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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-08-01 · Heft 29 (1.8.1890) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 29 (1.8.1890)
Date
1890-08-01
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 Bemerken möchte ich übrigens noch, daß im hiesigen Orte nicht sehr viel Sympathie für das Seminar sich gezeigt hat, zumal da auch in hiesigen konservativen Kreisen nunmehr anerkannt wird, daß nicht nur in den Lehrerbildungsnilstalten 31t Hannover, Köln 2c., sondern auch in der zu Berlin seit etlichen Jahren der hebräische Unterricht, sowie die Förderung des Sinnes keineswegs zn den schwachen Seiten der Anstalt gehören. x. Koschmirr, 23. Juli. Am letzten Sonnabend, den 19. d. M., hielt in unserer Synagoge als erster Kandidat Herr Rabbiner Dr. A r 0 n Heppne r vor einem zahlreichen Auditorium die Probepredigt. Diese fand solch' allgemeinen, großen Beifall, daß der Vorstand mit Zustimmung der Gemeinde von der Berufung weiterer Kandidaten Abstand nahm. In der heutigen gemeinschaftlichen Sitzung des Vorstandes und der Repräsentanten wurde Herr Dr. Heppner einstimmig zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde gewählt. Da unserem neu gewählten Rabbiner auch der Ruf großer talmndischer imb allgemeiner nnssenschaftlicher Gelehrsamkeit vorangeht, so herrscht in unserer Gemeinde allgemeine Freude über diese glückliche Acquisition. Der Antritt des Herrn Dr. Heppner erfolgt zum 1. September d. I. Cowerg, 27. Juli. Das hiesige jüdische Kur Hospital beging, wie alljährlich in der Haute-Saison, so auch dieses Mal am Sonntag den 20. d. M. die erhebende Feier des Stiftungsfestes durch einen solennen Gottesdienst irr den bescheidenen Räumen des Betsales dieser, obschon noch jungen, doch schon kräftig emporstrebenden, viel Glltes auf dem Felde werkthätiger, barmherziger Liebe übenden Anstalt. Sechzehn Jahre sind es her, seitdem dieses aus dem Geiste echt jüdischer Mildthätigkeit hervorgegaugene, unter mancherlei schweren inneren und äußeren Kümpfen begonnene, unter den schwierigsten Verhältnissen bezüglich der nothwendigen materiellen Erfordernisse fortgesetzte humanitäre Werk aus kleinen Anfängen — unter den Augen des Schreibers dieser Zeilen — sich schüchtern erhob. Und jetzt steht es da als ein sprechendes Zeugniß, als ein schönes Denkmal stiller, rastloser Arbeit im Dienste dieser sronunen Schöpfung jüdischer Armen- und Krankenpflege, als ein neuer Beweis, wie das in Gottes Namen Begonnene auch von Gottes Segen begleitet und von gutem Erfolge gekrönt wird. Dank der rast- und selbstlosen Thätigkeit des geistigen Schöpfers und Mitbegründers dieser Armen-Heilanstalt, des Rabbiners Dr. Goldschmidt hier, sowie der uachahmenswerthen Opferwilligkeit ihrer immerwährenden Mitglieder und Stifter, wie nicht minder der umsichtigen, musterhaften Leitung derselben seitens des Hospital-Vorstandes blüht dieses segensreich wirkende jüdische Kurhaus zur Freude seiner zahlreichen Gönner und zum Heile vieler nothleidender, vom Siechthum heimgesuchter Glaubensbrüder und -Schwestern von Jahr 31t Jahr immer hoffnungsreicher empor. Mehr denn 120 arme, kranke Israeliten aus allen Theilen unseres deutschen Vaterlandes finden bereits in der gegenwärtigen Saison daselbst unentgeltliche Aufnahme, Unterhalt, Pflege, ärztliche Behandlung, Freibäder 2c. Und dennoch vermag die Anstalt bei Weitem nicht allen Anforderungen und Anmeldungen gerecht 311 werden, welche so massenhaft an sie