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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-03-07 · Heft 8 (7.3.1890) · p. Seite 124

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 8 (7.3.1890)
Date
1890-03-07
Page
Seite 124 (sequence 12)
Language
German
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124 imd Caesarea de» Weisen des Talmud als Gegensätze schlechthin. „Sagt Dir Jemand: Caesarea und Jerusalem, beide sind zu Grunde gegangen oder beide blühen neben einander, glaube es nicht! Sagt aber Jemand: Jerusalem ist vernichtet und Caesarea besteht, oder umgekehrt: Caesarea ist vernichtet und Jerusalem besteht, glaube cs! Denn es blüht nur die eine Stadt, wenn zerstört ist die andere; es jubelt die eine, wenn in Thränen ringt die andere".') Beide Städte traten spät in die Geschichte Israels ein; beide rühmten' sich königlicher Begründer und beide waren streng genommen nichtjüdischen Ursprunges. Längst schon war Josna, der Kanaan's Gefilde unter Israels Kinder vcrtheilte, zu den Vätern heinigegangen; dahin war die Zeit der Richter, in der die einzelnen Stämme bald im wilden Kainpfe sich gegcnüberstanden, bald von äußerer Noth gedrängt, nicht dem eigenen Willen folgend, Schulter vn Schulter gegen gemeinsame Feinde um ihre Selbstständigkeit kämpften; Samuel hatte bereits den Versuch gemacht, die anseinandergehenden Gaue durch ein geistiges Band zu einen; er war der Erste, dessen Name von Dan bis Beer-Seba — und diese beiden Städte bezeichneten die Grenzen Gcsammt- Jsraels — berühmt und anerkannt war; Sanl's Heldengestalt hatte den Grund zum Königthume gelegt; aber noch immer war Jebus, so hieß früher Jerusalem, die Hauptstadt des Jebnsiterlandes. Das kleine Benjamin war nicht mächtig genug, der Heiden Macht zu brechen. Erst David gelang dieses, und die Thore, durch die mancher Jebnsiterhcld, sieggekrönt und mit Beute reich beladen, einzog, thaten sich jetzt weit auf, um dem Könige der Ehren Stätte zu bereiten — Jerusalem trat an die Stelle Hebron's, der alten Stadt Juda's, an die sich manche heilige Erinnerung aus der Urzeit lehnte; David, einer Tochter Mocib's entstammt, machte die ursprünglich heidnische Stadt zum Mittelpunkte des politischen Lebens, um den kleinen Gernegroß Benjamin, zu dessen Gebiet Jerusalem geschlagen wurde, für den Verlust der Königskrone, die ein Sohn seines Stammes früher getragen, zu entschädigen. Was aber David nur schwer gelang — die Wunde Benjamin's war zu frisch, und der Ailblick der Davidsburg auf Zijon riß sie immer aufs Neue wieder auf — das brachte die Weisheit Salomo's zu Stande: durch das Nationalheiligthum, das er auf Moria errichtete, ward Jerusalem auch in den Mittelpunkt des religiösen Lebens Alt-Israels gerückt. Dieser Umstand erklärt die Thatsache, daß, während alle Stämme Jsrael's von Salomo's Söhne sich abwandten, Benjamin allein, das früher Juda und besonders David's Haus haßte, mit unverbrüchlicher Treue zu diesem hielt. Später, viel später ward Caesarea begründet. Ncbnkadnezar's Schaaren hatten Juda's Macht gebrochen Jerusalem's Mauern erstürmt, und mit thränenfeuchtem