Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 15 (25.4.1890)
- Date
- 1890-04-25
- Page
- Seite 219 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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219 dcglieder er wächst vermag, frommen im dieii sie, sei > welcher geselligen igion für religiösen ist betriebt , ja mdpuntt izusuchen ie sie für ewoime» Freilich isrichten, ergangSder Uni- und der rksmntcit Darm» e zu den Zemeinbc cht mehr inbe bic xrS: sic jedwebe pse hinen sind, i gehört. . tonnen, tioniren. Zustand, scheinen: der ans und der religiöse» INI »Ulsl trachten, 'i' etioiKmeinden ir wieder öilbumj. t müssen hen am gewinne» ersetzung d wo ist »id verltabbiner rnieiiden Nur in solchen Fragen, von deren Lösung entweder die Hebung und Kräftigung des religiösen Sinnes abhängt (z. B. die Einführung des deutschen Gebetes); oder die Beseitigung vorhandener Schwierig - leiten in der Beobachtung des Religionsgesetzes zu erhoffen ist <z. B. |t>ic Revision des jüdischen Ehegesetzes); endlich in Einrichtungen, die uns Aberglauben beruhen, oder die zur Berkeiinung, Geringschätzung |i'Dcr Lerfolgnng des Jndeiithiuns Beranlassiing bieten*), soll der rllabbiuer die Initiative ergreifen, in einer Weise freilich, die nicht uns augenblicklichen Erfolg ausgeht, sondern cs vorzieht, langsam über nachhaltig zu wirken. Genaues Studium der Gemeindeverhältnisse, große Liebe und »och größere Geduld werden hier dem Rabbiner nicht fehlen dürfe». In Fragen aber, die für das religiöse Leben der Gemeinde im | i'inmbc gleichgiltig sind (z. B. die Einführung der Orgel)**), vermeide er die Initiative, widerstrebe aber nicht, wenn die Gemcindc j m ihrer Mehrheit eine reformatorische Lösung fordert. Nichts ist cniiedrigender für den Rabbiner, als sich etwas abtrotzeu zu lassen, erst eine Reform für völlig unzulüssig zu erklären und dann, wenn ne von der Berwaltung dennoch cingeführt wird, seinen Frieden mit ihr zu machen. Dem gesiiiiiniigstüchtigen Rabbiner bleibt in diesem ,volle nichts Anderes übrig, als sein Amt niederznlegen. Wer zu ec» Schülern AhronS gehört, wird hier stets den Friede» der Gemeinde im Auge behalten und de» Weg heranssindeu, den ihm Mlenschenliebc und wahre Religiosität zu wandcln.-gebicteu. U Schicksale von Äüchertiteln. Bon Dr. David Cassel. Seitdem es überhaupt Sitte geworden ist, daß Autoren den von i.'inen verfaßten Büchern einen Titel geben — was bekanntlich nicht ui allen Zeiten der Fall gewesen —, hat der natürliche Rechtsgrund-! iah sich gebildet, daß über die Wahl des Titels der Autor ausschließlich zu verfügen hat, wenn auch ein solcher Grundsatz nicht in die Codices der Gesetzgebung, nicht einmal in die Reihe der „Menschenuchte" ausgenommen worden. Und doch darf wenigstens in der lchelehrtenrepublik" der Wahrnehmung Raum gegeben werden, daß verschiedene Bücher, und nicht gerade die unbedeutendsten, aus den Blättern der Litteraturgeschichte mit anderem Namen verzeichnet sind, als die Verfasser ihnen gegeben haben, oder vielleicht gegeben Hütten, wenn sie dazu gekommen wären. Man denkt wieder an das vieldeutige: Habent sna fata libelli. Bei einer solchen Betrachtung bat die Kritik es weniger mit einer Untersuchung darüber jn thun, ob ein betreffendes Buch dem dafür genannten Autor zngehöre, als darüber, ob der sonst wohl bekannte Antor seinem Buche den vulgären B'amen beigelegt habe. Auch der jüdischen Litteratur sind derartige Erscheinungen nicht um geblieben; denn die jüdische Litteratur ist von Inden geschrieben morden und Juden sind doch — so zu sagen — auch Menschen mit den Vorzügen und den Fehlern der Menschen. Bon den Borzügen wögen Andere sprechen; um aus dem von uns gewählten Boden zu öleiben, wollen wir gern zugestehen, daß es auch unter den Juden Plagiatoren, Rachdrucker, gewissenlose oder unzuverlässige Editoren ge¬ *) Blau erlasse iiik> liier die Beispiele. **) Der Einführung der Orgel darf mau freilich heutzutage schon uio dem Grunde