herantreten; und dennoch ist sie aus Mangel an Mitteln und aus Unzulänglichkeit der beschränkten Raumverhältnisse gezwungen, eine Menge von Bittgesuchen um Ausnahme unberücksichtigt zu lassen, obschon die Nothlage der Petenten oft so dringend und deren Aufnahme durchaus erwünscht erscheint. Darauf zumal wies der begeisterte und begeisternde Festredner Herr Dr. Goldschmidt in seiner an Jeremias 1, 4—8 sich anlehnenden, tiefempfundenen itub lichtvoll durchdachten Festpredigt so wahr und schön hin. Wenn die den Betsaal und dessen Nebenräume füllende Festversammlung mit sichtbarer Theilnahme den ergreifenden Worten des Redners folgte imb nicht ohne tiefe Ergriffenheit die Audachtsstütte verließ, so ist doch die dem Gottesdienst geweihte Räumlichkeit allzu beschränkt und die Zuhörergemeinde darin im Verhältniß zur Heiligkeit und Wichtigkeit der Sache allzu klein, als daß nicht während und rach der eindringlichen Rede des hochverdienten Sprechers ein tiefes Bedauern sich in uns regte, daß dessen vom Herzen kommende und zu Herzen gehende Worte nicht 311 den Ohren so vieler Tausende in Israel drangen, denen die gütige Vorsehung mit den reichen materiellen Segnungen der Gaben beste, ein Herz gegeben für die dürftigen, uothleidenden Brüder, und denen in der Förderung und llnterstützung dieser Heilanstalt eine günstige Gelegenheit geboten wird, den unserm Glaubensstamm nachgerühmten Sinn für -72N fnbfcjr für werkthätige Nächstenliebe, praktisch zu bewähren. Ans diesem Grunde uub zu diesem Zwecke drängt es uns, lediglich im Interesse der heiligen Sache dieser edlen Schöpfung, von der herzerhebenden Festesfeier auch nach außen hin Kunde zu geben. Die Gründung und Erhaltung solch humanitärer Anstalten sind ja die herrlichsten Früchte an dem Lebensbaume unserer Religion, des sogenannten praktischen Judenthums, und zugleich die einzig richtige, ethisch gerechtfertigte und darum auch wirksamste Entgegnung auf alle die schnöden, provokatorischen Angriffe und Schmähungen, denen wir von unfern Widersachern von jeher ausgesetzt waren und sind. „Mögen sie fluchen, du verbreite Segen." Von ganzem Herzen stimmen wir daher in den Wunsch des Festredners ein, den er so sinnreich in Bezug auf die Erweiterung des Kurhauses an das Prophetenwort knüpfte.' „Erweitere die Stätte deines Zeltes und die Teppiche deiner Wohnung" u. s. w. Möge es nicht nur ein frommer Wunsch bleiben! Rabbiner Dr. Hahn, Stolp. s. Wiesbaden, 27. Juli. Auf den 24. d. Mts. war der S h n a g 0 g e n - Rath durch den Königlichen Regierungspräsidenten Freiherrn v.Wurmb Hierselbst zu der alljährlich stattfindenden ordentlichen Sitzung berufen worden. Dieses Kollegium, eine Schöpfung der preußischen Regierung aus dem Jahre 1871, welche hierdurch vielfach hervorgetretenen Wünschen nach einer Vertretung der israelitischen Kultusgemeinden des ehemaligen Herzogthums Nassau entsprach, besteht aus einem Regierungs-Kommissar/ der den Vorsitz führt (z. Z. Herr Regierungsrath Cäsar), dem Bezirksrabbiner Dr. Silberstein-Wiesbaden und dem ersten Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde Wiesbaden (Simon Heß), sowie je einem gewählten Vertreter der drei Nabbinatsbezirke, in die die Kultusgemeinden des früheren Herzogthums Nassau getheilt sind (z. Z. Kirchberger-Weilbürg für den Rabbinatsbezirk Weilburg, Meyer-Dietz für den Bezirk Ems und Strauß-Höchst für den Rabbinatsbezirk Wiesbaden). Als Schriftführer fungirte Regierungs-Sekretär a. D. Driesch. Nachdem die Rechnung des vorigen Jahres 1889.90 