Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 41 (23.10.1890)
- Date
- 1890-10-23
- Page
- Seite 529 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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ter stillen. Mäßigung: .fturcmba Nach der jftube, bcwie Wien, gen Eifer. - nicht um )er Würde )n Namen? bewährt llung einn, daß sie -n gelinge, mögen sich icht gehen. allen, das :r dreizehn s an berede, unter tismus be- Masse des Freiheits u die Her ibe, welch» res Straf zte Trauei irten Welt, zsheld den es und ge ch mannig bellen ihn König axu st und Alt ale Kontrm meinde allen , welche , folge hier 0,000 In Pantalons '>,000 Paar ick Gatyei Kavallerie i Zustande llen weißem 50 Centner ontursvrte i in gleiche! einen odo Sorte eim )O fl. E. Na .mg denno/ Lahrg 189- > - r>29 nicht eingehalten werden, so ist „beim Eintritt des nächsten Termins auf's Neue wieder der Betrag von 500 fl. per Tag vorzuschreiben und in dieser Weise bis zur gänzlichen Ablieferung vorzugehen, so baß für den Tag eine doppelte, dreifache :c. Kontribution gezahlt werden kann." Die Lieferung der Pferde mußte „binnen einem Monate vollendet sein; im Nichtzuhaltungsfalle ist der Judengemeinde die gleiche Strafkontribution aufzuerlegen". — Die Blut- und Gewaltherrschaft Haynau's war auch für die Juden eine traurige, trostlose Zeit, in welcher sie nur die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufrecht erhielt. Die Gemeinden fetzten alle Hel el in Bewegung, um von dieser unerhörten Last befreit zu werden, und versuchte endlich durch den Rabbiner Mschmann und den Borsteher Schweiger sich an die Gnade des jungen Kaisers zu wenden; allein alle Bemühungen waren erfolglos — es wurde ihnen keine Audienz bewilligt. Das Wenige, was sie erreichten, war, daß (Dank der Intervention des Pester Juweliers Aron Löwy Stern) Feldmarschall Graf Radetzky sich bereit erklärte, die Deputation zu empfangen. Tie beiden Herren wurden in der That bei Radetzky vorgelassen. Dieser konnte ihnen nicht viel Hoffnung geben; in der Sache ließe sich kaum mehr etwas andern, „allein — fügte der Marschall hinzu gedulden Sie sich einige Tage, da wird der „Rappelkopf" nicht mehr im Besitze der Macht und Sie werden von der drückenden Last befreit sein". Nach niesen Worten schien Radetzky nachdenklich zu werden, und er fragte nie beiden Herren, wo sie wohnten? Diese gaben die Wohnung an und wurden freundlich entlassen. Kaum zu Hause angelangt, wurden ie zu ihrem nicht geringen Schrecken festgenommen und in ein Geängniß gebracht, von wo man sie nach einigen Tagen unbehelligt litließ. Erst später erfuhren sie die Ursache der geheimnißvollen Verhaftung und ebenso mysteriösen Entlassung. Radetzky hatte sich ein wichtiges Staatsgeheimnis; — den Beschluß, Haynau zu entfernen - entschlüpfen lassen, und um sich zu vergewissern, daß die beiden Eingeweihten keinen Mißbrauch damit trieben, ließ er sie festnehmen and sitzen, bis die allerhöchste Entschließung allgemein bekannt wurde. So wurden Rabbiner Fischmann und Borsteher Salomon Schweiger Mitwisser eines hochbedeutsamen Staatsgeheimnisses— Die Abberufung Haynau's brachte auch den Juden, wenn nicht die gänzliche Befreiung, so doch wenigstens Erleichterung. $ Oott sah, daß c? gut war. Bon Dr. David Cassel. (Schluß.) Aber nicht blos der Eindruck, den das göttliche Walten in großen md mächtigen Zügen, in den Erscheinungen der Natur und in der Leitung des Menschengeschlechts macht, erfüllt den Dichter mit ahnungsvoller Freude über den weisen und gütigen Schöpfer und Erhalter der Welt. Auch der Denker, der das Buch studirt, an offen Anfang das bedeutsame Wort steht: „Gott sah, daß es;ut war", der seinem Geiste die göttlichen Gebote vorführt, von enen das Leben des Israeliten bestimmt und geregelt wird, findet n ihm seine Freude und sein Ergötzen. „Die Lehre Gottes ist vollommen, sie erquickt die Seele; das Zeugnis; Gottes ist wahrhaft, s macht die Thoren weise; die Verordnungen Gottes sind gerade, ie erfreuen das Herz; das Gebot Gottes ist lauter, es erleuchtet die lugen." ') „Ich freue mich deines Wortes, als hätte ich reichliche teilte gewonnen."') Und