Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 16 (2.5.1890)
- Date
- 1890-05-02
- Page
- Seite 229 (sequence 5)
- Language
- German
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229 bei den her und Mästenederuug' ilie') nt über Aufseher gebenen, tgherren ihr An > Vor 3 in der erblichen ,m und leuamter loch der », der nr) aU* .15 Heer mocbtc ntigsteno ymitilten Beamten )t, fcim cfcn joii den, hü: nt. Jimu ersten ilogischen ie sühn^ ine Zu wohnten? Gebnn Wer dao sammen unehelick hat, dir iig, jaul Familie 7). lieber, fic e. sJiidn i Priester Nidn fürst» X'ii Rau ofio 1, 1" mib Ver bei Verschuldungen ein besonderes Opfer Hai, eulhäll auch sein Eherecht einige Souderparagraphen. Der Priester ist gesalbt und geüeiligt. Diese Weihe überträgt sich ihm durch seine Geburt. Alle Vorrechte, welche in alter Zeit der Erstgeborene in der Familie beiessen hat, gehen mit der Zeit auf den fähigsten der Priester und theilweise auf die Priester über. Tie richterliche und lehrailltliche Befugnis) -aßt ihn allch ins Staatsleben eingreifen, und so entsteht ein llm die fürstliche Gewalt buhlendes Priesterthum. — Der Fluch aber das Haus Eli's will nicht besagen, wie es die Späteren auffaßten, daß keiner seiner Nachkommen alt werden, sondern daß Keiner ein -pj „ein Vornehmer" sein soll. Deshalb wird die Absetzung Ebiathar's uont Hohenpriesterthum als Erfüllung dieses Fluches bezeichnet.') Neben den Priestern stehen die Leviten, die Verwandten, die Dtammesgeuosseu, die Verbündeten und die Nebenbuhler der Aaroniden. 'Nachdem die Verhältnisse aus dem wirren Durcheinander der Helden- Richter-)Zeit sich geklärt haben, mit beut erstarkten Königthnme sind ne Lernten als Sänger, Dichter und Musiker l besonders die Familien Assaph und B'ne Korach), Tempeldiener und Wächter, wie als Bereiter oll' dessen, was für den Tempel nöthig war (Schaubrode, Weihrauch, Del u. s. w.) unter die Priester gestellt. Sie haben ihre Abtheilungen -Familien) und deren erbliche Vorsteher. Langsam und allmälig vollzieht sich im Kreise der Leviten eine llmwandlung, welche im weltlichen Adel das Königthum schneller nid eher erwartet hervorruft. Tie Familie des Königs wird, auch wenn sie vorher nicht ."ervorragte, die edelste. Ihr treten die um König und Reich besonders verienten Männer zur Seite, welche mit Titel und Dotationen ausustattet, ihre Adamen auf ihre späten Nachkommen vererben. Aehnliehes hat auch die Richterzeit schon gezeitigt, da Kriegsenden in ihr zürn hohen Adel aufsteigen. Nur wenig fehlte, daß "Udeons Geschlecht ein erbliches Königthmn erhielt. Und was einem ^onbottieri wie Jiphtach (beim die Zustände siud denen des 'alienischen Mittelalters sehr ähnlich), im Großen gelang, das mag mch vielen Kleinen im Kleinerr geglückt sein. Hierbei sei mit besonderem Nachdruck darauf hingewiesen, daß n der heiligen Schrift die vornehme Abkunft bei der ersten Namensnennung durch die Aufzählung einer Reihe von Ahnen angedeutet — so werden Saul sechs, Samuel fünf, dem Propheten Zephanja vier, dem Manne der Prophetin Hulda, dem uofkleiderhüter'-) Schallum zwei Ahnen gegeben —- rnindestens aber 'er Ramerr des Vaters hinzugesetzt wird (A. Sohn des B.), während ue Unedlen nur mit ihren! Vornamen und dem Orte ihrer Herkunft H'inumt werden, so Jiphtach, Manoach, der reiche Naboth, der Nnnsiler Ehiram von Tyrus, der Prophet Elia der Thisbite und 'elbst Jsai aus Bethlehem. Das Aufsteigen aus schlichten Verhältnissen zu fürstlichem Range md Prunk zeigt sich schon bei Sau.l, der sich aus einem kleinen Amdmaune in einen Großgrundbesitzer wandelt, und zu dessen Schwiegersöhnen zu gehören, auch der kühnste Ehrgeiz als ein Hohes -brachtet. — Doch besonders drastisch vollzieht sich die Umwandlung "oit Niedrig zu Hoch zu Davids Zeiten. Es hatten sich zu ihm, da er als Verbannter umherirrte, allerlei bedrängte Leute gesellt, Menschen, die verschuldet und verbittert 