geprüft und richtig befunden auch einem neu aufgezogenen Bezirks-Rabbiner aus den Mitteln des Centralkultusfonds eine Entschädigung für Umzugskosten gewährt war, beantragte der Vorsitzende namens der Regierung die Erhöhung der Gehälter der Bezirksrabbiner, die er einerseits durch den gesunkenen Geldwerth und die damit verbundene Vertheuerung aber Lebensbedürfnisse, andererseits durch den Hinweis auf die häufigen Vakanzen der Bezirksrabbinate begründete. Es liege aber nicht nur im Interesse der Gemeinden, sondern auch der Regierung, daß die Bezirksrabbiner lange auf ihren Stellen bleiben, um so größere Vertrautheit mit den Gemeinden und insbesondere mit den Schulen zu erlangen. Hierzu bedürfe es aber einer angemessenen Dotirung der Stellen. — Die Gehälter erfuhren denn auch eine, freilich bescheidene, Erhöhung, die aber doch eine Erhöhung der Umlage — von vier auf fünf Prozent der Staatssteuer — erforderlich macht. Der Beitrag der größten Gemeinde des Bezirks, auf die die Hälfte der Um'age für den Centralkultusfonds fällt, erhöht sich hierdurch von etwa 2000 Mk. auf ca. 2600 Mk. Der Jahresbedarf des Centralkultusfonds beziffert sich auf 5200 Mk. —d. Aus Baden, im Juli. In der General-Versammlung des Landesvereins zurErziehung israelitischer Waisen, welche in Offenburg — also in der Mitte des Landes — am 13. Juli stattgefunden hat, waren Freunde und Förderer des Vereins aus allen! Theilen des Landes zahlreich erschienen. Vom Bodenfee, wie vom Neckar waren sie gekommen, und sie durften sich dessen freuen, was in der kurzen Spanne von zwei Jahren erreicht und angebahnt worden ist. 27,000 Israeliten etwa zählt Baden. Die ca. 6000 in Mannheim Wohnenden haben einen Fonds zier Waisenerziehung von etwa 300,000 Mk. und lassen von den Zinsen ungefähr 40 Waisen in Privatpflege erziehen. Die ca. 1000 Seelen zählende Gemeinde Freiburg hat einen Lokalwaisenverein mit einem Vermögen von einigen und 20,000 Mk., dessen Erträgnisse zur Zeit theilweise zwei Waisen zu Gute kommen. Der Bezirksrabbiner von Bruchsal, Herr Dr. Eschelbacher, faßte den Plan, einen Verein ins Leben zu rufen, der das ganze Land umfaßt. Und es ist feiner bewundernswerthen Hingabe, seinem unermüdlichen Eifer, seinem begeisterten und begeisternden Wirken gelungen, fast alle anderen Gemeinden zusammenzufassen und für die 20,000 Juden einen Verein zu begründen, der jetzt ein Baarvermögen von 50,000 Mk. (15,000 Mk. Geschenke stehen in sicherer Aussicht) und eine Jahreseinnahme (aus Beiträgen) von 10,000 Mk. hat, wobei die sehr zahlreich fließenden Spenden nicht mitgerechnet sind. 27 Waisen find seit Oktober v. I. in die Vereinspflege genommen. Dieselben sind in kleinen Orten bei braven, gut beleumundeten Leuten untergebracht, bei denen sie schlicht und recht 31t ordentlichen, frommen Menschen erzogen sind. Der Gründer I des Vereins ist der Vorsitzende des Vorstandes, dessen Sitz auf 6 Jahre uach B dem V darübe sowie t sind.! gethan. der Sa schaftsr Waiseu nicht 0 werden zu treu * };n Scks einen 2 tändido Pastor gemeint Ungarr „Kenns mengt Spricht u. s. w Fliege handelt oder vc wer mi heit vei hat den von der leidigm daß die geeignei Angeklc essen) 3 * 8 hatte ei leinen l aber ei Briefe ' auf den ist, nn! debe ich werde i hrfeigt vnd al denselbe 'dausbu uns an, öl. ton wlegirt, Frieden die auf der eher einer de steller, Seelsorc die deut zurückzo allgemei steller l des Ta bekannt „Mai- D mosaisch lichen ( Skizze" Kultus"

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