Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 31 (15.8.1890)
- Date
- 1890-08-15
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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3 )en hiesigen c Feier des hervorhebt, igt werden, ßhilippson's igionsschule Regierung )tung einer nerlichst erverordneten Sprachlehrer Das erste, hule befand Mippsons 52; er lebte 79. Lebensht der Einc fünf verzewährt ein 52 die Geetrage von ie Gehälter )ie stattliche in welcher l 5 Klassen, von 8 Ver- > hier, wie Lehrer und gesordnung ibiner Herr lgenduntermn werden )er, so die Rechenbücher e Lesefibeln ins, Hauptrt über dav rehandeln? Programm, rng hervorn Mehrheit ifessionellen meiner Art, er hessischen!t in Nr. 27 rte gestattet,! ielheiten 31t in Vortrage unde legte, ihrem Inift und den der Jsraeliden, indem iten unter- : Erziehung 3 ganz beul da statt- Geheimrath Konferenzen rate unter- % Bild von Grebenstein serat über: die sozialen Antrag des etzung auch n dem sich im Palais »e während te sich auch hier fort. Trinksprüche brachten — meist in längerer Rede — aus: Herr Dr. Stein auf Se. Majestät den Kaiser, Herr Cornelius auf Herrn Dr. Stein, Herr Gutkind auf Herrn Geheimrath Dr. Kristeller, dieser auf die Lehrer in ganz Deutschland, Lehrer Oppenheim auf die Gäste, Herr Gotthelft auf die Frauen und Herr Dr. Munk auf den Ausschuß der Lehrerkonferenz. Nachdem Herr Dr. Prager das Tischgebet gesprochen, trennte man sich mit dem Wunsche eines frohen Wiedersehens in Fulda. n. Wiesbaden, 10. August. Der auf der „schönen Aussicht" gelegene Friedhof der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, welcher seit etwa hundert undfünfzig Jahren — vorher begrub die Gemeinde ihre Todten auf dem israelitischen Friedhofe in Wehen — im Gebrauch ist, wird, der Anordnung des Ministeriums gemäß, am Ende dieses Jahres geschlossen werden. Denn da in Folge der Erweiterung, welche die so mächtig emporblühende Stadt Wiesbaden auch nach dieser Seite hin genommen, der Friedhof längst von Villen und Landhäusern umgeben ist, so war es leicht vorauszusehen, daß die buchste Behörde dem Drängen der angrenzenden Bewohner nach Verlegung des Friedhofes Folge geben würde. Lange Zeit beschäftigte die ,7rage wegen Acguirirung eines Terrains zur Anlegung eines neuen Friedhofs die Vertreter der Gemeinde aufs Ernsteste. Nach manchen u.'ißglückten Versuchen fand dieselbe in allseitig befriedigender Weise ihre Lösung. Denn die Liberalität der städtischen Behörden gewährte der Gemeinde für diesen Zweck ein an den Kommunalfriedhof grenzendes?.tück Land, das einige Morgen groß, dem Bedürfnisse der Gemeinde auf lange hinaus entsprechen dürfte. Wenn auch die Kounnunalbehörden, die an dem Grundsätze festhalten, kein städtisches Eigenthum zu veräußern, sich das ideelle Besihrecht Vorbehalten, so ist doch die Unanlastbarkeit der Gräber vertragsmäßig für alle Zeit gesichert. — Eine Kalamität ist aus diesem Wechsel des Friedhofs für einige benachbarte (scmeinden, die bisher mit der hiesigen einen Friedhofsverband bildeten, erwachsen, da unter den veränderten Verhältnissen diese Gemeinschaft mcht länger erhalten werden konnte. So sind denn diese Gemeinden ]vx Anlegung eigener Friedhöfe genöthigt. Zwei dieser Gemeinden Biebrich und Schierstein) haben sich hierbei gleichfalls eines freundlichen Entgegenkommens seitens der lokalen Behörden, die ihnen das erforderliche Terrain