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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-01-15 · Heft 3 (15.1.1892) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 3 (15.1.1892)
Date
1892-01-15
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 Juden wurden in und rahmen ziemlich lließlich , beim izenden )a diese rer be- ) nicht semiteu es war ergische hierauf silieu, siir ge- Kreuzin sich nachen. Herrn Bo hat Uliance veranchanien Sturz heu zu jetzt ist ianische »ruenale er bradariu leiuben feiten s Projeenutß Wiederrurserer dachten ug des :rt hat, il diese ster zu hiesigen sie jetzt besetzt gesucht, uitb in lt mtb idis ch- Zs auf worden lau sich Stellerr, ist aber weitere ld, als -Loge onzertrstaltet, sichtlich Kinder in der bieten, l, aber schr gehaltvollen Ansprache die versammelte Kinderschaar auf die Bedeutung des Festes, anknüpfend an das soeben beendete Chanukafest, hin. Bedner suchte nachzuweisen, daß die „Kinder" Israels mehr „Kinderüjte" feiern, als alle anderen Konfessionen zusammengenommen. Die Feier des Sabbaths ist den „Kindern" Israel geboten; das Peßachfest mit seiner Vorführung der vier verschieden gearteten Kinder richte sich i:i seiner „Agadah" zum größten Theil in Frage und Antwort an die Münder; das „Thorafest" am Schluß der Herbstfeiertage, bei dem von steundlichen Händen von oben herab Süßigkeiten geworfen werden, nnd nicht am wenigsten das Fest, an dem wir uns erinnern, daß der greise Mattathias seine „Kinder" begeisterte. Netter und Helfer des unschuldig gedrückten Volkes der „Kinder" Israel zu werden. An leiblichen Genüssen wurde der Kinderschaar zuerst Ehokolade ttitb Kuchen gereicht. Gesangsvorträge, Deklamationen re. wurden zur Belustigung der froh' lichen Kinder gehalten, die ihren Glanzpunkt in einer vorzüglich exelutirten Kindersymphouie, die von etwa 40 Kindern in Kostüm, von entern „Mozart" dirigirt, erreichte. Nach einer Polonaise, zu welcher Des Mädchen und jeder Knabe einen Schmuck erhalten, gingen die j lieinen Festtheilnehmer zur eigentlichen Abendmahlzeit, die mit dem Her- ' igen des Tischgebetes abschloß. Bemerkt sei, daß selbst das „Festlied" l ei dieser Tafel nicht fehlte. Als bleibendes Andenken erhielt jedes Kind ein Geschenk mit auf den Weg, bestehend in Lese-, Bilder- und anderen Büchern, darunter das Kohut'sche Werk über Mendelssohn. Nachdem Be Kinder abgetreten, kamen di? Mitglieder der Loge mit ihren Hamen zur Chanukafeier in das Lokal und hielten sich bei Tanz und Hpiel vergnügt. Das ganze Fest verlief, da Alles vorher geordnet und eingerichtet war, in bester Harmonie. * Fürth, 10. Jan. Eine ehrende Auszeichnung wurde unserm geschätzten Mitbürger Herrn Tr. Landmaun zu Theil. Durch eiuimmigen Beschluß der beiden städtischen Kollegien wurde derselbe zum «Ehrenbürger unserer Stadl ernannt, nachdem er fast 22 Jahre als . Vorstand des Gemeindekollegiums gewirkt und mit aufopfernder Thäugkeit sich unserem Gemeindewesen gewidmet hat. Vor einem halben Mhre trat Hr. Tr. Land mann als!. Vorstand des Kollegiums zurück, erblieb aber noch in demselben, indes; konnte er sich wenig an den Hitzungen betheiligen. Nachdem sein Gesundheitszustand kein solch be- 'riedigeuder ist, um sich dem Gemeindewesen auch fernerhin widmen zu mmen, suchte er um Genehmigung seines Austrittes aus