. * ftülii, 11. Januar. Tie k onstituirendc Generalversaunn lnug des Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur fand an; 21. Dezember im Vortragssaale der Lesegesellschaft unter ganz außerordentlicher Bethciligung aus allen Gesellschaftsklassen der hiesig u Gemeinde statt, und wurden nach Genehmigung des Statutenentwur-? die Herren Rabbiner Br. Frank, Br. me<l. Apfel, Br. jur. Bodenheimer. Her;;;. Moses, Bruno Heidenheim, Oberlehrer Herinann und Referenda; Gottschalk in den Vorstand gewählt. Veinerkenswerth ist, daß de; Verein schon bei der Konstituirung weit über 200 Mitglieder zähl a -Aus den Statuten des neuen Vereins ergiebt sich auch, das; derselbe iidi nicht auf die Thätigkeit in der Genwinde selbst beschränken soll, sondeui beabsichtigt, in Korrespondenz mit allen Vereinen gleicher Richtna; zu treten und hierdurch ein ideales Band auch um diese zu schling r und dieselben zu gemeinsamem Wirken aufzurufen. Erst dann kann du wünschenswerthe Ziel solcher Vereine, zur sozialen und moralischen .s;c bang der deutschen Juden beizutragen und ihr Seckfftbewusttsein stärken, in vollen; Maße erreicht werden. Erst dann wird es mögt i sein, unter der jüdischen Bevölkerung der Ueberzeugung Eingang zu v; schaffen, daß der Bestand des Judenthums nicht auf den Machtmitt. 7 des Geldes oder politischen Einflusses beruht, sondern auf den reich; 1: S chätzen unserer Litteratur und Wissenschaft, auf der Macht der Id;; für welche unser Väter so oft ihr Hab und Gut, ihr Blut und Leb;; geopfert haben. Möge der neue Verein wachsen, blühen und gedeiba und zur Erreichung seines Zieles mit voller Lebenskraft in Thätigk;;; treten. Gesterrcich - Ungar». 525 Budapest, 12. Januar. In -Angelegenheit der Rezipirn «> der jüdischen Konfession versammelten sich heute 0; Einladung eines Komitees, das sich zu diesen; Behufe gebildc; die Rotabilitäten der hauptstädtischen Jndeuschaft, denen m;! zahlreiche hervorragende Glaubensgenossen aus der Provinz .111 geschlossen hatten, tut neuen Prunksaale der Pester Kultusgemeinde. Ti Versammlung vereinigte die Ert-nie unserer israelitischen Mitbürch« Pr ose ss oren, -1 l c rzte. Ab ge 0 rd net e, S ch r i ft steiler. Gekehrte, -Adv 0 taten, R ich;; Staatsanwälte, Bankiers, Gutsbesitzer, Architekten, Ingenieure, In?;; strielle, Kaufleute, kurz, die gesummte Intelligenz der zeitgenössisch;« Judenschaft. Die Versannnlung wurde von Dr. Moritz Mezei eröffn;! welcher, nachdem er mit einigen wannen Worten die Erschienenen begriV durch -Akklamation mit der Leitung der Berathung betraut wuck> Die Frage der Gleichberechtigung der jüdischen Konfession, führte;; aus, sei keine neue Frage. Seit den sechziger Jahren hatten 7 -Wortführer der vaterländischen Jndeuschaft stets diese Forderung erho;« « Es bandle sich nun dar;;;;;, die rechten Mittel zur Erreichung des A« : gen;ein gewünschten Zieles zu wählen. Hierüber habe sich die Versamml««« >, vor -Allen; zu äußern. Er schlägt vor, daß zunächst der von den; 0;".! beredenden Komitee ansgearbeitete Entwurf eines Memorandums ec; i lesen werden tnöge, das in; Interesse der Erwirkung der gesetzlich; 1 Gleichberechtigung der jüdischen Konfession an das Abgeordneten 77 zu richten sei. — Dr. Wilhelm Vazsonpi verlieft den Text n; Bkemorandntns. Dasselbe gipfelt nach einer eingehenden Schilden«!! i der gegenwärtigen Situation der jüdischen Konfession in den folgend Sätzen: „Unsere Bewegung bezweckt die -Aufhebung der sozialen ll> gleichheil. -Niemand kann uns daher des einseitigen Konfessionalisn'.« zeihen. Denn nur Jener treibt konfessionelle Politik, welcher für uchr Recht haben; die;!'v keine! 'in gleiches r rtrauen \ nebungen rmgarischer d;r mehr a Ale von ingariseher in Jnteress bildet." H Alpunkt 1 2 dt den; b«cser ganz; is dieser Eduld kö; ß r die In ch;; Zeitpu r beralism Varlei sich i! {) auf ei; 1 zt auch d Krage zu I 7' r. Vela Badet wer I; das ( ranzen Li 7 ie Obe: ' i e Laut;u;einde, 7r. A. Jc «kademi ' r. I. Ge «rosess 0; ozenteu v. A. \ : V. R. Q ad L. % 7 v. L. Bl i Tafel: eller u; 7r. Silbe Tzohel' and S. S arten, Di Aräses, D Reusz. üroßint A. und B. T und ) 1. Strae: Advokatei indringli olgter chrecklich; aerabfiel Mr. Seo anrm. l Anden, b« 'ehr vers .Ohne B Koth des aom 0.; ''sieht;;;; Tieselben

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