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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-07-25 · Heft 28 (25.7.1890) · p. Seite 372

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 28 (25.7.1890)
Date
1890-07-25
Page
Seite 372 (sequence 4)
Language
German
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372 das Heft in die Hand bekommen, das es leider schon in vielen europäischen Staaten hat. Es ist deswegen nöthig, die Augen aufzuhalten und der Gefahr muthig entgegen zu treten. Wir stehen vor der ernsten Aufgabe, die Neuzeit entsprechend zu gestalten. Dieser Punkt ist die Hauptaufgabe unserer Partei, die sie von den übrigen Parteien trennt. Die alten Parteien haben nicht rechtzeitig verstanden, einzugreifen und Reformationen anzubahnen, welche dafür sorgen, daß die Unzufriedenheit weiter Kreise mit ihren gerechten Ansprüchen befriedigt wird. Und deshalb ist es unter der Herrschaft der alten Parteien möglich gewesen, daß die Umsturzpartei zu solcher Herrschaft gelangt ist. Es wird ja Niemand glauben, daß alle die Leute, die bei der letzten Reichstagswahl für die Sozialdemokraten gestimmt haben, auch überzeugte Sozialdemokraten sind, die nun, wenn sie zur Herrschaft gelangen, einen großen Urbrei machen wollen und aus ganz Deutschland eine große Fütterungsanstalt, in der jeder Bürger gefüttert werde wie die kleinen Kinder. An diese Phantastereien haben nun Tausende und Abertausende nicht gedacht. Sie haben blos ihre Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen ausdrücken wollen. Wir haben ja eine Reihe von Einrichtungen, die geändert werden müssen im Interesse des Staatswohles. Und dadurch unterscheiden wir uns von den andern Parteien, daß sie nicht rechtzeitig eingreifen und große Schuld tragen an den heutigen politischen Verhältnissen. Ich erinnere an die Zeit, die in unserer wirthschastlichen Geschichte nicht als eine schöne bezeichnet werden kann: an jene große Zeit nach 1870/71. Nachdem wir die Größe des Reiches auf den Schlachtfeldern erobert hatten, ist gleich darauf die Zeit eingetreten, die mit schwarzen Lettern bei uns verzeichnet steht, die Schwindelperiode, in der unser Volk und vor Allem der Bauer und der besitzende Mittelstand übervortheilt worden ist. Es war dies die Zeit, wo das Geld auf der Straße lag und man sich nur zu bücken brauchte, um es aufzuheben. Wenn sich aber unser Volk bückte, um das Geld aufzuheben, dann lief es immer Gefahr, die Brieftasche aus der eigenen Tasche zu verlieren. Die großen Bankiers und Juden haben damals ihr Schäfchen richtig ins Trockene gebracht. Am meisten haben dabei die kleinen Leute und der Mittelstand gelitten und geblutet, die durch die Judenreklamen angelockt wurden. Ein solcher Fischzug, wie damals, hat sich erst im letzten Jahre wieder abgespielt und wird sich immer wiederholen, so lange die großen Kräfte an der Börse sitzen und das Heft in der Hand haben, um den Mittelstand auszubeuten. Und es ist nothwendig, dafür zu sorgen, daß wir solche Schauspiele nicht wieder erleben, wie in den siebziger Jahren. Jene große Gründerperiode hat auch ihren großen Einfluß gehabt auf unsere Gesetzgebung, woraus unserm Volke die vielen Uebelstände erwachsen sind, die gerade in unserm Geschäftsleben zu spüren sind. Das ist jene liberale Gesetzgebung, die für immer verknüpft ist mit den Namen zweier Juden: mit Laster, dem Liberalen, und Bamberger, dem Freisinnigen. Sie waren die Politiker, die unser Volk an den Abgrund