Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 28 (25.7.1890)
- Date
- 1890-07-25
- Page
- Seite 371 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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371 rbe, wird otioe ge jene Zufrage auf s daß die Lebhaftes annen sie de wohne, der Jude hat seinen bekämpfen 3 dagegen ns aufge l. (Bravo uns diese rnommeu, cke daran, i werden, ltnisse er- Kaiser in; Debatte n Frieden muß es ntung der ittel durch Spiritus- Höhe gel erinnere geordneten festgestellt erung deich Frauen Das ist , daß die i. (^elu,l, ngen auidie Börse ngen von mken sind mit einer die Aeste ten stehen i Frieden, sterlaudsvollen Sie ) gar nich: : Gleiches heute gemigstrene aben, und ichsen lieü l gerathen in eigenes wch lange lerderblich kehr diene, Macht genufluß zu ur Spekullolk einen : Lage gemg untermregelung l, um die bestimmt w., denn durch die urch groß' -theueruug che Winter der arme lUaitn erfroren und in seinem eigenen Hause zu Grunde gegangen wäre. Sie Börse ist es, die ans dem Schlachtfelde die schönsten Geldstücke allfliest, sie ist auch der lachende Erbe, wenn die Völker Krieg gegen einander führen. Denn nicht die Völker, sondern die Börse zieht ans ,edem Kriege den Hauptnutzen. Dem muß entschieden entgegen getreten werden. Das können die Staaten, wenn sie international dagegen eintreten und durch internationale Vereinbarungen dem Treiben an der Börse ein Ende bereiten. Hieraus zu wirken ist erste Aufgabe unserer Partei. Wir werden nicht eher ruhen und rasten und die Regierungen dahin bringen, daß die Staaten Europas zusammentreten, um die internationale Regelung des Börsenspiels in die Hand zu nehmen. Was ich Ihnen sage, ist praktische Politik des wahren sozialen Friedens und der wahren sozialen Reform. Wir müssen ernst und praktisch herantreten an jenen Krebsschaden, der durch das Treiben an der Börse herbeigeführt wird, und gegen das sich ,.cht Niemand wehren kann. Denn wir Alle, Arbeiter oder Bauersmann, können nichts dagegen machen, wenn die Börse die Lebensmittel i ertheuert, Sie fallen rettungslos in die Klauen dieser Goldspinne, die sie sesthält und aussaugt, und die ihre Fäden über das ganze Land allsspinnt, um immer fetter und dicker zu werden. Wer ist es nun, der die Börse handhabt, der sie in der ersten Hand hat? Gehen Sie hin am Samstag auf die Börse, da ist sie leer, gehen Sie aber hin am Sonntag, da ist alles voll, weil da die Juden dort sind. (!!!) 99 Prozent sämmtlicher Börsenbesucher sind Juden, Leute aus icneix Kreisen, die wir bekämpfen. (Ein anwesender Israelit lacht). Böckel: Und wenn der Jude da noch lacht, das begreife wer kann. Wir loerden nicht ruhen und nicht rasten, bis die Völker Ernst machen, sich \n befreien aus den Klauen jenes Institutes, das tausendmal schlimmer >it als die Spielhöhle von Monaco. Denn da kann nur der sein Geld verlieren, der hinreist. Aber an der Börse kann Jeder sein Geld verlieren, selbst der kleine Mann. Ja, l a ch en Sie nur, mei ne Herren .luden, aus Ihnen lacht das böse Gewis sen, weiter nichts! Anhaltendes Bravo!) Und wenn Sie noch mehr schreien, unsere Ideen lverden weiter dringen, auch iu den Kreis der Arbeiter hinein, wo es sich schon heute ganz gewaltig regt. Ich wollte mir, daß alle Juden recht bald in die Sozialisteupartei hinübergingen, damit Sie den Segen bald voll genießen könnten. Ich will den Sozialdemokraten alle Juden überlassen. Je eher sie die Juden haben, je eher kriegen