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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-07-04 · Heft 25 (4.7.1890) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 25 (4.7.1890)
Date
1890-07-04
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 sowie die Angestellten an Waisenhäusern unb Anstalten, die unter Aufsicht einer jüdischen Borstandsbehörde stehen, sind in dem genannten Zeitraum 18, sage „achtzehn" eingetreten. Hierbei ist zu bemerken, daß Eintrittsgeld und jährlicher Beitrag so bemessen sind, daß auch der Beamte in der kleinsten Gemeinde ohne Schwierigkeiten diese Ausgaben zu leisten im Stande ist, die Leistung der Kasse aber im Nothfalle eine recht erhebliche genannt werden kann. Nach dem soeben veröffentlichten Abschluß der Kasse gehören derselben außer den vorhin genannten „18" ordentlichen Mitgliedern, die jährlich 367,50 Mark Beitrag zahlen, noch 14 korporative Mitglieder mit einem Beitrage von 585 Mark und 16 außerordentliche Mitglieder mit jährlich 80 Mark Beitrag an. Anspruch an die Kasse haben nur die ordentlichen Mitglieder. Einschließlich der Zinsen von einem bereits augesammelten Kapital betrug die Jahreseinnahme 1311 Mark 50 Pfennig; die Ausgaben betrugen 542 Mark 95 Pfennig, wovon 2 Wittwen mit 450 Mark unterstützt worden sind. Das Gesammtvermögen der tzilfskasse betrug am Schluß des abgelaufenen Kalenderjahres 7506 Mark 25 Pfennig. Der engere Borstand dieser Kasse, die in Danzig ihren Sitz hat, besteht ans den Herren: R.-A. Dr. Meyer, Vorsitzender; Kaufmann Perls, Schatzmeister; Lehrer Schreiber, Schriftführer, und ben Herren: Rabbiner Dr. Werner. Kantor Loewald und Kaufmann Kleemann als Beisitzern. Den Beamten in den Provinzen rathen wir recht dringend, sich schleunigst bei einem der genannten Vorstandsmitglieder zur Aufnahme zu melden. Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott! Plocki. * Gleiwitz, 17. Juni. Von dem Vorsitzenden des Ausschusses des „Synagogen- Gemeinde-Verbandes des Regierungsbezirks Oppeln", Herrn Sanitätsrath Dr. Freund, wird das nachfolgende Rundschreiben versandt: „Den Löblichen Gemeinde-Vorstand erlaube ich mir noch einmal, im Aufträge des Verbands-Ausschusses, mit der Bitte zu behelligen, durch genau anzustellende Untersuchung ermitteln zu wollen, ob in den an die Gemeinde grenzenden Dörfern jüdische Kinder vorhanden sind, welche theils aus Gleichgiltigkeit der Eltern, theils aus Unvermögen derselben des Religionsunterrichts entbehren. Wir werden in jedem einzelnen Falle gern bestrebt sein, für einen geeigneten Religionsunterricht auf Kosten des Gemeinde-Bundes sofort Sorge zu tragen. Gleichzeitig erlaube ich mir, einen Löblichen Vorstand auf folgenden Uebelstand aufmerksam zu machen: Es sind mehrere Fälle sestgestellt worden, in welchen Kinder jüdischer Konfession, welche ans Mischehen hervorgegangen sind, der jüdischen Erziehung entbehren unb allmülig ihrem Glauben entfremdet werden. Der Löbliche Gemeinde-Vorstand wird es sicher für seine heilige Pflicht ansehen, den Orts-Rabbiner oder Religionslehrer auf jene Uebelstände aufmerksam zu machen und ihm deren Beseitigung mit allen gesetzlichen Mitteln ans Herz zu legen." K. Aus Westfalen wird uns von einem Schulmann geschrieben: Zu der Korrespondenz aus Posen in Nr. 22 Ihrer gesch. Zeitung kann auch ich Ihnen etliche Beiträge liefern. Zur Zeit der Falk'schen Aera war für eine paritätische Schule in der Rheinprovinz eine Stelle ausgeschrieben. Die