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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-05-02 · Heft 16 (2.5.1890) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 16 (2.5.1890)
Date
1890-05-02
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 Gelegenheit bieten, die Gesellschaft einmal etwas näher 311 beleuchten und namentlich die Oiielle, ans welcher die Agikationsmitkel fließen." # Berlin, 28. April. Man erinnert sich nach der antisemitischen Rede, welche der bewußte H a f Prediger an demselben Tage, an welchem Fürst Bismarck ans dem Staatsdienste schied, im preußischen Abgeordiietenhanse gehalten hat. Der Hofprediger soll sich dadurch, wie dem Rheinischen Kurier" van „besonderer Seite" geschrieben wird, die Mißstimmung einer sehr hohen Stelle zugezogen haben. Gr hat bekanntlich bei dem lebten CvbeusMte den Rothen Adler-Orden dritter Klasse mit der Schleife bekommen. Die Vorschläge der zu dekvrirenden Personen werden schon einige Zeit vorher gernacht/ mib so war also seine Auszeichnung eine beschlossene Sache, und zwar war sie als Belohnung für die von ihm in den letzten Jahren beobachtete „Reserve" gedacht. Da er vorher Kenntnis; von seiner Dekorirnng hatte, so schwoll ihm nun wieder der Kamm, und er handelte dem Wunsche, daß er in seiner Reserve bleibe, direkt entgegen, als er jene Rede hielt. „Vermnthlich" - so schließt der Korrespondent „wird der He^r den Versuch nicht wiederholen." O Berlin, 21. April. Zur Ergänzung und Bestätigung unseres heutigen Berichtes ans Buenos-Ayres diene die „Warnung", welche in der „Voss. Ztg." veröffentlicht ist. Herr Dr. Löwenthal in Paris, durch mehrmonatlichen Aufenthalt in Argentinien mit den agrikulturetlen und gesundheitlichem Verhältnissen jenes Landes auf's Genaueste vertrant, warnt vor einem Agenten, der nach Europa gekommen ist, um für die Auswanderung nach Argentinien Propaganda zu machen. * Berlin, 25. April. Der achte Bericht unserer Hochschule für die Wissenschaft des Indent hu ms ist soeben ausgegeben worden. Als wissenschaftliche Beigabe enthält derselbe eine Arbeit von Joel Ät üller über „ H a n ds ch riftl ich e, dem I ehndai Ga 0n zn gewiesene Lehrsätze". Wir entnehmen dem Bericht die folgenden Notizen: Die Iaht der Hörer betrug im Sommersemester 1889 — 29, im Wintersemester 1889 99 — 36. Die Prüfung haben im Laufe des Berichtsjahres bestanden: die Herren Dr. Seiner, zur Zeit Hilfsrabbiner in Darmstadt, und Dr. Oppenheim. Hilfsrabbiner in Landau (Rheinpfalzb Von früheren Hörern ist Herr Tr. Taglicht nach Mährisch- Ostrau, Herr Dr. Gelbhaus von Nordhausen nach Prag und Herr Dr. Schönberger von Pasewalk nach Nordhansen berufen worden. Vieh re re Hörer der Lehranstalt find in- und außerhalb Berlins von den Gemeindevorständen zum Predigen an hohen Festtagen berufen worden. Die mit Genehmigung des Berliner Gemeindevorstandes getroffene Ginrichtnllg, daß bei Gelegenheit des sabbatlichen Nachmittagsgottesdienstes in der alten Synagoge von den Hörern Predigten gehalten werden, hat sich mit allseitig günstigem Erfolge bewährt. Außer den Hörern Herren Dr. Oppenheim, Dr. Taglicht, Dr. Blnmenthal, i Mittelmann mib Klotz haben neuerdings auch die Herren Samuel und - Hannes daselbst gepredigt. Als Ertrag der in diesem Jahre zu Gunsten des Stipendenfvnds gehaltenen sechs Vorlesungen, über welche wir seiner Zeit genauer berichtet haben, tonnten