Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 40 (16.10.1890)
- Date
- 1890-10-16
- Page
- Seite 516 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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\ ' 516 Gleichfalls fällt mir ein, daß ich über die Langweiligkeit des Lev. und Num. klagte. Sogleich zur Bestrafung meines Frevels traf ich Num. 6, 24—26 „Der Herr segne Dich re." Die Worte, die ein ganzes Buch aufwiegen, und mich jedesmal zu Thränen rühren, wenn ich sie vom protestantischen Altar zum Schluß gesungen höre. Hierzu uocks.was Aehnliches vor einigen Tagen Geschriebenes: Gott der Herr besprach am Sinai Mit Moses und Aaron Dinge, die Wenig das Volkregiment angehen, Wie zu behandeln des aussätzigen Volkes Gesicht und Hände, Gewand und Häuserwände. War das für Gott ein so Großes? Nein, aber für Aaron unb Moses. Bei dieser Gelegenheit erschrak ich über die sich häufenden Papiere; denn, um das vor wenigen Tagen Geschriebene hervorzuholen, mußte ich eine ganze Menge Blätter rückwärts suchen. Ergebenst mich Ihrem ferneren Wohlwollen empfehlend N ückert. (Kein Datum; aber Poststempel vom 29. 3. 186-1) 9 Kenjamin Franklin Peixotto. Von Dr. M. Kayserling. Zu den Männern, ivelche sich einen ehrenvollen Platz in der Geschichte der Juden erworben haben, gehört der jüngst aus dem Leben geschiedene Benjamin Franklin Peixotto. Mehrere Jahre stand ich mit dem Verewigten, besonders während seines Aufenthalts in Bukarest, in lebhaftem Briefwechsel, und erachte ich es als eine Pflicht der Pietät, seinem Andenken diese Lebensskizze zu widmen. Peixotto entstammte einer alten portugiesischen Familie, welche, aus der Heimath vertrieben, zuerst in London Asyl gefunden und später sich in New-Jork niedergelassen hatte. In New-Aork wurde Benjamin den Ist. November 1834 geboren. Sein Vater, Daniel Levi Maduro Peixotto, der Sohn des Moses Levi Maduro Peixotto, der das Amt eines Chasan in der Gemeinde „Scheerith Israel", der ersten, welche sich aus portugiesischen Ansiedlern in New-Iork gebildet hatte, mehrere Jahre bekleidete, ivar einer der ersten Juden, der in New-Aork die medizinische Kunst ausübte. Infolge seiner Ernennung zum Direktor des „Willougliby Medical College“ zog er im Jahre 183«.» mit seiner Familie nach Cleveland, kehrte aber einige Jahre später nach New-Pork zurück, wo er seine Praxis wieder aufnahm und sich an der Tageslitteratur betheiligte, ja selbst das Journal „The tr«e American“ gründete. General Jackson, mit dem er innig befreundet war, verdankte zum Theil seinen Beinühungen seine letzte Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. Als der Vater im Alter von kaum 43 Jahren starb, ivar Benjainin nicht älter als acht und ein halbes Jahr. In früher Jugend kam er zu Verwandten nach Cleveland. Obgleich für den Kanfmannsstand bestimmt, lag er unter Anleitung des Professor Karl Ruger mit großem Eifer dem Studium der klassischen und neueren Sprachen ob; ihm schwebte das Vorbild seines Vaters vor, der sieben Sprachen mit gleicher Fertigkeit in Wort und Schrift mächtig war. Als junger Mann erwarb er die Gunst des amerikanischen Staatsmannes Stephan A. Douglas, mit dem er bis dessen im Jahre 18(41 erfolgten Tode befreundet blieb und dessen Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten er als Mitredakteur des von ihm und Joseph William Gray herausgegebenen Clcvelander „Plaindealer“ mit Erfolg unterstützte. In Cleveland verband er sich mit mehreren Freunden, wie E. McLaren, dem gegenwärtigen Bischof von Illinois, John B. Bouton, dem Redakteur der „New- Aorker Handelszeitung", Simon Wolf u. A., und gab vielfache Veranlassung zur Selbstbildung junger Leute durch Debatten, Vorlesungen u. dergl. m. Mit Hingebung und Begeisterung betheiligte er sich als junger Mann an allen Angelegenheiten des Jndcnthums; eine