gebracht haben. Jene Gesetzgebung hat uns unter dem Scheine von Freiheit alle jene Tinge gebracht, welche unserer Arbeit Niedergang war, sie hat uns Gewerbefreiheit, Hausirfreiheit und Wucherfreiheit gebracht — Freiheiten, die zu Frechheiten geworden sind in dem jüdischen Stand. Da muß man jetzt dem Volke die Augen aufheben und zeigen, da siehe die Schäden; durch jene Gesetzgebung ist in erster Linie den Juden wieder geholfen worden, die nicht Mitarbeiten und nur die Arbeit Anderer ausbeuten. Sehen Sie doch um sich her, wie der Landmann sich plagt unb in Mühe und nach schwerer ernster Arbeit sein Brod ißt, uiib wie der Jude die Preise für Vieh und Getreide herabdrückt. Und dann sehen Sie hier in Erfurt um sich, worunter leidet denn das Handwerk hier und der solide Kaufmannsstand? Sehen Sie hier die Abzahlungsgeschäfte u. s. w. an, wo mau jüdischerseits auf die Arbeiter spekulirt, die durch die billigen Preise und die Reklamen sich verleiten lassen, dort zu kaufen. Nur immer billig! billig! (Sehr richtig!) Durch das Billig sucht man die Massen von der Prüfung der Maaren abzulenken, wenn sie aber hinterher die Maare prüfen, dann finden sie, daß es Schund ist, den sie theuer gekauft haben. Und wodurch ist es solchen Bazarinhabern möglich, so billig zu liefern? Nur dadurch, daß sie die Löhne der Arbeiter drücken und ihnen bei der Arbeit das Blut unter den Fingern hervorquetschen. Mit solch' billigen Maaren kann natürlich der anständige Kaufmann nicht konkurriren, deshalb verlangt die antisemitische Partei, als eine nationale, wirthschaftliche und reformatorische Partei, daß auf dem Wege des Gesetzes diesen Uebelständen eine Grenze gezogen wird. Wir verlangen, daß die Konkursordnung revidirt wird, die heutige Zeit lehrt uns das ja. Kommt da ein Jude lind macht ein Geschäft auf. Nach kurzer Zeit macht er pleite, die lieben Stammesgenossen helfen ihm nach Möglichkeit, und mit einem geringen Prozentsätze setzt er sich mit seinen Gläubigern auseinander. Dann macht er ein neues Geschäft auf, womöglich noch reicher als zuvor (Sehr richtig!) und schöner ausgestattet. Dann dauert es eine Zeit, bis dann wieder Pleite gemacht wird, die Arbeiter und Fabrikanten wieder reinfallen. Der Jude ist aber inzwischen wieder reicher geworden. Dasselbe Manöver macht er nur fünf Mal. Dann ist er so reich, das; er aus dem kleinen Städtchen fortzieht und nach Berlin, Breslau oder Frankfurt geht) um dort an der Börse zu spekuliren. Das sind dann jene Leute, die, nachdem sie durch Lug und Trug reich geworden sind, in den Stadtverordnetensitzungen oder in sonst einflußreichen Ehrenämtern sitzen. Da sagen wir denn, das geht nicht so weiter, dahin darf es nicht mehr kommen (Bravo!). Wir müssen dafür sorgen, das; in Deutschland auch unser deutsches Staatsbürgerrecht zur Geltung kommt, das uns Schutz giebt gegen die Ueberschwemmung mit jenen Leuten. Erst nachdem unsere Kultur, die nur durch unserer Hände Arbeit erreicht ist, so weit vorgeschritten war, daß es bei uns schön war, kamen die Juden wie die Heuschrecken, die sich auf die fette Weide setzten und sie abfraßen. Deswegen wünschen wir, daß unser Vaterland vor weitern fremden Einwanderern geschützt werde. Und diesen gesell mäßigen Schutz verlangen wir im Interesse unserer Arbeit. Und wenn wir das thun, dann müßten doch gerade die Arbeiter unserer Meinung sein. Denn gerade sie laufen einer sehr ernsten und schweren Gefahr entgegen. Denken Sie doch daran, daß man bereits