Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 28 (25.7.1890)
- Date
- 1890-07-25
- Page
- Seite 375 (sequence 7)
- Language
- German
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375 jatsache», cum kein sich vor enthums, iegreiflich daß man ms dein Zeit zur ische Zngend viel Moment e jüdische L8. Jahrmrgestelli e wissenillptsache. chtigunq. als das, m. So auf den andere» Heu Tag Wühlers ktet, das; ur Seite Freinden Patienten , die, an den sic wärtigen n Juden llaubensgemacht, nster des durften schlichkcit Konsuln ^ociat^oI> glich wie ance isesidenten Nogador sein als ury betr. lesandten eten Bemch eine Wesenheit au die Association Muster sympathischer und genauer Berichterstattung über die Leistungen der dortigen Schulen?) Zur englisch-jüdischen Ausstellung im Jahre 1887 veranstalteten das Britische Museum lind die Verwaltung der Archive Spezialausstellungen der in ihrem Besitz befindlichen, beziiglichcu Dokumente. Tic chronologische Ausstellung der Archive begann mit einer Urkunde aus der Zeit Heinrichs II., betreffend Auferlegung einer Buße von 2000 Pfd. Strl. an die Juden von London. Die letzte Urkunde der Sammlung war das Ernennungspatent Lord Jessels zum Master of Hie Rolls. Der Master of tlie Rolls ist der zweithöchste Richter Englands. Wenn ein Jude diese Stellung in einem Lande einuehmeu kann, in welchem schon der Richter am hohen Gericht kaum eine geringere Stellung ciunimmt, als ein General ') oder Minister, stehen den jubelt thatsächlich alle Stellungen offen. Uebrigens gehörte ein Jude, Baron Worms, als Sekretär des Handelamts zeitweilig dem Ministerium an; er ist jetzt Unterstaatssekretär der Kolonien. Indessen lege ich hierauf keinen allzu großen Werth. Nach dem Tode Lord Jessels war man — in englischen christlichen Kreisen — allgemein der Ansicht, er sei einer der tüchtigsten Gerichtsprüsidcutcn gewesen, die England je besessen. Es ist aber nur das A. B. E. der Toleranz, einem Mann die Stelle cinzurüumen, die nach seinen Jühigkeiten und Leistungen ihm gebührt. Jemanden nur wegen seiner Religion von einem Amt auszuschließen, zu dem er vor Anderen berufen wäre, bedeutet Fanatismus. Ein besserer Beweis ist es deshalb, wenn hohe Ehrenstellcn an Juden verliehen werden. Allein im Jahre 1889 wurden ernannt: Lord Rothschild zum Lord-Lieutenant der Grafschaft Buckingham, Alfred de Rothschild zum Obersheriff der neu gegründeten Grafschaft London, Sebag Montefiore, ein Nesse Sir Moses Montefiorcs, zum Obersheriff von Kent. Bekannt ist, daß Herr Jsaacs, der zeitige Oberbürgermeister von London, ein Jude ist, wie übrigens auch der von Melbourne Jude ist. Klerus. Als im Jahre 1882 in Rußland Judenverfolgungen stattfandeu, wurde im Rathhaus eine Protcstversammlung veranstaltet, in welcher - außer einem Laien — Kardinal Manning, der Bischof von London und der Vertreter des kranken Erzbischofs von Cantcrbury als Redner auftraten. Diese obersten geistlichen Würdenträger verurtheiltcn eimnüthig das Verfahren der russischen Regierung. Einer derselben führte aus, daß kein Volk der Menschheit so viel Gutes gethau, kein Volk von der Menschheit so viel Böses erduldet habe, als das jüdische. Mehrere Geistliche gaben demselben Gedanken von der Kanzel Ausdruck. Im Anschluß an die Versammlung wurde für die russischen Juden ein Fonds von 2 Millionen Mark gesammelt, aus welchem noch jetzt alljährlich an russische Auswanderer Beihilfen gewährt werden. Kardinal Manning und der Prinms der anglikanischen Kirche, der Erzbischof von Canterbury haben auch bei anderen Gelegenheiten ihr Wohlwollen für die Juden bewiesen. Bei einem Diner in Canterbury hatte ein Jude, als Aeltester der Aldermen, den Toast auf den Erzbischof zu halten. In seiner Erwiderung bemerkte 0 Zu Ostern wurde die Blutbeschuldigung in Damaskus erneuert. Von den fremden Konsuln nahm sich nur der englische der beschuldigten Juden an. '-) Ob es jüdische Generäle in England gäbt, weiß ich nicht. Ein Goldsand und ein Montefiore