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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-04-04 · Heft 12 (4.4.1890) · p. Seite 185

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 12 (4.4.1890)
Date
1890-04-04
Page
Seite 185 (sequence 9)
Language
German
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185 — Die am waren nur iahl der i», doch, nach tusgeräthr» mg bcrttint störung in-; tc (Smith purpurim, rst bringen: el der Pm :t Hadrini - welche bn n mit bfii: man bkia schenken in :filien nicht m, den bn tS wundci lcrichtc bn Hiebe, bie>'1 c (3raflot : Sage Inn nt Teini'r! :tt, wvram rannte bei elen werili salcin nidu h ans hetü Auch bn it. Um 'o fett Uc'bcc erschollene tt für ciit nnbegren immer »nitc Zeit indes rönii hbogen be? s Ternpe! e ) und büii t NUN beut Templiiiii Jerusalem Genserich tach Afrttii t. — «oft irchen nun tcht hatte n istung bei Plünberctn Ps, zuvor tng hausten nn Jahre 410 in Rom beinahe so schlimm, wie einst die Römer in Jerusalem, und römische Gefangene wurden von den Siegern beinahe io billig verkauft wie 340 Jahre früher die jüdischen; aber die Kirchenichätzc soll der Gothe respektirt haben. Waren die Tempelgefäßc nicht in einer Kirche anfbewahrt, oder achteten die Westgothen den Befehl ihres Königs nicht? Wir wissen das nicht, und cs wird uns auch von dem Raub jüdischer Tempelgeräthe nichts Besonderes berichtet. Aber ein Jahrhundert später finden wir die im südlichen .Frankreich ansässigen Westgothen im Besitze der „Schätze des Hcbräcrlonigs Salomo, mit kostbaren Edelsteinen gezierte Gefäße, welche anft die Römer aus Jerusalem gebracht hatten". Und der Franken lonig belagerte nur deshalb eifrig Carcassonne (507), weil die Trümmer rer gothischen Armee sich dahin mit diesen und andern in Rom erbeuteten Schützen geflüchtet hatten.') Wenn an dieser Angabe etwas Wahres ist, so können jedensalls unter diesen Gegenständen nicht Leuchter und Tisch gewesen sein, denn riese waren nicht mit Edelsteinen besetzt. Derselbe griechische Historiker, rer uns dies berichtet, vergißt aber auch nicht an die von Genserich iicranbten Gegenstände. Er erzählt, daß der byzantinische Feldherr Wlisar, der die Vandalen besiegte und Karthago eroberte (533) unter der großen Beute die er von dort nach Konstantionpel führte, euch die einst von Titus nach Rom gebrachten Geräthc ans dem lcntpel von Jerusalem mitbrachte?) Sie und van da tische wcftmgenc zierten seinen Triumph wie einst sie und jüdische Gcmngene den Triumph des Flaviers zierten. Ein Jude, der die Gefäße bemerkte, sagte einem Diener des Kaisers: „Ich möchte diese Geräthc nicht in den kaiserlichen Palast in bringen rathen, denn sie können dort nur ruhig bleiben, wohin ne König Salomon zuerst gebracht hat. Weil man nicht darauf uchtetc, hat Genserich Rom und der Grieche das vandatische Reich erobert." Als dies dem Kaiser Jnsttnian berichtet wurde, erschrak er sehr -ad schickte sofort alle jüdischen Tempelgeräthe nach Jerusalem, um ne in den dortigen Kirchen aufznbewähren. Sind sie dort glücklich eingetroffcn? Wir wissen es nicht und unten aus Jerusalem nichts von ihnen. Aber achtzig Jahre später 1144) erobert der Perserkönig Kosra Jerusalem, plündert die Kirchen -md schleppt selbst das „wahre Kreuz Christi" nach Persien. Rach vierzehn Jahren schließt Kaiser Heraklius Frieden mit den Persern, und diese geben ihm das Kreuz zurück. Bon Tenipelgeräthen ist n'eder bei der Plünderung Jerusalems noch beim Friedensschlüsse ine Rede. Aber nach ein paar hundert Jahren tauchen sie tvieder zu Rom uns. Rach der fabelreichen inittelalterlichcn Schilderung Roms, den Mirabiliu urbis Roniae befanden sich im „Tempel der Pax beim Riteran" die von Bespahsian und Titus dort aufbewahrten Gewänder und Schmuck Aarons, die Bundesladc, eine