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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-05-09 · Heft 17 (9.5.1890) · p. Seite 241

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 17 (9.5.1890)
Date
1890-05-09
Page
Seite 241 (sequence 5)
Language
German
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241 ent Titel te cinden genannte hes Wer! brätschen Lalomon e Munt, olastitern und dalmtg der gewendet aß es in nt es an ts bisher ] sie um de gelegt r;fcit von ttmnnii'- Quellen tgeu be tDivtlidie Nutt ern t versag! men und versuchen ckliche in strengen noch di. ld Juden it sie nm Liuzeluen bemühen. Teuuoel'. lges von :r Philo f)vte und au üebei! [eit. Die t Wesen! ie, deren ihnnnu']! enounnen lehr gam N die er l und in iohl anu! )i haben, i nennen hie bilde! gen oder gesetzt sei. aus der ol's aber Tiefe der uden ha!, echtfertigt erscheint, wenn von den christliechen Philosophen des Mittelalters durchweg Gabirol als der eigentliche Vertreter dieser Lehre hiugestellk wird. Während Plotin eine Materie zwar auch für die iuteliigiblen Substanzen annimmt, dieselbe aber als von der 'Btotcric der körperlichen Substanzen so durchaus verschieden oarstellt, daß, wie schon Z c 11 c t bemerkt, zwischen beiden zuletzt nur noch eine Namensgleichheit übrig bleibt, hat Gabirol die Einheit der Materie wie der Form in allen Bereichen des Seins mit großer Konsequenz durchgeführt. Es ist bei ihm eine intb dieselbe Materie, die sich durch das ganze Universttm hinzieht, die von der obersten Grenze der intelligiblen Wesen bis zur imtersten Grenze der Siunendinge hinabreicht, nur daß diese Materie, ie weiter sie sich von ihrem Ursprünge entfernt, sich desto mehr vergröbert tlnd dadurch den Charakter der Geistigkeit verliert (S. 29—Ult). Ter zweite Grundgedanke der Gabirol'schen Philosophie ist die Lehre vom Willem In diesem Pllttkte ist eine Abhängigkeit Gabirol's von Plotiu, welcher dem Urwesen eitlen Willen geradeztl abspricht, nicht nachzuweisen, meint auch Joel meint, die offene Stelle in der neuplatortischett Lehre aufzeigen zu können, wo Gabirol geglaubt nabe, mit Grund den Willen einschieben zu dürfen. Hier hat vielmehr Gabirol den Versuch gemacht, sich durch die Einschiebung des Willens mtd die demselben zugewiesene Aufgabe, die Vermittlung wischen dem absoltiten Seht Gottes und dem bedingten Seilt der gg'chasfeueu Wesen herzustclleu, beut eisernen Zwang der pantheistischen Weltanschauung zu entziehen, und trotz der Naturnothwendigkeit, mit welcher der Weltprozeß in eitler Reihe aufeinander folgender Emanationen vor sich geht, in seinem Systeme auch noch für eine freie 2chöpferthätigkeit Gottes Raum zu gewinnen (S. 0). Die Stellung, welche dem Willen als Vermittler zwischett Gott und der Welt angewiesen tvird und die ohne jede weitere Begründung auftaucheude Vezeichnung des Willens als das wirkende „Wort" Gottes bietet dagegen so viele Berührungspunkte mit der philonischen Lehre vom Logos dar, daß der Verfasser eine Beeinflussung Gabirols durch die Lehre des Philo nicht für ausgeschlossen hält, wenn wir auch nicht mehr im Stande sind, die Quellen ttachzuweisen, aus benett Gabirol eine Kenntnis; der philonischen Lehre geschöpft haben mag (S. 23, t'gl. auch Siegfried, Philo v. Alexandrien S. 299—300). Auf Wilhelm Don Auvergne, beit Bischof von Paris, hat Gabirol's Lehre vom Willen einen solchen Eindruck gemacht, daß er „Avicembron" a!s den berühmtesten aller Philosophen bezeichnet und dem Manne, der als der Einzige das tiefste Geheimnis; der christlichen Glaubenswhre, die Offenbarung von der „eingeborenen Weisheit" oder - em Worte Gottes deutlich erfaßt habe, für das Christenthum glaubt reklamiren zu müssen (S. 35). Die sehr klar und durchsichtig gehaltene und gut geschriebene Darstellung fesselt den Leser bis zum Schluß. Im Eiuzelnen ist bemhtenswerth die Abhandlung über die philosophischen Schriften lLabirol's, der Nachweis, daß in dem religiösen Hymnus Gabirol's, der „Königskrone" (Keter Malehus), die Haupttnomente seiner Philo- 'Whie sich vorfinden (S. 20), die Anmerkung iS. 14) über das l ilum' do aninm und (’©. 