in dem Satze: „Wäre nicht deine Lehre mein ') Siehe „Magyar Salon" 1890. Der vor Kurzem verschiedene Schrift- Neller Bert hold Reiner erzählt diese interessante Episode, welche n weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. -) Ps. 19, 8-10. / Das. 119, 162. Ergötzen, so wür' ich untergegangen in meinem Elend," 0 ist gleichsam ahnungsvoll angedeutet, was meist in den schlimmsten Zeiten dem Juden die Elastizität seines Geistes erhalten sollte. Mit dieser Freude am Studium des Gesetzes nehmen es die talmudischen Lehrer so genau, daß sie dem Leidtragenden derartige Beschäftigung mit wenigen Ausnahmen untersagen.') Unterstützt und gehoben wird diese heitere Lebensanschauung durch eine Kunst, die von den ältesten Zeiten au in Israel Pflege gesunden, nämlich durch Gesang und Musik. Während von den wichtigsten und bedeutsamsten Erfindungen die Namen der Erfinder sich nicht erhalten, hat die Ueberlieferung den Namen des vorsintfluthlichen Erfinders der Zither und der Harfe aufbewahrt.0 Musik Gesang und Tanz ist das künstlerische Dreigestiru, welches des Israeliten Leben erhellte. Musik, Gesang und Tanz feiern und weihen jedes im privaten, politischen, religiösen Leben denkwürdige Ereigniß, z. B. die Abreise eines Freundes, ') den Durchzug durch das Schilsmeer, / das Hinaufbringen der Lade nach Zion, I die Rückkehr aus dem siegreichen Kriege/) die Einweihung des Tempels/ wie den festlichen Gottesdienst in demselben. / Der Musik schrieb man überhaupt einen ganz eigenthümlichen Eindruck aus das menschliche Gemüth zu. Nicht blos, daß von dem schrvermüthigen Saul der „böse Geist" (wie die Schrift sich ausdrückt) wich, wenn des jungen David Harfe erklang,,0) Musik war auch dazu angethan, den Menschen den göttlichen Offenbarungen zugänglich zu machen, seinem Geiste die Bahn zu höherer Erkenntnis; zu eröffnen. Der junge Saul begegnet — so wird erzählt, einer Schaar Propheten, welche unter dem Schalle musikalischer Instrumente weissagen, d. h. göttliche Weisheitssprüche verkünden, und fühlt sich plötzlich von einem anderen Geiste beseelt, er ist ein neuer Mensch geworden; er schließt sich — zum Erstaunen seiner Bekannten — den Propheten an.') Der Prophet Elischa, um eine Offenbarung befragt, läßt einen Spielmann kommen, und erst dessen Musik erweckt in dem Gottesmann die prophetische Thätigkeit.'/ Wie vielseitig und mannigfach die Pflege der Musik war, geht aus den zahlreichen Namen musikalischer Instrumente hervor, die sich in der Schrift, zumal in dem Psalmenbuche finden, von denen allerdings nur der kleinste Theil näher bekannt ist. Es scheint überhaupt im alten Israel stellenweise recht heiter zugegangen zu sein; heiterer, als den strengen Wächtern der Sitte, den Propheten, gefiel. In Weinhäusern fanden sich schon früh am Tage Gäste ein, und auch am späten Abend war es daselbst lebendig, wenn gar erst der Wein die Köpfe erhitzt hatte.'/ Musikbanden ließen sich dabei hören und begleiteten Gesäuge der Gäste,") die uns nicht aufbewahrt worden. Harsenmädchen zweifelhaften Alters und noch zweifelhafteren Rufes durchzogen die Stadt;'/ auch ihre Lieder sind vergessen worden. Manch'vornehmer Israelit, der ein wenig auf einem Instrumente klimpern konnte, hielt sich für einen Künstler wie David.'") — Daß man am königlichen Hose Sänger und Sängerinnen hielt,") wird nicht aussallen; aber auch bei dem Tempeldienst war Musik und Gesang nicht verpönt; bei der Rückkehr aus dem babylonischen Exil zählte man an 200 Sänger und Sängerinnen. — Wemr man bedenkt, wie tief Synagogenmelodien in das jüdische Leben eingedrungen sind und ') Das. 119, 92. / Moed Katan 21a u. •/ Jubal, „Vater Aller, die Zither und Harfe spielen"; daneben den ältesten Zeltbewohner und Hirten lJabal) und den Verfertiger von Geratheu aus Erz und Eiten (Dubai faiu 1. Mos. 4. 20—22. / 1. Mos. 41, 27. / 2. Bios. 15, 1. 20. 6) 2. Sam. 6, 5. 15. Z 1. Sam. 18, 6. Ps. 08, 26. / 2. Ehr. 5, 12. 13. ") 1 Ehr. 16, J).!0) 1. Sam. 16, 23. ") Das. 10, 10. 11. '/ 2. Kön. 3, 15. '/ Jes. 5 11. 22. '/ Ezech. 33, 32. Ps. 60, 13. Hiob 30, 9. Klaget. 3,14,69. '/ Jes. 23, 16. '/ Amos 6, 5. 17) 2. Sam. 19 36.