Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 40 (16.10.1890)
- Date
- 1890-10-16
- Page
- Seite 519 (sequence 7)
- Language
- German
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519 dcs nm s§ fronen Meer und So , und im llischc wie svlgt.) richte?;. rrtsetzung. Aegypter rüche aui c Heer bei ab sobald eti 1., bei fruchteten (\ Wasser lvieber an bietendem heinlischen lgleich ber Webäubc, tf)iu tonn, räthe auf beburfte. unb seine unb den enkmüleru Borraths unb kleine )rgten sin stellungen indbesitzer zu bur en her in u Pithom e Seiten dies hatte m konnte! ie offeneli geschlossen Luftlöcher Atagazin \ Maneri Sicke, ba| ^mochten. Neigunr beschützen .Schasu", ischen der itten, und ruchtlanl dern und ihr Vieh fortzutreibett. Kamen sie in friedlicher Absicht, so hatten sie — erhaltene Papyri lehren es — auch noch zur Zeit des Pharao des Auszuges zuvor die schriftliche Erlaubnis; der ägyptischen Behörden einzuholen. Gegen ihre feindlichen Einfalle sicherte ein System von Festungswerken „die Blöße des Landes", deren schon Joseph im ersten Buch Mose's gedenkt, da er die Brüder beschuldigt, gekommen zu sein, um eben diese „Bloße" auszukundschaften. Sie waren ja auch von Osten kommende semitische Hirten, die sich leicht mit den Schasu verwechseln ließen. Das befestigte Borrathshaus von Pithom -Suecoth gehörte nicht eigentlich zu diesen Forts, doch mußte es, wie gesagt, gleichfalls Bertheidignngszwecken dienen. Das Gesagte, wertster Freund, wird Ihnen und den Lesern dieses Blattes gezeigt haben, wie ich dazu kam, zu berichten, die Hebräer seien von Zoan-Tonis-Ramses aufgebrochen, sie hätten zu Suceoth- Pithom die erste größere Rast gehalten und das befestigte Vorrathshaus dieses Ortes gestürmt und seines Inhalts beraubt. Hat das Volk in der That zu Suceoth gelagert — und die Schrift bestätigt dies ja ausdrücklich — so muß es nvthwendig in der im „Josua" beschriebenen Weise gehandelt haben, schon weil es höchst unklug gewesen wäre, die Besatzung, die das auch zu Vertheidigungszwecken eingerichtete Magazin bewachte, sorglos hinter sich zu lassen. Daß es am östlichen Ende des Süßwasserkanales war, wo die ägyptischen Heere die Heimath verließen und bei ihrer siegreichen Rückkehr feierlich empfangen wurden, lehren die Denkmäler. Der Wassergraben, bei welchem wir Seti 1., den Vater des Pharao der Bedrückung, Ramses 11., auf der Nordwand des Tempels von Karnak, an der Ostmark des Landes von der Priesterschaft und den Großen feierlich begrüßen sehen und als Triumphator über die Asiaten rühmen hören, wird „der Durchstich" genannt und kann nur bi'it ^üpwasserkaual bedeuten, weil Krokodile, die das Salzwasser scheuen, darin schwimmen und sich hinter ihm (gen Morgen) die Forts erheben, deren wir schon vorübergehend gedachten. Daß die Auswanderer, nachdem sie Suceoth hinter sich gelassen hatten, vor Etham sich wenden und einer neuen Richtilug folgen, ist Ihnen sicherlich aus dein zweiten Buche Mose's befamtt. Es hatte ursprünglich in der Absicht der Führer gelegen, das Volk, welches „durch hochgehobene Hand" und „gerüstet", also Willens, wo es Noth that, Gewalt zu brauchen, ausgezogen war, auf der Aegypten und Vorderasien verbindenden Straße in das gelobte Land zu leiten und die Forts, welche die Ostmark schon vor dem Einfall der Hyksos unter den Königen der 12 Dynastie — ein Berliner Papyrus lehrt es — vertheidigten, zu durchbrechen. Warnin es aber vor Etham veranlaßt wurde, sich zu wenden, blieb lange Zeit dunkel, bis ich in ineinem „Aegypten und die Bücher Mose's"') nachwies — und es sind mir fast alle Fachgenossen gefolgt —, daß unter „Etham" nichts zu verstehen sei, als das ägyptische „Ehetam", d. i. der Verschluß oder die das Land absperrende Veste. Dieses von den Denkmälern mehrfach erwähnte Bertheidigungswerk, das schon in alter Zeit die Mauer genannt ward, welche zur Abwehr der Asiaten errichtet, zog sich über den Isthmus hin, soweit diesen nicht salzige Landseen unzugänglich machten, und die Forts, die es bildeten, wurden alle mit den! semitischen Namen Migdol, d. i. fester Thurm oder Burg, bezeichnet. Die einzelnen unterschied man durch die Namen der Pharaonen, die sie errichtet hatten, und so hieß man sie „das Migdol des Meuephtah" u. s. w. Noch in später Zeit existirte, wie griechische Schriftsteller lehren, diese „ägyptische Mauer", ') Georg Ebers, Aegypten und die Bücher Mose's, sachlicher Kommentar zu Genesis und Exodus. Leipzig, Will). Engelmann. 