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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-10-23 · Heft 41 (23.10.1890) · p. Seite 531

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 41 (23.10.1890)
Date
1890-10-23
Page
Seite 531 (sequence 7)
Language
German
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531 n. Daß;en vereshäuser Gottesschaumig rstellung gewiesen nnerhalb je Spur > Zähned in der rche das viger ein ie Juden Mensch wird und c Juden- ■tt Dienst n, „nicht i meinen ie Lehren emeingut nt Wahrdie kein schreiben; turnt, ein Buch, lig erfüllt ta „Alles iner alten )er Reihe nur derselbst alle einem so ichkeit der m jungen t Kloster" •tt hätte), .ott sah, •m jungen für Alles es Alters, mderlicher „Sprich nt als di. i."-) I' Trägheit stets al. es ist tun >enn mau er werden, min peje»! äoLioront oußte, wie >n, so sin^ el u.s. tu.". er. R. u. Nene Auffassung einiger Stellen de? biblischen Exodupberichtea. Ein Brief an Herrn Dr. Gustav Karpeles. Von Georg Ebers. (Fortsetzung.) Nach dem Gesagten bleibt nur noch zu erklären übrig, wie ich dazu kam, nicht diejenige Gebirgsgrllppe, welche heute für den Sinai der Schrift gilt, und an deren Fuße sich das Kloster erhebt, dessen Mönche sich „die vom Sinai" nennen, sondern den weiter nördlich gelegenen „Serbal" für den Berg der Gesetzgebung zu halten. Sie wissen, verehrter Freund, daß ich schon in der Vorrede zum Josna die wißbegierigen Leser dieser Erzählung, denen es um eine Erklärung dieser Annahme 311 thnn sein konnte, auf mein „Durch Gosen zum Sinai" verwies, wo die Sinai-Serbal-Frage eingehend behandelt wird xmb die Erwägungen und Dokumente vollständig mitgecheckt werden, die mich bestimmten, mich gegen die ältere Tradition zu Gunsten einer, wie ich glaube, noch älteren und dazu wahrscheinlicheren zu entscheiden. Hier werde ich selbstverständlich nur die Resultate meiner Untersuchungen und die zwingendsten unter den Gründen mittheilen fönnen, welche mich auch jetzt noch nöthigen, an meiner Allsicht festzuhalten. Ich bin nicht der erste Forscher, bem es wahrscheinlich erschien, daß nicht der Sinai der Mönche, sondern der Serbal für beit „Berg des Herrn" gehalten werden müsse. Der Schweizer Burckhardt, der zuverlässigste mtb einer der bestunterrichteten und feinsinnigsten unterallen Orientreisenden unserer Zeit, sowie Richard Lepsius, den mall sicher zu den kenntnißreichsten, gellauesten ulld vorsichtigsten llnter den kritisch geschulten Gelehrten zählen durfte, waren der nämlichen Meinung. Burckhardt ließ sich besonders durch den Eindruck bestimmen, den er beim Anblick des Serbal empfing. Jll seiner gewaltigen einheitlichen Majestät schiell er ihnl geeigneter für einen „Berg des Herrn", der so lange als heilig im Bewußtsein des Volkes lebte, angesehen zu werden, als der Sinai der Möllche, der eher den Namen eines Gebirgsstockes als eines Berges verdient, und bem gegenüber sich von vornherein die Frage erhebt, welche von seinen drei nebenetnanber gell Himmel ragenden Spitzell, voll denen jede für sich ein Bergindividuum darstellt, als „Gipfel des Sinai" betrachtet werden darf, während der Serbal als ein einiges Bergganzes allfsteigt llild sich in ähnlicher Höhe wie sein Rival zu einer herrlich geformten, alls weiter Ferne sichtbaren siebenzackigm Krone zuspitzt. Von allen mir bekannten Bergen gleicht er am meisten dem Schweizer- Pilatus, doch erhebt er sich nicht wie dieser unter anberen ihm ähnlichen Höhen, sondern überragt in einfanter Majestät seine ganze Umgebung. Auch besteht fein Fuß wie der ganze übrige Körper aus llacktem Gesteill, während der des Pilatus von grünen Matten und Wäldern bedeckt ist. „Welch einen gewaltigen Allblick," schrieb ich ihnl gegenüber in nlein Tagebuch, „bietet diese harte, llackte, ullgeheure Höhe von braunem Granit," während ich auf dem Gebiet des Sillai der Mönche wohl gewaltige Felslnasseil erblickte, llirgends aber 31t der Empfindung gelangte, es hier mit einem für sich bestehenden Gebirgsriesell 31t thun zu haben, der sich als solcher fest in das Gedächtniß einprägt. Dem vorsichtigen Lepsius und den Vielen, die unserer Ansicht beipflichteten, erging es nicht anders; aber selbst die schärfsten Gegner derselben, mtb unter ihnen auch der scharfsichtige Palmer, dessen tragisches Ende dllrch ben Sprung von einer Felsenklippe nuferer