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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-06-20 · Heft 23 (20.6.1890) · p. Seite 312

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 23 (20.6.1890)
Date
1890-06-20
Page
Seite 312 (sequence 4)
Language
German
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312 Hohepriester in Jerusalem zu ernennen, benutzte er, um sich zu bereichern. Joscphus erzählt zwar nur: „Er setzte den Jesus, Sohn des Damas, ab und machte den Sohn des Gamaliel zum Hohepriester, worüber cs zu Streitigkeiten und Schlägereien kam." Aber aus dem Talmud erfahren wir, daß er sich von der Frau des Neuernannten mit „zwei Scheffeln voll Denaren" hatte bestechen lassen. Für die Dienste, welche Agrippa II. den Römern im parthischen Kriege leistete, erhielt er von Nero die Gegend um den See von Genczareth mit den Städten Tiberias und Tarichäa sowie Julias in Peräa, dafür nannte er seine Hauptstadt zu Ehren des Kaisers Eacsarea Neronias. Während so der Sohn Agrippa's I. sich der Gunst der römischen Kaiser erfreute und im steten Fortschreiten auf der Bahn des Ehrgeizes begriffen war, gestaltete sich das Schicksal seiner Töchter sehr abenteuerlich. Bevor >vir uns zu Berenike wenden, wollen wir eine kurze Schilderung von den Schicksalen ihrer jüngeren Schwestern geben. Drusilla war noch bei Lebzeiten ihres Vaters mit dem Prinzen Epiphanes von Eomagcnc verlobt worden. Da dieser aber nachdem Tode Agrippa's J. sein Versprechen, sich zum Judenthum zu bekehren, j nicht halten wollte, so löste Agrippa II. das Verlöbnis; seiner Schwester auf und verhcirathete sie einige Zeit später mit dem Könige Aziz von Emesa, der sich zur Annahme des Jndenthums leichter bewegen ließ. Allein der königliche Proselyt ging nach kurzer Zeit dem Judeuthum verloren, nebst der Prinzessin, der zu Liebe er sich bekehrt hatte, Als nämlich Antonius Felix, der Bruder des Pallas, des mächtigen Günstlings des Kaisers Claudius, um das Jahr 52 als Prvturator nach Palästina kam, verliebte er sich in die schöne Drusilla und lies; ihr durch einen eyprischen Juden sagen, er werde sic zur glücklichsten Frau der Welt machen, wenn sie ihn heirathe. Tie leichtsinnige Drusilla, die sich von ihrer Schwester Berenike. welche auf ihre größere Schönheit neidisch war, oft verletzt fand, ergriff begierig die Gelegenheit, um eine höhere Stellung als ihre Schwester zu erlangen. Sie ließ sich von ihrem Manne scheiden und heirathetx Felix, nachdem sie die Religion ihrer Väter verlassen hatte. Nicht nur die Römer sahen mit Verachtung auf die asiatischen Duodeztönige herab, selbst in de» klugen dieser jüdischen Prinzessin stand der römische Statthalter einer kleinen Provinz so hoch, das; sie seinethalben den König von Emesa verließ. Dieser starb bald darauf, vielleicht aus Kränkung darüber, daß er umsonst Jude geworden war. Freilich war Felix nicht blos Statthalter von Palästina, er war auch der Bruder des mächtigen und reichen Günstlings des Kaisers, der es vom Sklaven bis zum Finanzminister des römischen Reichs gebracht hatte, und vor dem der römische Senat im Staube lag. Gefällige römische Genealogen hatten dem Freigelassenen einen Stammbaum zurcchtgemacht, der seine Abstammung von König Pallas von Areadien, dem Ahnherrn Evander's, klärlich erwies. Der Senat votirtc ihm ein Geschenk von 15 Millionen Sestertien (circa drei Millionen Mark) und bot ihm die orätorischen Insignien au. Ein Senator mit dem stolztönenden Namen Cornelius Scipio beantragte, ihm den Tank dafür auszusprechcn, daß er, „obwohl von den alten Königen Arcadiens abstammend, sich Hcrbeigelassen hatte, zum allgemeinen Besten Minister des Kaisers zu werden." Pallas soll ein Vermögen von 300 Millionen Sestertien besessen haben. Felix, der Bruder dieses als Sklaven geborenen und erzogen» n „Prinzen von Arcadien" — den der Konsul Lucius Vitellins, dessen Sohn später Kaiser ward, unter seinen HauSgöitern verehrte — setzte seinen Ehrgeiz darin, sich nur mit königlichen Prinzessinnen zu vermählen. Er hat nach unserer' Drusilla noch eine Enkelin Cleopatras und eine andere Prinzessin, vo.L der man nichts