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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-10-09 · Heft 39 (9.10.1890) · p. Seite 3

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3 früheren Intendanz und Regie verdankt. Die Hindernisse, die Frau Heule (eigentlich Frau Levi, geb. Heule) bezüglich der Aufführung ihres ersten Lustspiels „Aus Goethes tufttgeu Tagen" am hiesigen Hof-; theater fand, gaben ihr den Anlaß. „Durch die Intendanz" zu schreiben.! Dieses Lustspiel hatte das Glück, im Wiener Stadttheater bei einem j von Heinrich Laube veranstalteten Wettbewerb den ersten Preis zu; erhalten und machte rasch seinen Weg über die österreichischen nub! deutschen Bühnen, fast überall beim Publikum freundliche Aufnahme findend. Zwölf Jahre nach seinem Erscheinen wurde es nun auch j hier aufgeführt, und Frau Henle darf mit Stolz auf diesen Abend zurückblicken, an dem ihre erfolgreichste Arbeit nun endlich auch am j Hoftheater ihrer Heimath unter großem Erfolge Eingang gefunden hat. Nach dem letzten Akte wurde die Verfasserin hervorgerufen. — Ans einer Programmrede des Herrn Dr. Schalb hier, welche das neue Organ der deutschen Partei, die „Württ. Volkszeitung", wiedergiebt, dürfte auch die Leser der „Allgem. Zeitung des Judenthums" folgende Stelle interessiren: „Zn unserem liberalen Programm gehört auch noch ein weiterer Punkt, den ich hier unerwähnt taffen möchte, der Punkt des religiösen Liberalismus; auch in dieser Beziehung hat die i n ation allibera le und die deutsche Partei von jeher den Standpunkt j vertreten, daß Glaubensbekenntniß und Abstammung auf die i bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte keinen Einfluß haben dürfen, : und es ist, glaube ich, angesichts der so überaus betrübenden und gehässigen Erscheinungen, welche sich in unfern Tagen hervordrängen, j an der Zeit, diesen Punkt auch in unserem Programm mehr, als es; bisher geschehen ist, zu betonen. Wir wollen nicht blos als gebildete i Menschen, sondern auch als liberale politische Partei uns nicht! in dem Grundsatz irre machen lassen, daß jeder Staatsbürger in! bürgerlicher und gesellschaftlicher Beziehung nur nach seinen Hand-; langen und Gennnugen, nicht aber nach solchen Momenten; gerichtet und beurtheilt werden darf, welche zum Innersten der Personj lichkeit gehören, und über welche abzunrtheilen Niemand ein Recht hat." Oesterreich - Ungarn. + Wien, 26. September. Der Vorstand der „Wiener Allianz" , veröffentlicht die Namen derjenigen Rabbiner und Schriftgelehrten, welche I sich zu den vom Berliner Gemeindebunde publizirten 15 Grund- | sätzen bekannt haben. Es sind dies außer den bereits bekannt gegebenen! deutschen Rabbinern noch folgende Herren: Rabbiner Dr. Adler, London;! Rabbiner und Religionslehrer A. Anschlowitz, Jägerndorf; Rabbiner! Dr. Austerlitz, Eperies; Leopold Bermann, S.-A.