Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 43 (6.11.1890)
- Date
- 1890-11-06
- Page
- Seite 559 (sequence 11)
- Language
- German
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&5sr WA X unh würzten sich daS Mahl mit lustigen Gesprächen und heiteren' Einfällen. Der Randar saß da -wie auf Nadeln. Da zu sitzen und zn wissen.was vorgeht, und nichts redeiiJu dürfen in seinem rsgrnen Hause, ^gleichwie als ob er hier nur ein Geduldeter und nicht.vielmehr der Herr wäre. — Der Gedanke war ihm unerträglich. .Wie gern wäre er den» lustigen Haschele mitten in seiner Lustigkeit mit einem tüchtigen Donnerwetter dreingefahrrn; aber Borech lieg kein 'Auge von dem j Vater. Mid dieses ihn stets beobachtende Auge, welches den. Vorgang /j> in seinem Herzen ganz deutlich zu'sehen schien, es hielt ihn zurück,-! und so lief die Mahlzeit ohne Störüng ab. j Nach Tische suchte Borech wieder den Vater für einen Augen-! blick unter vierAugenzu sprechen. Er sagte: „Jetzt, Bater-Leben, ■} leg Dich schlafen und schlaf über die Sache eine Nacht. Mnn der > Mensch über etwas einmal eine Nacht, hinuntergefchlafen hat, dann sieht er die Sache schon'ruhiger lind Mit ganz andern Augen' au." j ..Ganz'recht," ejitgegnete der Randar, „wenn man darüber schlaft! j Wie aber, »venn Man darüber^ gär nicht schlafen kann? wenn die! Sach' so ist, daß sie einen-gar nicht rinschlafen.läßt?"- ' ' \ j ' „Probir's - nur, Bater-Leben! Du wirst sehen. eS wird gehen."! So hatte Borech durch seine Vorsicht eine Störung des guten - i EinvenichmÄiS. eiiieir Bruch des häuslichen ^.Friedens hintanziihalten! gewußt.' NcMenr rk den Vater zeitiger als gewöhnlich zu Bett ge, > brachthattäMmgerhiir, wo er'Haschele mid Rächele^beisammtntraf [ und sagteiMch müß Dir sagest, Haschele! sagen könntest Du es dem j ' lind der Vetter Joichene halle darauf gar treuherzig geantwor „Gott soll behüten! ÜB« red't von Zwingen? gezwungene ist Gottes Leid! Wenn eS hält' können sein, war' eS nach mein Meinung sehr schön und missend gewesen. Ich Hab' die beste sicht-" _ „Das weiß ich," sprach der Randar dazwischen. „Aber indessen," setzte der Vetter Joichene sort, „was nicht gl geht nicht; von dcslvegen lverde» wir doch g>»te Freund' bleiben." „Bis hundert Jahr,"-sagte der Randar. „Und waS wi^miS wünschen. Einer dem Andern, dar soll uii «»»gehen," sagte der Vetter Joichene. „Ich Hab' nur aus dem „Schadchens (Eheverniittler) sein Antrag für mein Ehone nicht früheseine Antwort geben gewollt, als bis ich noch einmal mit Dir gesprochen hab'H „Hör' zu. Bruder-Leben," sagte der Randar. „die Sach' muß ja nicht auf die' Minnt' sein; eS brennt ja nicht. Ich werd' mij Rachele schon noch davon reden, und iverd' Dir dann schreiben.' Hiermit hatte die Unterredung vorläufig ihren Abschluß en „Nn Kinder!" sagte der Vetter .Joichene. indem er die Thst öffnete, so unhefaiigcn als lnögtich. um durch kein War« etwas vy^ dem geheimen Gespräch zu verrathrn. „kommt her. werden wir «ist ein biffele Chol-Hainoed hallen?" „Warum nicht?" war die Antwort. Rachele. bring' ein Biijcheli Karten herein." Rachele brachte die Kartcni Man setzte sich nieder. Der Bette Batev-Leben-doch wenigstens, wenn Dis etwas im Haus veränderst! ^Joichene nahm die Karten in die Hand »nd während er sie. dm ^Zr wird doch wenigstens wiffegdürfen, was in seinem Hans vorgeht.'! „Was gehtuior?" sagte Haschele. ' . . .i,.Nnli,^ daß Lcb nicht mehr bii den Pferden ist."- >. - < ^MiWscht mehrWden PWen?