sich nicht widerseheu, weil ihre Gegner sie fälschlich nir religionsgesetzlich verboten erklärt haben, und weil sie eben darum, »nenn auch ohne zureichenden Grund, zu einem Kriterium des religiösen Fortschritts in den Gemeinden geworden ist. geben hat und giebt. Es soll eben kein Fehler und kein Laster deshalb milder, aber auch nicht härter beurtheilt werden, weil ein Jude sich dessen schuldig gemacht hat. Als die ans alten Zeiten überkommenen oder als solche betrachteten schriftlichen Denkmäler, Gesetzliches, Geschichtliches, Poetisches, den Charakter der heiligen, d. h. für Leben und Glauben maßgebenden, erhalten hatten, begnügte man sich, wie es scheint, mit der einfachen Bezeichnung „Die Bücher" irr jiihc, die Bibel'), sah sich aber doch bald genöthigt, diese Bücher von anderen als „heilige Schriften" (Kithi» Kodeseh) zu unterscheiden.') Cs ist hier nicht des Ortes, zu untersuchen, ob die in der Dreizahl erhaltenen Haupttomplere zu verschiedenen Zeiten atlmälig entstanden oder zugleich in die Sammlung heiliger Schriften eintraten; es genügt uns die Wahrscheinlichkeit, daß der Sammlung gleichzeitig und der Geltung entsprechend die Namen: Tora (Gesetz), Nebiim (Propheten) und Ketubim (Schriften) entstanden. Bei fortschreitendem Gebrauch handelte es sich um Namen für die einzelnen, zuerst als 22, dann als 24 gezählten Bücher. Hierbei sind drei Wege eingeschlagen worden, n) Man benannte die einzelnen Bücher nach den in denselben vorkommenden Hauptpersonen, man hatte also Bücher Moses, Josua, Samuel/') Daniel n. s. w.; bei den eigentlich prophetischen Büchern ist der Name des Propheten natürlich auch der des Buches, b) Wo das für n angegebene Merkmal fehlt, überhaupt aber am liebsten, wurde der Inhalt des Buches sogleich von den Namen angezeigt, wie Richter, Könige, Sprüche, und der absichtlich gewählte abnorme Pluralis Tehillim; in diese Kategorie gehörten auch die ursprünglichen vom Inhalte herausgenommenen Namen der fünf Bücher der Tora: Jezira') (Genesis), Jezia (Exodus), Toras Kohanim (Leviticus), Pikkudim {Woiituoi, Numeri), Mischna Tora (Deuteronomium): e) die bequeme Benennung nach den Anfangsworten, die zuerst die beiden ersten Namen von )>, allmülig auch die anderen verdrängte: eine Gewohnheit, die bei der Bezeichnung der einzelnen Wochenabschnitte einerseits und von Gebetstücken andererseits zu allgemeiner Geltung kam. — Bei allen diesen Benennungen kann nicht die Rede davon sein, daß sie etwa an die Stelle älterer oder gar von den Autoren herrührender Namen getreten seien. In der talmudischen Zeit sind von Späteren zusammen gestellten Werken schon aus eben diesem Grunde keine Namen gegeben worden; Mischna, Tosefta, Talmud sind nur für die Epigonen Büchertitel, wie auch Sifra, Sisre, Mechilta (mit stets zu supplicirenden Genitiven von hervorragenden Autoritäten) nur die Resultate der in den Lehrhäusern vorgetragenen Halachot nach der dabei angewendeten Methode bezeichnen. Namen von Sedarim (Ordnungen) und Masichtot (Traktaten) sind einfache Angaben des Inhalts, wobei es auch keinen wesentlichen Unterschied macht, ob ein einzelnes Buch Seder (Seder Olam. Leder Eliahu, Seder Aboda) oder auch Perek (Pirke Abot, Pirka de — Chaside u. s. w.) genannt wird. Aehnlich verhält es sich mit den hagadifchen Sammlungen (Midraschim), die entweder gleich den Tnrgumim nach den Büchern, die sie behandeln, oder nach den Worten, mit denen sie beginnen (Jelamdenn, Schocher Tob, Chasita), oder nach ihrem besonderen Organismus (Pesikta) oder nach vermeintlichen Autoren (Tanchuma, Elieser) genannt werden. Ebenso hat man erst nach der Bearbeitung der betreffenden Werke die Wahrnehmung linguistischer und methob Dan. N. 2. Mischna Megilla J, H. -) Sabbat ] 5, J. Jadaim 2. :H Die griechische Ueberwtzung saht unsre Bücher Samuel in die Rubrik Könige, vielleicht lueil in unserem 2. Buch Samuel von Samuel nicht mehr gesprochen wird. b Noch im Buche „Maichig" (um I2M) tzeißt die GeuesiH 2-