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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-08-08 · Heft 30 (8.8.1890) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 30 (8.8.1890)
Date
1890-08-08
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 mosaischen! terium zur!! eingehende I t, daß bei I h Hessischen Regimentsbestehenden genommen; Zimente beben Herrn :rrn Arnts- Vorstellung fen, finden idgiltig zn r Eingaben ohne gut^ r. Levi. r a e l. G e - -Mitglieder hen. Diese des gegenmeinde auf | verschiedene;t anderen, )es Präses i für verjüng dieser! s weigerte . den Vier-! einberufen, l Sonntag | ie Assistenz verhindern. i den Mit lfriedenheit e. Endlich hrieben ein en Berichte on seinen.! betrifft, so Gemeinde n Londons itn Vorsitze ptzweck die jüngst der! Verwalter . des veroeifel, daß vird, weil chen wird, e, daß der cht werden lers zu er :rth zn erndonhnbe die israeihres Bet so viele tandskrast en Leitung rühmlichst Vottuschan ldung und m, da war es Herr Kahane, der den Gedanken faßte, eine Schule zu gründen. Es gelang ihm, Anhänger zu gewinnen und sie mit seinem Geiste zu erfüllen. Alle Hindernisse wurden überwunden und die Schule unter den denkbar ungünstigsten Verhältnissen eröffnet. Von der Fleischtaxe erhalten, war sie der Sündenbock der Gemeinde, über die mitzusprechen Jeder ein Recht zu haben glaubte. Den Fanatikern ein Gräuel, die die Bibelübersetzung in deutscher Sprache und den Unterricht in der hebräischen Grammatik nicht verzeihen konnten, mußte die Direktion zwischen zahlreichen Gegnern vorsichtig laviren, bis es gelang, der langen, edlen Pflanzung immer allgemeinere Sympathien zu erwerben. Fürst Karl I., der jetzige König, besuchte die Schule auf einer Rundreise nach seiner Thronbesteigung, ebenso etwas später der edle Menschensreund Benjamin Franklin Peixotto und der gelehrte Herr Rabbiner Antoine Levy. Aber bald brach Uneinigkeit im Schoße der Gemeinde aus. Die Fleischtaxe ging im Jahre 1872 ein, und das Schulkomitee niußte die Anstalt für geschlossen erklären. Doch muthig führte Kahane die Schule auf eigene Faust weiter. Auf seinen Hilferuf waren Herr Peixotto und die Alliance israelile universelle die ersten, die dem bedrohten Institut zu Hilfe kamen. Noch andere edle Menschenfreunde leisteten Beistand, und so konnte die Schule erhalten werden, bis die Verhältnisse der Gemeinde sich wiederum regelten. Einige Jahre tiefen Friedens verflossen, während welcher die Schule herrliche Früchte trug. Treffliche Männer, wie die Rabbiner Beck und Adolf Stern aus Bukarest, die hebräischen Schriftsteller A. L. Horowitz und A. B. Gottlober, besuchten sie und waren ihres Lobes voll. Doch wieder entstanden Spaltungen in der Gemeinde, wieder ging im Jahre 1880 die Taxe ein, und wenn auch Kahane, unterstützt von einigen für die Wissenschaft begeisterten Männern, unerschrocken daran ging, die Schule abermals iclbft zu erhalten, so mißlangen doch diesmal alle Versuche, und mi i tiefem Schmerze mußte er seine Schöpfung schließen. Einige Jahre ver- | strichen so, eine verheerende Feuersbrust verwandelte den größten Theil! der Stadt in eine Brandstätte; da führte ein freundliches Geschick Herrn F. F. Mocatta nach Bottuschan. Kahane führte den edlen Mann in das verödete Schulgebäude, dessen leere, unbelebte Räume eine stumme, beredte Klage waren. In einem der Schulzimmer traf man die Jammergestalt eines Melamed, der in dem eigenthümlich