Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-05-16 · Heft 18 (16.5.1890) · p. Seite 253

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 18 (16.5.1890)
Date
1890-05-16
Page
Seite 253 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
71% known words query
IRI
…/3224737-3227825-3227844--47051-3268550
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

253 a. it eutfd)Ianb cher Weist Die Juden Frankfurt lzen Karl^ wurde eö üedrichs l. ie goldene »er Juden. konfirmirt dies nicht zien überh dadurch ugetnessei! Vorwände oder die )ie Juden rozessireu. tt es auch die Macht Hunderten n. sJind) ngett nun igkeit der lsgefertcht igen Bor: :crüentioH erließen!(id)tit]iiiu] der leibe, nlust der Bittgesuch erhaltmid )ster wir olU'r d oblicit'ii j bariit'fv iuev Ilirc > geget»!i Ordnung ligatiouc» > bäumt« ib selbig»- 1 liit t'«: iubifdjtit'it Er Juni ,e Erbo« nrch all« niemoC anheglicgc b niedere-: jlimdts In unb außer ber freyen Jarmarkht mit vns hanbiertcn, daran In vilmals Ir trew, glauben unb wolfart gelegen, bic aber aus allerlei) Bewegnussen Abschew truegen Ir gelegenhait vnnb vnuermögen bei) ber Obrigkhait ober anderen ortten an tag zugeben mmb derhalben mit llnns allein auf trewen unb glauben ober In gemaincn Rechten zuelassige formen zuhanblen Pflegten, vnnb bamit aber wir biirch niemanbts aus misuerstanbt obberucrter Pollieey unb gerichtlichen Proceßen ober In anber weg nit umbgetrieben noch vnns daburch vnser nottwenbig leibs narung nit abgetriekht würbe. — T erhalten haben wir hier Inn vmb allergenedigiste Erclürlmg unb .lürsehung In aller vnnberthenigkeit gebetten. Auf welches vnnser iicbct vnnb anzaigen auch aus anbern mehr beweglichen Vrsachen an kays. Mslt. Erkhlärt bewilligt und gesetzt haben, wo ainicher Jub aber Jubin zu Frankhsurl seßhaft mit Christen hohens ober uiberes rtandts umb Lehen ober anders auf guethen glauben und trawen inifrichtiglich Contrahiren vnnb hanblen werbe, an welchen ortten unb was Zeitten, bas Jmer geschehen, bas solche Contract unb Handlung khrafftig sein unb barauf an allen gerichteu ordentlicher ireyß Im Rechten gehanblet Erkhanbt unb wie Recht Js volzogen werben solle ansfürlichen Inhaltes Jrer kay. Majcst. Genadenbriefs uns nach ziemlicher verferttignng originaliter zngestellt, dauon hiebei glaubwirdige Abschrifft liegt. Wicwol wir nun bißhero bcy solicher kayserlicher Erclärung unb Satzung von allen unb Jeglichen Richtern unb Gerichten rueblich gelaßen worben auch ber vngezweifelten Hofnung gewesen hinfuro iejtiglich dabei wie billig gehandhnbt zu werben, So khomen wir aber in glaubwirdige ErJnnerung wie Jüngstuerschicner Zeit, ettliche Landsabrigkhaiten von Eu. Ro. Kay. Mstt. auf Ir erhalten Consensbriesf »nd Freyhaitten erlangt haben, deß Inhalts, das khaine Jrer Vnderihanen soll auf Pfandt noch in ander gestalt leihen oder fürstreckhen u'lle bei Verlust der Vorderung. Rund so dann hier durch nit alleine angeregts, unsere Priuilegia denen wir souil an vnns Ist Jres Inhalts allergehorsamist nachgeloben '-ir geschmelert, sondern auch vnndern schein und mißbrauchnng dcrielbcn Jüngsterlangte Consensbrieffs vnns durch die Christen so mit vnns gehörten Massen handiercn und contrahiren und wir obliegen derselben Obrigkhait oder von wanne» sie sein ob sich gleich dort oder daher nennen aigendlich nit wißen khunden, vilfaltig beschwerlich Nachteil zucgefiigt und also in merkhlichen schaben gefüert werben möchte und bannt nun solchen zeitlich vorkhominen werbe. So Js >w Eur Ro. Kay. Mstt. unsere ainigen nach Gott beschuetzer und l'1 irret vnser aller vnberthänigistes durch Gott Bitten u. Flehen inir. Ro. Kay. Mstt. die geruehten vnns beruerte vnnser Freihaiten de,,liegend Abschrifft vnuerhindert der vorbeschenen Bestattung vom -lewem und absonderlich wiederumben zu confirmiren mit diesem üuttcrn Austruckh und Vermelden wo etwas Hierwider aufgangen Uhuober khnnfftiglich aufgehen werde, das soliches unsere Frey- - ntm on allen schaben sein unb Jres Inhaltes khrafftig bleiben sollen, d amit wir doch bei solchen Kayserlichen wolbedachten unschädlichen ö-rcyhaiten vorder wie billig gehandhabt werden u. derselbe In unfern aufrichtigen Handtierungen und Contrahirungcn genießen mögen darumb Eur Ro. Kay. Mstt. auch derselben Erben und Lander »ach höchstem Vnserein armen vermögen. Auch