sie sie satt.! Bravo.) Jede Partei, die Juden gehabt hat, ist au den Juden zu Grunde gegangen, die nationalliberale, der Freisinn und jetzt kommen Sie (sich \\\ den Sozialdemokraten wendend) daran. Sie werden sich schon noch überzeugen, daß das, was ich gesagt habe, volle Wahrheit ist. Auch .lhr Führer Bebel hat es gesagt in einer Versammlung, die Arbeiterbewegung ginge großen Gefahren entgegen. Diese Gefahren finden Sie in dem Eindringen des jüdischen Elements. Wissen Sie, was Liebknecht gesagt hat über die Juden? Die Inden sind die schlimmsten Kapitalwüthriche die es giebt! Und heute sitzen die in Ihren Kreisen, die gerade das Kapital besitzen. Das ist das Schauspiel, was die Sozialdemokratie uns heute bietet. Wissen Sie, wie mir dies vorkommt? Wie lener, der den Teufel durch den Beelzebub austreiben wollte. Und in der That, es ist so. Da hilft weder schreien noch sonst etwas. Die Wahrheit dringt doch durch. Wir kommen doch über Ihre Köpfe hinweg, seien Sie wer Sie wollen! Es hilft Ihnen doch nichts. Nur noch kurze Heit in diesem Uebermuthe, und es wird das in Erfüllung gehen, was ahr eigener Führer selbst sagte. Und von Ihnen wird das Sprichwort gelten: „Der Krug geht so lange zu Wasser bis er bricht". Auch Ihr Krug wird aus Uebermuth au der Judenzucht zu Grunde gehen, das können Sie versichert sein. Die antisemitische Idee stützt sich ans den Mittelstand, mib wir werden uns niemals zu solchen Szenen Hinreißen lassen, wie Sie es heute gethan haben. Wir werden nie in Ihre Versammlungen gehen und provoziren, weil wir unserer Sache viel zu sicher sind und ehrlich kämpfen. Dr. Böckel verliest hierauf aus einem Magdeburger Blatt „Die Volksstimme" einen Artikel gegen ihn und wendet sich dann zu den Sozialdemokraten: Sie wollen ja gar nicht das Kapital bekämpfen, Sie wollen blos das Kapital für sich in Anspruch nehmen. Das ist der Grund, weshalb Sie das Kapital bekämpfen. Wenn Sie das nicht wollten, dann müßten Sie für den Mittelstand einstehen für den Kampf gegen die Börse. Denn die ist auch der schlimmste Feind für die Arbeiter und für den Mittelstand. (Zwischenrufe: Pickenbach!) M) kann ihnen sagen, daß von den Antisemiten keiner an der Börse spekulirt, aber von Ihnen! Reden Sie doch nicht über Dinge, die Sie nicht verstehen! (Wiederholte stürmische Rufe: Judenjunge raus!). Wenn wir wahrhaft sozialen Frieden und wirthschaftlichen Frieden haben wollen, müssen wir gegen die Börse ankämpfeu. Das können wir aber nur dadurch, daß wir treu zu unserm Kaiser und Reich halten. Er hat den guten Willen für den Frieden zu wirken, und er wird auch in diesem Sinne zu wirken berufen sein. Ihm zur Seite zu stehen und mit ihm zu kämpfen, das ist die Aufgabe unserer Partei, die Größe unseres Vaterlandes! Das ist unser Programm. Wir sind alle Zeit berufen, für das Volk, für die Monarchie — gegen die Volksausbeukung im Kleinen sowohl, wie gegen die Volksausbeutung im Großen! (Minutenlanger Beifall! Neue Tumulte.) Reichstagsabgeordneter Zimmermann: (nach Verlesung von während der Versammlung eingelaufenen Begrüßungstelegrammen aus Hamburg (vom deutschen Verein), Deutz, Gräfenroda, Suhl, Weißensee bei Berlin. Ernste Fragen sind es, die die Gegenwart bewegen und welche zu lebhaften Meinungsdifferenzen führen, wie dies auch heute in der Versammlung der Fall gewesen ist. Welches ist nun der Grundzug, welches ist das scheidende Moment in allen diesen Fragen der Gegenwart? Es handelt sich in erster Linie