Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 38 (2.10.1890)
- Date
- 1890-10-02
- Page
- Seite 499 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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499 gelb." sein, werii! mzünden. t! wo hau m1) da?" ben, wenn issenschalen »etrunkencn h nicht; ee >em Better!willig on Brettchen lsse, öffnei mit einein i Nußkern. Ten Kenn ihn wenmb brüilu Schalen ii:' zu öffnen! kigkeit ein Schote M finger ben itfiel ihre er still zu andar nun i zu sehen. gor nicht-: Joichem hattest Tn : Rondo r. hen, „min m, zu wae machend" sein. Ein ganz im schal' sieM .onze nach! .1 machen." „Unb wer soll jetzt bie Dochte machen unb bas Oel einfüllen?" fragte vorwurfsvoll ber Ranbar, „wenn Du Dir in bie Hand geschnitten hast?" „Das werd' ich Alles gleich selbst machen; ben Finger verbind' ich nur mit einem Fetzen, unb bie Menorehs werben alle gleich gefüllt sein," sagte bas Mädchen beschwichtigend. „Wahrhaftig, ich leid's nicht!" warf der Vetter Reb Joichene vagegen ein, „thu Tu Dir nur den Finger verbinden, Röchele-. Wellen, Dochte machen und Menorehs anfüllen ist grab' nicht eine Sache, die man nur auf dem Dorf versteht, bas können wir Khillex!euf auch. Sag' mir nur, wo Du bie Baumwolle liegen hast, und wo bas Oel ist, und Du wirst sehen, wie 'fein ich bas Alles für Tiä) machen werb'." Röchele nahm dieses Anerbieten des sorglichen Vetters an, sie verband sich den verwundeten Finger und holte hierauf die für den Vetter nöthigen Utensilien herbei. Ter Netter Joichene setzte sich nun nieder, zerriß die Baumwolle m lauter kleine Stückchen und walzte ein jedes dieser Stückchen mit der flachen Hand auf dem Schenkel des Fußes so lange hin und her, bis er glaubte, daß der Docht die gehörige Lange und Dünne erreicht bade, dann nahm er die Oelflasche und füllte sämmtliche Menorehs, die silberne, die messingene, die blecherne und die aus Nußschalen nnprovisirte für den Schnorrer; in jeder außer dem sogenannten „Schames" nur eine einzige Schale für den ersten Abend. Während dem der Vetter Reb Joichene diesen frommen Dienst oerrichtete, sagte er zu seinem Bruder, der ihm zusah: „Das heißt ein königliches Angesicht, was der Schnorrer hat." „Aber ein „Beheme" (Vieh) ist er," versetzte der Randar, und gleichsam, als wollte er ein so hartes Urtheil auch begründen, mhr er weiter fort: „Was steht er da und sieht zu, wie sie die Nüssen ausmacht? Ein Anderer an seiner Stell' nimmt so einem Madel das Messer aus der Hand und sagt, er will ihr die Nüssen aufmachen; aber zu so einer Red' muß einer Verstand im Kopfe haben." „Wer weiß, ob er's nicht gethan hätt'," warf dagegen der eifrig beschäftigte Vetter Reb Joichene ein, „wenn er hier im Hause ein Bekannter war', aber ich bitt' Dich, so ein Schnorrer ist manchmal doch auch ein verschämter Mensch und genirt sich." „Geh, sei kein Narr! ich sag' Dir, er ist ein „Beheme," erwiederte der Randar, seine Behauptung aufrecht haltend. „Vor Gall' Hab' ich gar vergessen, ihm „Scholemlechem" (den Willkommengruß) zu geben." „Ich auch," tröstete Reb Joichene, „er wird den übrigens noch annehmen." Mittlerweile war die Nacht hereingebrochen. Tie beiden Männer verrichteten das „Mariw-Gebet". Der Fremde that dasselbe in der Schänkstube. Er stand noch im Gebete, als der Randar die Thür der zweiten Stube öffnete und in die Schänkstube hinausrief: „Rachele, wo sind die Jungen? Es ist Zeit, Ehanukehlicht anzuzünden!" Da Rachele