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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-11-27 · Heft 46 (27.11.1890) · p. Seite 596

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 46 (27.11.1890)
Date
1890-11-27
Page
Seite 596 (sequence 12)
Language
German
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596 Will Dich verlassen nicht fortan Und wieder einst auf sich'rer Bahn Zur Heimath dich geleiten." Da wachte Jakob auf und rief: „Der Herr ist hier am Drte. Und ich, ich mußt' es nicht und schlief An diesem furchtbar'» Orte! Gott ist auch hier im Wüstengraus ( Nicht anders, hier ist Gottes Haus Und hier des Himmels Pforte!" Und als die Welt im Frührothsschein Sich neu begann zu regen, Stand Jakob auf und nahm den Stein. Auf dein sein Haupt gelegen, Und richtet' ihn zmn Denkmal auf Und goß ein wenig Del darauf Und bat um Gottes Segen. „Herr!" rief er aus im Morgenroth, Genügsam und bescheiden, „Giebst Du mir nur ein Stückchen Brod Und ein Gewand zu kleiden, Und führest mich von Aram aus Zurück in meines Vaters Haus. Zu Mamre's duft'gen Weiden, To sei ein Tempel dieser Stein. Auf dem ich nächtlich ruhte, So will ich Dir den Zehnten weih'n Von meinem Hab und Gute!" , So Jakob, und mit neuer Kraft Erhebt er sich zur Wanderschaft, Und neu belebtem Muthe. Die Sonne steigt in heit'rer Pracht Empor mit Himmelsrande, Und Jakob faßt bcn Stab mit Macht Und gürtet fein Gewände, Und zieht, gestärkt vom heil'geu Traum. Rach Harun hin am Wüstensaum. Zum grünen Euphratstrande. 4 9 Litterarischc Mittheilunyen. Geehrter Herr Redakteur! In Rr. 44 Ihrer geschätzten Zeitschrift vom l->. d. Bä veröffentlichen Sie nach der „Hazefirah" eine Korrespondenz aus Jerusalem über einen fünf Tagereisen vom Jordan lebenden Araberstamm Wlad el Seelmr, welcher 100,000 Seelen stark, judenfreundlich sei, jüdische Traditionen habe und bisweilen die mohammedanischen Pilgerkarawanen überfalle. Der Korrespondent identifizirt diesen Stamm mit Jissaehar, dem Sohne Jakobs. Da ähnliche Nachrichten über jüdische Araberstümme von Nordafrika bis an den persischen Golf verbreitet sind und in den europäischen Judeukreisen gerne geglaubt werden, so gestatten Sie mir wohl im Interesse der Wahrheit die Mittheilung, daß sie insgejammt unbegründet sind, wie ich ntich sowohl in Nordafrika als auch in Arabien persönlich überzeugte. Auch die vorliegende Meldung fällt in das gleiche Gebiet der Märchenerzählungen. Teitn der Araberstamm, um den es sich handelt, ist kein anderer, als der der Herrn Sa ehr lhebräisch Til', also mit 2 nicht mit £*), ein ehemals tajjitischer Stamm, der früher zwischen El Hidjr und Teima wohnte, jetzt aber viel nördlicher (zwischen dem 41. und dem 32. Grad nördlicher Breite) haust, etwa südöstlich oder östlich vom Tobten Meere, circa fünf Tagereisen davon entfernt. Die Gegend, welche der Stamm vor Jahrhunderten innehatte, war kurz vor der Zeit des mohammedanischen Propheten allerdings ein Centralpunkt jüdischen Lebens, da sich dort die Burg des wegen seiner Treue sprichwörtlich gewordenen Saniawwal (Samuel) befand. Für dieselbe Gegend, die in größerem Umfange etwa den Strich von Medina bis gegen Tebuk umfaßte, habe ich in meiner kürzlich erschienenen „Skizze der Geschichte und Geographie Arabiens von den ältesten Zeiten bis zum Propheten Muhammed" lWeidmann'sche Buchhandlung, Berlin 1890') ein judaisirendes Arabervolk Lihjan besprochen, das