goldene Urne mit Manna, der siebenartnige goldene Leuchter, der Stab Aarons u. s. w. Also Gegenstände, die schon lange vor der Eroberung Judäas durch oie Römer verschwunden waren. Und im Lateran finden diese Rclignien endlich Ruhe. Freilich, der jüdische Reisende Benjamin von Judela, der in der 'weiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts Rom besuchte, weiß nur von einer Höhle, in welcher Titus die ans Jerusalem gebrachte» letnpelgerüthe verbarg. Dagegen hat er vor dem Lateran die Statuen Timsons mit einer steinernen Kugel in der Hand und Absalons gesehen, sowie die vergoldete Reiterstatue Kaiser Konstantins und in ') Prokopius, Gothlscher Krieg I, 12. 0 Derselbe, Bandalischer Krieg Hg. einer Kirche') beim Altar zwei erzene Säulen des Königs Salomon mit der Inschrift: „Salomon, Söhn Davids". Und die römischen Inden erzählten ihm, daß diese Säulen am neunten Ab, dem Jahrestag der Zerstörung des Tempels, eine wasserähnliche Flüssigkeit ausschwitzen. Ein paar Jahrhunderte früher wußte der armenische Bischof Zacharias gar von 25 ehernen, Abraham, Sara und die Könige aus dem Stamme David darstellenden Bildsäulen zu erzählen, welche Bespasian nebst den Thorflügeln des Tempels von Jerusalem nach Rom gebracht hatte-). Können wir bei den zwei Säulen Benjaniins noch an die von König Salomon vor dem Tempel ansgerichteten zwei Säulen Jachin und Boas denken (I. Könige VII. 15—21). so müssen wir schon die 25 Statuen des armenischen Bischofs als Phantasieschöpfnngen betrachten. Auch Rena»s Rotiz, daß Titus die Ehernbint der Bundcslade der Stadt Antiochia geschenkt haben soll, wo sic auf einem der Stadtthore ausgestellt wurden scheint, mir von zweifelhaftem Wcrthc. So bleiben als einzige Reste der Tempelgeräthe die Reliquien des Laterans: aber auch diese sind nicht mehr heil. Ein deutscher Reisender, der int Jahre 1700 Rom besuchte) erzählt, man zeige in der Latcrankirche unter anderen Reliquien „etwas von der Bnndeslade, zwei starke Stücke von dem Stabe Mosis, damit er den Felsen gesehlagen, die Ruthe Aarons, einen Zahn vom Apostel Petrus" u.s.w. Seitdem haben wir nichts mehr von den Reliquien gehört, aber da es nicht anzunehnten ist, daß General Eialdini, welcher am 20. September 1870 Rom einuahm, das Beispiel Alarichs, Genserichs und Belisars nachahmte, so müssen sic sich wohl noch an ihrer alten Stelle befinde». Auch eine angeblich ans dem Tempel von Jerusalem stammendc Säule findet sich in einer Kavellc der Sanrt Peterskirche, welche davon Capelin. Hella coloima satila genannt wird. So sind die jiidischen Reliquie» christliche geworden. - Feuilleton. Ei» Kuß. V o n Her 111 a 11 n Heide v g. „Erbaut im Jahre 1690" stand über dem Portal des Schlosses Dammholm, lind gerade hundert Jahre später war's, als der Besitzer der großen nordischen Herrschaft Dammholm, Graf Duvenstedt, bedrückten Angesichts unb unruhigen Schrittes in seinem parterre gelegenen Arbeitszimmer Morgens auflind abging. Graf Duvenstedt, ein Mann, der die Sechsziger überschritten, war groß, kräftig, stolz in seiner Haltung und vornehm in seinen Bewegmlgell. Seiner äußeren Erscheinung entsprach auch sein Charakter, der nicht frei von Standesvorurtheilen, aber sich durch Vornehmheit der Gesinnung auszeichnete. Sein Haushalt und seine Lebensweise entsprach seinem Reichthum und den Auffassungen, die st Sauet Stephan, nach der mir nicht ganz einleuchtenden lieber' setzung und Erklärung in Ilinerarium I). Bciijaiiiinis cum versionc et notis Constantini L’Enipereur, Lugd. Bat. 1633 S. 13 und 157. 2) Gregorovius, Gesch. d. Stadt Rom I. 75, 203. st Diarium lialicurn oder Beschreibung derjenigen Reise, welche Herr Landgraf zu Hessen am 5. Dezember 1699 angetreten. Cassel 1722 S. 149.

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