37) über Korruptelen int Köter Mak-hus. 3us dem Kapitel über den Einfluß der Gabirol'schen Philosophie ist lrervorzuheben das über die Scholastik Gesagte iS. H ff.). Nicht üliuteressaut ist die Bemerkuitg, das; Franziskaner ttnd Dominikaner nute verschiedene Stellung zu Gabirol einnehmen (S. 00—61). Die durchaus aller Beziehung auf das Judenthum entratheitde Philosophie Gabirol's, deren Konsequenzen in verschiedene Richtungen lNlszulaufen scheinen, legt die Frage nahe, wie er Beide, das Juden- Umm und seine Philosophie, in sich vereinbart haben möge. Ohne üuf diese Frage hier einzugehen, möchten wir doch nicht in Gabirol, wie es Gullmami thut, eine „Zwiespältigkeit seines Wesens als Dichter und Denker" entnehmen und noch weniger ihn ein „psychologisches Räkhsel" (S. 0) nennen. Abgesehen davon, daß wir die Urschrift Gabirol's nicht besitzen, daß er selbst auf Auseinandersetzungen hinweist, die verloren gegangen sind, ist es schließlich der Mensch und nicht seine Schriften, die facettenartig immer nur eine Seite, aber nie sein ganzes Wesen beleuchten, welcher für die Auflösung aller scheinbaren Widersprüche gutsteht und in der Konzinnität seiner Erscheintntg alle äußerlichen Gegensätze Hartnottisch ausgleicht. Auch Maimonides, um von Anderen zu schweigen, könnte, nach seinen Schriften zu urtheilen, ein Räthsel genannt werden, aber seine gewaltige Persönlichkeit hat ihn bei der Mit- und Nachwelt vor dieser verdächtigen Bezeichnung geschützt. Der Talmud sagt: Je größer der Mensch, desto größer sein Pathos (Jezer). In gleicheut Maße gilt dieser Satz von der inneren Persönlichkeit überhaupt. Der sophokleische Ausspruch, der, weint mir recht ist, sich auch auf dem Berliner neuen Museunt als Inschrift befindet, daß unter allen außerordentlichen Wesen der Mensch das außerordentlichste ist, läßt sich bahnt erweitern, daß der Mensch, je außerordentlicher er ist, um so räthselhafter erscheint. Nur die Oberflächlichkeit mtd Mittelmäßigkeit genießen das zweifelhafte Verdienst, tticht rüthselhaft zu sein. Wir scheiden von dem Buche Guttmann's, dem auch ein ausführlicher Index beigegeben ist, mit um so bereitwilligerer Anerkennung, als es ihm üt seiner Stellung als Rabbiner einer kleitteren Gemeinde schwer gewordett sein muß, das erforderliche litterarische Material herbeizufchaffen, und als er den Antrieb zu wissenschaftlicher Arbeit, der in größerer Stellung vielfach von außen kommt, nur in sich selbst, in der richtigen Erkenntniß seiner Berufspflicht findet. Der Rabbiner ist heutzutage sozusagen nicht blos der Minister des Innern, als welcher er durch belehrende und erziehliche Thätigkeit auf seine Gemeinde einzuwirken hat, sondern er ist auch Minister des Aeußeren, und als solcher hat er das Judenthum wissenschaftlich nach äußert hin zu vertreten, „denn das ist eure Weisheit und eure Einsicht vor den Augen der Völker" (3. B. Bk. 4, 0). U Der Adel in Israel. Bon Tr. A. Lew in, Rabbiner i» Freiburg i. B. (Schluß.) Mitglieder des kvniglichcn Raths sind der „Rath" und der Freund des Königs C. Daß die königlichen Güter und Hecrdcn ihre hochgestellten Bcrwaltcr") hatten, zeigt sich von Saul ab zu allen Zeiten. Bon Gouverneuren und Erziehern der Prinzen, sowie von ihrem Hofstaate") wird uns nicht allein in dem Buche der Chronik') erzählt; vielmehr spielen sic bei der Thcilung des Reiches die unheilvolle Rolle der jüngeren Rathgeber, und beim Untergänge des Hanfes Rhab wird ausdrücklich berichtet, das; die Königskindcr zu vvrnehmen Herren in Pension gegeben waren.") Alle diese edlen Herren erstrebten und erhielten Güter und Besitz, aber auch ehrende Auszeichnungen. ') und nn lnozuzusügen sind die Gesandten zu den Nachbarkönige». 2) "fish nt»« t»i:nn nt» 3) -6»n -n f]V *> I Chronik 27, 28. h I. Chronik 10, 1.

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