Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 14 (18.4.1890)
- Date
- 1890-04-18
- Page
- Seite 211 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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211 eiben fein embourgs. sehr, wie piescm der bei Stci». j Witz uup r her; die rümpf oin (tu, wie ccer Witzes, genießbar mündlichr ichlich »» denselben n pnb sieb illtc CtllHlv eil in der rs ist ei» die Wist it gesetzt, cher mein 'ib Kalisch in seiner nirch eine penn nneb ntfdi" heit erlinischeu iembourgs schnft die nnittelbar „Staatsb ein um tplntz von in ihn zu öhung zu nmerzieu nspielend. er Bruder und des ernsthas! ient, was c ihn die n welcher mg einer e Theater Rentner demselben von Per celc zieh! >lchc Perr Theater Damals chäft mit ecklich geers Han», nichts z» Personen, ispicl der ichkcit es war, daß er bei jeder Witterung mit entblößtem Kopfe ging und feine breite Deckelmützc in der Hand trug, oder der Wasserschulzc, per stets mit einem Glase in der Hand mnherging, sich bei jeder Pumpe zu Gaste lud und dann der schnell um ihn sich sammelnden gorona von Gassenjungen einen Bortrag über die Borzüge des Wassers hielt und ihn mit praktischen Dcinonstrationen, über die beste Art, sich den Mund auszuspülen, verband. Heute würde ihm die an den meisten Brunnen befindliche Inschrift: „Kein Trinkwasscr", und das Uebergewicht des Lcitnngswassers seine Gewohnheiten gestört haben. Um ans Heinrich Beer zurück,znkommen, so ist von ihm noch zu melden, daß er sich eines Tages verheirathet hatte, und bald, nachdem pies geschehen war, erkrankte er. Da man wußte, daß der schwarze Lteinthal in dem Hanse verkehrte, fragte man ihn theilnehmend nach pem Befinden Beer's. „Ach," erwicderte er mit wehleidigem Gesicht, „sic lind Beide recht übel daran! er hat das Fieber und sie hat das Vieh Beer." Aelteren Berlinern lvird es erinnerlich sein, wie langsam die dutwickelimg der Mnscnmsinsel, die ja »och immer nicht zum Abschluß gelangen will, in früherer Zeit vor sich gegangen ist. Lange ,'leit, nachdem das Rene Museum fertig gestellt war, war der Platz, welcher jetzt vor der Nationalgalcric offen liegt, durch ein altes, vcrtoahrlostes Gebäude entstellt. In seiner Jugend muß dieses Hans acht hübsch und zierlich, jedenfalls dem Zeitgeschmack entsprechend, gewesen sein. Es sah ans, ivie ein Gartenhaus, und man begriff mir nicht, wie ein Gartenhaus so in den Kern der Stadt hineinlommt. Allein das Haus stammte noch ans einer Zeit, wo hier die 3tadt zn Ende war, und tvic das gegenüberliegende im Stil vcrivandte Monbijvuschloß hier eine Billa Platz finden konnte. Die Besitzerin des Hauses war eine Frau Levy, und der König »alte befohlen, daß bei Lebzeiten der alten Dame an ihrem Hause nichts gerührt werde; nach ihrem Tode wurde cs denn abgetragen. ,'vratt Levy, wenn ich mich recht erinnere, mit Bornainen Dorothea, lebte in den letzten Jahrzehnten als eine Unbekannte und Bcrgesscnc; in früheren Zeiten hätte sie als die Dritte neben Henriette Herz und Rahcl Levin genannt werden müssen, wenn es sich darum gehandelt batte, den Einfluß geistvoller jüdischer Frauen mtf die Entwickelung peS geselligen und geistigen Lebens in Berlin nachzuweiscn. Sic besaß weder die Schönheit der Einen, noch den ruhelosen Geist