Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 54 (1890)
- Issue
- Heft 9 (14.3.1890)
- Date
- 1890-03-14
- Page
- Seite 141 (sequence 13)
- Language
- German
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141 rius wurde er 232 aus der Kircheugemeinschaft gestoben. Allein die Gemeinde zu Caesarea nahm auf die Exkomniuuikation keine Rücksicht und Origcncs verwaltete nach wie vor sein Lehrcramt. Seine exegetischen und dogmatischen Schriften athmcn den Geist Philo's, nach dessen! Vorgänge er jede Stelle der Schrift im buchstäblichen, moralischen und mystischen Sinne deutete. Ans einer von ihm vorgcnoinmeuen Nevision des verderbten Scptnagintatcxtes entstand die Hcxapla. Der bedeutendste Lehrer Cacsarea's war Abahn, am Ende des 3. Jahrhunderts im Zeitalter des Diokletian. Er war ein Schüler Jochannn'S, dessen milde Gesinnung nicht unwesentlich ans seine GeistcSrichtung einwirktc. Nach dem Muster der alte» Lehrer betrieb er ein Handwerk: er verfertigte Franeuschlcicr und brachte es durch diesen Erwerb zu bedeutendem Vermögen.) Mit feinem Verständnis; für Zeitwisscn begabt, sprach er den Grundsatz ans: „ES ist gut, das; Du das Studium der Halacha betreibst, aber auch andere Wissensgebiete verwirf nicht — der Gottgefällige weist aller Pflicht zu genügen.-) In der That bekundet sich seine Stärke weniger ans dem Gebiete der Halacha, als auf dem der Hagada."') Sein Reichthnm und die hohe Achtung, deren er sich von Seiten der Gemeinde erfreute, öffneten ihm die Pforten zu dem römischen Prokonsul;) sein ansgcbrcitctcs Wissen aber und die Kenntnist der griechischen Sprache, die in Caesarea nicht blos im Verkehr herrschte, sondern auch Sprache des Gebetes war"), riefen ihn oft zur Polemik gegen die Lehrmcinnngen dcS Ehristcnthnnis. Gegen dieses sind die Sätze gerichtet: „Sagt ein Mensch von sich: ich bin ein Gott! so lügt er; sagt er: ich bin der Mcnschcusohu! so wird er cs bereuen; ich fahre gen Himmel! so tvird er cs nicht bestätigen/) — Gott spricht durch de» Mund des Propheten: ich bin der Erste, denn ich habe keinen Vater; ich bin der Letzte, denn ich habe keinen Bruder und allster mir ist kein Gott, denn ich habe keinen Sohn ) — der Glaube an die Einheit Gottes ist der Grund, ans dem und durch den Israel besteht; nur weil Israel lässig geworden im Bekennen der Einheit Gottes, wurde Jerusalem zerstört") lind darum „sagt Dir ein Prophet: gehe hinweg über die Worte der Lehre, so kannst Du ans ihn hören, es sei denn, er kündete Dir etwas, was gegen die Einheit Gottes verstößt, und machte er dann auch die Sonne am Firmaiuciite stehe», höre nicht ans ) Jcr. B. mcg. Ende. 2) Koh. r. 7, 18; Pca 15c. ) vgl. Sota 40a. 4) (5Hag. 14a; 2auf). 