Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 25 (4.7.1890)
- Date
- 1890-07-04
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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3 ie städtische; lassen sich, paritätische ,nd Hessen.;n die Aus- Glaubensirer stellen, t schon im fentlich fiir wenn auch lem einen ssung bezio. n Münster sitzung der n Prälaten;r genannte irkte, es sei der Land , er stimme ister Finger > aus) voll: Es sei aber Bewegung en sein; ini tation fern, ir gegen die ele. Wenn eit er dies glaube nur M ja gan; r gekrümmt mr darum, e iu Schuh en. ührers der n Nummer hört. Tie telle mitgeiltagsblatt' Organ zu gemäßigter ritt. Daß Je unserer erkreise an ltigen Beausgiebiger e, war uns lichen und )e ailferlegt r einzigen lermögeude ltnißmäßig Umständen an anders Mitteln und n, so bleibt stellen." - c „Heraus rlaßt, vier . I. zuzuman ihre ge schlechte ne Juden ffchränkum; sittern aus e förmliche wandern bereits die jüdischen Bewohner massenhaft nach Amerika aus, und auch in dem Moskauer, sowie in anderen Gouvernements beginnt die Emigrations-Bewegung unter den Juden größere Dimensionen anzunehmen. * Czernowitz, im Juni. Der Erzbischof Dr. Sylvester Morar- Andriewiez richtete an die Deputation der hiesigen israekitischell Kultusgemeinde als Antwort auf die Beglückwünschung zu seinem Jubiläum folgende Worte: „Vor zehn Jahrerl, anläßlich meiner Ernennung zum Oberhirten dieser Diözese, haben mich die Vertreter des israelitischen Kultus in Czernowitz begrüßt, und.da habe ich schon dazumal dessen Repräsentanten meiner Sympathie und meiner wohlwollenden inneren Gefühle für ben israelitischen Kultus versichert. Ich glaube, daß ich während meines zehnjährigen oberhirtlichen Amtes mein Versprechell erfüllt und auch auf die Bevölkerung im friedlichen Sinne zur Erstelung eines einträchtigen Zusammenlebens gewirkt habe. Wenn mir der Allmächtige weiteres Leben schellkt, werde ich auch fernerhin als ein wahrer Priester der Liebe thätig. und bestrebt fein, für den religiösen Frieden im Lande nach wie vor gn wirken. Ich versichere, daß ich auch fernerhin dem israelitischell Kultus meine Sympathien und meine besten inneren Gefühle bewahren werde. Sollte irgend wann die Wahrnehmung gemacht werden, daß ich hiervon abweiche, so bitte ich die geehrten Herren, mich all mein Versprechen und meine Zusicherung zli gemahllen." Italien. * Rom, 26. Juni. Es wird Ihre Leser illteressireu, daß der Senator Man fr in soeben beu zweiten Band seines trefflichen Werkes: „Geschichte der Israeliten unter der Nömerherrschaft" veröffentlicht chat. Die gllte Aufnahme, welche der erste Balid gefunden bat, läßt für die Fortsetzung das Beste hoffen. — Prof. Castigliolli in Triest hat eine Studie über die jüdischen Frauen und das Leben der Aahel Morpurgo, seiner Landsmänllill, herausgegeben, jener Dichterin, welche der verstorbene Luzzato so hoch schützte. Der Monographie ist mie sorgfältige Ausgabe der Dichtungen dieser tresflicheli Hebraistill beigegeben. — Der Großrabbiner Ciagol i in Vereelli hat eine Arbeit ..Sefer eolmnat nlam“ dem Druck Übergebell. In derselben versllcht er den Nachweis, daß der Hebraismlls in seinem Geiste llicht nur den jüdischen Stamm, sondern die ganze Welt limfasse. Frankreich. * Paris, 26. Juni. Die französische Negierung besitzt keine Gewißbeit, daß die antisemitischen