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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-01-22 · Heft 4 (22.1.1892) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 4 (22.1.1892)
Date
1892-01-22
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Wir e rtrauen darauf, daß jeder treue Anhänger der Demokratie unsere Begebungen unterstützen werde, daß alle Jene, welche die Interessen der ungarischen Staatlichkeit kennen, einsehen werden, daß die Gleichberechtigung lhv mehr als 700,000 Mitglieder zählenden jüdischen Konfession, welche ft!le von Vaterlandsliebe und nationalem Gefühl durchdrungen, in ungarischer Kultur erzogen sind und im Dienste derselben stehen, zugleich im Interesse der ungarischen Staatsidee liegt und eine Garantie derselben l'ildet." Hieraus motivirt Dr. Tesider Markus, warum eben der jetzige;’dtpitnft zur Jnitiiruug dieser Bewegung als geeignet befunden wurde. 2eit dem 1 *07er Gesetze sind nun 20 Jahre verstrichen und während dieser ganzen Zeit habe die Jndenschaft geduldig gewartet, dasi man sie ans dieser Lage, welche ihr durchaus nicht gebührt, erhebe. 'Aber diese 'Geduld könne nicht ewig dauern, und jetzt halte sie die Zeit für gekommen, i r die Interessen der konfessionellen Gleichheit einzutreten. Sie halte Mi Zeitpunkt auch deshalb für geeignet, weil sie in dieser Frage des Liberalismus sich an jenes Parlament wenden wolle, in welchem jede Partei sich zum Liberalismus bekennt, und an jene Regierung, welche i! h auf eine so große liberale Partei stützt. Aber es war nöthig, eben iuzt auch die Aufmerksamkeit der Bevölkerung des ganzen Landes auf diese Trage zu lenken, da wir ja jetzt vor den Abgeordnetenwahlen stehen. — er. Vela Feleki beantragt, es möge ein engeres Exekutivkomitee cnt- ' iidet werden, welches sich daun nöthigen Falles ergänzen könnte. — .m das Exekutivkomitee, welches berufen fein wird, die Aktion im euizen Lande zu organisiren, wurden folgende Mitglieder gewählt: 7 ie Ober Haus -Ri itglieder: H. Lävap de Kistelek und Karl Schwab. 7ie Landtag sab geordneten: AL Wahrmann, Präses der Kultus« . emeinde, L. Kraus de Megyer, Tr. F. Ehorin, Dr. OL llllmann, 7r. A. Jellinek und Tr. Nmmmv. Die Mitglieder der k. und k. Mkademie der Wissenschaften: Dr. I. Acß'idv, Dr. I. Bünoczv, 7 r. I. Geldzieher, Dr. B. Munhüesi, Jos es ft örösi. D i e U n i v e r s i t ä t s - i v ofes s o r en: Dr. B. Stiller und AL Böthp. Die ll n i v er s i t ä t s - Dozenten: Dr. 'Alexander Bernüt, Tr. I. Baron, Dr. H. Alarczali, r. A. Onodi, Dr. A. Szilp. Die Prediger und Rabbiuer: i r. R. Goldberg, Dr. M. Kapserling, Dr. I. Klein, Dr. S. Kohn nd L. Polln k. Die Professoren der Landes rab bi ne r schule: 7r. L. Blau, Dr. D. .Kaufmann. Tie Richter an der k. .Kurie und i Tafel: Dr.S.Decsep, Dr. J.Neuberger, Dr. I. Tarnai. Die Schrift- - eller und Journalisten: Tr.A.'Agai lPorezü», E. Knupi, L. Palagpi, 7r. Silberstein, Dr. Bnzsonpi, L. Veigelsberg, M. Szatmüri, E. ftabos,?. Szöhely, Paul Tenezer. Die Redakteure: S. Br,»dp, M. Szabolesi und S. Schiller. Die Richter des k. Gerichtshofes: Dr. I. Baumarten, Tr A. Fodor. V o n d er „ifr. Lan deska nz l ei": M. Schweiger, K'äses, Dr• Simon, Sekretär. D e r P r ü ses d e r „E h e iv r a h ft ab i f ch a: 7. Reusz. Der Richter an der k. Tafel: Dr. I. Tarnai. Die Großindustriellen: Baron S. Schoßberger, B. Baron de Hötfaln, 4. und B. Teutch de Hatvan, Ritter AL Bram, B. Goldberger de Buda, D und A. Kohner, I. Kraus de KNegper, F. Oleumann de Gürdonv, 1. Straer, E. Ullmnnn und noch mehrere der hauptstädtischen Ärzte, ldvokaten, Industrielle und Kaufleute. Großliritaunic». London, 14. Januar. Die englische Presse enthütt den nachstehenden indringlicheu Aufruf der „Gesellschaft zur Unterstützung verolgter Juden, London, 41 Parliament Street": „Nach viertägigem chrecklichen Wetter in Jerusalem, während dessen der Regen in Strömen icrabfiel und ein wüthender Orkan durch die Straßen fegte, berichtet Ar. Scott Moncrieff über einen großen, drei Tage anhaltenden Schneeuurm. Unter der Ungunst des Wetters hat sich die Lage der armen auden, besonders derer, welche in Hütten außerhalb der Stadt wohnen, ehr verschlimmert. Biele Familien befinden sich im äußersten Elend. .Ohne Betten, ohne Feuer, ohne Nahrung liegen sie buchstäblich in dem Motf) des von dem Regen aufgeweichten Fußbodens." Ein Telegramm imm 0. Januar fügt hinzu: „Biele Hunderte verhungern. Ich vertheile Mehl und Heizungsmaterial. Sendet, wenn möglich, wöchentlich Y 100. dieselben sind dringend erforderlich." Wir sandten in dieser Woche 17100, davon auf telegraphischem Wege 1' 100, ab und bitten um weitere Hilfe, damit das Rettuugswerk keine Unterbrechung erleide, so lange der Nothstand ein so großer ist. Die Lage der 2000 armen Juden in Jaffa bietet kaum ein besseres Bild dar. Dieselben können, zum Theil in Folge des ungünstigen Wetters, keine Arbeit. erhalten, und um das Elend noch zu vermehren, sind mit dem letzten Dampfer aus Beprout weitere 80 jüdische Flüchtlinge aus Jemen eingetroffen. An den Suppenstationen und anderen Stellen speist und beherbergt Mr. Scott Moncrieff 004 mittellose Israeliten. F. A. Bevan, E. A. Ftvnn. «krauIr reich. Parier, io. Januar. Baron H irsch erklärt, daß die 'Nachricht! ivegen 'Aufgabe des jüdischen ftolonisationsplaues in 'Argentinien unbegründet sei. Die argentinische Regierung sei dem Plane freundlich gesinnt und die Verhandlungen wegen Erwerbung neuer Ländereien seien nur bis zurAnknnft des Direktors Oberstlieutenant Goldsmit aufgeschoben. DieargenlinischeRegierung habe sich schon bereit erklärt, fünf Millionen 'Acres (von den 7 Millionen, um welche er, Baron Hirsch, eingekvmmeu sei» zu gewähren. Die jüdische Kolonisation in Argentinien gedeihe. In der Provinz Buenos 'Aires feien 130,000 Acres vollständig j besetzt und die jüdische Kolonisations-Gesellschaft beabsichtigt, in diesem Jahre 20,ooa Juden zu befördern, für deren Unterbringung neue Ländereien nöthig seien. Rußland. j Moskau, im Januar. Herr Al. Hamburg wurde 1888 zum! Professor der Musik am hiesigen Konservatorium ernannt, nachdem er! bereits 8 Jahre als Direktor der kaiserlichen Musikschule zu Baroucj! vorgestanden hatte. In beiden Fällen stand er in Staatsdiensten und 1 erfreute sich der (Kunst seiner Vorgesetzten. Im Februar 1800 erhielt er! durch Herrn Shestakovsku die Mittheilung, daß er nicht länger im 'Amte bleiben könne, wenn er sich nicht zur Staatsreligion bekehren würde. Derselbe erklärte ihm gleichzeitig, daß er sich vergeblich bemüht habe, dieses absurde Gesetz gegen die Juden anszuheben, da viele seiner besten Lehrer und Schüler Juden seien. T'.e Regierung ließ sich jedoch auf ( Nichts ein. Der Gouverneur von Bios kau, Prinz Dolgorouckv, machte j zudem noch dem Herrn Shestakowsku einen strengen Borwurf wegen j seines Eifers für die „räudigen Juden", die keines Menschen 'Achtung! verdienten und aus dem Lande hinausgefegt werden müßten. Herr j Hamburger verlies; in treuer Anhänglichkeit an die Religion der Väter > das Vaterland und seine zahlreichen Freunde und begab sich nach 'Amerika.! Nmniinirn. ' X Y Jassy, 10. Januar. Am 2. Januar hielt der jüdische lit. j Verein „Ehole Schein" eine Makkabäerfeier, bei welcher (Kelegenheit! .Herr Dr. C. Lippe, Ehrenpräsident des Vereins einen Vortrag hielt, u welchem er auf die humanen Fremdengesetze der Bibel hinwies; ferner j daß wir Juden ausdauernd und muthig für unsere Mission zu wirken haben. Die Rede wurde von dem zahlreichen und distinguirt-en Publikum mit Anerkennung aufgenommen, ebenso das schöne Gedicht „Israel" vom i Herrn Dr. Lippe. Hierauf hielt Herr OL Fräukel eine Vorlesung, in l welcher er eine Parallele zwischen dem heuer zusammenfallenden Ehanuka; und Weihnachtsseste zog. Nach dieser ebenfalls sehr beifällig aufgenommenen Vorlesung las Herr Waisenhaus-Direktor 'Armin Dux eine kritische Beleuchtung des apokrvphischen Buches Judith vor, in welcher er die Sage geschichtlich beleuchtet und sie auf die Invasion des persischen I Königs Artaxerxes OchuS bezieht. Der wohlverdiente Applaus blieb nicht aus und erhöhte sich noch nach einem durch Herrn 'A. Dur und seinen 10jährigen Sohn vorgetragenen Biolinduett. Der Feier folgte ein Banket, bei welchem es an zahlreichen Trinksprüchen nicht fehlte. Amrrilra. ' * New Jork, 2. Januar. Zum ersten ONale .wenden sich die jüdischen Bürger Amerika s mit einem Hilferuf an das amerikanische Bott. Es handelt sich darum, das „(doiiiuiibm (4 Om Transportation j 17m,II welches sich die Aufgabe gestellt hat, den unglücklichen aus ihrer i srüHerrnHeimathvertriebenen r u s s i schen I nd e n, dieAlittel zu verschaffen, neue Heimstätten anfznsuchen, wo sie, unbehindert von dem tyrannischen

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