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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-11-06 · Heft 43 (6.11.1890) · p. Seite 551

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 43 (6.11.1890)
Date
1890-11-06
Page
Seite 551 (sequence 3)
Language
German
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551 w : Üi'irkt ein .\tim|l|liii1lcju des Iudcuhastes. eine Probe tiltemrifdK Verdrehung »»d Bcrduntelung! Wer hol dem „freunde Ijrael»! offenbart, daß es bcu heutigeii Juden auch nur im Traume einsällt zu deinen, daß »ihr Beixi» und Fasten" die ganze Leistung sei. welch die Wirkung der Sinidenvergebnug Hali Hat den» der ..Freund Israels" so wenig Freunde in Israel daß ihm die Versöhiiuygstheoric. wen» wir jo sage» dlirsc». wie st : schon von der Bibel ausgestellt wird, ein Buch mit sieben -Liegest ist? Weiß er denn nichts von-jenem Schlußsätze in Leviticus Iti. 3C -der da lautet: Tenn an diesem Tage wird (fr aus Euch decket sdlicel - feine Liebe, Euch von alle» Eueren Lunden zu reinigen vor (iwtt sollet Ihr rein sein! Lind die Schlußworte nur ein .'Desto eifriger greift aber der Indcnhaß heute zu modernen Massen zu litterarischen Berduntelungezr! . So lesen »vir im Jiiirihest der vom Berein der Freunde Israels jn BaselheranSgegebenen! periodischen Schrift, welche den Titel führt: ..Der Freund Israels", Folgendes: „Ter Hauptgegenstand der Predigt Jesu nvar das Reich ÄotteS und seine Aufrichtung. Daß die Zeit erfüllt sei, daß man jetzt-eine gründliche Berändening der Gesinnung und deL LebenS'inS Werk setzen müsie, damit dasReich Gottes ins Leben treten könne, das legte JestiS seinen Hörern vorzüglich anS Herz. Das war für die Inden eint ganz neue, Aufskhen und Staunen ■■ errkgendr l^otschast.7 . ' : / Also ^ine gründliche Be'ränderung der Gesinnntig lind de? Lebens". - das war-für die Juden eine „ganz neue, Aussehen und-Staune» er-. . Phrase? Wer nur eine geringe Kenntniß von dem Geiste de regende'Botschaft." Man weiß wirklich nicht welchem-Gefühl inan hebräische» Sprache hat. der weißes, daß eine zwecklose Tautologi die Herrschaft einrnüinen soll, wenn inan diese Worte liest — soll in einfachen» prosaischen Stücke» der heiligen Schrift nnr selten ge inaifHjimisch und schadenfroh in helles'Lachen ausbrechm über die funden wird. ' Tie Lchlußworle in diesem Latze »Nisse» daher »rgir tieft Unwissenheit des „Freundes Israels", dem es ein Deheimniß zu und richtig, aufgefaßt werden. In ihnen liegt das ganze Geheimnis hin scheint, daß lange» lange yor dem Auftreten Jesn derProphet - der Sündenvergebung. ..Bor Gott müsset.Ihr rein sein", d. h. dg .Jesaja <s gewesen, der mit Feuereifer gerade auf die nvthweMge ganze" am Bcrsvhnungslage zur-Ausführung gebrachte Rinwl dring ^AeUdeMig der Gesinnung hingewiesen, der unzählige sstkale die im trnch nur dann die Sühne, wenn. Ihr vor Gott rein »ein »verdei Gewändeder Scheintzeiligkeit, a»lf die pünktliche Ausübung der religiösen »v^r» Gott, der Herz und liieren prüft, kein Fehl und leine Falsch "Gesetze »nid Vorschriften stolzen Heuchler, denen es>at» innerer Läutening heit in .Euch lind an Euch entdeckt, also — Reinheit der Gesinnunj uitd Läuterung des Herzens--»vahrniinmt. Allein, selbst zugegeben daß der pentatenchische Standpnntt ein primitiver und die angegeben 1 Mlarung obigen Schlußwortes nur eine willkürliche sei, »vas wi teineSrvegs zngeben. auch dann müsse» ,vir den »Freund Israels' fehlte, gegeißelt hatte,, »veil er das Wesen »vahrer Fpöinmigkeit nur "in der iauterstek» Gestiinung erblickte, .so daß eine'„gründliche Verändernng der Gesinnung und deS Lebens", keineswegs eine, „ganz »me. Mssehen »nid Staunen erregende Botschaft" gervesen! . X " Oder ist es.nicht die grosre Unwiffeizheit, dw-^der Freund Israels" Elster zlim Besten, giebt,. ist es vielmehr eine die..Zor.neSader ft»»»» einer rabuliftifchia» Berdrehnngskunst bezichtigen. Hai er denn de» Jesaja zu lesen vergessen, der in meisterhaftem Gedanke nflnge |id ^Schwellen briiigendk Berdrehlnig »lird- Berduntelniig.. der-Thatsächei». über die thörich ~ uni» »INH scheint dies gar nicht ziveiftlhaft .