-Ujhely; Rabbiner i Moses Bloch, Rektor der kgl. Ungar. Landes-Rabbinerschule in Bildapest; j Rabbiner Dr. A. Blüh, Tropau; Bezirksrabbiner Dr. Sam. Back, Prag- Smichow; Dr Will). Bacher, Professor an der Landes-Rabbinatsschule in Budapest; Jacob Bader, Religionsweiser in Pardubitz; Bezirksrabbiner Jsak Bresnitz, Wartberg; Rabbiner Jacob Brüll, Eojetein; Salomon Bnber, Lemberg; Rabbiner P. Büchler, Moor; Großrabbiner Zadoc Cahn, Paris; Bezirksrabbiner Dr. Jcheskel Caro, Pilsen; Rabbiner Dr. David, Preßburg; Bezirksrabbiner Eduard Deutsch,! Hanusfalva; Bezirksrabbiner Emanuel Deutsch, Nemet-Polauka; Rabinner Dr. Mor. Diamant, Trencsin; Dr. Moritz Eisler, Schuldirektor - und Gymnasial-Religionslehrer Nikolsburg; Rabbiner Emanuel Elsaß, Lipto Nosenberg; Rabbiner Dr. Jg. Ernst, Warasdin; Rabbiner Dr. i Josef Feldmann, Ezegled; Bezirksrabbiner Dr. M. H. Friedläuder, Pisek; M. Friedmmcn, Lektor am Bet lia-Mklrascli in Wien; Kreis-! rabbiner Dr. S. Friedmann, Teschen; Rabbiner Ignaz Frjedlieber, i Szolnok; Bezirksrabbiner Simon Friedman, Galantha; Oberrabbiner! Moritz Fuchs, Großwardein; Rabbiner Moritz Friedmann, Linz Urfahr; j Oberrabbiner Lazar Fürst, Gyöngyös; Oberrabbiner Dr. Julius Fischer, Raab; Bezirksrabbiner Ephraim Fürth, Hatvan; Dr. Max Grünfeld, > Religionslehrer an der deutschen Mittelschule in Brünn; Rabbiner i Dr. A. Gordon, Hohenems; Rabbiner Dr. Sigmund Groß, Lundenburg; | Rabbiner Dr. Ad. Frankl Grün, Kremsier; Bezirksrabbiner Dr. M. Griür-! wald, Jungbunzlau; Bezirksrabbiner Samuel Hahn, Damboritz; Rab-! biner Dr. Hahn, Neutitschein; Rabbiner Dr. Hermann Handl, Eiben- , schitz; S. Hanlmerschlag, emerit. Religionsprofessor in Wien; S. Heller,! Direktor des israel. Blinden-Jnstitutes in Wien; Dr. Leopold Herzel i k. k. Gymnasial-Direktor in Brody; Bezirksrabbiner Dr. Emanuel! Herzog, Kaposvar; Rabbiner Dr. Adolf Höuig, Sillein; Bezirksrabbiner l. Horowitz, Bistritz; Oberrabbiner Dr. Hosea Jacobi, Agram; Prediger Dr. Ad. Jellinek, Wien; Landes- und Oberrabbiner Dr. Igel, zeruowitz; Rabbiner Dr. Kaiserling, Budapest; Oberrabbiner Dr. Nt. Klein, Groß-Becskerek; Rabbiner A. B. Knnders, Humpoletz; Oberrabbiner Dr. Klein, Klauseuburg; Oberrabbiner Dr. Julius Klein, Altofen; Bezirksrabbiner E. H. Kohn, Bekes-Csaba; Bezirksrabbiner M. L. Kohn, Piesling; Rabbiner Samson Kulka, Kostet; Rabbiner M. L. Kiltua, Maria-Theresiopel; Rabbiner Dr. S. I. Kaempf. Professor, Regierungsrath rc. in Prag; Alexander Langbank, Litkerat in Jaroslau; Selig Lauterbach in Drohobycz; Rabbiner Th. Lederer in Marienbad; Bezirksrabbiner Dr. Adolf Leimdörfer. Böhm.-Leipa; Rabbiner Lengsfelder, Reichenau (Böhmen); Oberrabbiner Kotoman Liebermann, Kaschau; Oberrabiner Dr. Immanuel Löw, Szegedin; Oberrabbiner Dr. M. Lvwy, Temesvür; Rabbinatsverweser und Matrikelführer I. Löwinger, Wieselburg; Bezirksrabbiner Dr. Marmorstein, Szenicz; Oberrabbiner Melli, Triest; Rabbiner Dr. Mühsam, Graz; Oberrabbiner Dr. Eduard Reumann, Gr. Kanizsa; Bezirksrabbiner Salomon Reumann, Vinkovce (Slavonien); Dr. Joachim H. Oppenheim, Sekretär der israel. Knltusgemeinde in Brünn und des mähr.-jüdischen Landesmassafondes; Michael Papo, Rabbiner der türk. Gemeinde in Wien; Oberrabbiner A. Samuel Paneth in Hidalmas (Ungarn); Rabbiner- Mayer Maneth, Karmezö (Ungarn); Bezirksrabbiner Dr. Heinrich Pisko, Malatzka; Rabbiner M. Pollak, Holleschau; Bezirksrabbiner Hermann Sollach, Holicz; Krersrabbiner Dr. Philipp Polatschek, Polna; Rabbiner Dr. Samuel Pollak, Trebitsch; Rabbiner Dr. Adolf Posnonsky, Reichenberg; Rabbiner Dr. Rabbinowitz, Rakonitz; Rabbiner Dr. Jacob