außergewöhnliche Thätigkeit entfaltete er besonders im Interesse des Ordens „B'ne B'rith", zu dessen Großmeister er im Jahre 18(33 erwählt wurde. — Unter seiner energischen Leitung gewann der Orden eine große Anzahl neuer Mitglieder und eine Bedeutung, die er bis dahin nie hatte. Auf seinen Vorschlag wurde das jüdische Waisenhaus in Cleveland, das größte unter allen ähnlichen Instituten in der alten und neuen Welt, gegründet. Nicht so glücklich wie in seinen philanthropischen Bestrebungen war Peixotto in seinem Geschäft, das er in Gemeinschaft mit seinem Schwager Strauß, einein geborenen Deutschen, dem Bruder seiner Frau, führte. Durch die Verhältnisse gezwungen, kehrte er im Jahre 1866 nach seiner Geburtsstadt zurück. Ein Jahr später liei er sich in San Francisco nieder, wo er nach abgelegter Staatsprüfung in die Reihe der praktischen Advokaten trat. Im Jahre 1870 wurde er auf Anrathen und Verwenden seines einflußreichen Freundes Simon Wolf in Washington vom Präsidenten Grant zum General Konsul der Vereinigten Staaten für Rumänien ernannt und vou- Senat einstimmig bestätigt. Seit dem bekannten Mordechai Noah, mit dem Peixotto in vieler Beziehung Aehnlichkeit hat, wurden di» Nordamerikanischen Freistaaten bei keinem Hofe durch einen eingeborenen amerikanischen Juden vertreten. Groß war die Freude der amerikanischen Juden. Peixotto wurde zu diesen Ehrenposten in der Absicht ernannt, sich im Namen der amerikanischen Regierung der verfolgten rumänischen Juden auzu nehmen. Mit den Regierungs-Instruktionen versehen, trat der 36 jährige Diplomat im Dezember 1870 seine Reise nach Europa au. Er nahm seinen Weg nach Bukarest über London, Paris und Wie», wo er mit einflußreichen Persönlichkeiten über das, was für die rumänischen Glaubensgenossen 311 thun sei, Rücksprache nahm; im Februar 1871 weilte er einige Tage in Pest, >vo wir ihn persöulicb kennen und schätzen lernten. In feierlicher Audienz überreichte Peixotto den 6. April 187! im Beisein des Ministers des Aeußern dem Fürsten Karol sein Accreditivschreiben als Generalkonsul lind diplomatischer Agent der Vereinigten Staaten Nord-Amerikas. In seiner an den Fürsten gerichteten Ansprache berührte er auch den Hauptzweck seiner Mission, indem er hervorhob, daß die amerikanische Negierung, „die unter ihren eigenen Bürgern keinen Unterschied der Religion und Notier nalität kennt, an den endlichen Sieg der Zivilisation der ganzen Well glaubt. Es scheint, als hätte die Schöpferhand dieses schöne Land mit besonderem Wohlwollen ausgezeichnet, und sollten nun du Prinzipien der unveräußerlichen Menschenrechte und der Gleichhc > von welcher Ew. Hoheit so beseelt sind, für alle Einwohner dies.? Landes in praktischer Weise realisirt werden, dann würden.seine besten Hoffnungen in Erfüllung gehen." Der Fürst gab ihm die übliä, Versicherung, daß er und seine Regierung nicht ermangeln werde» „mit allen im Bereich ihrer Macht stehenden Mitteln ihm die 6'. füllung seiner Mission leicht und angenehm zu machen." Es kann nicht unsere Absicht sein, Peixotto's Thätigkeit ü Rumänien hier bis ins Einzelne zn verfolgen. Die rumänischei Juden wurden grausam verfolgt, verjagt, in die Donau geskür;! Die Proteste Peixotto's und seiner Diplomaten-Kollegen bliebe« unbeachtet, seine Bemühungen hatten geringen Erfolg. Er begim wohl aus Mißverständniß der Verhältnisse und aus allzu große» Eifer einzelne Jrrthümer, aber seine Bestrebungen waren die edelslei und ur nicht v Ei der jü« deren j ganz 3» Pgcschäft Juni 1 Prüsid« er im ' letzten Advoka dein T Aufgat D täuscht, Geschid er sich zu wü> D der »n Stimn ebenfal ist kein den äl Fleisch viel v, Zornes Erbaru «eher, Rückkeh des G« bis zui Führer nicht u aber a« 0 ging inen s wurde Freude Mahle- Freund Nach » Gedanl utsprel M liche G und T das we mehr, trunken jeder - 0! M, 11. _