dem Kollegium nach, welcher ihm in Anerkennung seiner geleisteten Dienste unter dem lusdruck großer Dankbarkeit bewilligt wurde. Möchte es dem wackeren Otentte vergönnt sein, noch recht viele Jahre als Ehrenbürger in unserer Bitte zu weilen und sich zu freuerr an den Errungenschaften, die unserer Htadt durch die Gemeindevertretung unter seinem Vorsitze zu verzeichnen hat. * Marburg, 18. Jan. Gegen den antireligiösen Geist der -utisemitischen Presse wendet sich auch die „Hessische Volkszeitung", inent sie schreibt: „. . . . Auch irr Nr. 407 des „Reichsherold" findet ' ch in dem Artikel „Richteramt rmd Judenthrrm" eine Stelle, die unseren ebhasten Protest wachruft. Dort heißt es wörtlich: „Die jüdische Reigiorr ist eben untrennbar von dem jüdischen Volkscharakter. In ihrer aeligion spiegelt sich der Eharakter der Juden in seiner ganzen wetrig üblichen Eigenschaft wieder. Das monistische (allein für sich seiende) Lesen des Judengottes, der keine anderen Götter neberr sieh dulden will, •4 das jüdische Wesen unter den Völkern. Jehovah, der einzige Gott, lie Juden, sein auserwähltes Volk!" Solch' ein Antisemitismus grenzt nu Gotteslästerung. Wir protestireu dagegen und hoffen, daß auch Herr Dr. Böckel es an einer entsprechenden Erklärung nicht fehlen l-lssen wird." In dieser Hoffnung wird das Blatt sich wohl täuschen: scheint zrr vergessen, daß Böckel selbst Antisemit ist. X Nieheim, 11. Jan. Auch die Mitglieder hiesiger Gemeinde aben sich sämmtlich zur Zahlung regelmäßiger, vierteljährlicher Beiträge ' ir unsere verfolgten russischen Glaubensgenossen verpflichtet. Röchle dieses Liebeswerk recht viel Nachahmung finden. X Essen, 3. Januar. Unser Prediger Herr Blumenfeld, welcher or einigen Monaten das Jubelfest seiner oOjährigeu Amtsthätigkeit beging, vollendete am 21. vor. Mts. in seltener Rüstigkeit sein 70. Lebenswahr. Derselbe wies in seiner Ehanukapredigt auf die Bedeutung eines Rer zu gründenden Litteraturvereins hin, daran die Hoffnung! impfend, daß das ideale Projekt recht bald verwirklicht werde! Im Frühjahr d. I. wird hier mit dem 'Neubau einer 3 klaff, jüdischen schule begonnen merdeu, nachdem die Kosten, annähernd (»<>,<>()(> Mark, von der Stadtvertretung bereits bewilligt sind.- Obschon die jüdische! Schule noch nicht definitiv auf den Kommunaletat übernommen ist, hat man kürzlich die hiesigen jüdischen Lehrer an einer Bonifikation theilnehmen lassen, ivelche beweist, daß unsere Stadtvertretung recht tolerant gesinnt ist. Als matt kürzlich sämmtlichen städtischen Beamten und Lehrern 5 pCt. des Gehalts als Theuerungszulage bewilligte, ließ die * Stadtbehörde den gleichen Betrag, ohne daß es eines besonderen Antrages bedurft hätte, auch den jüdischen Lehrern auszahlen. Möge dieses Beispiel recht viele Nachahmungen finden: unter den heutigen Zeitverhältnissen doppelt wünschenswerth und erfreuend! Köln, 13. Januar. Im Anschluß an das Berliner Eentral-Komitee für die Unterstützung russischer Juden, das unlängst einen interkonfessionellen Aufruf zu Gunsten der Emigration erlassen hat, hat auch das hiesige Provinzial-Komitee sich bemüht, ein interkonfessionelles Komitee zu Stande zu bringen. Es hat in der That die hervorragendsten Staatsnnd bürgerlichetr Beamten und Männer ausgezeichneter sozialer und gesellschaftlicher Stellung hiesiger