kostenlos gewährten, zu erfreuen gehabt, während die dritte Gemeinde (Bierstadt) ein Stück Land zur Anlegung eines Friedhofs ankaufen mußte. □ Darmstadt, 7. August. Die außerordentlichen Vorbereitungen, welche die antisemitische Partei für die eben beendeten Landtagswahlen in Hessen getroffen hat, sind vergeblich gewesen. Ein einziges Mandat ist den Hetzern zugefallen, und auch das noch durch die Gunst des Zufalls: es geschah dies im Wahlkreis Butzbach, wo für den nationalliberalen Dr. Vogt und den Antisemiten Köhler die gleiche Anzahl von stimmen abgegeben war; das Loos entschied für Köhler. Dagegen ist der antisemitische Angriff in allen anderen Wahlkreisen, besonders hier in Darmstadt, glänzend abgeschlagen worden. Die bisherigen Vertreter, der liberale Oberbürgermeister Ohly und der Vorsteher der israelitischen Gemeinde, Banquier Wolfskehl, gegen die sich der Hauptsturm der Eeguer richtete, fiitb mit glänzender Majorität wiedergewählt. 51 Stuttgart, 7. August. Im deutschen Publikum begegnet man Wlfach der irrigen Ansicht, daß die Verhältnisse der Juden in Württemberg in sozialer Hinsicht zufriedenstellende sein. Dies trifft nur in Bezug auf den Kultus zu. Wie es dagegen in anderen Ressorts Ulssieht, davon giebt die folgende Mittheilung eines gelegentlichen Korrespondenten Kenntniß: Im Richteramte sind nach dem Bevölkerungswrhältniß der Konfessionen nur drei Israeliten verwendet und von stesen ist noch keiner in ein höheres Amt, als das eines Amtsrichters, befördert worden; darum sind auch mehrere ansgeschieden und in die stdvokatur übergetreten. Im höheren Lehramte ist kein Jude in Württemberg verwendet. Im einjährigfreiwilligen Dienste ist noch ne ein Jude zum Reserveoffizier avanzirt, nach neuster Praxis wird einer zur Prüfung zugelassen. Oesterreich - Ungarn. T Wien, 10. August. London 18 gone out of the town, und daselbe wird man bald von Wien sagen können. Wien soll Groß-Wien "erden, d. h. die Vororte, die bisher selbständige Gemeindewesen bildeten, ollen mit der Haupt- und Residenzstadt ein gemeinsames Ganzes bilden, ^ie Population Wiens wird dann l'fc Millionen Seelen betragen, und wir gehen nicht fehl, wenn wir annehmen, daß die jüdische Population mehr denn 100,000 Seelen unifassen wird. Seitdem es jüdische Gemeinden giebt, hat es wohl nie eine gegeben, die diese Ziffer erreicht hatte. ') Ob diese Vereinigung mit der Großgemeinde (wir haben hier blos die jüdische im Auge) von Nutzen sein wird, hängt davon ab, welche Stellung der Vorstand der Hauptgemeinde zu derselben einnehmen wird. Bis jetzt hatte der Vorstand das Prinzip der Nichtintervention. Er kümmert sich nicht im Entferntesten um das, was in den Synagogen innerhalb der jetzigen Rayons der Stadt geschah und geschieht. Der Vorstand übte nur einen Einfluß auf die Gemeindebethäuser im I. und II. Bezirk aus, die übrigen ließ er schalten und walten nach ihrem Belieben (auf die Synagogen in den Vororten stand ihm bis jetzt überhaupt keine Hegemonie zu). Es war das insofern sehr löblich vom Vorstande, da er dadurch am besten bethätigte, daß er nicht im Entferntesten einen Gewissenszwang ausüben wollte. Er hat nichts dagegen, daß in dem jüngst erbauten Gebethause im VI. Bezirk Orgel gespielt wird, und ebenso ist es ihm gleichgiltig, wenn die Chassidim ihr eigenes Betlokäl haben. Da, wo sich in dem einen oder andern Bezirk der Wunsch oder das Bedürsniß ergeben hat, ein neues