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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-07-25 · Heft 28 (25.7.1890) · p. Seite 370

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 28 (25.7.1890)
Date
1890-07-25
Page
Seite 370 (sequence 2)
Language
German
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370 Lazarethe anzündete, aber vor den Palast des Juden Rothschild einen Ehrenposten stellte. (Rufe: Pfui!) Bebel hat das mit einem „leider" selbst zugegeben, (?!) aber nicht die irregeleiteten Arbeiter sind es, welche den jüdischen Götzen anbeten, sondern die besoldeten Führer derselben, welche sich aus der Agitation ein Vermögen schaffen. (Beifall, Tnmult.) Die Antisemiten betrachten es als ihre Aufgabe, den deutschen Mittelstand, den beutjcfien Bauernstand zu erhalten und ihn zu befreien von jüdischem Einflüsse. Wir hoffen, daß wir aus den nächsten Wahlen noch starker hervorgehen, wib zwar in einer Stärke, die uns das Einbringen selbstständiger Anträge ermöglicht. Wir werden ja sehen, was das deutsche Volk zu der gegenwärtigen Lage der Dinge und zu dem Verhalten der Parteien gegenüber unfern Anträgen sagt. Ich komme nun zur Hauptfrage, der Jndenfrage. Man sagt uns: Gleiches Recht für Alle! Gut, meine Herren! Wir räumen auch Jedem gern das gleiche Recht ein, wenn nur uns auch das gleiche Recht gewährt wird. Aber wie kann gleiches Recht herrschen, wenn Einer über Millionen verfügt, während der arme Mann nichts hat, der Bertheuerung der Lebensmittel zu begegnen. Im Besitze von Millionen kann man Alles möglich machen. Wir Deutsche haben das von uns bewohnte Land seit Anbeginn wohnlich gemacht, wir haben die Urwälder ausgerodet imb den Kampf mit den Büren imb Wolfen ausgenommendeshalb wollen wir, daß dieses Land auch uns bleibe. Heute mag es ja genug Wolfe und Bären unter den Juden geben, aber damals waren sie noch nicht da. (Gelächter.) Die Deutschen haben die Juden nicht hereingerufeu. Wir sind auch kein Volk, daß der Auffrischung durch fremdes Blut bedarf, wir sind vielmehr eine stolze, schneidige Rasse, die es verstanden hat, ihre Grenzen zu vertheidigen. Wir haben den Boden unseres Vaterlandes in tausend Schlachten mit unserem Bülte gedüngt und von diesem Boden lassen wir uns durch eine.eingewauderte Raffe nicht verdrängen. Mögen Sie sagen, daß die Jilden klüger unb geschäftsmäßiger Vorgehen (minutenlanger Tumult) und wenn die Inden die besten Menschen der Welt wären, so würde ich mich als Deutscher doch dafür bedanken, daß ein Fremdling auf dem Boden unserer Väter herrscht (Beifall, Tumult). Verpflichten Sie sich 311 der heiligen Aufgabe, dafür zu sorgen, daß unser Deutschland unabhängig bleibe von den Einflüssen einer fremden Rasse, unabhängig und frei unseren Kilidern. (Minutenlanger Beifall, Geschrei der Sozialdemokraten und Antisemiten, fortwährendes Läuten des Vorsitzenden.) Reichstagsabgeordneter W e rner: „Kümpfen für des Volkes Rechte, frei sein, keine Judenknechte!" Wir wollen es halten, wie der alte Blücher: „Wo steht der Feind?" „Der Feind? dahier!" „Den Finger drails, den schlagen wir!" Und dieser unser Feind ist der Jude. Mir ist es ganz gleichgiltig, ob Einer von meinen Ausführilngen sagt: „Gott, ich fühle mich beleidigt, ich bin ein Jude!" In Hunderten von Volksversammlllngen habe ich es bestätigt gefunden, daß das Judenthum und die Sozialdemokratie ein Herz unb eine Seele ist. (Furchtbarer Lärm. Schuhmacher Noack schreit in das Getümmel: „Er hat die Sozialdemokratenverleumdet!") Ich konstatire, daß Herr Roack das Feststellen einer