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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-04-25 · Heft 15 (25.4.1890) · p. Seite 220

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 15 (25.4.1890)
Date
1890-04-25
Page
Seite 220 (sequence 8)
Language
German
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220 bischer Unterschiede durch geographische Bezeichnungen (Targum und j Talmud Jeruschaln!! resp. Vabli, in dem masoretischen Idiom: i Maarbae -- Mndinchae) zum Ausdruck gebracht. Erst nach der Verpflanzung der jüdischen Litteratur nach euro-! päischen Ländern, zum Theil unter dem Einfluß der arabischen Kultur, treten genannte Autoren mit Büchertiteln auf, die man! mu liebsten aus Auklängen an biblische Redewendungen mit gesuchter Anlehnung an den Inhalt des Buchesh oder an den Namen des; Verfassers,-) ja auch auf Grund der mit dem dünnen stimmenden - Zahlenwerthe („Oiematria"3) oder aus sonstigen an passender Stelle! allgebrachten Ursachen auswähtte. Und zwar in selteneren Fällen : bei den deutsch-französischen Juden, die dem gedachten! Einfluß weniger zugänglich waren. So nennt Elieser aus Mainz sein Buch „Zofnat Paaneach" i(4en. 41, 4-")); ihn! folgt — da allgennein mit „Enthüller" übersetzt wurde, Jsat Ha-Leoi mit Paaneach Rasa sEnthüller der Geheimnisse); Ehiskia b. Manoach bringt es soweit, daß er fein lost erschienenes) Buch: Ehaskuni, und Isat b. Elieser, daß er sein Buch ^-7 nod) den 53 Sabbath-Vorlesungen nennt. Aeltere, wie (4 er schon! lMeor Ha-Gola), Josef Bonfils, Raschi') benennen ihre Schriften gar nicht, oder inan begegnet bei den Deutsch- Franzosen sonderbaren Büchertiteln, deren Beziehung zun! Inhalt räthselhaft ist;'') die Jüngeren begnügen sich mit der einfachen Angabe des Inhalts; wie Juda der Fromme mit „Buch der Fron!men" Elieser aus Metz mit „Buck der Gottesfürchtigen", Moses aus : Eouey mit „Buch der Gebote" u. s. w. Zu denjenigen Büchertiteln übergehend, die in Folge eigen-; thümlicher Schicksale andere geworden sind, als die Autoren es gewollt; hatten, begegnen wir 1. unseren! Moses Maimonides. Er hat von seinen größeren werten nur eines, nämlich seinen berühmten Eodex, in hebräischer Sprache verfaßt und demselben ausdrücklich in seinem Vorwort den Namen Mischna Tora (Wiederholung der Lehre) beigelegt. Zu den Anfeindungen, denen der große Mann auch nach seinem Tode ausgesetzt war, gehörte die, daß er seinem Buche in prätentiöser Weife den Namen eines mosaischen Gesetztheiles gegeben habe i Deuter. 17, 1*). Vielleicht aus diesen! Grunde scheuten sich manche, das Buch unter diesen! Nanien anzuführen, und sprachen, abgesehen von dem Autornamen oder von dem oder tp Buch der vierzehn, d. h. Theile, aus denen das '/ Aus der Menge solcher Titel nur ein Beispiel; Salomo b. Aderet nennt eine halachische Schrift: Torat Ha-B ajit (Lehre des Dauses, d. h. für das Hans) nach Ezech. 4U, 12; Ahron Ha-Levi nennt seine Kritik dieses Buches: Bedek Ha-B ajit l Ausbesserung des Hauses) nach 2. zröu. 12, (>; Salomo nennt seine Replik: Misch me r et ha-B ajit (Bewalruug des Hauses) nach 2. Sföu. 11, a. *) Wobei diejenigen, die mehrere Namen hatten, am leichtesten dem (»ebra ehe folgen konnten. Von den 71 Schriften A sulai's (nach Earmoly in der Einleitung zu der Wiluaer Ausgabe des Schein ha-Gedolim), welcher und) orientalischer und italienischer Sitte mit drei Boinamen (Ehajim, Joses, David) ansgerästet war, enthalten lt> einen dieser Namen. I Glasur b. Inda ans Worms nennt — entsprechend der mystischen Züchtung die seine sonstigen Schriften durchzieht — ein halachsches Werk „RokeachJ weil pp“-} denselben Zahlenwerth hat, wie sein Name . *i Die A'amen „ l:aSra" und „Parkes" rühren wohl erst von Ra'chi her. Vi I,. B.da? (Fleisch auf Kohlen), nnbekannten Ursprunges, das von Zunz nicht in die von ihm (Zur Gcsch. n. Lit. S. 162, 16;>.) gegebene Zusammenstellung von sonderbaren Büchertiteln deutsch - französischer (sielehrten ausgenommen worden. Man vergleiche Sch-m Ha-Gedolim sä. Beujakob II. 11. — Uebrigens hat auch bei Jakob Dam, wenn er sein halachisches Werk „Sefer Ha-Ja schar"; nannte, die Anlehnung an ein biblisches Wort den Sieg über die Jnkongrnenz des Titels mit dein Inhalt davon getragen. Mischna Tora besteht. Der Respekt vor dem großartigen Werke machte daraus npfPH ’Ttt die starke Hand (Deuter. 