Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 10 (21.3.1890)
- Date
- 1890-03-21
- Page
- Seite 153 (sequence 9)
- Language
- German
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153 man würde nicht zögern, dies Gebühren mit dem zutreffenden Kanten zu bezeichnen und es der ganzen Judenheit als Rasseneigcnthümlichkeit zuzuschreiben. Daß die Grundsätze der indischen Sittenlehre der sogenannten Jndenniission den Boden entziehen, war uns längst klar. Der schlecht verhehlte Aerger des Blättchens ist uns ein neuer Beweis hierfür. Ilm so verdienstvoller aber war die Veröffentlichnng und »in so dringender ist die weiteste Verbreitung in jüdischen Kreisen geboten. v. Schlesien, im März. I» dem inhaltsreichen Aufsatz des Herrn Prof. Steinthal in Nr. 7 dieser geschätzten Zeitung liätte ich in dem von ihm angeregten Schluß noch besonders Oldenburg. Stipendien schreiben die „Oldenb. Anz." vom 21. Februar aus. Nach der Stiftungsurknude soll dabei kein Unterschied und keine Bevorrechtnng dcS Stande?, dcS Glanbensbckeniitniffes und der Fakultätsivissenschaften stattfinde», sondern nur Folgendes erforderlich sein: daß die Bewerber zu einer der christlichen Konfessionen gehören und sich zu derselben bekennen ». s. w. j * Bonn, ll. März. Professor Johannes Gildemeistcr s der bekannte Orientalist, ist gestorben. Gildemcistcr, geboren 20. Juli 1812 in Bremen, wirkte früher in Marburg, später — seit 1859 — iit Bonn als Professor der orientalischen Litteratnr. Seine Vorlesungen wie seine litterarischen Arbeiten ans den Ausspruch Kohel. 7, 10 hinzmveiscn: „Sage nicht,! erstreckten sich außer auf die Bibel und die semitischen Sprachen daß die frühere» Zeiten besser als die gegenwärtigen waren."! auch ans das indogermanische Sprachgebiet. Leider hat Dieser Ausspruch ist auch auf dem Gebiete unseres Kultus Gildemeister zu wiederholten Malen bei Abfassung von ihm eine volle Wahrheit. Ich hätte darum auch gewünscht, daß! verlangter oder freiwillig gegebener Gutachten sich von seinen der hochgeschätzte Gelehrte cs etwas stärker betont hätte, daß die Art unserer Feier des Versöhnungstages eine unendlich würdigere, weihevollere ist, als die in der talmudischeu Zeit. Selbst die so isolirt dastehende Berliner Ncformgcmeinde, deren Mitglieder nicht den vollen Tag im GotteShause verantisemitischen Neigungen verblenden lassen, sodaß ihn mehr als einmal Unwisscnschaftlichkeit, ja sogar Unwahrheit naehgcwicsen werden mußte. Freiburg i. B., 6. März. Der akademische Senat hat sich in den letzten Tagen mit der Dncllsache Satomvnweilen, begeht den großen, hochheiligen Tag des Herr» ohne Bering beschäftigt und eine Reihe strenger Disziplinarstrafen Vergleich weihevoller als zur Zeit, da der ganze Gottesdienst ausschließlich im Opferritns des Hohenpriesters bestand, das ganze Volk fast ganz und gar theilnahmlos blieb. Schön sind die aus dem neuen Berliner Gebetbuch hierüber angcsührteu Worte; indeß scheint die Stelle im Geiger'schen Gcbetbuche etwas prägnanter, der Vorzug des andachtsvollen Gebetes vor dem thierischen Opfer schärfer betonend. Dagegen bedauere ich recht sehr, daß in dem neuen Breslauer Gebetbnche — wenn mich mein Gedächtniß nicht täuscht — gegen die Betheiligten ausgesprochen. Zunächst wurde, wie die „Frs. Ztg." mittheilt, das Korps „Rhenania" für diesem und das nächste Semester snspensirt; der Duellgegner Salomous. Sind. Bering, sowie die fünf studentischen Mitglieder des Ehrenrathes, Angehörige der verschiedenen Korps, wurden rclcgirt, das sechste Mitglied des Ehrenrathes, welches seine Studienjahre bereits beendet hat, nnterstcht der akademischen Gerichtsbarkeit nicht, lickt weitere Betheiligte sind Earcerstrasen verhängt worden. Das Korps „Rhenania" hat in der ui derselben Betrachtung noch Stoßseufzer zum Himmel empor-s Presse den Versuch gemacht, sich weiß zu waschen; das Vorneigen, daß die heutige Feier so tief znrücksteht gegen die im! gehen des akademischen Senats beweist aber, daß dieser Verelicinaligcn Tempel. Nun aber stelle ich an alle verehrten! such gänzlich mißglückt ist. Kollegen, die sich in ihren Gebeten nach der von ihnen glorij Strasibnrg j. E„ ll. März. Eine Pensionskasse für die iizirten Tempelzeit znrücksehuen, die Bitte, mir darüber Ans-s Wittwcn und Waisen der reichsländischcn Rabbiner und nhlnß geben zu wollen, wie an dem Tage, an dem behufs s sonstigen Knltnsbeamten ist dieser Tage ins Leben gerufen Erlangung der Sühne Rene, Deuiüthigung und Kasteiung l worden. Den Grundstock legte der Präsident des Konsistoeiugeschärft, ans deren Unterlassung die Strafe der Exteri rinins für Oberelsaß, Herr Lantz, durch eine Spende von mination angedroht war, laut dem Berichte der Mischnah '»000 M. Der jährliche Zuschuß der Regierung wird 2000 M. und Gemara (Ende Taanith) Männlein und Wcibleiu verbetragen. gnüglich und scherzend Reigentänze in den Weinbergen ans- Darmstadt, März. Heute früh ist die Beisetzung 'ährten und Kopulirnngen veranstalten konnten, durften. Mir! unseres verstorbenen Landrabbincrs Dr. Landsberger ist cs schon nicht faßlich, daß während der Salomonischens unter zahlreicher Bethcilignng von Privaten und Vertretern Dempelweihe, so wichtig und grundlegend für die Religion wese auch war, die Festmähler — Essen und Trinke», Schmausereien und Belustigung — (s. Raschi*) für den einen >>ei!igen Tag nicht unterbrochen wurden. Ich erbitte mir von den gelehrten Kollegen anfklärenden Aufschluß über die beiden angeregten Punkte; was die talmndische Dialektik darüber vorbringt, kann einen unbefangenen Denker doch nicht befriedigen. ') a'Tra inntri inan der Behörden erfolgt. Am Grabe sprachen außer dem Amtsvertretcr und voraussichtlichen Nachfolger dcs Dahingeschiedenen, Herrn Dr. Selver, und dem Vorsitzenden der israelitischen Religionsgemeinde, Herrn Kommerzien-Rath Blumenthal noch die Herren Rabbiner Dr. Brüll, Dr. Plant und Redakteur Dr. Adolf Brüll ans Frankfurt am Main, Dr. Salseid aus Mainz und Professor Dr. Henneberg. & Darmstadt, im März. Das Gesuch der isr. Gemeinden Hessens um Gewährung eines Beitrags zur Bestreitung ihrer w