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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-02-28 · Heft 7 (28.2.1890) · p. Seite 108

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 7 (28.2.1890)
Date
1890-02-28
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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108 den großen Kämpfer für Licht und Wahrheit von einer ganz : Ukase mehren sich auch die Schcintanfen in hohem Grade, neuen edelmcnschlichen Seite zeigte. Um so peinlicher mußte! Besonders eifrig werden preußische und dann österreichische berühren, alsbald darauf in der „Neuen freien Presse" eincNotiz! Kauflente ans Galizien ansgewiesen, die hier schon seit Jahren erschien, welche ans verschiedenen inneren Gründen und nach Vergleichung des Briefes mit der Handschrift Döllingers denselben als unecht erklärte. Wir können aber nicht glauben, daß eine so achtbare Familie den Verdacht eines Falsifikats auf sich ruhen lasse und der Name eines großen Mannes mißbraucht wurde, um von sich reden zu machen. Es wäre daher eine Pflicht der solchermaßen kompromittirtcn Familie, den wahren Sachverhalt darznstclleu, che sich Blätter minder vornehmer Gesinuuug des Stoffes bemächtigen und für ihre unlauteren Zwecke ansbcnten. In einer Zeit, wo unsere Gegner ans der Lauer stehen, sollte man doppelt vorsichtig sein, den jüdischen Namen in der öffentlichen Meinung bloßznstellen. Lemberg, 17. Februar. In der gestrigen Sitzung des Polen-Klubs gelangte eine Zuschrift des römisch-katholischen Bischofs in Tarnow, LoboZ, zur Verlesung, in welcher dieser Kirchenfürst über die im Abgeordnctenhanse gegen die Abgeordneten Türk und Genossen gerichteten Anslassnngcn des Abgeordneten Dr. Bloch sich sehr anerkennend äußert. Bischof Lobos hat bekanntlich schon früher einmal, geradeso wie sein Vorgänger Baron PnkalSki, gelegentlich einer kanonischen Visitations - Reise gegen den Anti - Semitismns entschieden Stellung genommen. England. London, 21. Februar. Bei dem gestrigen Jahrcsessen der hiesigen deutschen Wohlthätigkcits-Gesellschaft brachte der israelitische Lord Major Jsaaes einen Toast auf Kaiser Wilhelm aus, welcher sich als großherziger Monarch erwiesen habe, der auf das Wohl des Niedrigsten wie des Höchsten in seinem Reiche bedacht ist. Wenn der Kaiser wieder England besuche, so werde er als Admiral der englischen Marine begrüßt werden. Der Toast wurde mit Begeisterung aufgenommeu und nach demselben die „Wacht am Rhein" gesungen. Frankreich. Paris, Herr Moritz L o c w y, Snbdirektor am Observatorium und Mitglied der Akademie der Wissenschaften zn Paris, ist zum korrespondirenden Mitgliede der Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg gewählt worden. Rußland. * Warschau, 24. Februar. Die Auslveisnngen jüdischer Kaufleute werden hier unausgesetzt fortbetriebe». Tagtäglich werden neue Dekrete ansgegebcn, durch die große Familien aufgelöst und unglücklich gemacht lverden. In Folge dieser j leben, blühende Geschäfte führen und nie den geringsten j politischen Anstoß gegeben haben. I. Odessa, ir>. Februar. Das hiesige Handelstribunal! hat mehreren vereidigten jüdischen Advokaten die Praxis enti zogen. Ebenso hat das Bezirksgericht einer größeren Anzahl jvon Advokaten-Geholfen jüdischer .Konfession das fernere : Fnngiicn vor Gericht untersagt. Türkei. Bagdad. Von hier wird gemeldet, daß die Leiche deS R abbliicrs, welche nicht auf dem jüdischen Friedhöfe beerdigt werden durfte, nnnmehr ans Befehl des Sultans ausgegraben und dorthin überführt worden ist. Ferner ist der General- Gonvcrnenr, welcher durch sein Verhalte» in dieser Sache die Jndenvcrfolgnng verschuldet hatte, abgesetzt und nnter Anklage gestellt >vordcn.! Smyrna. Von hier wird das Erscheinen einer neuen jüdischen Z ei tun g in französischer Sprache „Lo Nouvelliste“, i welche alle I I Tage erscheint, gemeldet. Bis heute war die , jüdische Presse des Orients auf hebräisch-spanische Blätter beschränkt. Das neue Blatt steht nnter Protektion des Sultans, welcher die Herausgabe durch einen Firma» : geschützt hat. X Jerusalem, im Dezember 1S8‘>. Die am Oelbcrgc i belegcnc Höhle, in welcher die Propheten Ehaggai, Secharjah und Malcachi begraben sein sollen, wollte der russische Archii mandrit ankanfcn, was aber auf Verwendung hiesiger Glanbeus- ' genossen unterblieb, da ein Ferman des Sultans erklärte, daß i dieser Ort, als den Inden heilig, nicht an Christen verkauft j werden dürfe, sondern für Alle geöffnet bleiben soll. Nun j will der Archimandrit oberhalb des Daches der Höhle eine Kirche erbauen. Es sind jedoch bereits Schritte hiergegen von Seiten der Sefardim in Verbindung mit den Aschkenasini j unternommen worden, und auch ein Telegramm wurde nach j Konstantiuopel abgeschickt, um den oben ausgesprochenen Plan! zn vereiteln.! Jerusalem. In Massachusetts hat sich die New England j Companh of Egypt gebildet, welche die Entwickelung von! Portsaid und Alexandrien, sowie den Ban einer Eisenbahn durch Palästina via Hebron, Jerusalem, Jericho, Nazareth und Galiläa nach Damaskus bezweckt. X Jerusalem, im Dezember 1889. Auf Kosten des i Barons Edmund von Rothschild in Paris wird nächstens! in der Kolonie „Sichrem Jakob" ein jüdisches Krankenhaus i errichtet werden. i X Jerusalem, Ende Januar. Seine königliche Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen, welcher unsere Stadt mit

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