sind Obristcn. In der ostindischen Armee hatten schon Anfang dieses Jahrhunderts einige Beni-Jsrael höhere Offizierstellen inne. Eiiiige Ehrensäbel, von der ostindischen Kompagnie an diese Offiziere verliehen, waren in der Spezialabtheilung der Beni- Jsrael auf der anglojudischen Ausstellung von 1887 zu sehen. derselbe, cs sei ein schönes Zeichen der Zeit und für ihn eine besondere Freude, wie er überzeugt sei, auch für alle Anwesenden, daß der Toast auf ihren Erzbischof von einem Anhänger der alten Kirche Abrahams, Jsaacs und Jacobs ausgebracht worden sei. Die Missionsgesellschaft zur Bekehrung der Juden gebietet über bedeutende Mittel, sie hat jährlich an 700,000 Mark Einkünfte. Aber der Erfolg steht in keinem Verhältnis; zu den Mitteln, eS gelingen der Gesellschaft trotz der großen pekuniären Vortheile, welche sie dem Konvertiten bietet, jährlich nur 12 Bekehrungen, ein Beweis, daß auf der einen Seite Ueberzeugungstreue, auf der anderen nur geringer Eifer besteht. Bcmcrkenswerth in dieser Beziehung ist eine Erklärung des Vikars von St. Botolph. Aufgefordert, seine Kirche zum Mittelpunkt der Missionsbestrebungen zu machen, lehnte er dies mit den Worten ab: Er als Seelsorger würde sich genügend beglückt finden, wenn jeder Christ seiner Parochic ein guter Christ und jeder Jude ein guter Jude würde.') Publikum. Gleich den Behörden und der Geistlichkeit bezeigt das christliche Publikum den Juden häufig Syinpathie. Dieselbe ist zunächst aus den zahlreichen Beitrügen zu ersehen, die englische Christen für jüdische Wohlthütigkcitsinstitute zeichnen. So findet sich unter den Beitragenden für das jüdische Einwandererasyl ein „christlicher Freund" mit 400 Mark, für die Anglo Jewisli Association, das Schwesterinstitut der bei uns so gehaßten und verleumdeten Alliance israelite universelle, der Marguis of Bute mit einem Jahresbeitrag von 400 Mark. Im Zweigverein Cardiff derselben Gesellschaft sind von Juden 17 Pfd. Strl., von Christen 11 Pfd. Strl. Jahresbeiträge gezeichnet. Und nicht nur für philantropische Institute werden solche Beihilfen gewährt, auch für die Institute des jüdischen Kultus. So schenkte jüngst Earl Fitzwillinm der Gemeinde Sheffield IG) Strüucher für ihren Kirchhof, für den Bau der Synagoge von Canterbury wurden schon im Jahre 1847 131 Pfd. Strl. von Christen beigesteuert, bei einem Gesammtaufwand von 1170 Pfd. Strl. Auch zum Umbau dieser Synagoge iin Jahre 1889 haben Christen beigetragen, ebenso zur Reparatur der Synagoge in Portsmouth, nachdem die Lokalpresse^) hierzu aufgefordert hatte. Bei Einweihungen der Synagogen und anderen feierlichen Gelegenheiten sind christliche Zuhörer nicht selten anwesend. So waren zum Beispiel bei der Beerdigungsfeier für den Oberrabbiner Adler viele angesehene Christen zugegen, auch bei seiner Installation im Jahre 1847, zu deren Ehren die Glocken von Aldgate klangen und Colonel Fox, ein Parlamentsmitglied, 10,000 Akk. für die Armen spendete. Nicht nur auf Geldbeiträge beschränkt sich das Interesse der christlichen Kreise. Bei der Jahresversammlung der jüdischen Schule in Stepney traten als Redner Admiral Mayue und das Parlamentsmitglied Herr Canston auf. Unter dem Aufruf für das jüdische Siechenhaus finden sich die Namen des Lord Grey de Wilton und Sir Fred. Johnstons. Bei einem Vortragsabend im jüdischen Arbeiterklub übernahm Lord Wolseley den Vorsitz im Preisrichteramt. Ein Ball am 12. Mürz d. I. zum Besten der jüdischen philantropischen Gesellschaft in Manchester fand unter dein Patronat der Prinzessin Christian von Schleswig, der Herzogin von Albany, Lord Salisburys, Gladstones, Lord Randolph Churchills, der Herzöge von Pvrtland, y Nahezu wörtlich stinunt damit eine Bemerkung Güdemanns in der Vorrede zur „Geschichte des Erziehungswesens und der Kultur der Juden in Italien" überein. -) Selbst antisemitischer Spürsinn könnte sie nicht als Judenpresse denunziren, die Zahl jüdischer Journalisten ist überhaupt in England sehr gering.