'oarench. Diese wurden seine Waffengenossen, die Generale und melden des Königs, der hohe Kriegs adel niedrigster Herkunft. O I. Könige 2, 27. -) IT. Könige 22, 14.;;) I. Samuel 22, 2. (Gleiche Zustande haben überall gleiche Einwirkungen) — Aus den unfreien Ministerialen und Dienstmannen, welche die Gefolgschaft eines k iegslustigen Fürsten bildeten, ging auch int Mittelalter öfters der Adel hervor, welcher geringschätzig auf die allezeit frei gewesenen und gebliebenen Männer herabschaute. — Joab. den Ersten dieser Krieger, nannte man ben Sohn der Zerujah, weil diese seine Mutter die Tante des Königs David war. Noch 500 Jahre später leiteten die vornehmsten Fatnilien. ihren Ursprung auf Joab zurück und führten seinen Titel nrtB Pascha von Moab') — Wie int weltlichen Adel diejenigen die Höchsten wurden, welche die Niedrigsten gewesen waren, so geschah es auch bei den Leviten. Ihnen waren als Tempelknechte die „Nethiuim" beigegebett - Die Gibeoniten und die sonstigen Kanaaniter, welche zu niederent Rechte in die Bundesgenossenschaft und sodann in den Volksverband Israels getreten waren. Tie Knechte Salomos wurden sie nach denn Könige genannt, der ihnen ihre Organisation gegeben hat. Bis nach dem babylonischen Exil waren sie als Fremdbürtige und dem Tempel zu niederen Diensten Verpflichtete gekannt und wurden in besonderen Geschlechtsregistern gefiihrt. Doch was ihren Vorfahren Erniedrigung und Schande gewesen war, hat sich ihnen zur Ehre und Würde umgewandelt. Als Esra merkte, daß ihm Leviten fehlten, ersuchte er, Nothinim ihm als Tempeldiener aus Babylonien nach Jerusalem zu folgen. Fortan verschmelzen sie immer mehr mit den Leviten und gehen in ihnen um so leichter auf, als die strenge Gliederung der Fatnilien allmälig in Vergessenheit gerietst. Hatten doch schon Samuel unb David sowie später König Chiskia nochmals die Leviten und Prtesterfamilien derart wiederhergestellt, daß sie die vorhandenen Angehörigen dieses Stammes in die Familien eintheilten. Welche Rücksichten dabei maßgebend waren, vermögen wir nicht zu sagen. Vielleicht war neben der Tradition über die Zugehörigkeit and) der Besitz und Wohnsitz itt den Gegenden entscheidend, in welchen die betreffende Familie früher angesiedelt gewesen ist. Unter ben Königen finden wir über der Masse der Freien (QJTT ^2) und über dem niederen Adel lLandadel unb Patriziat D^PO einen doppeltet! höheren Adel, auch wenn wir von den Priestern und Leviten absehen, und zwar die Altadligen und die Neuadligen, die alt-vornehmen Geschlechter, welche von Urzeiten her an der Spitze der Stämme oder ihrer Unterabtheilungen standen, und den Dienstadel, die am Hofe, in der Verwaltung oder im Kriegsdienste vornehm gewordenen Fatnilien. Es fehlt uns nicht an Beispielen, wo die Könige verdiente Männer geadelt haben. Tie Verschwägerung mit der königlichen Familie hatte dies zur Folge. Dünkte sich doch der ganze Stamm Juda als Verwandter des Königs und deshalb vornehmer als die anderen Stämme! Kimchotn, den Sohn Barsilai's des Gileaditen, zog David nach der Empörung Absalotns an seinen Hof, um sich dankbar für die Wohlthaten Barsilai's zu erweisen. Damit war die bis dahin unbekannte Familie-) den Vornehmen angereiht. Für hervorragende Thaten erklärte and) der Herrscher den sich Auszeichnenden mitsammt seiner wetteren Familie (Geschlechte) als frei'st, wohl von Lasten und Stenern, welche nur die Volksmasse ') Nehemia der Tirscbate hat auch den Titel nPlB oder pHliT jlflE Mehrzahl rnPfB Kbt Ierem. 51, 23. itt Verbindung mit Esther 8, 9. mit Satrapen. Es erinnert an die Napoleonischen Herzoge. 2) Die andern damals um David Verdienten sind Schowob ben Nachasch aus Rabbatli in Ammon, wohl ein Sohn des früheren Königs, und Machir ben Antiel aus Lodewor. Nur Barsilai wird ohne Vatersnamen genannt und bei ihm hervorgehoben, daß er an den Hof gezogen wurde H. Samuel 17, 27. 'st I. Samuel 17, 25. JTB*