besten, ja vorzügliche Zeugnisse lagen von einer Berliner Lehrerin vor, und es war so gut wie beschlossen, diese zu engagiren. Vor der endgültigen Beschlußfassung fragte indeß ein Mitglied der Stuldeputation nach der Konfession dieser Bewerberin, und als es sich herausstellte, daß sie eine Jüdin war, verflog die Begeisterung für sie. Sie erhielt nur eine Stimme, die des Bürgermeisters, dem ich diese Mittheilung verdanke. Ein anderes Beispiel. In meinem Wohnorte beschloß in den siebziger Jahren der jüdische Schulvorstand auf Anregung des Bürgermeisters die Umwandlung der öffentlichen jüdischen Schule in eine paritätische. Als Schreiber dieses einem maßgebenden, sonst liberalen und toleranten Herrn von diesem Beschlüsse Kenntniß gab, erklärte dieser sofort seine Mißbilligung hierüber mit dem Bemerken, die ev. Schule würde mit seiner Genehmigung niemals ihren konfessionellen Charakter preisgeben und auch der Beschluß des jüdischen Schulvorstandes nicht genehmigt werden. Und so geschah es. Der Beschluß des jüdischen Schulvorstandes fiel der Vergessenheit anheim. Mittlerweile wurden die verschiedenen Schulsozietäten aufgelöst, sämmtliche Schulen gingen mit Beibehaltung ihres konfessionellen Charakters in die Verwaltung der Stadt über. Vor etlichen Jahren machte der Magistrat der jüdischen Gemeinde das Anerbieten, die jüdische Schule aufzulösen und die Kinder in die evangelische zu schicken. „Eine gilt organisirte, vielklassige Schule sei doch auch der besten einklassigen vorzuziehen." Die jüdische Gemeinde war damit einverstanden, wenn die Stadt sich verpflichten wollte, nach Verhältniß der Schülerzahl auch jüdische Lehrer anznstellen, also die ev. Schule in eine paritätische zu verwandeln. Darauf ging die städtische Behörde nicht ein, und so blieb's beim Alten. Aehnliche Fälle lassen sich, wie ich erfahren habe, überall Nachweisen, selbst da, wo paritätische Schulen eingeführt sind, wie in der Rheinpfalz, in Baden und Hessen-1 Darmstadt. Zur Erleichterung der Schullasten hat man gegen die Ans-! lösung der jüdischen Schulen nichts einzuwenden, wo aber unsere Glaubens genossen die billige Forderung auf Anstellung jüdischer Lehrer stellen,! werden Schwierigkeiten gemacht. Schreiber dieser Zeilen ist schon vor! Jahrzehnten aus pädagogischen und ethischen Gründen öffentlich snr die paritätische Schule auf- und eingetreten, dennoch hat er, wenn auch mit schwerem Herzen, auf der Bielefelder Konferenz im Allgemeinen | den Spier'schen Thesen zugestimmt. Eine definitive Beschlußfassung bezw. Abänderung der Thesen bleibt ja der nächsten Konferenz in Münster | Vorbehalten. * Darmstadt, 27. Juni. Aus der letzten Dienstagssitzung bcrl Ersten Kammer sind die folgenden Bemerkungen des Herrn Prälaten Dr. Habicht wohl auch für weitere Kreise von Interesse. Der genannte! oberste evangelische Geistliche unseres Großherzogthums bemerkte, es sei! bei den Berathungen in der Zweiten Kammer über die Lage der Land I wirthschaft aud) die antisemitische Bewegung berührt worden, er stimme > den dort abgegebenen Erklärungen der Regierung (Staatsminister Finger sprach sich bekanntlich sehr scharf gegen den Antisemitismus aus) vollständig bei, daß man sich gegen den Antisemitismus erkläre. Essei aber! auch gesagt worden, daß evangelische Geistliche sich an der Bewegung! betheiligten, das könne jedoch nur ganz vereinzelt vorgekommen sein; im Großen und Ganzen hätten sich die Geistlichen von der Agitation fern! gehalten. Die