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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-10-02 · Heft 38 (2.10.1890) · p. Seite 500

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 38 (2.10.1890)
Date
1890-10-02
Page
Seite 500 (sequence 12)
Language
German
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500 - Schreiben, das gleichfalls demnächst zur Veröffentlichung gelangen wird, legt Moses Mendelssohn die Gründe dar, welche ihn zwinge», das Oicschäft mit Eßrogim zn unternehmen und warum er gerade diesen Handlnngszwcig wühlte. Auch giebt er darin Anhaltspunkte zur Benrtheilnng seiner kanfmünnischen Bertranensnuirdigkeit. Eitterarische Mittheilungen. * Bon der im Grote' sehen Verlage erscheinenden „A l l g ein eine n Geschichte der Litteratur" von Gustav Karpeles ist die zweite Abtheilung ansgegeben worden. Dieselbe rechtfertigt sowohl in Bezug ans Inhalt, als auf Ausstattung vollständig die Erwartungen, die der Leser ans der ersten Abtheilung zu schöpfen berechtigt war. Das Heft schließt die Litteraturgeschichte des Orients ab und behandelt dann die der Antike, zunächst Griechenlands. Für unsere Leser wird das letzte Kapitel, welches sich mit der „hellenistischen Litteratur" brschäftigt, besonderes Interesse bieten, zumal gerade diese Periode, in welcher der jüdische und der hellenische Geist sich berühren, des Geschichtsschreibers der sie in dem Rahmen der gesammten Weltlitteratnr zn schildern verstand, bisher entbehren wußte. B. d - Israelischer Amtskalender für Rabbiner und Prediger, Lehrer und Kantoren auf das Jahr 5651 (1890 -91), herausgegeben von Rabb. Tr. I. Loevy. II. Jahrgang. Berlin 1890. H. E n g el. Schon der erste Jahrgang dieses Kalenders hat freundliche Aufnahme in den betheiligten Kreisen und die günstigste Kritik von Fachmännern erfahren. Dieser zweite Jahrgang wird durch seinen erweiterten und gediegenen Inhalt, sowie durch beit Umstand, daß er auch auf Oesterreich und die Schweiz ausgedehnt wurde, sich die Anerkennung aller jüdischen Beamtenkreise in immer höherem Maße erwerben, denen er als treues Vademeeum das ganze Jahr hindurch zur Seite steht. Aus dem reichen Inhalt dieses Handbuches, das berufen, eine fühlbare Lücke in der Litteratur der religiösen Praxis anszufüllen, sich an alle jüdischen Kultusbeamten wendet, heben wir als besonders wichtig hervor: Ein sorgfältiges Kalendarium für die Jahre 5051 und 5652. Genaue Angabe der Minhagim, Ordnung und Zeit der Gebete für jeden einzelnen Tag und alle Gegenden Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz. (Dazu eine Zeittafel von Herrn Professor Schur.) Bequeme Eintragungs-Tabelle für alle vorkvmmeuden Amtsfülle. Ritual für Trauungen und Todesfälle. Tabelle der jüdischen Münzen, Maße und Gewichte mit Hinblick auf die religionsgesetzlichen Bestimmungen. Kurze Tabelle zur schnellen Umwandlung jedes jüdischen Datums in ein christliches und umgekehrt von 1790—1960. Normallehrplan für 2- Aklassige Neligionsschulen. Alphabetisches Verzeichniß der Rabbiner Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz nebst den entsprechenden Gemeinden, sowie der gemeinnützigen jüdischen Anstalten. Chronik, Nekrolog und bibliographische Notizen aus dem verflossenen Jahre. Fortgesetzte Sammlung aller deutschen Gesetze, welche jüdische Verhältnisse berühren u. s. w. Misoellen. * In der nächsten Zeit wird im Berliner Thiergarten das Denkmal für Gott hold Ephraim L es sing enthüllt werden. Dasselbe, eine Schöpfung Otto Lessings, wird eine Zierde der Residenz werden. Auf Granitstufen baut sich der in Barock geformte Sockel auf. Auf ihm erhebt sich das Marmor-Standbild Lessings. Die Linke ist energisch an die Hüfte gestemmt, und die rechte Hand hält mit kräftigein Griff ein Buch umfaßt. Der Kopf Lessings ist mit schlichter, eindringlicher Kunst behandelt. Fest und gerade vor sich hin blickt das Antlitz. Zu beiden Seiten des Sockels speien Delphine Wasserstrahle in zwei Granitbecken. Vier Reliefs bilden den künstlerischen Schmuck des Sockels; eines enthält die Inschrift „Gotthold Ephraim Lessing", das zweite ist ein scharfit m r i s s e u e s Bild des geistv o llen Kvpfes v o n M e n d e l s s o h n, das dritte ist das Reliefportrait Nicolais, und das vierte zeigt die edlen Züge Ewalds v. Kleist, jenes Mannes, dessen Charakterbild Lessing als Vorbild diente, als er den Major in Minna von Barnhelm schuf. Zwei Genien (in Bronze gegossen) lagern frei rechts und links vom Standbild. Der Genius der Kritik, die kühnere, frischere Gestalt, an deren Schöpfung