1868. Zweite verbesserte Auflage ebendas. 1882. oder besser dies Festungssystem, und die Annahme liegt nahe genug, daß das Volk eine neue Richtung einzuschlagen veranlaßt worden! sei, sobald die Führer wahrgenommen hatten, daß es ihm an Kraft und Muth fehle, das Etham-Chetam mit seinen Besten und seiner starken Besatzting gewaltsam zu durchbrechen. Nach dem Gesagten bedürfen die Ereignisse, welche ich im „Josua" bei Succoth und vor Etham sich zutragen lasse, keiner weiteren Vertheidigung, wohl aber spreche ich Ihnen, lieber Freund, das Recht zu, mich erstaunt zu fragen, wie ich zu der Mittheilung komme, die Auswanderer hätten vor der Amalekiterschlacht ihre in ägyptischen Bergwerken zu grausamer Frohnarbeit gezwungenen Brüder befreit. Denn von dergleichen steht nichts in der Schrift, und die früheren Deuter mußten nichts aus der Station Dophka zu machen und nannten es vergebene Mühe, in der menschenleeren Einöde nach einem Lokal für dieselbe zu suchen. — Dennoch halte ich die Annahme geradezu für verwegen, die Auswanderer seien an den Minen, an! denen der Weg sie hart vorbeiführte, vorbeigezogen, ohne irgend wie mit ihnen in Berührung zu treten; denn wenigstens die des heutigen Wadi Maghara, in denen man besonders Türkise grub, und die von Palmer entdeckten in dem kleinen Wadi Umm Theman müssen von den Hebräern auf dem Wege zum Sinai berührt worden sein. Beide Minen, sowie andere wenige Meilen weiter westlich, in denen man Kupfer abbaute, Malachite gewann und daneben auch grüne Glasflüsse schmolz, sind heute noch vorhanden. Ich habe sie besucht und aus denen im Wadi Maghara mir selbst mit dem Taschenmessereinige Türkise aus bem röthlichen Gestein gegraben, die ich noch besitze. Wenige Jahre früher waren hier sogar Bergleute thätig gewesen; denn der englische Major Mac Donald hatte diese Gruben neu auszubeuten versucht, doch nach einiger Zeit das mit großen Kosten eingeleitete Unternehmen aufgegeben, weil die Türkise, die er in reichlicher Anzahl und stattlicher Größe gewann, nicht Farbe hielten. Auch die meinen verloren längst das schöne Himmelblau, imd es breitet sich jetzt über einen Theil derselben ein nlilchiges Weiß. Die Aegypter hatten schon in sehr früher Zeit diese Bergwerke auszubeuten begonnen, ja ein Felsenbild im Wadi Maghara lehrt, daß schon der Pharao Snefru, der Vorgänger des Eheops (Ehufu), der die größte Pyramide erbaute und sicher im viertem Jahrtausend v. Ehr. lebte, diese Minen den Eingeborenen der Sinai-Halbinsel gewaltsanl entriß. Auch unter späteren Königen wurden sie abgebaut, und durch die zu Earbut el-Chadem erhaltenen, mit Hieroglyphenreihen bedeckten Stelen — oben abgerundete rechteckige Denksteine — ersehen wir, daß dies unter Leitung von ägyptischen Beamten geschah, denen eine Abtheilnng von Soldaten, Transporteuren u., Untergeber: war. Tie Knappschaft bestand, wie im „Josua" mitgetheilt wird, ans Staatsgefangenen, deren trauriges Schicksal dort keineswegs mit ' zu grellen Farben geschildert wird. Der Grieche Agatharchides hat es genau uud iu einer Weise beschrieben, die des Lesers tiefes Mitleid erweckt und ihn mit Entsetzen erfüllt. Die Atmen von Wadi Maghara, in denen ich die Exodusstation Dophka wiedererkenne, wurde sicher auch — ein kleines Denkmal mit dein Namen des Pharao der Bedrückung Ramses 11. bezeugt | es — in rnosaischer Zeit ansgebeutet. Später werden sie wohl auf-! gegeben worden sein; wenigstens erzählt keine Inschrift von ihrer Be- 1 Nutzung in jüngeren Tagen, wogegen die Minen bei Harbut el-Ehadem ■ noch ziemlich lange nach dem Auszug bearbeitet wurden. Hier laste ich den jungen Ephraim neben dein Josua auch den Rüben und die Knappschaft der staatsgefangenen Frohnarbeiter befreien, dort, j d. h. bei den (Gruben von Wadi Maghara, leitet schon der Sohn des! Nun den Kanlpf gegen die ägyptische Besatzung und bezieht später! die auswandernde Menge das Lager; und ich war wohl berechtigt, i l § ■ .