um die Scheidung des Nationalen und des Internationalen. Es ist heute direkt von sozialdemokratischer Seite der laute Zwischenrnf ertönt: Jawohl, wir Sozialdemokraten sind international. Wir wollen auf diesen Zwischenruf den Herren die klare, deutliche Antwort geben. Wir sind national! (Bravo!) Ja, wir wissen es, daß die Frage national oder nicht, die die Gegenwart beherrscht, auf lange Zeit hinaus die ausschlaggebende sein wird, wie sie es bisher gewesen ist in der Geschichte der Völker. Wir sind der Meinung, daß die Phantasterei und das Gedusel des Deutschen vorbei sein muß und daß das Wort des Fürsten Bismarck: Es ist hohe Zeit, daß sich Deutschland auf sich selbst besinnt und seinen Namen wehrt im Rathe der Völker, zur Geltung kommt. Unsere deutsche Geschichte bietet uns der Beispiele genug, wie leicht durch Fälschungen aller Art der deutsche Mann getäuscht, dann iu seiner Phantasterei übervortheilt und zurückgedrüngt worden ist. Unsere deutsche Geschichte der Hohenstaufen, wie zeigt sie uns, daß unser deutsches Vaterland von auswärtigen Völkern bekämpft und geknechtet worden ist. Soweit ist es gegangen, daß Deutschland der Tummelplatz fremder Völker werden konnte, die ihre Schlachten auf deutschem Boden auskämpften. Doch wir können heute mit Stolz sagen, die Zeit der Knechtschaft ist vorbei. Entstanden ist ein neues mächtiges Reich durch schwere blutige Opfer, und unsere heutige Zeit hat die Ausgabe, zu sorgen und zu wirken, daß diese schwer errungene Einheit der Gegenwart und Zukunft erhalten bleibe! (Bravo!) Die Geschichte der Gegenwart bietet genügende Beispiele, wohin fremder Einfluß, wird er maßgebend, führt. Denken Sie an die französische Republik, wo der schlimmste Terrorismus herrscht, die abhängig ist von der Börse, und wo der allmächtige Rothschild regiert. (Sehrrichtig!) Das sind Thatsacheu, die uns von dort bekannt wurden, die offenkundig sind. Und wenn die Regierung einmal sich ändern sollte und ein Orleans zum Herrschen käme, dann würde Frankreich nur seine allmächtigen Tyrannen wechseln und an Stelle Rothschilds Baron Hirsch treten und Frankreich ebenso knechten wie Jener. So ist die Gegenwart. So ist es noch in vielen anderen europäischen Staaten, so ist es auch in Oesterreich - Ungarn. Dort ist der Fall vorgekommen, daß Leute wegen schwerer Verbrechen in erster Instanz zum Tode verurtheilt worden waren. Dann ist die Börse gekommen und hat zur Regierung gesagt, wenn Du die lieben Juden hinrichten läßt, dann werden wir Deine Papiere so stürzen, daß Du am Rande des Bankerotts stehst. Und die Regierung hat den Rückzug antreten müssen. Sie hat das Verfahren wieder eröffnet, und die Inden wurden freigesprochen. (!!) Diese Thatsachen aus der Gegenwart sind ernste Mahnungen an uns. Muß das Recht sich vielleicht beugen vor der Allmacht des Kapitals, gilt nicht der gesunde Sinn des Volkes mehr? Sehen Sie nach den Balkanländern, die vollständig in Abhängigkeit gerathen sind von dem Judenthum und aus der Unruhe nicht herauskommen. (!!!) Ja, das sind ernste Beispiele der Zeit, die jeden Deutschen warnen müssten. Wohin führen denn solche Zustände? Erinnern Sie sich an das einst blühende Königreich Polen, das auch nur durch die Ausbeutung und Ausplünderung der Juden zu Grunde gegangen ist. Wollen wir moderne Völker nicht ähnlichen Gefahren entgegen gehen, müssen wir auf der Hut bleiben und rechtzeitig Vorsichtsmaßregeln treffen, damit nie und nimmer die Juden in Deutschland