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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-05-09 · Heft 17 (9.5.1890) · p. Seite 243

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 17 (9.5.1890)
Date
1890-05-09
Page
Seite 243 (sequence 7)
Language
German
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248 frei § der ürji) ge- Königen unb die nführten. dem Be^ n willen hnben Hein der t Gottes, ch welchem - Fürsten >er König das Lied > damal» id Macht rav aller rsten, die (nahmen: steir und ii. tten den mehmsteu ngen al» ä, welch- " nennt, aveg Derer aufge - in Besitz nie sie in „Händler I?) Ter >er Ceder idler Der >er Wein wurden s Bolle», hrte, war ritt mau l» damal» )ie sich in 'rnehinen. heimischen alten die Geldadel! ange und Heimkeb in: rchcm Br Tie Rechabiten waren Nomaden geblieben und enthielten sich des Weins nach dem Gebote ihres 280 Jahre vorher Derstorbenen Ahnen Famdab den Rechew, der sich Don den Keniten herleitetef). Um ooii d. zählt Zacharias-> neben der Familie des Hauses TaDid lder Hauptlinie des Königshauses) die Familie des Hauses Nathan «worunter wohl nicht der Prophet dieses Namens, sondern ein Sohn Tadids gemeint ist, der eine Nebenlinie begründet hat). Ebenfalls vornehme Familien (NN22'2), und nicht die Stämme Levi und Simeon, sind die dort weiter genannten Familien des Hauses LeDi und Simeon. Tas waren in jener Zeit die vornehmsten Familien, die an der Spitze der übrigen ninSIPE standen. j Bon den aus Babylonien Heimkehrenden erzählt Nehemia, daß! er ein „Buch der Abstammung" gefunden, in welchem die v'NN - > Freien) lStellvertreter — soll vielleicht Beamten de-! deutench und das tBolk) eingetragen waren. Bon diesen sind! für uns besonders bemerkeuswerth die NNL IjZ „Familie des j Pascha von Moab", die zu den Söhnen Josua's, des Sohnes Joab's, i gehören. Womöglich noch bezeichnender ist es und bezeugt zugleich die! Strenge, mit welcher man die Reinhaltung der adligen Geschlechter betrieb, wenn im Weiteren die Geschlechter genannt werden, welche den Nachweis nicht zu erbringen Dermochten, daß sie israelitischen oder priesterlichen Ursprungs sind. Zn den letzteren gehört eine Familie, ivelche die sehriftlichen Beweise für ihre priesterliche Dlbstainmuiig nicht mehr vorzeigen, jedoch glaubhaft Nachweisen konnte, daß ihre Ahnmntter eine Tochter jener von David geadelten Gileaditen Barsilai gewesen sei. Tie Priester und Levitensamilien bestanden auch nach der Rücklehr in strenger Sonderung und Gliederung. Doch auch die alte Familieneintheilung der andern Stämme ist noch nicht verwischt, wie ein Vertreter des persische» Königs erweist, der ans dem Gefchlechte Serach des Stammes Jehuda3) ist. Esra selbst, der um 450 v. zurückkehrte, zählt sechszehn Ahnen bis Aaron, Tas reicht für die inindestens tausend Jahre betragende Zeit nicht ans. Tas Register ist also lückenhaft und wohl nur an beiden Enden vollständig. Die neue Zeit bekundet sich im neuen Reiche in einem neuen Stande, den qt^e'), de» Wissenden und Gesetzeskundigen, der an die Stelle der Propheten tritt und den von diesen geführten Kampf gegen die Ausschreitungen des Adels und der Priester auf- »iinint. Wie die Prophetein)), waren auch die Gelehrten, die die D'öZn jeglichen Standes und jeglichen Herkommens. Sie hatten den Adel aus der gesetzgebenden Behörde (den N^llN DDDZ 'M8, die wohl ursprünglich eine Versammlung der Vertreter der Bezirke war und später nur Gelehrte als Mitglieder zählte) verdrängt, und doch mußten auch sie den Zeitanschauungen ihren Tribut zahlen. Als die unterste Klasse wurden nämlich in dem neuen Gemeinwesen, das mehr religiös als volksthümlich war, die aus dem Heidenlhume Uebergetretenen angesehen"), und diese Söhne der Fremden l>ielt man lange Zeit nicht für berechtigt, Mitglieder der höchsten gesetzgebenden und verwaltenden Behörde zu werden. Auf den alten eingewurzelten Einrichtungen ruhend, suchte die neue Zeit (die Zeit des zweiten Tempels) zuerst die alten Formen mit dem neuen Geiste zu füllen. Erst nach langem, vergeblichem ') Jereima 35. *) Zacharias 12. 