Auge zog in die Fremde das Volk, verlassen sich wähnend von; seinem Gotte. Er aber weckte seinen Gesalbten; Cyrns gestattete den Inden die Rückkehr ans Babel. Allein nur kurz war der Traum politischer Selbstständigkeit. Noch einmal ergoß die untergehende Sonne ihr Strahlenmeer über die Gipfel der Berge, die oft Zeugen waren der blutigen Kämpfe Israels gegen das vordringende Heidenthnm.; Herodcs, der Sohn Jdnmäa's, des tückischen Brudervolkes, das allezeit bereit war, über Jerusalem das Loos zu werf-en schien die geschwundene Macht der Davidischen und den Gnzal der Salomonischen Zeit zu verjünge». Er war der Erbauer Caesarea's'), das im Gegensätze zu dem im Norden Palästina's, in der reizenden Gegend der Jvrdanqnellen gelegenen Caesarea Philipp!") und dem Caesarea in CnppodocierC) palästinensisches ^Caesarea'), Caesarea am Meere'), früher StratonsthurmH, ') 1_lDp auch vgl. Git. 43b, Mcg. Oa; Echa r. 4. 26; Ket. 25 b; Tcmai 22c; Kil. 32c: Schein. 36c; Ter. 47a; | Chala 57a; Bikk. 65c.; 2) Nach Neubauer, La Geographie du Talmud, 3.!)4 mit ' p'ICp bezeichnet; Succa 27b wird ein Unterschied zwischen 1“1Dp und pncp gen,acht. s) »S'pnsprr p“icp Jcb. 4d, 7d. ') Meg. 6a; Jalk. Gen. 110. u. Ez. 365. pb ->^K' DK *?k jrmp 12L" pKn Sk fN'tiV imn D'^11'1 nep roiri d^vt renn D,|tnri“p natP’i nop nann pKn na->n ii hkSd dk nnnn nKböK 'Kjr iDKn nop 4) Caesarea Palästina ober C. Palaestinae, Kaisareia tes Palaistines, auf Münzen Kaisareon, auch eolonia Flavia! augusta Caesarea, vgl. Arnaud, la Palestine S. 4IG; Eckhel, ] doctr. nummor. vet. III., 428. | 6) Caesarea maritima, vou seinen: Hafen auch KasareiaSebaste;! vgl. Jos. ant. 15, 1!); vgl. Meg. Ga niSinn pn | 6) Jos. ant. 13, 11, 2; 15, 9, 6; 21, 5, 7; bell. 3, 9, 1; - Strabo IG, 7, 58 kennt uur diesen Nameu; Plin. hist. nat. Y., 14! ideutifizirt ihn mit Caesarea und fügt hinzu: „nun folgt das Ende! von Palästina, nordwärts beginnt Phönizien"; vgl. auchFpiphan. i de ponder. et mensur. p. 175. adv. haeres 730 f.; Jer.! Schebi. 36 c, Tosefta Scheb. 4, 1; Sifri Peutr. 11, 24: Jalk. 874, wo die Grenzen Palästinas angegeben werden, wird l flElPl genannt. Tie Erklärung des Namens! macht Schwierigkeiten. Oppenheim in Frankens Monats j schrift 1860 S. 195—200; 226—30 will ihn von der die Burg i begründet haben soll, ableiten, aus jgHtP — vgl. pfttP und \ vgl. 1. Kön. 16, 24 — soll dann bei den Grieche!: „Ltraton" geworden! sein. Einen Beweis hierfür will er in Meg. 6a finden, wo Caesarea! mit jYlpJ?, seinem Stamme nach gleichbedeutend mit und : jlCHt!?/- ideutifizirt wird. Nach unserer Annahme hingegen war j der lernte ursprünglich griechisch — die griechische Sprache war seit den Tagen Alexanders an der Küste heimisch — aus Straton | wurde dann das hebraisirte jg?T£b Statt dieses Namens hat Meg. Tanit. 3 wohl dessen Abkürzung oder ‘■ptp, woraus dann leicht (so En Jakob), Felsenbnrg, und (Aruch s. v. Teufelsburg, und Jer. Schebi. 36c geworden ist. Aus wurde dann im Pint des N. Menahem b. Machir zum 2. Sabb. Chanucka das gleichbedeutende, aber verständlichere

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