Uebereinstimmuug Zwischen Sozialdemokraten imb Juden als eine Verleumdung betrachtet. Da sieht man, daß die Sozialdemokraten keine koschere Meinung von den Juden haben. (Neuer Lärm, Gelächter und Beifall bei dm Antisemiten.) Unser deutsches Vaterland ist ein Erbtheil deutscher Männer, unsere Vorfahren haben das deutsche Land zu dem gemacht, was es heute ist, unb nicht die Leute, welche Schacher treiben und Schmarotzer sind unb die von der produktiven Arbeit nichts wissen wollen. (Beifall.) Wir sehen die Juden schon zur Zeit der Römer auf der Bildflüche erscheinen unb schon damals waren sie Importeure römischer Fabrikate. Tie Juden haben niemals produktiv gearbeitet, selbst zu jener Zeit nicht, da ihr Volk die höchste Stufe der Kultur erreicht haben dürste. Sie waren deshalb von den andern Völkern niemals hochgeachtet. Das Bibelwort: „Im Schweiße Deines Angesichtes sollst Du Dein Brod verdienen!" trifft bei den Juden nicht zu, denn wenn der Jude, das Bündel auf dem Rücken, darüber nachdenkt, wen er wieder betrügen könne, das wird man doch nicht arbeiten nennen wollen. (Beifall, Geschrei unb Lärm.) Nicht arbeiten und doch etwas verdienen, das haben die Juden allezeit meisterhaft verstanden. Im Mittelalter blühte der Handel, weil die Juden davon ausgeschlossen waren, heute ist das leider nicht mehr der Fall, weil die Juden sich des Handels bemächtigt haben. Ich will nicht behaupten, daß alle Juden Schacherer und Wucher sind, aber 99 Prozent sind das sicher. (Beifall bei beu Antisemiten. Lärm.) Im Mittelalter haben die Juden lediglich Schacher getrieben. Als 1099 eine Revolte gegen die Inden in Worms und Mainz losbrach und dabei eine i]an,$e Anzahl erschlagen wurde, wird nicht behaupten wollen, daß es blos religiöse Motive ge man gewesen sind, die dabei im Spiele waren. Aber wir wollen jene Zustände nicht wieder heraufbeschwören, wir wollen die Judenfrage auf gesetzlichem Wege geregelt wissen, wir wollen weiter nichts, als daß die armem verkannten Juden doch auch einmal arbeiten lernen. (Lebhaftes Bravo!) Als die Juden zuerst in Polen erschienen, da entsannen sie sich plötzlich, daß ja eine ganze Reihe reicher Leute in dem Lande wohne. Sie begannen ihre Manöver, der polnische Adel verarmte, und der Jude wurde reich. Wir wollen an bas Dichterwort denken: „Jeder hat seinen Herrn, nur der Deutsche hat einen Gott!" Wirtschaftlich bekämpfen wollen uns die Juden, das ist klar, aber wir wollen uns dagegen wehren mit allen Kräften und den Kampf ausfechten, der uns aufge drängt wurde, gegen das Nimmersatte, schmarotzende Judenthum. (Bravo bei den Antisemiten.) Schon der 30 jährige Krieg brachte uns diese Schmarotzer wieder zurück, und schon damals haben sie es unternommen, die Bevölkerung auszubenten. Wie gut sind wir dagegen heute daran, daß wir von einem jungen, thatkräftigen Kaiser beherrscht werden, welcher mit sicherem Blick die Schäden unserer sozialen Verhältnisse erkannt und sie zu regeln versprochen hat. (Zwischenrufe : Den Kaiser in Ruhe lassen!) Es füllt mir gar nicht ein, den Kaiser in die Debatte zu ziehen, aber sagen will ich, was wahr ist. Nur der Jude stört den Frieden (Schuhmacher Noack ruft etwas dazwischen). Unsere Aufgabe muß es bleiben, den Deutschen ihr Vaterland zu erhalten und die Ausbeutung der Bevölkerung zu verhindern. Der Jnde vertheuert die Lebensmittel durch verschiedene Manöver. Denken Sie an den Kupferring, den Spiritusring, wie wurden durch diese Operationen die Preise in die Hohe getrieben. Dann kommen die lieben Konfektionsjuden, und da erinnere ich mich an den