Betbaus zu erbauen, gab der Vorstand einen Beitrag zum Bau oder gewährte eine jährliche Subvention (in beiden Fällen war die Summe nicht sehr hoch, weil die Mittel der Gemeinde nicht hinreichten, ein Uebelstand, dem die neue Raumbemessung abhelsen wird). In allem Uebrigen kümmerte er sich nicht um die Sache und hatte auch nicht den geringsten Einfluß auf die Beamten, die in diesen Bethäusern fungiren, da sie nicht vom Gemeindevorstande, sondern von dem Vorstand in den betr. Bezirken eingestellt wurden. Wenn dieser Modus auch bei den zu inkorporirenden Gemeinden in den Vororten Platz greisen soll, so wird wohl der Unterschied gegen jetzt ein sehr geringer sein, oder richtiger, die Verhältnisse werden in statu quo bleiben; wir wünschen jedoch, daß eine innere Verschmelzung stattfinde oder daß eine feste Ordnung die verschiedenen Gemeinden mit der Hauptgemeinde verbinde. Manche der Vorortgemeinden bedürfen sehr der Hebung und Förderung, und wenn es. und zwar mit Rechtals eine Wohlthal angesehen wird, daß die Wiener israelitische Allianz die Kultur in Galizien fördert, so wird es'auch ein gutes Werk sein, die Gemeindeinstitutionen in den jetzigen Vororten Wiens zu heben. — Von dem Lektor M. Friedmann erschien jüngst: „njttfön (der Mischualehrer), zweckmäßige Auszüge aus der Mischna als Vorschule für den Talmud -Untericht." Herr Friedmann ertheilt nämlich seit Jahren Gymnasialschülern Unterricht im Talmud und ist die Schrift so zu sagen aus der Schule, auf Grund praktischer Hebung hervorgegangen. Man kennt Friedmann und seine wissenschaftliche Bedeutung. Wir möchten jedoch hier ein anderes Moment hervorhebeu. Wer Friedmann persönlich kennt, weiß, daß er kein Phantast ist und nicht in Hyperbeln spricht. Man beachte daher Folgendes: In dem Vor- Worte heißt es: Soll der Schüler überhaupt in den Talmud eingeführt und mit dem wesentlichen Inhalte desselben vertraut gemacht werden, so wird ein Lehrbuch nothwendig, das es ihm bei wöchentlich einmaligem Unterricht (eine Vermehrung der Stundenzahl wäre in einer Zeit, in der man ohnehin über Ueberbürdung klagt, unzulässig) — möglich macht, dieses Ziel zu erreichen, und in der nJS^pPl heißt es: Dra&jn ’nbi bv “ipiirn Sn *2 pxi 2*212 'bv *;x pan 2-! bxx dv«2 irr 212122 2122*2 nnx 222 “niaS* dx '121 1“I2^2 ri2"l2 |2*D nX"l*12 112'^ “1122122* “1H221 lübb Diese gewissermaßen feierliche Erklärung ist in dem jetzigen Moment von besonderer Wichtigkeit. Wie ich Ihnen nämlich seiner Zeit meldete, plant man hier, beim obligaten Religionsunterricht in den Mittelschulen den Unterricht der Bibel im Urtext wieder aufzunehmen. Von den zwei Stunden, die wöchentlich dem Religionsunterricht eingeräumt sind, soll in einer Stunde biblische und jüdische Geschichte, Religions- und Sittenlehre rc. gelehrt werden und in der andern Bibel im Urtext. Da gab es Personen, die meinen, man gebe sich einer Selbsttäuschung hin, da man in einer Stunde wöchentlich auf letzterem Gebiet (Uebersetzung der Bibel) nichts werde leisten können. Wenn aber ein Mann wie Friedmann auf Grund mehrjähriger praktischer Erfahrungen erklärt, daß es selbst bei einem einstündigen wöchentlichen Unterricht im Talmud möglich ist, Erfolge zu erzielen, so wird man zugeben, daß es bei diesem Zeitmaße noch eher möglich ist, Erfolge beim Unterricht der Bibel im Urtext zu y Doch! Die jüdische Gemeinde in Warschau hat über 130000 Mitglieder. Die Redaktion.