84, 12), ein neuer Titel, der — wenn er nicht allein steht — dem genuinen Titelnder in den Hintergrund getreten, beigefügt wird. 2. Salomo Jedidja Norzi vollendete 1626 sein vortreffliches masoretisches Werk über die ganze Bibel, dem er den Namen Goder Perez (Vermaurer des Risses, Jesaia 58, 12) gab. Er hatte indeß nicht das Glück, daß das Buch bei seinen Lebzeiten gedruckt wurde: es erschien erst 1742 in Mantua; dem Herausgeber Rafael Ehajim Basila, beliebte es pber, dem Buche den Namen Minchat Schai (Opfergabe), wobei ■>&* die Anfangsbuchstaben der beiden Bornamen giebt, beiznlegen und auch die interessante Einleitung wegzulassen, die erst neuerdings (Wien 1876) von Jellinek veröffentlicht worden. 2. Abraham Abele @u mb inner in Kalisch hatte den Wunsch geäußert, daß sein Kommentar zum ersten Theile des Schulchan Aruch den Titel Ner Israel (Leuchte Israels, 2. Saun 21, 17> erhalte, aber nicht die Genugthuung gehabt, das Werk bei seinem Leben gedruckt zu sehen; er starb, noch nicht fünfzig Jahre alt. Sein Sohn Ehajim hatte mancherlei Plage um die Veröffentlichung des Werkes, dessen Werth erst später erkannt wurde; endlich gelang es ihm, den Sabbatai Baß, damals Besitzer der Buchdruckerei in Dyhrenfurt, zu bewegen, das Buch (1692) zu drucken, wobei es den Titel Magen Abraham (Schild Abrahams, nach Gen. 15, 1) erhielt, der also wenigstens den Namen des Autors enhült. 4. Jakob b. Jsak Aschkenasi aus der Familie Rabbino e. 1626, verfaßte unter dem Titel Maggid in hebräischer Sprache einen erbaulichen Kommentar zu Propheten und Hagiographen, der seiner Beliebtheit wegen mannigfachen Ausgaben der genannten biblischen Bücher beigegeben wurde. Eben so schrieb er zur Lektüre der Frauen in jüdisch-deutschen! Dialekt eine Bearbeitung der mosaischen Bücher (und Haftarok), der die auf dem Titelblatt mit großen Buchstaben gedruckten, die Frauen zum Ankauf einladenden Worte: Z eena u' llr’eita (Kommt und sehet, Hohel. 3,11), als Titel erhielt, ohne daß der Verfasser an einen solchen Titel gedacht hätte. Das Buch ist in früheren Zeiten ein beliebtes Andachtsbuch für Frauen gewiesen, neuerdings (Paris 1845—1847) in das Französische übertragen worden. 5. Tie von einem Schemarja b. Simcha für den Gebrauch der deutschen Juden ausgeführte Bearbeitung des Ritualwerkes Orchot Chajim von Ahron ha-Kohen Lünel (1866), eigentlich Sefer ha- Likutim (Collectanea) genannt, ist nach Zunz (Ritus S. 37) unter dein Namen Kolbo bekannt geworden, weil auf dem Titelblatt die großgedruckten Anfangsworte der beiden Verse Ps. 25,16 und 28, 7 diese Bezeichnung ergeben. Indeß ist der Name Kolbo, dessen Verhältnis; zu Orchot Chajim uoch nicht ganz klar gelegt ist, auch schon vor Erfindung des Buchdrucks gebraucht worden. Der genaue Name ist in einer Anführung in Joses Karo's Gutachten Nr. 13 erhalten. 6. Ein ähnliches Berhältniß wie bei Nr. 5 hat zwischen dein Schibole Haleket des Zidkia b. Abraha!n und der von unbekannte! und unberufener Hand unter dein Titel Tanja geschehenen Uebcrarbeitnng stattgefunden, worüber das Nähere in der gelehrten und fleißigen Ausgabe des Schibole von Salomo Buber (Wilna 1887) Vorr. S. 24 nachgelesen werden kann. 7. Von Veränderung des ursprünglichen Titels kann da eigentlich nicht die Rede sein, wo der erste Herausgeber eines namenlos gebliebenen Buches ihni einen beliebigen dünnen giebt. Das scheint der Fall gewesen zu sein bei der litterargeschichtlichm Arbeit des David Conforte (in Aegypten e. 1680), welche zuerst in Venedig 1746 von David Aschkenasi unter dem Titel Kore Ha-Dorot, ohne Nennung des Autors, herausgegeben worden. — Vielleicht ist auch das Werk des in Nürnberg 1310 erschlagenen Mordechai nach seinem Namen

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