Plünderungen, die in Algerien unlängst von Arabern verübt wllrden, nicht das Vorspiel einer großen politischen Verschwörung und die Vorbereitung zu einem Araber-Aufstande sind. Der Civilgouverneur und das Mililärkommando in Algier wurden von der Negierullg allgewiesen, die Bewegung scharf zu überwachen und alle erforderlichen Ordnnngs- und Sicherheitsmaßregeln in Bereitschaft zu halten. * Paris, 16. Juni. Professor Josef Derenbourg theilt mit, daß die Ausgabe der Schriften Saadia Gaons, bei Gelegenheit der 1000 sten Wiederkehr seines Geburtstages, folgende Werke eilthalten ivird : 1. Die Biographie Saadia's, verfaßt von Staatsrath Dr. A. Hartavy in St. Petersburg. 2. Die arabische Uebersetzung des Pentateuch. Saadia hat zwei Nebersetzungen verfaßt; der einen, welche verloren gegangell ist, war ein umfangreicher Kommentar beigegeben, der nur in einigen Fragmenten erhalten ist, deren bedeutendstes sich auf Exodus Kap. 26 bis zum Ende bezieht. Die zweite Uebersetzung wurde häufig gedruckt, aber in sehr mangelhafter Weise. Die beabsichtigte Ausgabe wird die vorhandenen Fragmente des Kommentars der erstell und einen kritischen Text der zweiten Uebersetzung umfassen. 3. Die arabische Uebersetzung des Jesaja. Dieselbe ist bereits veröffentlicht, aber in sehr fehlerhafter Weise. Die neue Ausgabe wird sich auf die Handschriften stützen und mit ben Fragmenten des Saadianischen Kommentars über Kap. 36 65 bereichert werden, welche in eillem Manllskript der St. Petersburger kaiserl. Bibliothek wiedergefunden wurden. 4. Die arabische Uebersetzung der Psalmen. Herr Rabbiner Dr. Margulies-Weilbnrg, der die ersten 24 Psalmen bereits veröffentlichte, hat die Herausgabe des ganzen Psalters übernommen. 5. Die Uebersetzung des Hiob. Dieselbe wurde bereits von Dr. I. Cohn publizirt, aber die Ausgabe ist lückenhaft lind nicht ohne Fehler. Die Version soll mm neu und vollständiger herausgegeben werden. 6. Uebersetzung und Kommentar zu den Sprüchen Salomonis, bisher nicht erschienen, wird von Prof. I. Derenbourg im Verein mit Dr. M. Lambert, Dozenten am hiesigen Rabbiner-Seminar, herausgegebeu werden. 7. Uebersetzung und Kommentar zll Daniel, gleichfalls bisher llnedirt, wird voll Rabbiller Dr. I. Bondi-Maillz publizirt werden. 8. Die übrigen exegetischen Schriften Saadia's, u. zw. die Uebersetzung des Deborah-Liedes. von Ruth, eines Esther-Fragments und wahrscheinlich der übrigen Megilloth. 9. Der Siddur, welcher für die Geschichte der jüdischen Liturgie von so großer Wichtigkeit ist. Herr Baroll David Günzburg hat seine Mitarbeit an dieser Herausgabe zugesagt. 10. Ein Band von Fragmenten, welchen Herr Dr. Harkavy ediren wird; derselbe enthält sehr interessante Piecen Saadia's und verschiedener älterer Schriftsteller, welche sich mit seinen Werken beschäftigt haben. 11. Auszüge aus gedruckten und handschriftlichen Werken der Kara'ften, welche sich auf ihre Polemik mit Saadia beziehen. Dieselben wird Herr Dr. Jsraelsohn in St. Petersburg herausgeben. 12. Rabbinische Gutachten und andere rabbinische Schriften Saadia's, deren Edition Herrn Dr. Joel Müller, Dozenten an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin, übertragen > worden ist. 13. Die Herausgabe des arabischen Textes des Kitäb al- | Amaiiät (Emunoth we-Deoih), der bereits von Dr. Landauer edirt! wllrde, und des Kommentars zum Sefer Jezira, den Herr M. Lambert j soeben.druckt, ist überflüssig; dagegen wird die bisher nicht erschienene! hebräische Uebersetzung des Kitäb al-Amanät von Berachja und die j gleichfalls Uliedirte anonyme hebräische Uebersetzung des Sefer Jezira! gegeben werden. 