^ schns Rachüle/,.. Haschele stber sagte ruhig: „Dü magstmir's.glauben, Borech,' obct: niDHHjeiErd'Moll sich da' aüfmachen und versinken soll iih da,^wdMDehHöM ich Enirhr daran gedacht Habs was Dl» nitlyst! - Eifl7Spaß! ^WaS. sich da nicht thut! Schiffre; spann das > Thor eäuf, laß die Gänst heraus! Paketälr Leb ist nicht mehr bei den. Pferdest. Ein Gegenstand! Was ich daran dem. Vater-Leben nicht erzählen soll!" -M X'. X-'?" * Die. Schwester^ die sich freute, daß Haschele ihrenl Wunsche nachgegeben ,Krdroß es döch ein wenig, daß er die Sache als eine gar so glrichyiltige' behandle. ' So scheint es wenigstens, da sie .sagte: „Nein/ Haschele,'' da hat Borech wieder. Recht; ich mein' anch.; kinandermischle, fragte er im Ton neugieriger Gleichgiltigkeit: „Laß! mich hören, ich bitt' Euch, was thut Leb Behenir? Der ist doch s [ gar Euer Leibkutscher geworden? Ist wahr, daß er so gut kutschst Mann?" Die Kinder alle lächelten und sahen einander an. Der RandH aber ergriff das Wort und sägt«: „Wenn Tn wissen iviltst, Leb Beheme ttjwl, Bruder-Leben, mußt Du nur da »»ein Ha fragen, er allei»^ kann Dir Antwort geben- Tu wirst Dich gewund! haben , daß mit ihm die Pferd' in die Hand gegeben haben, nich^ wahr? Nlui wirst Du Dich noch mehr'wundern, wenn Du höi daß er jetzt inchtS mehr in» Stall zu thun hat; er ist jetzt in dH Brennerei." &. ... « _ . meuh „Im Ernst? Leb Behenle m der Brennerei? Das ist hei Gesund ja eine schöne Sach', so etwas hm' ich gern. Nun, . .. .... .. . ... . ..... . Du, Brüder-Leben. Tu hast ihn. damals nicht aufnkhinen.gewo!.. .-thun sollst Du all^eil. was Recht ist, uüd wie Du s am besten ver- MEü» ich und Rachele Dir nicht zugeredet Hütten, so hättst Du' ih . stthstrMber dem Väier-Lebew >»ußt Du sagtl», was Di» thnst» denn mit Gewalt weggrschickt. I» der Brennerei! Und kann er etwas i „Denn," ergänzteiBorech, „m seinm Augen ist Leb rin Bcheme. »nd wem, er Dir da das größte „Privadestück" (Kunststück) macht, eS.nützt..nichts, ist und 6lei6t.ein - ' ' 3. jber Vrniinttveinbreiiner. J „Peßach" ^das Jüdische Osterfest) war ins Land Hereingekommen. Am „Ctzol-H'amved" sHälbfeiertage) kam der Vetter Joichene wieder m Größe Freude herrschte auf der Rande; -'^-Esttt«-/IÄih^»'-Men -die;'Aindt!r des RandarS alle sehr gern, ->rb«Eo «vie-trH"iiÄtk.--x^ .--- .' — <..Dekv Hftter Joichelie hatte mit dem.Randar eine geheime UnterreduNg - K^bt, bie ziemlich lange gedauert, jedoch zu keinem Resultat ^geführt hatte. Denn am Ende sagte der Randar: „WaS willst Du NäM, MHene? ^nur wär'^eS gaiiz recht! aber ich glaub' nicht, daß sie denkt üher die Khille-Leut' noch immer ftLher..'über.ste'Zch«cht hat..' WaS soll ich RntiMMEE ^H kinzig Madel Hab' ich, .sie soll mir leben!. Soll „Weiß ich?" sagte der. Randar; ..»veiß ichtz was Haswele noä Alles aus ihm mache»», wird?" x „tliid was sagt er selber dazu?'V - . ,,'WaS fragst Du Alles inich?" enviederte der Randar. „Jci Hab' ihn seit dem Tag, >vö er da ist. noch kein Wort reden gehört^ Frag' Haschelen, er muß es wiffen!" (Fortsetzung so BlM chvas2 wo Hr,Herz nicht dabei ist?^X . .' , . . I geführt, und wem, dies je n . . . -- - — Eine seltsame Wette. . Bon Kirchenrath Dr. M. v. Wäs.sermann. In den zwanziger Jahren »»nseres Jahrhunderts speist« mehv Monate hindurch in einer der befferen Osterirn RdmS die gleich^ Tischgesellschaft. Sie bestandzumeistaus Ausländern, »venigstei mürbe die Unterhaltung während und nach der Mahlzeit theils französischer, theils in deutscher nnd nur selten in italienischer Sprch und je. geschah, »var der Accerrt-