Stadt für die gute Sache zu gewinnen verstanden. Ebenso Haben die Lokal-Komitee's in Düsseldorf, Krefeld u. a., die sich dem Provinzial-Komitee angeschlossen hatten, in gleichem Sinne mit großem Erfolg gewirkt. Was aber besonders hervorgehoben werden soll, ist die sympathische Stellung, die der Kölner Erzbischof dem menschenfreundlichen Unternehmen gegenüber einnimmt. Der Herr Rabbiner Dr. Frank besuchte dieser Tage den Oberhirten der Kölner Diözese, um denselben gleichfalls um seine Unterschrift für den demnächst zu erlassenden 'Aufruf zu bitten. Aus Gründen, die hier unerörtert bleiben müssen, die aber ihre volle Berechtigung haben, konnte derselbe seine Unterschrift nicht geben, richtete aber am andern Tage folgenden Brief an den Rabbiner. Köln, den 10. Januar 1892. Indem ich Ew. Ehrwürden den Aufruf des Berliner Central- Komitee's zur Unterstützung der in Rußland gegenwärtig hartbedrängten Juden ergebenst zurücksende, nehme ich um so herzlicheren Antbeil au dem traurigen Loose Ihrer dortigen verfolgten Glaubensgenossen, als wir Katholiken die unablässige grausame Bedrückung unserer polnischen und rnthenischen Glaubensgenossen dortselbst auf das Schmerzhafteste empfinden. Ich kann den edlen Bestrebungen der Komitee's, welche den aus ihrer Heimath indirekt Vertriebenen ein anderweitiges Unterkommen zu besehasseu sich bemühen, nur den besten Erfolg wünschen. In hochachtungsvoller Ergebenheit 3ln den D r. PH. K r e m e n tz , Rabbiner der jüdischen Gemeinde Erzbischof von Köln. Herrn Dr. Frank, Ehrwürdeu. Es wird jeder Glaubensgenosse über diese menschenfreundliche Theiluahme eines so hochgestellten Kirchenfürsten sich freuen, und wollen wir noch hinzufügen, daß derselbe auch einen materiellen Beitrag zu der guten Sache in 'Aussicht gestellt hat. Oesterreich - Augn rn. w Wien, 8. Januar. Wie die Wiener Zeitung in ihrem amtlichen Theil berichtet, hat Se. Majestät der Kaiser den Hoftut .■ Gerichtsadvokaten Dr. Gustav Kohn zum Landesschulrath ernannt. Herr Dr. Kohn ist Mitglied des Vorstandes der israel. Kultnsgemeinde und Obmann der Schulsektion. Er wirkt mit großem Eifer für die Sache und bringt außerordentliches Wohlwollen den Lehrern entgegen. Es ist außer Frage, daß Herr Dr. Kohn als Vertreter der Interessen des Jndenthnms dieselben in vortrefflicher Weise wahren wird. Wie hinzugefügt werden mag, erfolgen diese Ernennungen auf Grund eines Vorschlages des Vorstandes der israel. Knltusgemeiude. Der bisherige Vertreter der jüdischkonfessionellen Interessen im Laudesschulrathe war Herr Emauuel Baumg.'.rten. Derselbe gehörte eine Reihe von Jahren dem Vorstände au und spielte zu Zeiten eine dominireude Rotte. Vor zwei Jahren jedoch wurde er nicht mehr in den Vorstand gewühlt und mm ist er auch nicht mehr Landesschulrath. Ich wollte zunächst blos die Thatsache mittheilen und werde noch Gelegenheit finden, auf dieselbe zurückzukommen, da sie ein interessantes Kapitel in der Geschichte der hiesigen jüdi chen Gemeinde bildet. 'Am verflossenen Ehanukafeste fanden irr der Kinderbewahranstalt, im Blindeninstitut und in mehreren andern Vereinen Kinderfeste statt und wurden arme Kinder mit Kleidern re. beschenkt In dem von den Brüdern Ritter v. Gulmanu erbauten Waisenhause für Mädchen fand die Ein-

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