etwa zwischen dem dritten und fünften Jahrhundert nach Christo geblüht hat. fast völlig gleichzeitig mit dem auch von mir genauer beleuchteten halbjüdischen Himjarenreiche in Südarabien, und mit dem abessynischen Judenvölkchen ba* Faläscha, welches seinen mosaischen Glauben meinen Untersuchungen zufolge den Himjaren verdattkt, die tutt 400 n. Ehr. Abessynieu auf kurze Zeit eroberten. Heute aber ist vom Judenthum in diesen liegenden nicht mehr viel übrig. In Abessynieu sind die Faläscha so gut wie ausgerottet - - utein verstorbener Frettnd Tr. Stecker sah sie nur noch an den Ufern des Tzanasees —die himjarischen Juden in verschiedenen Theilen Jemens dürften kaum 30—40,000 Seelen zählen; in Nordarabieu aber lebt längst kein einziger Jude tnehr. Erinnerungen an die arabische Blükhezeit der Juden jedoch sind in allen drei Ländern, auch bei den jetzigen Einwohnern lebendig geblieben. Die Dynastie der seit Mitte des viertelt Jahrhunderts christlichett Abessynier leitet ihrett Ursprung mit Stolz von Salomo dem Weisen her, worunter man aber in Wirklichkeit einen judäohimjarischen Beherrscher Hnnjars und Axums — d. i. Aethiopiens oder Abessynieus — um 300 n. Ehr. zu verstehen hat. der möglichenfalls Salomo hieß; die jemenischen Kabylen tmd Beduinen — besonders manche Stäntme - gedenken des Judenthums, das einst im Lande mächtig war, mit großer Achtung uttd behandeln auch heute noch die unter ihnen lebenden Kinder Israels mit relativ bewunderungswürdiger Ritterlichkeit, und auch int ttördlichert Arabien hat ntmt trotz allen Islams nicht vergessen, daß einst zahlreiche Juden in Medina, Chaibar, Teima it. s. w. lebten. Aber irgettdwie jüdisch sittd alle diese Bedtlittett nicht, auch nicht gut mohammedanisch, da sie ihre alten Traditionett und ihr wildfreies Leben den Satzttngett jeder Religiott vorziehen. Sonach sind auch die Benu Sacht* weit davon entfernt, Judett zu sein oder von Judett abzustammen. Ant allerwenigsten haben sie mit Jssachar zu thun, wie schon die Gegenüberstellung der Schreibweise beider Namett zeigt: und ^3^ oder Daß sie die Mekkakarawanen bisweilett Plündern, ist seit jeher eine liebgewonttene Gewohnheit aller Bedttinenstämme, welche ttnweit der Pilgerstraßen Hausen. Daß sie aber auch einer jüdischen Karawane, besonders wentt diese begehrenswerthe Dinge, wie Geld lind Maaren, mitführt, nach allen Regeln der Beduinenkunst volle Erleichterung verschaffen werden, steht für mich fest. Das soll uns aber nicht hindern, in dem Kenn Sachr und in noch gar ntanchem anderett Stamm Arabiens historisch-interessante Menschen zu schätzen. Nur müssen wir uns hüten, über das Ziel hinauszuschießen. Hochachtungsvoll ergebenst Dr. Eduard Glaser, Arabieureisender. r>4. 3alj Ko> * Bi Session l Angelegei tzöherett $ den jüdis verändl wägung Uebelstän Bescheid: Lehranstc beobachte: behörden nahmen i regierunc sessor Gesellschci von der der hollä jüdische portugies ungefähr Beamte sind Judl oder siebt eittwande dianerint und auf gegen sei attdere A Bekanttks timen Ss i. B unserer j erhalten abzuhelfe in beu getroffen Kittdern zunächst Stiftung Bern har, * V Breslau das nach Eine in Deutü für die e selbe au Gatten 1 unvergeß heiligen! Dankbar einigung uigen all umrdiaer und der nach sein In Truck und Verlag von Rudolf Masse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Mar Banchwih in Berlin.

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