der Anderen; ich glaube nicht, daß ein geschriebenes Wort von ihr der Rachwelt überliefert ist. Aber sie iibcrtraf Beide an solidem Wissen; man konnte sie eine gelehrte Frau nennen. In ihren Blüthetagen war ihr Haus der gesellige Mittelpunkt der Vertreter ernster Wissenschaft. Eduard Gans gehörte zu den besonderen Freunden des Hauses. Persönlicher Anmuth scheint sic entbehrt zu haben; ans den schwarzen Lteinthal wird das Wort über sie znrückgesührt, sie sei das trojanische Pferd. Auswendig sei sie von Holz, aber im Innern berge sie die Griechen. Ich bitte diese Zeilen nur als ein Fragezeichen aufzufassen; ich babe über Dinge und Personen gesprochen, von denen ich wenig weiß und über die zu sprechen ich gar nicht verantworten könnte, wenn sich Kmand gefunden hätte, der mehr von ihnen weiß als ich. Mir icheint cs, als sei hier der Geschichte der geistigen Entwickelung Berlins noch ein recht markanter Zug einzufügeu, wenn man die Ztlständc in den Kreisen, aus denen ich einzelne Vertreter hervorgehoben habe, eingehender schilderte. Einem Manne wie Eduard Gans, der so innig mit dem Berliner Leben verwachsen war, und von dem eine Fülle von Anregungen ansgegangen ist, ist nach seinem frühen Ableben lein eingehender biographischer Artikel gewidmet worden. Tic Erfahrung lehrt, daß der Versuch, durch einige aphoristische Mittheilungen weiteres Material aus verborgenen Quellen hervorzulocken, oft von Erfolg begleitet ist. Vielleicht gelingt es auch diesmal. Lessmg-Dcnlnnal. Von Richard Schmidt-Cabanis. Es öffnet die Königin der Rächt, Die hohe, wunderbare, Ter purpurschimmernden Blütheu Pracht Nur alle hundert Jahre; Und kluge Kunde einst erscholl: Wenn sich ihr Kelch entfalten — Ter keusche, düftereiche — soll, Daß ringsumher gchcinmißvoll Muß nächtige Stille walten. Und er, dess' Name die weite Welt Erfüllt mit seinem Ruhme - Sollt' gleichen nicht der Tichtcrhcld Ter herrlichen Königsblume?! Wir harren an seinem Sarkophag, Die Seele bangt in Thräncn: Qb wohl der Auferstehnngstag Nicht endlich, endlich kommen mag? Fragt unser stilles Sehnen. Verronnen längst sind hundert Jahr, Seit in das Reich der Geister Tu zogest, ein schwingenmüder Aar: Q kehre wieder, Meister! Kehr' wieder, sieh', es herrscht ringsum Gar rabenschwarzes Dunkel, Tic Nacht brach au, so todt und stumm - Einen jungen Morgen künd' uns drum Des Blumcnstcrns Gcfnnkel! Wie würde flammen gleich dem Blitz Aus finsteren Wolkenwcttern Tein wuchtiges Wort, Tein schneidiger Witz, Und zündend nicdcrschmcttern; Wie würde der Himmel deutscher Kunst Von trüben Wolken sich reinen — Von Goldesgunst und feiler Brunst; Wie würde frei von eklem Dunst Die Sonne wieder scheinen! Wie würde Tein starker Arm zumal So kainpfcssrcudig schwingen Ten fleckenlosen, scharfen Stahl . Die edelste der Klingen; Wie würde kühn Dein Banner wchn Und strahlen Tein Gcwafsc», Wie würden die Zöpfe in Stücke gehn, Wie würden flüchten mit Gestöhn Philister flugs und Pfaffen! Auch kämest Du nicht allein in's Land, Zn schlagen schmerzliche Wunden: Tn heiltest sie mit kundiger Hand, Tein Balsam macht sie gesunden; Tu öffnetest erhabenem Glanz Das Auge der geistig Blinde», Tn würdest entheben sie des Banns, Das Evangelium der Toleranz — Ten „ N a t h a n" neu uns künden!