singenden Chedertone einige Kinder unterwies, und tief bewegt versprach Mocatta Herrn Kohane, Alles einzusetzen, um die Schule wieder zu eröffnen. Seine mächtige Fürsprache und die Verwendung des Herrn Dr. Beck erwirkten bei der Alliance israelile universelle eine jährliche Subvention von s(X)0 Frcs. Schnell bildete sich ein Komitee, um das Fehlende zu beschaffen, und so konnte die Schule am 1. September 1888 wieder eröffnet werden. Reformen wurden eingeführt, der Bibelunterricht in rumänischer Uebersetzung, und die Kinder, 334 an der Zahl, wurden sorgfältig in der hebräischen, rumänischen und deutschen Sprache unterrichtet. Das Komitee, bestehend aus dem mit den schönsten Blüthen des Geistes und Herzens geschmückten Herrn Adolf Wahrmann als Präsidenten und den Herren Maurice Moschkowitz, Maurice Abramowitz, Osias Segall, Isidor Schneher und Isidor Sommer als Mitgliedern, sorgt mit seltener Hingebung für das Gedeihen der Schule, die schon nach kaum zweijährigem Wiederbestehen die glücklichsten Erfolge aufzuweisen hat. Die ineuschenfreundlichen Komiteemitglieder sorgen nicht blos für die geistige Ausbildung der Schüler, sondern auch für Schulbücher und Bekleidung der Unbemittelten. Angefeuert vom Direktor und überwacht vom Präsidenten des Schulkomitees, leisten die Lehrer Außerordentliches, und Hunderte von Kindern, die in Unwissenheit verkommen wären, werden dem Lichte zugeführt. Türkei. A Jerusalem, 15. Juli. Die Arbeiten auf den j üd ischen K ol onien in Palästina nehmen, Dank den Unterstützungen durch Baron Rothschild, stetig zu, so namentlich auf der Kolonie Sichron jaakob. Seit dem Herbste vorigen Jahres ist ein neuer Beamter zu den früheren hinzugekommen, ein Weingärtner, der seinen Beruf in Frankreich und Spanien gründlich erlernt hat. Derselbe hat 60 jüdische Jünglinge als Schüler unter sich, die den Weinbau erlernen sollen. Jeder dieser Schüler hat 10 arabische Arbeiter, die unter seiner Leitung nach der Angabe des Oberweingärtners das Land urbar machen und für Weinpflanzung Herrichten. So sind im verflossenen Winter etwa 130 Hektar- Land zubereitet worden, unb gegenwärtig wird mit der Pflanzung der j Weinstöcke begonnen. Ein Wagenverkehr ist von Samarin nach Jaffa auch eingerichtet worden; es sollen wöchentlich Fahrten stattfinden. Der Weg über das eigene Land ist von der Kolonie in guten Zustand gebracht oder vielmehr neu angelegt worden; mehr hätte sie nicht thun dürfen, selbst wenn sie Geld und Kraft hätte dazu verwenden können, weil die türkische Regierung, so zivilisirt sie erscheinen will, aller Hebung des Landes durchaus feindlich entgegensteht, sobald nicht die Arbeiten durch die Regierungsbeamten ausgeführt werden. In den jüdischen Kolonien muß man sich darum die Freiheit, Häuser bauen und Gärten und Weinberge anpflanzen zu dürfen, durch schwere Opfer und anstrengende Bemühungen verschaffen und erhalten. — Am Fuße des Karmelrückens, auf dem Samarin liegt, ist eine starke Quelle, während man auf der Höhe, wo die Kolonie aus Gesundheitsrücksichten angelegt worden ist, kein Wasser hat. Nun wird gegenwärtig ein großer Dampfkessel mit Pumpe bei der Quelle erbaut, der das Wasser auf den höchsten Punkt der Kolonie hinauf schaffen soll; dort wird ein großes Wasserbecken hergestellt, und von diesem werden Bleirohre in die einzelnen Wohnungen der Kolonisten geführt, so daß das bisherige beschwerliche und lästige Wasserholen nunmehr ein Ende