aber nicht im Zimmer war, erhielt der Randar auf seine Frage keine Antwort. Statt ihrer aber erhob sich der Bauer Pawel, den wir bereits als einen etwas neugierigen Menschen kennen gelernt haben, schritt hinaus in den Hof und schrie mit einer wahren Stentorstimme über den Hofraum hinüber: „Chlapie" (Jünglinge), he, es jollt's 'nein kommen, die „Menorehs" warten schon auf ent, heut' haben wir ja Judenbeleuchtung!" „Wer schreit da so mit erhobener Stimme wie ein Kümmelbauer?" fragte Reb Joichene. „Das ist Pawel," erwiederte der Randar. „Von wannen weiß der etwas von der Menoreh?" „Von wannen der von der Menoreh weiß?" gab der Randar vergnügt lächelnd zur Antwort, „der ist so ausgejüdischt, wie wenn er in der Khille geboren und erzogen war'; er weiß alle unsere Gebräuche ebenso gut, wie ein Jud'." Es währte auch nicht lange, so kamen die drei Söhne des Randars, welche Pawels Ruf gehört hatten, aus der Brennerei in die Stube, bereit, die Chanukehlichter anzuzünden. „Ruf Rachele herein," sagte der Randar zu Haschele, dem jüngsten der Söhne, „sie soll beim Anzünden auch dabei sein." „Sie kommt schon," sagte Haschele, „sie hat uns hereingehn gesehen." „Und den Gast vergiß nicht," ermahnte Reb Joichene. „Soll ich leben, Tu hast Recht, an den Hab' ich schon ganz vergessen," sagte der Randar; aber kaum wollte er den Auftrag ertheilen, den Schnorrer hereinzurufen, als dieser mit dem Mädchen eintrat. „Friede mit Euch!" sagte der Randar und reichte ihm die Rechte.' „Friede!" antwortete der Fremde. In derselben Weise wurde er nun auch von dem Vetter Reb Joichene und den drei Söhnen des Randars begrüßt. „Nun, was meint Ihr," wendete sich der Randar an den Fremden, nachdem die Begrüßungsformeln gewechselt waren, „kann man schon Ehanukehlicht anzünden?" Warum nicht? gewiß!" gab der Fremde zur Antwort. (Fortseüuug folgt.) U Moses Mendelssohn — EheoyimHändler. Von Dr. M. Kayserliug. Moses Mendelssohn, der Philosoph und elegante Schriftsteller, der Seidenwaarenfabrikant war, nebenbei auch Bankgeschäfte trieb, wie sich aus einem im vorigen Jahre von mir veröffentlichten Briese (Beilage zur Vossischen Zeitung vom 24. Februar 1889, Allgem. Ztg. d. Jdths. 1881». S. 171), ergiebt, führte einige Jahre auch Handel mit — Eßrogim. In der in meinem Besitz befindlichen Sammlung ungedruckter Briefe Moses Mendelssohns ist auch der folgende an Herrn Joseph Meyer in Hamburg, den Vetter seiner Frau, gerichtet; er lautet: „Berlin, Dienstag, E. Dischri (25. September) 177o. Mein lieber RI Jospe. In großer Eile theile Ihnen mit, daß morgen so Gott will mit fahrender Post an Ihre Adresse abgeht ein Kistel Eßrogim, und zwar: Gemeine Eßrogim.74 Stück mit Biß.. 18 mit .. . . 1.) „ _ lur> Stück. Wünsche guten Gebrauch davon zu machen, damit mein Schaden in diesem Jahre etwas vermindert ivird. Es versteht sich, daß sie so gut oder so schlecht man kann verlauft werden müssen. Ohne ein Weiteres für heute wiederhole meinen Wunsch und bin immer zu Ihren Diensten bereit Ihr Moses Dessau. Ordinären Gruß von und an alle guten Freunde." Man sieht aus diesem Briefe, daß Mendelssohn an dem (Geschäft keinen Gewinn hatte und deshalb die Waare zu jedem Preise verkaufen wollte. (Nachbemerkung der R ed.) Im Anschluß an diese interessante Mittheilung möchten wir noch einen Brief erivähnen, der im Besitz von Karl Emil Franzos sich befindet und an ein christliches Handlungshaus in Leipzig gerichtet ist. In diesem bisher ungedruckten