Reiß, Kuttenplan; Maximilian Reiß, Religionslehrer in der k. k. Strafanstalt in Karthaus und israel. Kultusgemeinde in Jicin; Rabbiner W. Reich, Baden; M. L. Rocheles, Litterat in Krakau; Dr. Rieß, Litkerat in Auspitz (Mähren); Oberrabbiner Dr. Alexander Rosenberg, Arad; Bezirksrabbiner Dr. Josef Rosenfeld, Oroshüza; Oberrabbiner Mayer Rosenfeld, Miskolz; Bezirksrabbiner Dr. Moritz Rosenstein, Tapolcza; Rabbiner M. Rudolfer, Hotzenplotz; Rabbiner Dr. Ad. Schmiedl, Fünfhaus; Oberrabbiner Dr. H. Schnitzer, Komorn; Osias H. Schorr in Brody; Rabbiner Dr. Martin Schreiner, Csurgo (Ungarn); Bezirksrabbiner Salamon Schück, Karczag; Bezirksrabbiner I. Schwarz, Esakathurn; Bezirksrabbiner Simon Slidon, Tyrnan; Bezirksrabbiner Will). Singer, Lipto-Szt.-Miklos; Rabbiner Salomon Spitzer, Wien; Oberrabbiner Dr. Sam.Spitzer, Essek; Rabbiner M.L. Stern, Triesch (Mähren); Oberrabbiner Dr. Josef Stier, Steinamanger; Rabbiner Dr. Simon Stern, Mißlitz; Bezirksrabbiner Dr. Jacob Tauber, Prerau; Rabbiner Dr. I. Taglicht, Ung.-Ostra; Rabbinatsverweser Dr. Moritz Tauber, Prag; Jacob Urbach, aut. Religionsweiser, Religionslehrer am k. k. Ober- Gymnasium in Pribram; Rabbiner Dr. I. I. Unger, Jglau; Rabbiner Dr. Bola Bojda in Abony (Ungarn); Rabbiner Samuel Waldberg, Jaroslau; Rabbiner Dr. M. Weiner, Groß-Meseritsch; Rabbiner Josua Weiß, Pohrlitz; Oberrabbiner Kalman Weiß, Karlsburg; Rabbinatsverweser Emerich Weiß, Leipnik; Rabbiner Jsak Weiß, Religionslehrer am Ober-Gymnasium in Gewitsch; I. H. Weiß, Lektor am Bet ha- Midrascli in Wien; Oberrabbiner Dr. Ignatz Weiß, Gran; Rabbiner I. Weis sür Komotau ^^nd Eidlitz; Seelsorger lmd Religionslehrer I. Wittenberg, Leitmeritz; Dr. G. Wolf, Professor in Wien; Rabbiner Dr. M. L. Wolf, Klattau; Rabbiner Dr. Simon Wolffsohn, Lomnitz; Kreisrabbiner Adam Wunder, Budweis. * Temesv<rr, 28. September. Unter Führung des israelitischen Distrikts-Präsidenten, Kommerzienrathes Ignaz v. Eisenstädter, sprach heute eine vereinigte Begrüßungs-Deputation sümmtlicher Temesvarer israelitischer Gemeinden, darunter auch die Orthodoxen und Sepharden, beim Bischof Dessewffy vor. Der Oberrabbiner der innerstädtischen Hauptgemeinde, Dr. Moriz Löwy, hielt eine Ansprache, auf welche Bischof Dessewffy antwortete: Der Begründer meiner Kirche hat unsere Religion auf den Grundsatz gebaut: „Liebe deinen Gott und liebe deinen Nächsten, wie dich selbst." Mein erstes Wort, als ich den hiesigen Boden betrat, war die Versicherung, daß ich den Frieden mit mir gebracht; damit meinte ich den Frieden mit allen anderen Konfessionen, in dessen Pstege mich keinerlei Rücksicht auf Rasse, Nationalität und Konfession irre machen kann. Wenn Sie in Vertretung irgend einergerechten Bestrebung einen Fürsprecher brauchen werden, versichere ich Sie, daß ich dort nicht fehlen werde." Der Bischof sprach sodann mit jedem der Erschienenen, insbesondere mit den Präsidenten Eisenstädter, Deutsch, Totis, Derera und dem Fabriker Rabbiner Dr. Kohlbach. Auch dem nachher erschienenen Ausschüsse des israelitischen Frauenvereins versprach der Bischof seine Unterstützung. Der Bischof gab heute den Spitzen der Behörden ein Diner und reist morgen nach Budapest.

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