—.dann fragen wir.: ' von Euch? Meinung erhebt, daß nur O pfer und Fett de» nur das erste Kapite mir die Menge Euere! betretet.' »ver verlangt v Wenn Ihr noch so viel betet, erhöre ich Eück -Ist'däsiiicht religiöser Hypnotismus, mit deffen Hilft ^brauchbarem - Medien" Mezivuugm werden »sollten, das IzidenthMi» zu verachten heißt .dann il» her bezeichneten Schrift weiter: „Die Sache, um die cs sich handelte, war auch irberails wichtig/stie betraf eine» Hariptgegenstiind dfr jüdischet» Religio»»/mid des .ftriltus. eine Sache, die danii aiichin der christlichen nicht, den»! Euere Hände siiid voll des Blutes! 'Waschet Euch rei»»iget Eiich, entfernet die Schlechtigten Euerer Thaten vo> »»einen Augen. lehret und lernet das laute. suchet an das Recht, .berühiget den tinterdrücklen. gehet auch »Ni der Waise zu Gericht und führet die Streitsache der Wittrve.- Nock deutlicher spricht sich Dentero-Jesaja Kap. »>S über unsere»» Oiegenstai»! ' Religio»» eine CeNtrallehre Mvorden ist die Sü»deiiVergebung.-.. •."! j aus. Ist das ein Fasten, ruft er aus, ein Tag. an dem der Menfck rchilfe gleich sein'Haupt, ■mit' daß e» lagere - das »nagst d» ein Fasten neune»! efallrnö für de» Eivigen Ist das. ein kein Opfer dargebracht ^var, »vie hätte da Gott -Sünden vergeben 'Fasten. das ich verlange? -Fürwahr?. Oeifuen die Schlingen des köniten? Er hatte ja die S»ndeiivcrgeb»»»ig von deii Opfern ab- Frevels, lösen die Bailde des Joches »)»d sreilastei» Unterdrückte' Dem Mit der- Därbringnng deS. Opfers war die Hungrige» Tein Brod breche», de» Armen und Irrenden in Tri»! iMgig'gemacht. Siindeiwcrgühiingvcrknüpft, wie die Wirkung »nit dev Ursache ver- Haus bringe», »veiin Dn einen Nackte» füllst. ihn kleiden n»d Deine»» Fleische Dich nicht riitzichc»!! - tnjipst ist. Das war also die jüdische Anschauung von der Sülide»- . Vergebung, und sovdächten änch die Schristgri ehrten. ... . Und so I denken Iudei^Noch heiitzutagr,!dbschon sie. keine»» Altar.mehr haben, auf denr/iic blutige oder unblutige Opfer darbringen könnten.' »nh/ftine Minter, denen sie an Gottes Statt ihre Sündkn betennen dnd die Opft^dinhäiidigcn könnten.- - Die Grn»danschau»»ug ft't -^desivegen^ doch wlcftibe. An die Stelle der Opfer siiid «ur ihre : 'Gebete »nd, Fasten, getreten. Wenn sie ä»i großen Bersöhiiuiigstage Mstch . in ihren'Synagoge»» versammeln, dann beten >>nd jasten sie den Mganzen Tgjj».und^lann sind sie versichert, daß khift»» Gott die S>ii»dri» s. gaiizen Wahres, vergieb^ Ihr Beten »ind Fasten ist die Leistung, Ache dieWirkung-htit. daß der barniherjige GvttVihiien alle ihre siinLeiibergiebk." Wer in aller Welt außer den» ..Freunde Israels" hatte da noch die Stirn, zu behaupten, das Iizdenthiun kenne »ur eine Sünden- Vergebung durch Opfer »nid verlange keine Laiitening der Gesinnung t Wen» der Prophet Joel äiap. L. I! sagt: Zerreißet »oder bester reißet auf) Euer Herz und ilicht Euere rNivänder, hat er da et»vaS Anderes im Sinne, als de» Hmiveis auf Läutcrnng der Gesinnung, auf Reue und Rückkehr zum Guten, iveil mir dies das Unheil abznwenden vermag? Glaubt aber der „Freund Ijraels", baß das rabbinifchc Iliderilh»»»»» den S^^wuntt der Propheten vrrlasten halt?, jo venvcifeil »vir ihn ans zi^^Wvi i»> Talimid. Im' Traktat kko-seti-Iill'-ekiinali pr»x. 16b heißt es: Rabbi Jlzchak-sagt:, Bier Dinge tönnen ein böses Verhäng»iß abwendm;

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