kräftig bewegter Humor Antheil hatte, schtvingt die Geißel. Dem Gesicht der Figur ist die kecke Lust eingegraben, die dem Morschen, dem Unnützen und Schlechten mit jugendlichem Trotz und Feuer zu Leibe rückt. Die! Gegenfigur ist der Genius der Duldsamkeit in Lessings Dichtung. In der Rechten hält sie die Schale mit der leuchtenden Flamme, in dec : Linken die eherne Tafel, auf der die herrlichen Worte Nathans aus der; Erzählung von den drei Ringen eingravirt sind: i Wohlan, Es eifre Jeder seiner unbestochnen Von Vorurtheilen freien Liebe nach! Es strebe vott Euch Jeder um die Wette,! Die Kraft des Steins in seinem Ring an Tag Zu legen! Kommt dieser Kraft mit Sanftmuth, Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohlthun,! Mit innigster Ergebenheit in Gott Zit Hilf'! Und wenn sich dann der Steine Kräfte! Bei Euren Kindes-Kindeskindern äußern:! So lad' ich über tattsend, tausend Jahre i Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird Ein weis'rer Mann auf diesem Stuhle sitzen i Und sprechen: „Geht!" V * Die Barone Albert und Nathnniel Rothschild in Wien zählen, wie das „Neue Wiener Tagblatt" versichert, zu den Amateur Photographen, die sich der Reproduktion von Landschaften mit besonderer j Passion widmen. Während Baron Albert Rothschild in diesem Jahre! Waidhvfen und dessen reizende Umgebung in Hunderten von Aufnahmen! festhielt, photographirte sein Bruder Nathaniel mit gleicher Leidenschau , in Cortina d'Ampezzo und hatte dort in seiner Eigenschaft als Photo : graph eine sehr drollige Begegnung, die wir dem Wiener Blatte in! gutem Glauben nacherzählen. Eines Tages stand der Baron auf einer; Anhöhe nächst Cortina eben im Begriff, eine bemerkeuswerthe Vedukc I aufzunehmen, als ihm aus der Ferne zugernfen wurde: „He, Herr I Photograph, warten Sie man een Bisten!" Ein Berliner Ehepaare! das weiter oben ausgeruht hatte, kam eilends herabgelaufen. „Hören! Se mal, Herr Photograph," sagte der Mann, sich den Schweiß von Dev j Stirn wischend, „Sie könnten uns einen großen Gefallen thun, weil j Sie schon hier sind. Meine Frau und ich möchten in dieser wundew i vollen Gegend ausgenommen werdett, wissen Sie, für die Tantens und! Onkels zu Hause. Machen Sie doch ein Bild, es soll Ihr Schade nicht j sein. Sie sind doch Photograph von Fach, oder nich?" — Der Baron. I ein wenig befremdet, erwiederte: „Von Fach? Nun ja, wie man's nimmt, j Aber ich habe den Apparat blos für die Landschaft eingestellt und wein j nicht, wie Personen ausfallen würden ..." — „Ach was," unterbrach! ihn der Berliner, „machen Sie doch keene Umstände, haben Sie sich! nich so; das muß ein tüchtiger Photograph wohl zu Wege bringen." - „Nun. ich will's versuchen," sagte Baron Rothschild einigermaßen bw lustigt. — „Na, denn ist's jut," meinte der Andere wieder, „aber dasage ich Ihnen: gut getroffen müssen wir sein und das Bild mm: morgen abgeliefert werden, denn wir gondeln Mittags ab von Cortina. Und damit Sie wissen, wer wir sind: dies ist meine Frau Auguste B... Gutsbesitzerin, und ich bin ihr Mann. Also matt los, und tut reit: freundlich, Auguste! . . Die seltsame Vorstellung und Augusten kunstvolle Freundlichkeit hätten bald den Erfolg der Aufnahme beeilt trächtigt, weil der Photograph kattm das Lachen verbeißen konnte. Aw : die Klappe des Apparates ihre Arbeitet verrichtet hatte, begann dc . Berliner noch einmal: „Vergessen Sie ja nich. Herr Photograph: morgen j reisen wir ab. Vielleicht könnten Sie gleich ’n halb Dutzend Bilder i fertig machen. Was kostet der Spaß? Uebrigens haben Sie uns u i Ihren Namen nicht gesagt, obgleich wir uns vorgestellt haben. Ww : heißen Sie eigentlich?" — „Baron Rothschild aus Wien . . ." 2- | Verlegenheit des Berliner Ehepaares braucht wohl nicht weiter am i gemalt ztt werden. Aber das Bild bekamen sie doch — Baron Rothschild ' lieferte es am andern Tage pünktlich ab, und getroffen waren Beidc j so gut, daß die Tanten und Onkels zn Hause ihre helle Freude gehabi! haben werden. 54. 3 K> iid) -' wieder: Aersich Abfchli e-3 zu 1!«)0,00( Vu'atit v)l a r k wachen cs G wisersc i userei wie der;;t sein Viktw crößtei iunzel- '.Nark ('»efeTlf (ahre lcvorzt ’ it w o eine 'Heine i urch < r ebens und 11 ' chernt durch dcr „V der Fr ivfreuli einstig icht ii d ehre versic dem G Engest, dos W Ansbri diese A l -ätigb X '.Summ d es B vor: T M60: 1 SGI:! s62: is66:!>64: 865: Aus di natuts .Nitgli Di! c'word 'lraße, Truck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauckwitz in Berlin. lokale i

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