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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-11-06 · Heft 43 (6.11.1890) · p. Seite 553

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 43 (6.11.1890)
Date
1890-11-06
Page
Seite 553 (sequence 5)
Language
German
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* 5« . »vicdcr cmidjtcn Höhe einporgehobrn zu Huben. und der. unter (tintm Einflüsse zu Gunsten der Juden stehend, gewiß antschlieblich »»r durch die unbesiegbare Macht der Thatsache» zu diesem Urtheil über sie gelangt ist. Auch; fügte der Landgraf, hinzu, habe er in der .heiligen Schrift nirgend» die Weisung gefunden, daß man die Inden vertreibe» faste, und stellte sich hiermit in einen scharfen Gegensatz zu den treibenden Mächten jener Zeit. - Wie kiitmickelte sich „mi aber dieser Kampf um die S'tcllmig .:,dtr Juden in,^ssen weiter i. < In ihreriWalichen Lage erbaten sich die Rath« de» Landgrafen el» Gutachten viDsAehrtkn. da», im Jahre IKK) zu Erfurt gedruckt, je» Titel führt: Christliches Bedenken. welcher gestalt Christliche brigkeit den Inden unter den Christen zu wohnen gestatten könne. TaS Gnlachtcn. das ganz bftr Geist jener engherzigen Zeit atUnet. gelangt zu dem Ergrbnitz, dag die Juden entiveder gar nicht oder nur' unter sehr drückenden Einschränkungen zu dulden wären. / Schleimigst sandten die Räthe dem Landgrafen Philipp die» Gutachten, und zwar mit dem Bemerken z«. datz sie ..in Wahrheit und nach ihrem CtelMen nichts daran zu ändern wüßten". Obgleich n»lw Landgraf Philipp/ein hirchsinnigrr Fürst, der durch skifriges Bibellrsen i eine' nicht geringe Vertrautheit 7 mit der heiligen ist gewonnen, die Mfgest.eüten Säste deS Gutachtens sirgveich bfzvidetlrgte. so stand er doch zu sehe im Banne seiner Zeit, al» daß l'- er°sich den» ^BederlKn"^ncht hätte bengtn fosten. wenigstens so weit, s daß er den Änfenthalt der Juden iü' seinem Lande auf zwei Jahre, vorläufigbcschränkte.und zivar aus Gründ "einiger von ihm auf- Mellten Artikel, da. die ursprünglich'von hen Gelehrten festgestrllte' sWtdnimg den Juden den Aufenthalt völlig üinnögllch gemacht hätte derWpnWS dem Lande identisch gewesen 7/lvüre^ So entstaüd. die im Jahre töW publizirte Juden - Ordnung. . /die Leiste rechtliche Grundlage für die in Hessen wohnendcn Juden. di/,7 wie sehr sie Mich gegen den ürsprüngsicheil Entwurf genlildert Dwar^ doch' noch Härten genug in sich schlotz' nnd eine große' Selbst» veHugnung seitens der Juden bedingte. ' 77 ' - i3u der Thal zeigte sich auch schon nach wenigen 'Jahrendaß dir harten Bestimmungen mir geringe Beachtung fanden , so daß sie im Jahre 1543 durch eine nenr Inden »Ordnung wieder eingeschärst werden mnßten. Jnsbesvildere wurden dir Bcstinmumgm über den "Besuch.der BeiehklnigspredigleN seitens der Juden, dir Aiifsicht über - die. in den Hände» der Juden befindlichen' hebräischen Schriften, die, . ’ soweit sie Christcilfeiiidlichcs enthielten. verbrannt werden sostteii. er- Deut. ES' sollte daraus geachtet werden,, daß die Juden nicht »nit / Christel» Tiber ReligiönSlehrcir dispntiren. >1cdcs Wuchers, des Handwerksbetriebs'. des züiiftigeii Handels lind des kleinen Geldrvcchsels 'sich hei harter Strafe enthalte». Ja. es »vnrde eigens ein Beanztcr ' 7 lJnqiiisitor) aiigrsiellt. der in» Lande iimherrkisen und. mit Straf- ''recht ausgestattet. auf's Strengste die Besolgimg der Judtii-Ordmmg liberwachen^Uiid auch die in der Aufsicht über die Juden lässigen Bcamteii mit Strafen belege» sollte. . >Mch Philipps Tode , wonach das Land i» vier Theile zerfiel. iiiivi 1 tyt luuiu. mb Gevatter, wir haben^as BüchteiAZ Gießen Rigrinus der Autor Halde« u dyraus. daß es lchttcht Werf un« Jam Hessens ansehnlichster Thcil an Philipps ältesten Sohn, Landgraf Wilhelm IV., den Stammvater des späteren hessischen Firrstcn- .. geschlechts, das nn Jahre 1866 so.schmachvoll endigte. Einfach, edel, anspruchslos, snr die Zukunft denkend und wirkend, hat sich Landgraf Wilhelm des Ehrennamtns ^der?Mise'>toi ihn: die Geschichte ^beilegt< allch durch sein Bechaltcrr gegen Äe Juden in hohem Grade ' würdig gemacht. Tenn ist ihm erfreuten sich dieselben eines wohl- . ^wollenden,'.humanen Fürsten, eines sxeunblichen BeWtzers. Bezeichnend füd seine edle Gesinnung ist ein Schreiben, das er an feinen j ^fürstlichen Bruder, den LtMdgrafell Ludruig, der» bei der Erbtheilnng! .'V 0 •.v.