in Amerika sich hat schützen müssen gegen die chinesische Einwanderung, und auch für uns ist bereite vorgeschlagen worden, Chinesen zu uns herüberzuholen. Wir wollen aber unsere deutschen Arbeiter schützen, und zwar in erster Linie gegen die Ausbeutung der Inden. Es ist nöthig, nach dieser Seite hin unserm Volke klaren Wein einzuschänken und ihm zu zeigen, wie weit die Verhältnisse in unserm I deutschen Vaterlande gediehen sind. Nehmen Sie unsere Statistiken zur Hand und sehen Sie, wie Viele der jüdische,! Rasse angehören. Wenn l Sie die Statistik der Meineide, Schwindeleien u. s. w. ansehen, so finden Sie, daß das Judenthum 87 pCt. sämmtlicher Verbrecher stellt (!’a Ja, meine Herren, das sind Thatsachen (Rufe: Jude raus!), die kein Mensch aus der Welt schaffen kann. Da ist es doch endlich Zeit, zu sehen, wie es steht. Nun wird eingewendet, es giebt auch christliche Schwindler und Wucherer. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Ja, wir Antisemiten bekämpfen den christlichen Wucherer und Schwindler ebenso wie den jüdischen «Längeres andauerndes Bravo! Rufe: Der Jude muß raus!) Die Juden sind in erster Linie Wucherer, und deshalb bekämpfen wir Antisemiten sie auch als den größern Feind. Durch Erhaltung des sozialen Friedens hoffen wir, die größte Gefahr, die uns bedroht, zu beseitigen. Unser Weg ist dabei einzig und allein der des Gesetzes. Wir werden von gegnerischer Seite so oft verleumdet, daß man den Juden persönlich zu Leibe gehen wolle. Wir bekämpfen aber nur jene große Gesammtheit, die die Börse beherrscht, die das Geschäftsleben und das Handwerk ausbeuten will. Wir bekämpfen dies als eine soziale Frage ersten Ranges, wenn der Deutsche in seinem Lande bei seiner Arbeit wieder glücklich und Zufrieden werden will. Man hat gesagt, weil man über unsere Partei in der Presse, die den Juden gehört, alle möglichen Lügen und Verleumdungen verbreitet, wir seien Partei, die einen Scheiterhaufen errichten und auf demselben alle Juden verbrennen wolle. Wir denken aber nicht daran, das zu thun, wir sind eine Partei, die auf dem Wege des Gesetzes steht, und die wirklich die nationale Freiheit nicht beschränken will. Aber Sie (sich zu den Sozialdemokraten wendend), Sie beschränken die Wahlsreiheit, die Volks- und Redefreiheit — kurz, Sie sind ja Schreier, Sie wollen keine freie Rede dulden, Sie wollen den Gegner niederbrüllen und niederschreien! (Sehr richtig!) Ja, wenn man sagt, wir wären reaktionär, so müssen wir entschieden betonen, daß wir nicht daran denken, es zu sein. Unsere heutige Bewegung trennt sich völlig von den alten Judenverfolgungen, die amii nur in der Ausbeutung des Volkes durch die Juden ihren Grund hatte. Wir wollen keineswegs die Vergewaltigung des Einzelnen, wir wollen gesetzmäßige Reform, die da sorgt, daß der Jude bei uns nicht zu übermäßiger Macht gelange. Wer bereitet denn die Scheiterhaufen, wer sind denn die Unduldsamen? Das sind jene Juden und die unzähligen Leute, die bei der letzten Wahl in Gießen den Antisemiten die Säle wegkauften, daß wir keine Versammlungen abhalten konnten; die in unsere 8 Lubjektc mach lampfe l Mieb, sc selbst sa wie ton; sin Nid jubelnd Puppe i i'ie in di lauzken Packet" Habt, de in. Gieß llllb V0! bl 11 Wo (alles i riese T drückunc Wege a Unter £ und deu r>, das nrankhe ras Th irtvb in ^spritzt, Des darauf, iassilng nur das daß der dafür s Wie sch lnenn d aus die ent gegen lammt. 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