8) Nehemia 11, 24. *) Nehemia 8, 9. 5> I. Samuel 10, 11. 12. DITZK '21 ♦D’X'ZJZ SlKIT DJIT , 6) Nehemia 10 werden sie als die Letzten aufgezählt. Mühen sprengte der Geist die ihm nicht anpassende Form und bildete sich neue Bekundungen, in denen er wahrhaft zum Ausdrucke gelangte. — Edle Abstammung hatte noch durch viele Jahrhunderte Besitz zum Begleiter und Ansehen zur Folge. Tas erbliche Hohepriesterthum hatte die Nachkommen Davids verdrängt, aber nun wurde Erblichkeit und Reinheit der Abstammung noch viel höher gehalten und noch viel kräftiger betont als vorher. Es war nicht mehr allein eine Schande, sondern es wurde ein Unglück für die Familie, aus welcher ein Mann eine nicht ebenbürtige oder gar unpassende Ehe geschlossen hatte. Ein gesellschaftlicher Baun war über sie ausgesprochen. In den staatlich behüteten Abstaminungsbücheri?) erhielten sie eine Note, die den Makel verewigte, und keine Familie, welche ihr Blut rein halten und sich die Möglichkeit der Verschwägerung mit priesterlichen Faniilien bewahren wollte, würde je in eine Verbindung mit der noch so liebreizenden Tochter eines solchen Hauses gewilligt haben. — Am derbsten kommt diese adelstolze Ansicht von der alleinigen Vorziiglichkeit des blauen Bluts in einem Worte zum Ausdruck-), nach welchem Gott seinen Abglanz nur auf den Familien ruhen läßt, welche TziONI'Z, d. h. in den Geschlechtsregistern als der Verbindung mit Priestern würdig eingetragen sind, deren Töchter so zu sagen „priesterbürtig" waren. Noch bis ins zweite nachchristliche Jahrhundert stellte man Nachforschungen an über solche Familienverhältnisse'), lispelte mau sich in die Ohren: „Bor dieser Familie nehmt Euch in Acht"; überlieferte man solche Warnungen in den adligen Kreisen als eine Tradition, von der manche Einzelheit auch niedergeschrieben wurde in Büchern, welche geschichtliche und litteraturgeschichtliche Notizen aufspeicherten und (vielleicht wegen ihres genealogischen Werthes) Sefer oder Megillath Jahasia genannt wurden?) Damals, als die gesellschaftliche Rangordnung ans den König die Priester'? folgen ließ, und zwar der Reihe nach: Hoherpriester, j stellvertretender Hoherpriester OpD), Heerespriester (nzriSz nWö)! und gewöhnlicher Priester, und dann erst „ganz Israel", damals! sangen im Reigen am Versöhuungstage die vornehmen Jungfrauen j den Jünglingen entgegen: (Nicht auf Schönheit und Besitz) richtet j euren Blick nur auf vornehme Familien. Zu diesen Familien wurden j ohne Bedenken alle gerechnet, deren Mitglieder am Altäre und auf dem Duchan (der Tempelfreitreppe) den Dienst als Priester oder Leviten verrichtet hatten, welche von ihren Mitbürgern die Priester- Habe erhalten hatten, im Synhedriou Sitz und Stimme gehabt, -- denn nur Abkömmlinge priesterbürtiger Familien konnten dieses Amt erlangen") —, oder in Kriminalfüllen als Richter fungirt hatten?) Auch wer im alten Gerichtshöfe zu Sepphoris in die Rolle der achtbaren Zeugen oder in die Stammrolle der Heerespflichtigen als Vollbürger eingetragen war, wurde noch für voll angesehen?) An die Unveränderlichkeit der Menschennatur mahnt, daß auch die fleckenlose Herkunft der Almosenvertheiler (Gabbai Z'dokoh) nicht angezweifelt wurde, weil, wenn irgend ein kleiner Makel daran haftete, derselbe von den vielen mit der gereichten (stabe Unzufriedenen oder nach dem Ehrenposten Lüsternen ans Licht gezogen worden wäre. l) "Drw 'D s) Kidduschin 70 a. 3) Kidduschin 71a, Jebamoth 15 b, Toßefta Kidduschin ed. Zuckermandel 338, 2, daß eine Täuschung Seitens der Frau in Bezug auf ihre Abstammung die Ehe uugiltig macht. 4) Peßachim 62 b, Jebamoth 49 b. 6) Taanis 31a. 6) Mischua Synhedriou 32 a. 7) Kethuboth 28 b. ") Kidduschin 76 b.

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