Kompagnon des sozialdemokratischen Abgeordneten Singer. Dieser gute Jude hat, wie durch einen Prozeß festgestellt worden, zu seinem Werkmeister gesagt, als dieser um Aufbesserung der Gehälter der Frauen und Mädchen bat: „Lassen Sie doch die Frauen unb Mädchen auf den Strich gehen!" (Tumult. Pfuirufe.) Das ist von vier Zeugen eidlich erhärtet worden, und es ist traurig, daß die deutschen Arbeiter mit solchen Leuten gemeinsame Sache machen. (Neuer Lärm.) Ich habe gleich erwartet, daß Sie meine Ausführungen aulregen würden. Dann sind die Börsenjuden. Bismarck hat die Börse einmal mit einem Giftbanme verglichen, welcher ganze Mengen von Eigenthum verzehre. Und es ist in der That so. Die Spielbanken sind zwar aus Deutschland verschwunden, aber auch die Börse ist mit einer solchen Spielhölle zu vergleichen. Diesem Giftbaume müssen die Aeste beschnitten werden, damit er befruchtend wirke. Wir Antisemiten stehen auf dem monarchischen Standpunkte, wir wollen den sozialen Frieden, aber wir bekämpfen alle internationalen Bestrebungen und Vaterlandslosigkeit. (Stürmische Proteste der Sozialdemokrateil.) Was wollen Sie denn? Liebknecht hat ja selbst gesagt, die Regierung kann uns gar nichl genug bieten, wir wollen noch mehr! (Schuhmacher Noack ruft: Gleiches Recht für Alle!) Redner zu Noack: Das haben Sie uns ja heute gezeigt, wie Sie sich das denken. Wir aber, wir deutsche königskrene Männer wollen festhalten an dem, was wir für gut erkannt haben, und des Dichterwortes eingedenk bleiben: Der Gott, der Eisen wachsen Xieö u. s. w. (Minutenlanger Beifall, neues Toben, die Parteien gerathen hart aneinander.) Tr. Böckel (stürmisch begrüßt): Wenn ich heute über ein eigenes Thema spreche, so ist das speziell die deutsche Börse, die noch lange nicht als die Gefahr erkannt ist, die auch für weitere Kreise verderblich wirkt. Die Allsicht, daß dieselbe nur für beu Handel und Verkehr diene, ist falsch, man vergißt dabei, daß sie von weltbeherrschender Macht geworden ist. Da sie es verstanden haben, durch die Papiere Eillfluß zu gewinnen auf Krieg unb Frieden, da sie die Lebensmittel zur Spekulation benutzt, fiiib die Börsenkreise in der Lage, auf nufer Volk einen Einfluß auszuüben, wie das kaum jemals ein Institut in der Lage gewesen ist. Wenn wir unsere sozialen Zustände einer Verbesserung unterziehen wollen, danli müssen wir zunächst mit der Börse eine Neuregelung vornehmen. Es müssen die Volker Europas zusammentreten, um die Börse und ihre jetzigen Maximen lahmzulegen. Es muß bestimmt werden, wie die. Lebensmittel gehandelt werden können u. s. w., denn es ist Thatsache, daß die Kohlen nur vertheuert worden sind durch die leichtsinnigen Spekulationen an der Börse, daß die Börse durch groß' artige Schwindeleien mit den Kohlenaktien erst Ursache der Vertheuerung der Kohlen gewesen ist. Hub Jeder kann danken, daß der letzte Winter ein so milder war, weil sonst bei den hohen Kohlenpreisen der arme Maun < Sie Bi allfliest, oinanbei ,edem K Dei Staaten nationa Hierauf eher ru' Staaten Börsens Politik Wir in durch bi otzt Nik inann, \ verthem sie festk alisspin We hat? Q Sie abi sind. (!! lenen 5 Böckel: 10 erden \u befre nt als i oerlierei lieren, s uden Anhalt werden sich sch> recht ba bald vc überlass! Bravo. Jet gegange ui den nberzeui M)x Fr dewegw ui dem gesagt 1 wüthriä gerade demokro 3 euer, der Thi Wahrhl seien S Heit in Ahr etc gelten: Krug 1 können Mittelst lassen, Versam sicher fi Dr Volkssti den Si kämpfer Das ist das ui für den für die M) kai

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