hat. So wird auf alle Art für die Kolonisten gesorgt. In Rischon l'zion, einer anderen jüdischen Kolonie, wird gegenwärtig ein großer Weinkeller gebaut mit allen Einrichtungen der Neuzeit; jedenfalls kommt in einigen Jahren ein ähnlicher Bau auch in Samarin zur Ausführung. Afrika. * Marocco, 6. Juli. Der Reveil du Maroc veröffentlicht folgenden Brief, der von Mazagan an ihn gerichtet wurde, über einen Vorfall, der sich auf dem Markt zu El Tlat des Sidi Mennor zngetragen: Ein Israelit unserer Stadt, Namens Elöasar Beusimou, begab sich vorige Woche nach dem Markte, um Wolle für ein bedeutendes englisches Haus zu Mazagan einzukaufen. Man pflegt in diesen Gegenden, wenn man Getreide, Wolle, Rindvieh h. eintauft, 5 Frcs. von der Gesammtsumme, die man zu zahlen hat, abzuziehen, als Bab ellah oder Bonifikation. Der Israelit, nachdem er einem Araber eine Ladung Wolle abgekauft, begab sich nach seinem Laden mit dem Verkäufer, um demselben das Geld auszuzahlen. Er wollte — wie gewöhnlich — die 5 Frcs. znriickbehalten, doch veranlaßt ein anderer Araber den Glaubensgenossen, diesen Rabatt nicht zu gewähren. Der Israelit antwortete, daß die« der Brauch sei und daß er nöthigenfalls alle am Markte befindlichen Käufer als Zeugen berufen wolle. Hierauf entstand ein Zank, infolge dessen der Israelit aus seinem Laden gezerrt, auf die Erde geworfen und heftig geschlagen wurde. Es traten einige Leute dazwischen und hoben den Armen halb tobt wieder auf. Es wurde Klage eingereicht beim Gouverneur von Soko, dem Kalifen des Caid den el Mehdi. Der Beamte erwiederte, daß er den Vorgang nur beklagen könne, daß es ihm jedoch nicht möglich sei, den Schuldigen zu bestrafen, da er der Bruder des Pferdeknechtes eines Caids Rhäa der kaiserlichen Truppen sei. Das Opfer wurde hierher gebracht und mußte 12 Tage das Bett hüte»; heute geht es besser. Drei Vorgesetzte englischer Häuser aus Mazagan begaben sich gemeinschaftlich zu Mr. Redmann, englischem Vize-Konsul, damit er die nöthigen Schritte thue, um in Zukunft ähnliche Vorgänge aus den Märkten vermieden zn sehen, namentlich gegenüber den Agenten europäischer Häuser. Mr. Redmann versprach, diesbezüglich an den Gouverneur L. Hlou zu schreiben, der seinerseits an Ben el Mehdi schreiben würde. Es heißt, daß ans das Ersuchen des Gouverneurs von Mazagan. Ben el Mehdi versprochen habe, die Schuldige» zn bestrafen. Amerika. New-Uork, 20. Juli. Die Central-Konferenz amerikanischer Rabbiner, wie bereits mitgetheilt, tagte am 13., 14. unb 15. Juli in Cleveland. Anwesend waren ungefähr dreißig von den neunzig Mitgliedern der Assoziation, Andere entschuldigten ihre Abwesenheit, und die Uebrigen ließen nichts von sich hören. Die Konferenz war aber doch die zahlreichste, die auf amerikanischem Boden stattgefunden, stand an Intelligenz, Ernst, Eintracht und Würde ihren Vorgängern nicht nach, nur in einem Punkte war sie allen andern voraus, sie bestand ausschließlich aus gleichgesinnten Männern, denen der Fortschritt im Judenthum am Herzen liegt. Von den sechs vom Exekutiv-Komitee ausgegebenen Thematen wurden vier bearbeitet und einberichtet, und zwar von Professor Dr. Mielziner über die Trauungsagende, Dr. Philipson über die Konfirmation, Dr. Sonneschein über das Verhültniß des Judenthums zu der Republik und Dr. Hohn über die Beziehungen und gegenseitigen Pflichten des Rabbiners und der Gemeinde. Die zwei

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