dem Stipcnldienfonds 1771,45 Mt. zngewiesen worden. Die Hörer der Lehranstalt haben auch kürzlich eine Darlehenskasse unter dem Protektorat des Herrn Rabbiner Dr. S. Play bäum begründet und zu diesem Zweck Statuten ansgearbeitet, die mit dem folgenden Zirkulär verschickt worden: „Wahrend des zwanzigjährigeil Bestehens llnseres Vereins, welcher sich neben der Förderung der Kollegialität unter den Hörern der „Lehranstalt vornehmlich die Klärung der Ali sichten über alle die moderne jüdische Theologie bewegenden Fragen zur Aufgabe gemacht, ist uns das Bedürfnis; nach einer Jnstitlition immer fühlbarer geworden, die es uns ermöglicht, unbemittelte Hörer unserer „Lehranstalt" durch rechtzeitige Beihilfe vor dringender Noth zu bewahren. In Erwägung dieses Bedürfnisses hat unser Verein unter dem Protektorate Sr. Ghrwürden des Herrn Rnbb. Dr. Maybaum mib mit Zustimmung des Lehrerkollegium und des Kuratorium unserer „Lehranstalt" eine Darlehuskasse begründet welche, ans bem Prinzip der Kollegialität beruhend, nothleidenden Mitgliedern in aller Stille und unter billiger Berücksichtigung der obwaltenden Umstände rückzahlbare Unterstützungen zu gewähren und so durch Hebung zartsinniger Mildthätigkeit, wenn auch nur in einem engen Kreise und zunächst in bescheidenen Grenzen, segensreich und wvhlthätig zu wirken berufen ist. Der unter der Hörerschaft des Breslauer Rabbinerseminars bestehende Unterstühnngsvereiu 'Liwjath Ehen) verdankt die Mittel zu seiner erfolgreicheil Wirksamkeit vornehmlich den ihm von außen her znfließenden Spenden, und so dürfen denn wohl and) wir der Hoffnung Raum geben, daß die schon so oft bewährte Hochherzigkeit unsrer Glaubensgenossen uns durch Zuwendung reichlicher Beiträge unsre Institution auf einer sicheren dauernden Grundlage wird errichten helfen imb daß insbesondere die Freunde und die ehemaligen Zöglinge der „Lehranstalt" nuferem zur Förderung bedürftiger Jünger der Wissenschaft des Judenthums begründeten Werke ihre thatkräftige Mitwirkung nicht versagen werden. In dieser Zuversicht bitten wir Ew. Wohlgeboren unter Hinweis mif § 9 des beifolgenden Statuts, sich unsrer „Darlehnskasse" als beitragendes Mitglied anzuschließen und auch in Ihrem Wirkuugs- und Bekannten-Kreise unserem Unternehmen Freunde zu werben. Gef. Zuschriften und Beiträge bitten wir an unseren mitunterzeichneten Vorsitzenden zu richten; öffentliche Quittung erfolgt in dem alljährlich zugleich mit dem Berichte des Kuratorium der „Lehranstalt" erscheinenden Rechenschaftsbericht über die Verwaltung der Darlehnskasse. Hochachtungsvoll Dr. L. Blumenthal, Vorsitzender, Auguststr. 85. S, Samuel, canck. phil., Schriftwart. M. Bar0 l, eantl. plul., Kassenwart. Wir empfehlen diese „Darlehuskasse" unserer jungen Theologen dem Wohlwollen aller gebildeten Israeliten auf das Wärmste und Eindringlichste. Möge der edle Zweck edle Herzen in Israel erwecken, daß sie j denselben in wirksamer Weise fördern! 