-;."-/■ .V‘ ' ' ' . Oberheffen zugetheilt war. wfflm ber Schriften bei Judenfeinds Rigrintts richtete, tmd das wir. um dw liebenswürdige Denkt lveise, die humane, rdle Gesinnung des hochherztgen Küchen dar zulegen, in Folgendem mtUt>cUeu wollen. Das Schreiben, in dev sich Landgraf Wilhelm ein Ehrenmal geschaffen. lautet: »Freundlicher, lieber Bruder und< welches Euer lieber Psarrherr* zu ausgehen lassen, gelesen. Befinden schier nichts darin ist. all Fadeln von dem durchstochenen sakramentliö Brod und dergleichen. Und was darin ist. so ein wenig einen NervumH haben mochte, solches ist alles von Worten. zu. Worten aus and Autoribüs mutnirt. Z»»de»n. da auch solche Argumenta', die in berührte Büchlein angezogen werde»!, gelten sollten, so müßte mau keine.and Religiousvenvaüdten änßerhalb der Religion. der die Obrigkeit zngetha«^ gedulden, sondern die Papisten. Kalvinisten und alle andern Seeten' trieben werden, davon döch Gott< der ^err gar kein Gebot hat gegetie sondern will äußerliche Polizei und friedliches Leben bei allen erhalte häden. sie seien gleich »rrelcher Religion sie wosten. darum a»»ch-S. Paulus! spricht, wann sie eS also verstehen wollten, taft sie die Gottlosen sollt meiden, so würde er sie heißen ans der Welt gehen. Und batten alfH die Papisten eine gute Bemäntelung, keine andete fttljßioii tu ihri Länden, als die papistische, lvetche sie für wahrhaftig boltfir. \\i leid dervhalben dann solche Propositiones, sonderlich aber bei dielen Zeilen zu gar nvsruchlbar. Dkeweil wir nun vernehme»»., daß gedachter E. L. Piarrt^r w BortzabenS' sein solle, noch, mehr Bltcher mth sonderlich gegm. dtt Xnso'uotn zu Ingolstadt im .Druck anfgeden zu tasten, so th»rn wir Hisr2 mit S. L. freuirdlich und brüderlich erinnern, daß V..L. gedachten Rigrino . untersagen lassen, daß er sich mit solchen Riesen zu kämpsi nicht n»lierwinde. dann wir uns besorgen, er sei ton viel ZiS! gering. , Zudem unser.geliebter Herr Bater gottseliger seinen Theologen wxffi gestattet, wider Andere Bücher zu schreiben, denn darar^ kvmüe leichtlich em solches Gezänk wie in Sachsen und anderen Landen eriotge,». Wolltet! E.L^ans treuer^^brüderlicher Wohlmeiunng solches nicht dergert. ^Dat. Casiet. an» 19. Februar 1570. ' Wilhelm..Landgrä» zu .^esten^ v' iUitjüiiiin Obrneli und das 3iibrutl)itiii. N. .. . . Bo» PH. -lrnilstei». ' Bei scincr.Besprechung des. wie er »lnnbl. verderblichen Eiid> sinsieS HeincS. nNs' die dentsche LitterMnr wirst Treisichle diese speziell und dkn Jn^de» in» Allneineinen vor.'.dnß sie 'ich seldft sti versvotten litven »Mb erklärt dies nls eine Wictnnp niaiigclnde Selbstiichtunn in Folge inhrhundnilnirger Unlerdriiänng. Leidel hat er. mit dieser Bcichnldigung »ichi allein bei Heine Reck» der n»ij Bezug auf du-:- Jiidenthnin./vic mir dno Teutscklhi»» »nd i»t-e niidc erriste Sache pviichen Si'ifTiiiicntoiilät und cunischcni Spott ln» uii -her schlväntt. sonder» onch.ionlt ist dieictde uicht.gm»; »nbcgrundes und jene döse Geivohuheil trägt emicknedeii sebr viel du;'» bei. dt! Juden in den Äugen ihrer chrisllichcn Mitbürger hernblusepen. I vollsten Gegenscip z» .Heine stebl in dieser Beziehung Benin»»»!» TiSrneli, der spätere Enrl vf Beneon-rfield. drr 'ivie irner jüdische Abkunst, »veim nuch iiidil jüdischen pilnubcns. stet» sich >»it Stolj seines Ursprungs erinnerte, tiet nachdnchte über dir Stellung sk»»iki StninineSgcnosirn, und als Schristslcllcr >r>ie als ParlninentnrH tapfer focht.für ihre Rechte. Dabei ist seine Apologie des Judemhu»» »vie er sie dargelegt hat in mehrere» seiner Schrifteir und vertrete hat ii» seinen Reden, so ongniell, daß es sich »vohl lohnt, in Kür, ans dieselbe eiiijngthen. Die Geschichte des Kainpse-r der englischen Jude» um Ema»! zipatio» nmfoßt 20 Jahre, von lKi» -.'»8. Als * man im Jahre li uni eine Revolution ^;u verhütt», den^itholiken politische Rechte gc»H

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