14 a; Meg. 74 a; Säet. 17a. 5) 3er. Sota 28 b. . ') Jer. Tan. 05 b rp Dl« p "1S2S'1 ES n2s sinn EvirP Pu* nsr 12 mnnP 1212 ns Ens p niEp sPi ') Ex. r. 20. pfiS 2X 'b "SIT j1w’S“l ”S , p P rst? bt6s ps ns p 8) Sabb. 110b pCBE." - S7S CPCTT1 n«nn SP nmnin mrr r"p ihn"!) Schon weil Israel vor der BnndcSladc sich bückte, starben Biele aus seiner Mitte. ") Dennoch aber war er milde gegen die Anhänger der neuen Lehre und im Gegensätze zu Jenen, die sie zu verfolgen für ei» religiöses Gebot hielten, sprach er den Grundsatz aus: „Immerdar gehöre der Mensch zu Denen, die da verfolgt werden, aber nie zu Denen, die da selbst verfolgen. ) Als N. Abahu starb, weinten die Säulen von Caesarea — Frendciithräncii meinten die Minäer, Thräncn des Schmerzes meinten die Inden?) Er war die bcdentendste Persönlichkeit Cacsarea's. Von seinen Söhnen, nennen wir N. Chanina, den er in die wohl bedcntcndere Schule nach Tiberias schickte und dem er, weil er sich dort, statt dem Studium zu obliegen, praktischen Liebeswcrkcn, namentlich bei Leicheubestattungen, zuwandte, mit witziger Anspielung auf Ex. 14, ll die Worte schrieb: „Sind nicht genug Gräber in Caesarea, daß Du solche in Tiberias suchst")? Auch sein Sohn R. Seira") sei erwähnt. Dem Gclchrtcnkrcise Abahu's und späterer Zeit gehörten an: N. Jona, der, als der Legat Arsiciues darauf drang, daß auch am Sabbath frisches Brod für die Truppen geliefert werde, gestattete, auch am Sabbath Lebeusmittcl feil halten zu dürfen"); dessen Sohn N. Maua"), R. Jose, der den Tadel des N. Levi b. Chajta über Jene, die in Caesarea in griechischer Sprache beteten, energisch znrückwicS"), N. Jirinija, ein Zeitgenosse Abahu's'"), 91. Chiskia, der int Namen Abahu's einzelne Traditionen verbreitete"), R. Ulla, vielleicht ein Schüler Chaninas'-), 9k. Adda, der einzelnes im ') Sanh. 00a nmn '“nn Pi* pp n2S* cs ipn in»2SE nnn pp n,121*2 Psse* 7*1*2 pm iP 1*22' iP I'EwTl Ps '-) Tauch. , 9iuni. r. 5, 0. Za den Disputationen Abahu's vgl. noch Jalk. Ez. 044 n. Jes. 304. °) B. Kama 03 a. rrPi p2nnin p ans sn* Epii'p pannn 4) Jer. Ab. fnrn 42 c. M. tut. 25 b ITQS '“1 “J2*T nE pp 's prnE sPs prs mP s’n« p2s pnspn s,ni2i* prn2 s’snpn n23 s"p*nn prr 'nsn Zur Bcdeutuug Abahu s vergl. Hhl. r. I, 52. b) Jcr. Pcs. 30b; Cl:ag. 76o- 7,^7, '-,p nPE nrn sin P21 n*p p2s* pns nnEEB '2?, nna n'-Op “pnnPt? pnspn snsp ps 'PE2n n*P 121 u) mrs 'nn nnn sn*l'l n Gen. r. 3, Jer. Ber. 12 b, A. s. 42 c; Frankel et. a. O. S. 7l>. 7) COT /tm\ dN. Kat. 82 c; Pes. 28 a, vgl. Frankel a. a.O. S. 08. «) KJö '1 M. m. 82c; Pes. 28a, 29b, Demai 22 c. <JJ ‘’DV 'l ob. Zeitgenosse der N. Jona, Jer. Sota 21b pfcniPs i*2r pnp ppp i?2*tf pnspp bis nrrn ns nP 'n n’spsi ’or 'n i*2V pnsai‘2 sie 10) rTOT 'T V. Pes. 84 a, M. Kat. 81 ä, u. ö. n) Tpm ,'1/ Irr. Demai 22b; Beza 30 b; Jer. Kid. 68 a; Ber. 4 c, Od n. ö. 12) '*1 Pes- 39a, Nidda '-Oa, Frankel n. a.O. 119b.