Geistlichen ganzer Dekanate hätten sich vielmehr gegen die! Agitation ausgesprochen, soweit es sich um Agitation handele. Wenn! irgendwo Ausschreitungen vorgekommen seien, sei er, soweit er dies vermocht, dagegen mahnend und warnend vorgegangen. Er glaube nur! konstatiren zu können, daß in der Provinz Oberhessen, die ihm ja gau; | besonders anvertraut sei, keinem Israeliten auch nur ein Haar gekrümmt! morden sei. Für ihn handle es sich hier im hohen Hause nur darum, die ihm unterstellten evangelischen Geistlichen gegen Angriffe in Schuh | zu nehmen, als ob sie die antisemitische Bewegung verschärften. bereits in dem gratiou < Oesterreich - Ungarn. * Wien, 22.?imi. Das Leiborgan Pattais, des Führers der | schwarzgelben Antisemiten, kündigt in seiner dieswöchentlichen Numme seinen Lesern an, daß es am 1. Juli zu erscheinen aufhört. Tie Andrie gemein folgen! Oberhi Kultus Repräs Gefühl währen erfüllt üeluno der Al wahrer Friedei auch fe besten nehmm geehrte gemahi Raus schicht öffentli bat, lä in Tril Rahel welche eine so gegeben „Sefer den Nc nid i seht Ankündigung ist lehrreich genug und verdient, an dieser Stelle mitgetheilt zu werden. „An unsere Leser! Als das „Deutsche Montagsblatt' gegründet wurde, bestand die Absicht, dasselbe zu einem Organ zu > machen, welches die deutsche und antisemitische Richtung in gemäßigter Form mit den Mitteln des Geistes und der Bildung vertritt. Daß dies einerseits bei dem Tone, der in einem großen Theile unserer antisemitischen Tageslitteratur eingerissen war und die Leserkreise au | grobe Effekte gewöhnt hatte, andererseits bei den vielfältigen Bekämpfungen, die wir zu erfahren halten, vorläufig nur mit ausgiebiger! materieller Unterstützung aus Parteikreisen möglich sein werde, war uns voraus klar. Seit geraumer Zeit jedoch werden die sümmtlichen und I sehr empfindlichen materiellen Opfer, die durch diese Umstände auferlegt werden, mit ganz wenigen Ausnahmen nur von einer einzigen | Persönlichkeit getragen, während sich andere, sehr vermögende Gesinnungsgenossen entweder gar nicht oder nur mit unverhältnißmäßig geringen Mitteln betheiligen. Da wir jedoch auch unter keinen Umständen [ von dem Grundsätze abgehen, ein antisemitisches Parteiorgan anders als mit reelleri, ans beu Parteikreisen selbst geschöpften Mitteln und | mit Verschmähung jeder geschäftlichen Spekulation zu erhalten, so bleibt nichts übrig, als das „Montagsblatt" ab 1. Juli d. I. einzustellen." -I Auch mit dem „Deutschen Volksblatt" geht es abwärts. Der „Herausj geber" desselben, der polnische Urgermane, sah sich veranlaßt, vier j Administrationsbeamten die Kündigung für den 1. Juli d. I. zuzu! stellen, und zwar mit der schriftlichen Motivirung, „daß man ihn'j! Dienste zwar sehr gern anerkenne, daß aber der gegenwärtige schlechte; Geschäftsgang ihre Entlassung nothwendig mache." j * Lemberg, 25. Juni. Die Mittheilungen, daß gegen die Inder I j in Rußland weitere Maßregeln und eine noch größere Beschränkung l ihrer Rechte geplant werden, hat, wie man den polnischen Blättern aus I Kiew berichtet, unter der dortigen jüdischen Bevölkerung eine förmliche! Panique hervorgerufen. Ans dem Kiewer Gouvernement wandern [ beit, d von Ai Berscht Der Ci der Re< sorderl die Al der 10 lvird : kavy il Snadii gegano ennger Kap. £ gebrud wird! kritisch Uebers fehlerh stützen Kap. \ Peters Uebers der di des g Diesel ist lüd vollstä zu dei $. De

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