gegen die Christenheit mit aller gcburlicher Handlung allerunderthanigist zu beschulden wollen wir vnns aller banckhbarst niderhafftigistes Bleis täglich bcmuehen »»nd thun vnns daneben zu aller gnaden aller vnderthenigist befclgcnbt Eur Ro. kays. Mstt. 1 Aller vnderthenigistes Niderhafftigistes Volkh die gemaine Judischhait Inn der Stadt Frankfurt seßhaft." Eine Entscheidung über dieses Bittgesuch liegt nicht vor. Ob dieselbe verloren gegangen ist, oder ob überhaupt keine Entscheidung erfolgte, wissen wir nicht; wir glauben letzteres. Das Jahr 1561 war nämlich ein sehr kritisches. In demselben wurden die Juden aus Großglogau und aus Prag vertrieben.*) Die Erledigung des Gesuches fand wohl erst unter Kaiser Max (Speier, 6. Dezember 1576) statt. Dieselbe lautet: „Wir Maximilian der Ander (langer Titel) bekennen öffentlich mit diesem Brieff vnd thun khundt allermeniglich, das vns gemaine Judischhait in Vnserer vnd des Reichs Statt Frankfurt wonhasft Demuthigst angebracht wie woll sie von weilandt Carln dem Fünfften Kaiser Ferdinanden dem Ersten Beide Vnser geliebden Herrn Vattern, Vettern vnd Schwehern hochloblichst vnd seliger gedechtnus deßgleichcn auch von vns als; Itzt Regierenden Römischen Kayser mit Freiheiten Jrer Wonung, gewerb, Narung vnd Handirung halber sonderlich aber das Sy In vnd außerhalb der Meße auf gueten Glauben vnd trawen Redlich vnd auffrichtig nach vermögend gemeiner Judischheit Freiheit den Christen leihen auch mit Inen handeln mögen vorsehen, das doch ettliche sondern Personen von vns denselben Iren Freiheiten entgegen newe Freiheiten wie(der) die Juden in genere vnd Ihr von Alters zugelafene befreitte vnd Poffedireilde Narung gewerb vnd Handirung außgebracht u. davon noch mehr außzubringen Im Werth daher Sy die frankfnrtsche Judischheit sich von denselben sondern Personen neuerlangten Freiheiten endliche schmelerung und auffhebung Jrer althabenden Freiheiten und Poßedirenden Narung Handirung gewerb und außleihen zu befaren und zu gewarten. Mit dicmutigster flehentlich bitten Sie uns allein bey Jrer erlangten und Althabendcn Freiheiten vnd Vnsere Inen darüber gerechtfertigten Confirmation vnd Bestüttigung genedigst handzuhaben Sondern fürneinblich zu versichern das andere Newerlangte Freiheiten den Iren nit entgegen sein noch praeiudiciren mögen noch sollen. Wann dan Vnser gencdige mainung nit, das durch vnsere Freiheit so wir sondern woluerdienten Personen aus; genaden wider die Juden geben die Frankfurtisch Judischheit an Jrer alten und Confirmirten Privilegien Jchtes dcrogircn oder abkhurzen solle; So haben wir die Frankslirtische Judischheit diemuthigist biten genedigist stat gcthan und Inen zu Jrer Versicherung disc Vnser sondere Erclärung und Freihait gegeben. Thun das auch hiermit aus; römische Kaiser!, niachtvolkhomenhait wissentlich und in Crafft dies; Brieffs vnnd mainen sezen und wollen das ermelten Judischhait zu Frankfurt habende und confirmirte Freiheiten so viel sie deren in Gebrauch vnnd Uebung sehen In allen Iren Jnhaltungen bei crafften und würden bleiben vnd Sic sich dasselbe» freuen und gebrauchen mögen münigliches vnucrhindert. Vnd ob wir oder Vnsere Vorfarcn Jemandts ainige Freiheit in genere ividcr die Jndcir gegeben oder noch hinfüro geben, welcher aber an datis junger waren als; der der Judischait so sollen sich dieselben sondern Freihaiten aufs oder wider die von Alters befreyt Judischait zu Frankfort nit verstehen nach derselben Jchts dcrogiren od. sie ber sich des Jemands derselbigen befreiten die Frankfurtische Judischait besambt oder ainer Jnsonderhait deßwegcn Rechtlichen sprach nit erlassen wolle So solle Inen dasselbe mit Recht entweder vor uns an Vnserem Kayserlichen Hoff oder an Vns. Kays. Cammergericht zu thun beuorstehen Vnd die Judischait demselben stat zugeben schuldig sein, zwischen werendem Rechten aber die Judischait bei der Possession vnd den Gebrauch Ihrer Freihaiten so lange ruewige bleiben biß sic mit Recht daruon crkhendt werden. Vnd gebieten hierauf allen und Jeden Churfürsten, Fürsten, Geistlichen und weltlichen Prälaten, *) Uebcr die angebliche Intervention Mardechai Zemachs beim Papste behufs Wiederaufnahme der Inden haben wir ausführlich berichtet in Brandeis Volkskalender 5616 (1885 6) S. 81 ii. ff.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.