Halbinsel, zu dem feindselige Bedllinen ihn zwarlgen, unvergessen blieb, gestehell lvillig zu, wie lnächtig der Anblick des Serbal auf sie wirkte. Er, der die ^af^afklippe des Sinai der Mönche, llicht die Dschebel-Musa- Spitze, der die Klosterbrüder, Tischendorf, Strauß und andere Reisende I diese Ehre zuerkennen, für die Höhe der Gesetzgebung erklärt, bekennt! redlich und ohne die Waffe zu scheuen, die er damit den Gegnern j seiner Ansicht in die Hand giebt: „Der Serbal, aus einiger Entfernung! gesehen, zeigt solche Kühnheit der Umrisse und so mächtige und abi geschlossene Formen, daß er dadurch das Recht gewinnt, für eine der; großartigsten und sich anl mexften von allen übrigen allszeichnenden; Erscheinungen der Halbinsel gehalten zu werdell. Ist er auch weniger; hoch als andere Berge, so gestattet er doch einen weiteren Rundblick ■ als selbst der Dschebel Katherin und Umm Schomar." Dazll bemerken wir, daß der Serbal, dessen Basis weniger hoch über dem Meeresspiegel liegt als die des Sillai der Mönche, bem unbefangenen Beobachter über 2000 Fuß (engl.) höher Vorkommen Nluß als dieser.r) Zahlreiche andere Reisende, ja weitalls die meiften, fanden auch mit uns ben Anblick des Serbal großartiger als den seines Mitbewerbers llm den Vorzug, der Berg der Gesetzgebung zu sein. Der treue Berichterstatter G. Fisk ist im Recht, weml j er den Serbal „den Aristokraten der Landschaft" (the aristocrat of the scene) nennt und versichert, ihlll gegenüber den allergewaltigstell Eindruck elnpfangen zu haben. Nicht mir Reisende und Gelehrte, sondern auch hervorragende Künstler sprechen sich in ähnlicher Weise aus, und auch Sie, verehrter Freund, werden mit mir geneigt sein, den großartigsten,! majestätischsten und am tiefsten auf den Beschauer mirfenben Berg der; Gegend, um die es sich handelt, lieber für die Höhe zu halten, welche; Mose wählte, um von ihnl aus bem Volke das Gesetz des Herrn zu verkünden, als einen anderen Gebirgsriesen, der weniger ins Auge fällt, niedriger erscheint und sich, schon seiner Treitheilung j wegen, minder tief als etwas billiges und Ganzes dem Gedächtniß! einprägen konnte, als fein nur nach den Meßinstrumenten des j Ingenieurs höher erscheinender Nachbar. Vielleicht geben Sie sogar i zu, daß dieser Grllnd für sich allein genügen dürfte, den Laien auf unsere j Seite zu ziehen. Doch es tretell dazu noch andere Beweismittel in Fülle,; die zum Theil scholl von Lepsius erkannt wurden, denen ich aber; eine stattliche Reihe voll neuen hinzufügen konnte, die sich mir theils : aus den an beide Berge geknüpften Traditiollell, theils aus der 1 Durchforschung der Schriften ergaben, die sich auf die ältesten; mönchischen Niederlassungen in dieser Gegend beziehen. Daß das Lager des Volkes am Sinai sich ebenso gut, ja vielleicht besser in das Thal jenseits der Oase Firan im Angesicht des j Serbal verlegen läßt, als in die er-Raha Ebene am Fuße des! Sinai der Mönche, habe ich in „Durch Gosen zum Sinai" erwiesen, i und ebendaselbst auch gezeigt, daß der Serbal sicher schon vor den i christlichen Niederlassungen auf der Halbinsel, die uns beschäftigt, - für einen heiligeil Berg gehalten wurde, wahrend sich dies von dem! Sinai der Mönche, den wir allch die Dschebel Mnsa-Gruppe nennen - dürfell, keineswegs llachweisen läßt. Auf der Strecke, welche das! Dophka der Bibel (heute Wadi-Maghara) vom Serbal trennt, findet! sich nämlich eine Menge voll flüchtig in den Stein gekratzten Inschriften, die unter bem Namen der Nabatäischen oder Sinaitischen bekannt sind, und deren Entzifferling dem Leipziger Professor Beer (ft 1840) zuerst gelang. Nöldecke schloß später die auf ihre Natur und Herkunft bezüglichen Forschungen ab, indem er erwies, daß Die- 0 Laut den jüngsten Messiulgen der Ingenieure der englischen Surveyexpedition ist der Serbal 6720, die höchste Spitze der Gruppe : des Sinai der Mönche 7368 hoch; nnb doch muß der Serbal dem; Wanderer höher erscheinen.- denn die Basis des ersteren, die er-Raha . Ebene, liegt 5000, die des Serbal, der Wadi-Firan nur 2000 englische! Fuß über beut Meere, woraus sich ergiebt, daß sich dem Beschauer der; Sinai der Mönche als eill 2363, der Serbal aber als ein 4720 englische; Fuß hoher Berg präsentirt. Dieser mllß also dem Wanderer höher er° j scheinen als jener.

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