14. Eine Anzahl von Abhandlungen soll die Ausgabe! der Werke Saadia's begleiten; ihre Verfasser sind Dr. Will). Bacher,! Professor am Rabbiner-Seminar in Budapest, Dr. Guttmann, Rabbiner in Hildesheim, und andere Gelehrte: vorwiegend soll behandelt werden: die Philosophie Saadia's/seine Grammatik, ein Lexikon der ihm eigenthümlichen arabischen Allsdrücke rc. k. - Dem arabischen Text der Uebersetzungen und Kommentare werden dilrchgängig hebräische Noten beigegeben, außerdem dem Texte Saadia's ein fortlaufender Kommentar in französischer Sprache lind für die prophetischen Theile der Bibel eine französische Ueüertragung dieses Textes. Die hebräischen Uebersetzungen des Kita!) al-Amanät und des Sefer Jezira werden in gleicher Weise von einer französischen Uebersetzung begleitet sein. Herr Pros. Derenbourg hofft auf eine große Anzahl von Spendern, deren Mindestleistung 200 Francs betragen muß. Die Spender erhalten ein Ezemplar auf I holländischem Papier, die Subskribenten die vollständige Ausgabe zum Preise voll 50 Francs, welche im Vorails zu zahlen sind. Bis zur Bezeichnung des Buchhändlers, der das Depot der Werke haben wird, können die Subskriptionell an die Alliance Israelite (rue Trevise 35) gesendet werden, an die gleiche Adresse oder an Herrli Grandrabbin Zadoc Kahn (rue St. (leorges 17) die Gaben der Spender. Die Ausgabe wird in Lieferungen von je 10 Bogen in 8° (160 Seiten) er- | scheinen, der Preis der Lieferllng wird 2 Francs betragen. Zur Mit-; Hilfe in der Leitung des Werkes hat Herr Professor Derenbourg ein Komitee gebildet, dem folgende Herren angehören: Grandrabbin Zadoc Kahn, Ehrenpräsident, Jules Oppert, Mitglied des Instituts, Isidore Loeb, Hartwig Derenbourg, Theodore Reinach und Israel Levi.! Bulgarien. * Sofia, 2. Juni. Nach der offiziellen Zählung voll 1888 leben > in Bulgarien 23,784 Inden, welche sich über die verschiedeneil Orte! folgendermaßen vertheilen: Athos 54, Berkovatz 318, Burgas 284, i Dobritch 139, Dubnitza 688, Hadji-Eleß 80, Haskeni 324, Karnabat 240, | Kezanlik 316, Kutlovitza 212, Kllstendil 1,029, Lom-Palanka 376 Nicoj polis 168, Philippopel 2,251, Plewna 342, Pravadi 326, Razgrad 278, j Rustschuk 2,212, Samacosf 977, Schumla 1.162, Silistria 346, Sistov 130,! Slivno 415, Sofia 5,403, Stauimaka 150, Staro-Zagora 433, Tatar-! Bazardjik 1,277, Tschirpan IM, Varna 761, Vratza 199, Widdin 1,3:18,! Uamboli 783, Israeliten, die ans dem Lande zerstreut sind 613, zn-! sanlmen 23,784.! Türkei. - " Beirut, 28. April. Gestern fanden sich ungefähr 30 christliche! junge Lellte im Judenviertel unserer Stadt ein, und verlangtell, der eine seinen Onkel, der andere seinen Bruder n\, die — ihren Aussagen nach — von den Juden in die Synagoge gesperrt worden wären. Da die Israeliten behaupteten, daß Niemand in die Synagoge gesperrt worden sei, warf sich diese wilde Truppe auf eine Anzahl Israeliten, Männer und Frauen, beschimpften und schlugen sie, und forderten zugleich Ersatz für den von den Juden zu Damascus begangenen Mord an einem christlichen Kinde. Die Polizei mußte einschreiten, und 5 der