Näheres weiß, geheirathet. Wie schändlich dieser Freigelassene trotz seiner jüdischen Frau in \ Judäa herrschte, kann man daraus entnehmen, daß ^selbst der iubet: feindliche Tacitus von ihm sagt, „die Sklavennatur ließ ihn seine königliche Macht mit aller Grausamkeit und Zügellosigkeit ausüben." Ueber die weitern Schicksale Drusilla's ist uns nichts bekannt. Der Sohn, den sie dem Felix gebar, fand bei dem Ausbruch des Vesuvs mit seiner Gattin den Tod. Mariamue, die andere Schwester Berenike's, heirathete de» Archelaus, einen Sohn von Agrippa's I. General Chelkias, mit dem sie schon beim Tode ihres Vaters verlobt war. Dann schied sie sich von ihm und heirathete den reichen Demetrius, Alabarchen (Vorsteher) der Juden von Alexandrien. Sie hatte von Ersterm eine Tochter, welche wie ihre Tante Berenike hieß, und von Letzterm einen Sohn Agrippin. (Schluß folgt.» U Auf der Messe zu Petra. Vortrag, gehalten von Rabbiner Dr. Vogel stein in Stettin. (Schluß.) Was den Preis des Sklaven anlangt, so wurden in ältester Zell, wie wir aus der Geschichte Josephs in der Genesis erfahren, 20 Sekel. d. i. etwas über 18 Mark, gezahlt; im zweiten Buche Mosis erscheinen jedoch schon 30 Sekel als Mittelpreis für einen solchen, dem; so viel hatte der Besitzer eines stößigen Ochsen dem Eigenthümer eines Sklaven zu vergüten, wenn der Letztere durch den Stoß des Ochse» gctödtet ivar. Aus dem dritten Buche Mosis (27, 3 und 4) läßt siä> schließen, das; der Preis eines Sklaven 60, der einer Sklavin 30 Sekel betragen habe. Im Talmud scheinen 100 Denare (ungefähr 61 Mk.» als Durchschnittspreis für einen Sklaven zu gelten. Besonders schöne Sklaven und Sklavinnen, die man Königen oder anderen vornehmen Personen zum Geschenk machte, wurden nach Josephus mitunter mit einem Talente bezahlt. Nach einem Kriege, in welchem viele Gefangene gemacht waren, sank der Preis der Sklaven in Folge des starken Angebotes beträchtlich; so erzählt Appian, daß man nach den» Mithridatischen Kriege im Pontus die Sklaven zu vier Drachmen! losschlug; und im zweiten Matkabäerbuche wird uns mitgetheilt, da» der syrische Feldherr Nikanor in der Erwartung, Gefangene in Masse zu machen, im Voraus 90 Sklaven zu einem Talent habe ausbieten lassen. | Die Phönizier waren, wie erwähnt, die Hauptkunden auf dem » Sklavenmarkte. Sie besaßen unstreitig von allen orientalischen Völker» das größte Talent für den Groß- und Kleinhandel. Von der Natur, welche ihnen einen schmalen, nicht sehr fruchtbaren, aber mit vom trefflichen Häfen versehenen Küstenstrich zum Wohnsitze angewiesen j hatte, wurden sie auf das Meer gedrängt, die Cedern des Libanon » und die Cypressen des nicht fernen Bergzuges Seir lieferten ihnen i vorzügliches Schiffsbauholz, und was der Boden ihnen versagte, das suchten sie durch gewerbliche Thätigkeit und durch geschickte Ausnutzung aller sich ihnen darbietenden Umstände reichlich zu ersetzen. Die Glas fabrikation, welche sie erfunden haben sollen, und welche sie, das stchi fest, jedenfalls sehr vervollkommnet haben, brachte ihnen großen Gewinn; denn ihre Erzeugnisse auf diesem Gebiete drangen bis in die entferntesten Länder, und Jahrhunderte hindurch konnte kein Voll i hierin mit ihnen konkurriren. Die Purpurfärbereien in Tyrus und Sidon waren mit Recht weltberühmt, denn ihre Leistungen waren so großartig, daß sie selbst in unserer Zeit noch nicht übertroffen sind. Auch die in Tyrus verfertigten Metallwaaren, zu denen sie die Rolistoffe aus Spanien und Jonien bezogen, überschwemmten den Weltmarkt und wurden namentlich in Arabien und Aethiopien sehr theucr bezahlt. Tyrus, die Königin der Meere, die Händlerin der Völker. wie d macht andere der B» uns w austar ja leid wisserr Die ly »nieder 90 gutem Wicken obachtk sie üg naß ei neladei »»risch» non S größer! -zcpte Nein L Ae Pl Produ. Landeaussiih allen ■ nomfl Linsen acuten» Pferde agyptif aus d> »nie d» war di materi» ihm al Lande wewcb ivar h» D und i! der Gr gcgrlln aufgebi ersten i erreicht Aar». Per b wundei Lchiffe Verkehi die PH» Rolle I die Kr Aegypt nicht bi vermitt uneblei itmoren / L

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