8 Berlin, 28. April. Aus Paris geht uns der Jahresbericht der Allgemeinen Israelitischen Allianz für 1889 zu, welcher ein erfreuliches Wachsthum des Weltvereins und seiner humanitären Leistungen aufweist. Die Einnahmen beliefen sich in diesem Jahre auf 686740,45 Francs, wovon allerdings mehr als 490000 Francs auf die; Hochherzigkeit des Baron von Hirsch zurückzuführen sind. Der edle Philanthrop hat iüd)t weniger als 358 766 Francs direkt als Geschenk gespendet, während 54747 Francs den Zinsertrag der von ihm zur Erziehung der israelitischem Jugend in der Türkei begründeten Stiftung bilden. Dlebeit den Ausgaben nimmt das Vorbereitungs- und Elementar- Schulwesen weitaus den größten Theil ein. Nicht weniger als 387269 Francs sind hierfür verausgabt worden. Die Ackerbauschulen zu Jaffa mtb Jerusalem, sowie das Lehrlingswerk erforderten einen Aufwand von 156 785 Francs. Gegen 65000 Francs betrugen die Verwaltungsausgaben. Das Vermögen der Alliance sammt ihren Hilfsstiftungen j beträgt 2200000 Franks. Das leitende Zentral-Komitee besteht ans j 54 Mitgliedern, von denen 26 in Paris wohnen. Deutschland ist in dem Komitee mit 14 Mitgliedern vertreten, ein Beweis für die bedeutsame Rolle, welche der Wohlthätigkeitssinn der deutschen Juden innerhalb der Thütigkeit der Alliance Israelite spielt. 1). Ans Nieder-Schlesien, im April. In dem schönen Hirschberger Thalein dem durch seine Heilguellen berühmten Kurorte Warmbrunn, blüht uitb wirkt auf's segensreichste eine wohlthütige Anstalt, die wenig von sich reden macht und doch weit mehr gekannt und unterstützt zu werden verdient. Das jüdische Kurhospital zu Warmbrunn, das im vorigen Monate seinen 11. Verwaltungsbericht entsendet hat, gewährt alljährlich 35—40 unbemittelten kranken Glaubensgenossen zum Kurgebrauch der dortigen Bäder kostenfreie Aufnahme und läßt Ihnen auch sämmtliche, während ihrer Kurzeit nöthigen Bedürfnisse, als Kost, Bäder, Douchen, ärztlichen Beistand, Medikamente, unentgeltlich zu Theil werden. Wenn der Bericht feine erneute Bitte mit Unterstützung, an diejenigen Gemeinden und Wohlthätigkeits-Vereine besonders richtet, die bisher sich ablehnend verhalten haben, so ist diese Bitte ebenso berechtigt als der Berücksichtigung würdig. Gilt es doch, die Wirksamkeit einer Anstalt zu fördern, die viel mehr leisten und in weit größerem Umfange ihre Aufgabe erfüllen könnte, als es ihr zur Zeit mit ihren beschränkten Mitteln ermöglicht ist. Jetzt stehen in den 4 Mcntateu der Badesaison nur je 4 Betten zur Verfügitng, während für eine Vermehrung derselben genügend Raum vorhanden wäre. Lebhaft zu wünschet! ist auch, daß die Bewerbungen um Aufnahme zahlreicher eingehen und nicht immer dieselben blos alljährlich wiederkehren, zumal statutengemäß die Vergünstigung nur dreimal gewährt werden soll. Es scheint aber, als ob die Existenz des Warmbrnnner jüdischen Kurhospitals in den Gemeinden zu wenig gekannt ist. Trifft doch alles zusammen, um den Pfleglingen ihren Aufenthalt in dem Hospitale zu einem recht angenehmen zu gestalten. Das Gebäude hat eine reizende Lage, inmitten eines wohlgepflegten Gartens, und bietet von seinen Fenstern aus eine entzückende Aussicht auf das nahe Riesengebirge in seiner ganzen Ausdehnung. Die Zimmer sind hoch, luftig und geräumig, und die hier anfgenommenen Kranken hinsichtlich der Pflege und Versorgung auf's Aeste aufgehoben. Natürlich finden Angehörige von solchen Gemeinden, die, wenn auch nur mit einem geringen Beitrage, ihr Interesse für das Kur-Hospital bekunden, in erster Reihe Berücksichtigung ihres Ausiiahme- I Gesuches ] nt feiten I Elaube r: 3 bietet - ieit IC I ördc n fang i beschräi immer I co ihm I minbiii i.ufti 11111! Ile Gc n fahret ehr 1 | ud) die Derselbe . mit m I als tue von bei nt bilde ngener Erfolg! 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